Wappen von Musbach Obermusbach

Gemeinderats-Protokoll von 1848 bis 1864

Im Gemeinderaths-Protokoll sind die Beschlüsse des Gemeinderates und des Bürgerausschusses protokolliert.
Wir haben hier die in altdeutscher Handschrift (Kurrentschrift) geschriebenen Original- Niederschriften wiedergeben um einen Überblick über die Tätigkeiten des Gemeinderates in der Zeit von 1848 bis 1864 darzustellen. Das Original ist Kursiv geschrieben.Ein x entspricht einem nichtleserlichen Wort und ein ? ein nicht sicher gelesenem Wort. Vor einer Unterschrift im Protokoll ist immer ein Kurzzeichen, wir haben an Stelle dessen das Wort "Unterschrift" geschrieben. Beschrieben ist im Protokollbuch immer nur eine Seitenhälfte, auf der leeren Seitenhälfte sind teilweise Ergänzungen geschrieben die wir als Randbemerkungen tituliert haben. Randbemerkungen in Bleistift wurden vermutlich von der kontrollierenden Behörde im Rahmen des Ruggerichts ausgeführt.

Obermusbach Oberamt Freudenstadt

Gemeinderaths-Protokoll
Angefangen den 9. Dezbr. 1847, beendet 1864
 
Königliches Oberamts Gericht und Oberamt Freudenstadt
Wird auf den gänzten Erlaß v. 23. v. M. betrefend die Anlegung eines neuen Güterbuchs folgendes Gehorsamst berichtet.
1. Die Anlegung eines neuen Güterbuchs ist hier dringend nothwendig da garkein Güterbuch vorhanden ist, und wurde hier beschloßen ein neues Güterbuch anlegen zulaßen.
2. Dasselbe soll nach unserem Wunsch nach der Real Ortnung angelegt werden. Als Gründe stregen? hirfür
a. daß die Gemeinde ganz klein und daß
b. der Besitzstands-Wechsel nicht häufig ist, ferner
c. Daß auch bei der Real Ordnung das Güterbuch nur EinenStarken Band einnehmen wird.
3. Um Anlegung eines neuen Güterbuchs haben wir den Amtsnotar Walther ersucht, welcher sich auch bereit erklärt hat, das Geschäft zu übernehmen; er wird einen Kosten Überschlag demnächst fertigen.
4. Die Zahl der zum Steuer Verband gehörigen Grundstüke macht etwa 450 bis 500 seien
5. Das Gebäudekataster ist nach Gut und zu einer Ergänzung nach Maasgabe der neueren Verordnungen tauglicht. Weil aber nicht viel Gebäude hier sind so wird es in Beziehung auf den Kosten auf Eins heraus kommen wenn die Gebäude dem neuen Güterbuch ein Verleibt werden.
6. Mit dem Güterbuch mus auch ein Summerisches Steuer Vermögens Register angelegt werden. Da ein solches noch nicht  Vorhanden ist und ebenso ist.
7. eine neue Steuer Einschätzung Dringendes Bedürfniß ist, das bisher die Steuern nach Verhaltnis des Kaufs. Preises somit nach ganz unsicheren Maasstab umgelegt werden.
8. Die Gefällen und Gütter sind hier abgelöst.
Obermusbach den 9. Dezber 1847
Gemeinderath Ziefle
 
Verhandelt den 14. Dezber? 1848 vor beede  bürgerliche Collegien.
Ueber die ?haus Gefäll hier ist seit einigen Jahren öffentlich Rechnung abzulegen. Für die Rechnungsstell wird nun durch Beschluß vom Brätigen? 30 Kreuzer pro Meter dem Verw? Actuar Pfand v. Aach, ausgelegt welcher dahier Geschäft besorgt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Ziefle Seeger Mast Braun Wurster Hofer & Bürgerausschuß Bohnet Gotfried Frey Frey
Bemerkung der Redaktion: Die Schrift ist sehr schwer lesbar.   
 
Verhandelt am 19 April 1849 vor dem Waisengericht
Für das minderjährige Kind des Martin Wurster Bauern, Anna Maria Wurster wird auf den Tod der Wursterschen Ehefrau, Friedruh? Braun, Bauer dahier als Pfleger bestellt und durch Hinweisung auf seine als Gemeinderath abgelegte Pflichten sogleich verpflichtet. Unterschrift Jak. Fried. Braun
Zur Urkunde Waisenrichter  Ziefle Mast Hofer
 
am 30. April
Wird in Betreff der Cautionsleistung des neuen Gemeindepflegers Adam Bohnet beschlossen, demsselben von Eintragung einer Caution zu entbinden, u. mit der Interaession? seiner Ehefrau sich zu begnügen.
Z. B. Gemeinderath Wurster Mast Hofer Seeger
 
Verhandelt am 5 Mai 1849 vor dem Waisengericht
Da Jakob Friedrich Braun zum Schultheißen gewählt worden ist, so wird an seine Stelle für das minderjährige Kind des Martin Wurster, Bauren, Namens Anna Maria Wurster der vesignirte Schultheiß Math. Ziefle von hier als Pfleger bestellt und zugleich verpflichtet. Unterschrift Ziefle
Zur Urkunde Waisenrichter Braun Mast Hofer
 
Obermusbach Verhandelt den 31. August 1849
Heute hat man nach vorheriger Ausfertigung der Wählerliste und Bekanntmachung im hießigen Amt, die Gemeinderathswahl auf die vorgeschriebene Weiße vorgenommen und es haben die Wahlbenachrichtigten Bürger, von welchen nur Ochsenwirth Sebastian Frey wahlunfähig ist, alle abgestimmt. Das Ergebniß ist folgendes:
Martin Seeger 11, Matheis Ziefle 12, Jakob Fried. Hofer 11, Adam Hofer 12, Johannes Mast 12, Gemeindepfleger Bohnet 9 Simmen.
Mit Stimmenmehrheit treten nun obige Sechs angeführte als Gemeinderäthe ein. Diese Wahlhandlung und richtige Abzählung der Stimmen beurkunden: Schultheiß Braun
Obmann des Bürgerausschußes J. Bohnet
 
Unter dem heutigen Datum als den 11 Sebtember treten nun die oben genannten als Gemeinderäthe  ein, nachdem Sie auf ihren früheren Diensteid verwießen worden sind, und Gemeindepfleger Bohnet vorschriftsmäßig verpflichtet worden ist. Die Anerkennung der auf Sie gefallenen Wahl Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Seeger Bohnet Mast Hofer
 
Verhandelt den 31 August 1849
Auf heute hat man die Ergänzungswahl der Bürgerausschüße vorgenommen das Ergebniß ist folgendes: Gottfried Frey Bauer hier wurde einstimmig als Bürgerausschußobmann gewählt und sogleich verpflichtet. Unterschrift Gottfried Frey
Die übrigen treten nun wieder, nachdem Sie auf ihre frühere Verpflichtung aufmerksam gemacht worden sind als Bürgerausschußmitglieder ein. Unterschrift Bohnet Frey
 
Verhandelt den 25 Oktober 1849 vor dem Waißengericht
Nachdem der Pfleger für die noch minderjährige zwey Kinder Regina und Franziska Frey, Töchter des Sebastian Frey Wittwer dahier kürzlich mit Todt abgegangen ist, so wird an dessen stelle Christian Hohle, Kaufmann in Grünthal wieder als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift C.F. Hole
Zur Beurkundung Waisengericht Braun Ziefle Seeger
 
Verhandelt vor dem Gemeinderath den 19. März 1850
Da auch allhier vielfältig Klagen vorkommen, daß an der Vicinalstraße von Untermusbach bis Reichenbach über die Ortsmarkung dahier alle Jahr fast alle Bäume welche an die Betreffenden Straße gesetzt wurden mutwillig beschädigt und abgeschnitten wurden, so hat der Gemeinderath zufolge Erlasses des königl. Oberamts Freudenstadt Amtsblatt No.12 beschlossen den hießigen Feldschützen, wie auch die betreffenden Weegknechte zu beauftragen diese Frevelhaften Thaten zu überwachen, und demjenigen der einen solchen zur Anzeige bringt daß derselbe gerichtlich belangt werden kann eine Belohnung von 3 Gulden auszusetzen
.
Gemeinderath Braun, Ziefle, Bohnet, Mast, Seeger
 
Nachtrag
Verhandelt den 15. May 1848 vor dem Gemeinderath
In Gemäßheit Königlicher Verordnung vom 23. April 1848 Regierungsblatt Seite 173. Betreffend die Ertheilung einer Amnestie für Faust und Jagdvergehen, hat der Gemeinderath dahier beschlossen, sämtliche vor den 15. May 1848 geschehenen Vergehen in den Privatwaldungen nicht abzurichten, sondern dieselbe nachzulassen.
Beurkundet Gemeinderath Braun Bohnet Hofer Ziefle Mast
 
Nachtrag
Obermusbach den 20.May.1849
In Betreff des Jagdwesens auf hießiger Markung hat die unterzeichnete Stelle die Anfrage an den kl. Revierförster Greuling (welcher bisher die fragliche Jagd ausübte) in Reichenbach gemacht, ob da die Grundrechte in Kraft getreten sind, die Ausübung der Jagd der Gemeinde Obermusbach nicht zukomme.
Schultheiss Braun
 
Hierauf gibt derselbe folgende Erklärung:
Nachdem die Grundrechte bereits in Kraft erklärt sind, steht der dortigen Gemeinde allerdings dass Recht zu, die Jagd auf ihrem eigenthümlichen Grundbesitz in Selbstausübung zu nehmen, und ich bin weit entfernt dagegen eine Einsprache zu machen.
Sollte überigens die Gemeinde die Selbstadministration ihrer Jagd nicht beizubehalten gesonnen sein, und solche am Fremde oder Auswärtige zu verpachten beabsichtigen, so bitte ich mich auch zuvor in Kenntniss zu setzen zu wollen, denn wenn die Jagd nicht zu hoch käme, so würde vielleicht auch ich als Liebhaber auftreten, allein nicht aus Intresse, sondern bloss deshalb dass ich Gelegenheit hätte mit den Obermusbacher ehrenwerthen Bürgern hie und da zusammen treffen zu können.
Reichenbach, den 14. März 1848 Revierförster Greuling
die getreue Abschrift beurkundet Obermusbach den 20. May 1849
Schultheiß Braun
 
Nachtrag
Verhandelt vor dem Gemeinderath den 28. May 1849
Nachdem Revierförster Greuling in Reichenbach auf die Ausübung der Jagd auf hiesiger Markung verzichtet hat, so hat der Gemeinderath dahier beschlossen, dieselbe auf die Dauer von 3 Jahren zu verpachten, nehmlich vom 28. May 1849 bis den 28. May 1852.
Diesen Zweck hat man in der Gemeinde bekannt gemacht, und hat zum Aufstreich den 28.May 1849 bestimmt, wo beide bürgerlichen Colegien anwesend waren, und es hat die Jagd im Aufstreich (Aufstreich altdeutscher Begriff für Versteigerung) erhalten Adam Bohnet, Gemeindepfleger dahier jährlich um 7 Gulden auf die Dauer von 3 Jahren. In Beziehung des Verhaltens in Ausübung der Jagd hat man daß Jagdgesetz so weit es erforderlich ist bekannt gemacht.
Vorstehendes anerkannt Pächter Unterschrift J. Bohnet
Vorstehenden genehmigt Gemeindrath Braun Hofer Ziefle Mast
 
Obermusbach Verhandelt den 19. April 1850
Die ledige Christina Bauer, Tochter des + Jakob Bauer, Zimmermanns von hier erscheint vor dem Gemeinderath und bittet zum Behuf vorhabender Verheurathung und bürgerlicher Niederlassung in Wittlensweiler und Ausstellung eines Geburtsbriefes.
Willfahrend wird gedachter Christina Bauer mit Stimmeneinheit beschlossen zu bezeugen, dass:
1. dieselbe die eheliche Tochter abgedachten + Jakob Bauer und seiner Ehefrau Dorothea geb. Mast und laut vorgelegtem Taufschein am 24. März 1824 zu Obermusbach geboren ist.
2. das sie sich zur evang. Lutherischen Confession bekennt.
3. das sie Würtembergische Staatsbürgerin und Gemeindebürgerin in Obermusbach ist.
4. das dieselbe hinsichtlich ihres Prädikats unseres Wissens an keiner der in dem Gesetze vom 15. April 1828 Art. 19 bezeichneten Mängel leidet.
5. das was ihr Vermögen betrifft dieselbe nach glaubhaften Ausweißen von ihrer noch lebenden Mutter, die wir nach ihrem eigenen Vermögen zu Abreichung eines solchen Heirathsgut für befähigt machten, einschließlich des väterlichen Erbgutes zum Heirathgut erhällt.
Zu Liegenschaft - 0
Von ihrer noch lebenden Mutter als Heurathgut an barem Geld - 300 Gulden
 an sonstigen Fahrnis mit Einschluss der Kleider und Laibwäsche etwa - 100 Gulden
eigen anspartes - nichts
im Ganzen also - 400 Gulden besitzt.
6. das ihrem Austritt aus dem diesseitigen Gemeindeverband unseres Wissens kein Hinderniss im Weege steht.
diese Verhandlung bekräftigt an obigen Tage
Schultheiß & Gemeinderath, Braun, Hofer, Ziefle, Mast
 
Obermusbach den 17 Juni 1850
Nachdem Adam Bohnet dahier schon mehrmals gebeten hat, ihn seiner Stelle als Buterkäufer zu entlassen, so wurde willfahrend demselben fragliches Geschäft heute dem Ocißen? und Gemeinderath Ziefle dahier übertragen, und nachdem derselbe sich erklärt hat, fragliches Geschäft anzunehmen, hat der Gemeinderath sein Gutachten und Genehmigung hirzu ertheilt.
Beurkundet Gemeinderath Braun Hofer Bohnet Mast
 
Obermusbach den 24. Juni 1850
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Es erscheint Johannes Frey, Taglöhner von hier und bittet um eine gemeinderäthlichen Beschluß bezüglich seiner Holzgerechtigkeit.
Demselben willfahrend wurde der Gemeinderath heute versammelt, derselbe hat sich in dieser Beziehung dahin auf unserem Vertrag vom 15. Dezember 1842 und 17. März 1843 uns berufen wonach die hießigen Waldbesitzer die Abfindungssumme mit 2500 Gulden bezahlt haben, und es haben die Aktivbürger von Obermusbach durch diese Abfindungssumme, welche als Grundstock bei der hießigen Gemeindepflege angelegt sind, und die Gemeinde davon ihre Nutznießung zieht auf alle und jede Ansprüche in dieser Beziehung verzichtet.
Und da dem königl. Oberamt dieser Vertrag vielleicht noch unbekannt ist, so folgt derselbe zur gefälligen Einsicht.
Beurkundet den 24. Juni 1850 Gemeinderath Braun Bohnet Mast Ziefle
 
Obermusbach den 1. Juli 1850
Da bei der hießigen geringen Bürgerzahl eine förmliche Wahl des Bürgerausschusse nicht heute vorgenommen wurden, so verbleiben die früheren Mitglieder des Bürgerausschusses.
Nur Johann Martin Seeger, Bauer dahier welcher den 26. März 1823 geboren ist, und das 27 Lebesjahr zurück gelegt hat, und die Hälfte Besitztum seines kürzlich verstorbenen Vaters käuflich übernommen hat wurde an obigen Datum als Mitglied des Bürgerausschusse aufgenommen und verpflichtet.
Unterschrift Johann Martin Seeger
Beurkundet den 2. Juli 1850 Schultheiß Braun
 
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Nachdem Johann Martin Wurster bei der abgehaltenen Gemeinderatswahl durchgefallen ist, und somit deßen Stelle entlaßen wurde, so ist auch mit demselben die Stelle als Ortsfeuerschau erledigt worden.
Der Gemeinderat hat nun unter dem heutigen Datum den Schultheiß Braun mit dieser Stelle beauftragt. Vorstehendes anerkannt Schultheiß Braun
Zur Beurkundung Gemeinderath Mast Bohnet Ziefle
 
Obermusbach den 16. November 1850
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Königlichem Oberamtsgerichtlichen Auftrage zufolge wird dem Taglöhner Johannes Frey dahier von dem Gemeinderath beschloßen zu bezeugen:
1. deß derselbe unseres Wissens nach nie gestraft worden
2. Ein gutes Prädikat besitzt
3. Was die Vermögensverhältnisse des Frey betreffen ist sämtliches Liegenschaft verpfändet, und besitzt somit ausser etwas Fahrniß und Vieh wenig Vermögen. Es kann somit noch ein Vermögen von etwa 200 bis 300 Gulden angenommen werden.
Beurkundet Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle Hofer
 
Obermusbach den 13. Dezember 1850
verhandelt vor dem Gemeinderath
In Folge des gegen Johann Adam Bohnet, Bierbrauer dahier eingeleiteten Gantverfahren wird demselben von dem Gemeinderath beschloßen zu bezeugen
1. das gedachter Bohnet eines theils wegen ganzlicher Arbeitsscheue und auch wegen theilweise öfters vorkommenden verschwenderischen Lebenswandel in Vermögensverfall gerathen ist und
2. das die Überschuldung auch größtentheils von der gegenwärtigen Wertlosigkeit alles Eigenthums herrührt.
3. Wird als Güterpfleger Johann Adam Bohnet, Gemeinderath bestimmt.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Mast
 
Obermusbach den 7. Januar 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Zufolge der Kameralamtzuschrift vom 30. Dezember v. J. im Betreff der Beschlagnahme und ex. Verwaltung des gehauenen Holzes in des Joh. Martin Wursters Waldungen stellt der Gemeinderath den Antrag; Wenn das königl. Kameralamt den den Versprechungen des gedachten Wursters nicht mehr länger nachgeben will, sondern nunmehr auf Bezahlung dringt, das Kameralamt die ex. Verwaltung des Holzes unter Zuziehung der königl. Forstbehörde wie bei anderen herrschaftlichen Holzverkäufen selbst übernehmen möchte, wobei der Gemeinderath die Unterstützung gerne gewährt. Als Grund hierfür, warum der Gemeinderath die Exakution nicht vollziehen will ist der, weil gedachten Wurster fortwährend alle Schuld in dieser Sache auf den Gemeinderath wirft und sich dabei äußert man wolle ihn nur um sein Eigenthum bringen, und deswegen mag der Gemeinderath diesen bösartigen Launen nicht länger ausgesetzt sein.
Ferner der Antrag der Forstbehörde daß dieß Frühjahr ein Quantum Holz in den verpfändeten Waldungen auf Rechnung des königl. Kameralamt solle erhauen werden hält der Gemeinderath für ganz zweckmäßig.
Ob die Verwerthung dann dem Wurster überlaßen bleibt, darüber hat das Kameralamt zu entscheiden.
Endlich noch hat man beizufügen, daß das betreffende Landholz noch alles in den betreffenden Waldungen liegt, aber von den Sägklötzen fast täglich abgeführt werden.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Hofer Bohnet
 
Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt
verhandelt vom Gemeinderath
Königl. Oberamtsgerichtlicher Auftrag vom 15. d. Monats soll dem Joh. Adam Hofer ein Prädikat & Vermögenszeugnis ausgestellt werden.
Dem zu Folge wird nun von dem Gemeinderath beschlossen zu bezeugen
1. daß Adam Hofer, Gemeinderath ein gutes Prädikat besitzt, und
2. Ein Vermögen von ungefähr 4000 Gulden.
Beurkundet
Obermusbach den 17. März 1851
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Hofer Mast
 
Obermusbach den 27. März 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da schon vor einigen Jahren Johannes Hofer, Schmiedmeister von Untermusbach als Spritzenmeister dahier angestellt wurde, und demselben damals von unserer Feuerspritze zu probieren und einschmieren a.f.w. ein jährliches Gehalt von 3 Gulden gemacht gewesen sein, welcher Vertrag aber verloren gegangen ist.
So wird von dem Gemeinderath beschloßen,
daß von jetzt an dem Johannes Hofer für die jährliche Behandlung und probieren dießer unserer Spritze eine jährliche fixe Belohnung von 2 Gulden ausgesetzt worden sein.
Beurkundet Unterschrift J. Hofer
Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Hofer Bohnet Ziefle
 
Verhandelt vor dem Gemeinderath an obigen Datum.
Da durch den Wegzug des Schullehrers, und durch die Erledigung unserer Schule das hiesige Schulhaus als Rathhaus wiederruflich benutzt wird und alle Verhandlungen derGemeinde da geschehen sollen so ist jährlich auch Holz zum Einheitzen zum besagten Rathhaus nöthig geworden.
Es wird deshalb von dem Gemeinderath beschloßen das fragliche Holzbedürfniß auf folgendem Weege anzuschaffen.
Es wird jährlich von einem Bürger Klafterholz unentgeltlich beigeführt, und zwar das erste Jahr willigt Adam Hofer ein ein Klafter beizuführen, das nächste Jahr muß ein anderer Bürger ein Klafter Holz beiführen und so fort.
Beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Ziefle Hofer Bohnet
 
Verhandelt den 15. März 1851
Königl. Oberamth Anordnung vom 10. März soll über Ochsenwirth Frey dahier ein Vorstrafen & Vermögenszeugnis ausgestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt nun dem selben zu bezeugen
1. daß gedachten Frey zwar wegen Verfehlungen bezüglich seines Wirthschaftsbetriebs vom Königl. Oberámt Freudenstadt schon 3 mal gestraft wurde, von sonstigen Vorstrafen aber ist dahier nichts bekannt.
2. daß Ochsenwirth Frey an Vermögen besitzt ------0.
Beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Ziefle Bohnet Mast Hofer Hofer
 
Verhandelt den 9. Juni 1851
Da bei der am 6. Juni 1851 stattgefundenen Rechnungsabhör durch das königl. Oberamt die persönliche Theilnahme an Verpachtungen über Gemeindvermögen dem Gemeindepfleger untersagt ist, so wird von dem Gemeinderath dahier beschlossen.
daß die unter dem 28. März 1849 auf 6 Jahre verpachtet Jagd wovon jetzt erst 2 Jahre verflossen sind wieder auf die Dauer von 6 Jahren frisch verpachtet werden soll, und zwar vom 9. Juni 1851 bis den 9. Juni 1857
diesen Zweck hat der hiesigen Bürgerschaft und in Untermusbach bekannt gemacht und es wurde somit heute zur Aufstreichsverhandlung geschritten, und es hat selbige erhalten
Friedrich Müller, Bauer von Untermusbach
jährlich um 2 Gulden
Bedingungen sind:
1. der Pächter hat einen tüchtigen Bürgen als Selbstschuldner und Selbstzähler zu stellen.
2. das Pachtgeld muß allejahr, und zwar auf den 9. Juli 1852 das erstemal bezahlt werden an die Gemeindepflege Obermusbach.
der Pächter Fried. Müller
der Bürg J. Bohnet
Vorstehende Verhandlung wird von dem Gemeinderath genehmigt
Obermusbach den 9. Juni 1851
Gemeinderath Schultheiß Braun Bohnet Mast Ziefle Hofer Hofer
 
Verhandelt d. 17. Juni 1851
Vor dem Gemeinderath u. Bürgerausschuß
In der hiesigen Gemeinde ist ein neues Güterbuch anzulegen u. es wurde schon vor mehr als 3. Jahren der Amtsnotar Walther v. Dornstetten um Besorgung dieses Gefälls angegangen. Nachdem nunmehr mit dem Geschäft begonnen werden solle, so wurde Amtsnotar Walther zu Fertigung eines Kosten-Ueberschlags veranlaßt, welchen er heute vorgelegt hat. In diesem Ueberschlag sind die Verhältnisse richtig und mehr angegeben, u. die Kosten für das Güterbuch auf 177 Gulden 43 Kreuzer veranschlagt.
Mit dem Amtsnotar Walther ist man nun übereingekommen, daß er
1. eine ganz neue Steuereinschätzung leitet,
2. das Güterbuch nach der PersonalOrdnung bestehender Verordnungen gemäß anlegt, die Gebäudebeschreibung denselben einverleibt, Namen-Register u. Steuer Vermögens-Register fertigt und kurz? das Güterbuch Geschäft nöttig? bean?gt, wofür er den
3. eine ?entschädigung von 150 Gulden erhält u. sind unter dieser Summe auch die Register?kosten begriffen.
4. die zwei Güterbuch u. Steuer Vermögensregister nöthigen Tabellen u.s.w. sowie den Einband der Bücher bezahlt die Gemeinde.
Zur Beurkundung Unterschrift Amtsnotar  Walther
Gemeinderath Braun Hofer Bohnet Mast Hofer Ziefle & Bürgerausschuß Gottfried Frey Martin Seeger Frey 
 
Verhandelt den 24. Juni 1851
Nachdem der Gemeinderath schon vielfach vom königl. Oberamt angegangen wurde, ob und was man gegen die Zutheilung vom verschiedenen Staatswald Completzen an die benachbarten Gemeinden einzuwenden wiße? Der Gemeinderath hat nun beschlossen:
Das gegen sämtliche damelte Zutheilung von Staatswaldungen an die benachbarten Gemeinden man keine Einwendungen zu machen weiß.
Beurkundet: Gemeinderath Braun, Ziefle, Hofer, Bohnet, Hofer
 
Obermusbach Verhandelt den 3. Juli 1851
Auf heute hat man nach vorheriger Ausfertigung der Wählerliste und Bekanntmachung im hießigen Ort die Gemeinderathswahl, verbunden mit der Wahl eines neuen Gemeindepflegers nachdem Joh. Adam Bohnet, seitheriger Gemeindepfleger um Entlaßung seiner Stelle gebeten hat auf die gesetzliche Weiße vorgenommen, und es haben die Wahlbenachrichten Bürger, wovon nur Ochsenwirth Frey und Bierbrauer Bohnet wahlunfähig sind alle abgestimmt.
Das Ergebniß ist folgendes:
Als Gemeindepfleger wurde mit großer Stimmenmehrheit Joh. Adam Bohnet, seitheriger Gemeindepfleger und auch als Gemeinderath gewählt.
Ferner als Gemeinderäthe erhielten:
Joh. Adam Hofer 7 Stimmen,
Johannes Mast 8 Stimmen,
Ziefle 9 Stimmen,
J. Fried. Hofer 8 Stimmen.
Es treten somit, oder verbleiben vielmehr die oben fünf genannten als Gemeinderäthe wieder und mit großer Stmmenmehrheit ein, und ebenfalls hat es auch mit dem seitherigen Gemeindepfleger Bohnet sein Verbleiben.
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Schultheiß Braun Hofer Mast Ziefle Hofer Bohnet
Randbemerkung: Dieße Verhandlung ist ungültig 
 
Königl. Oberamt Freudenstadt
In Beziehung der Ergänzungswahl des Bürgerausschußes hat man gehorsamst zu berichten, daß bei einer so geringen Bürgerzahl, wie es allhier der Fall ist eine förmliche Wahl des Bürgerausschußes nicht stattfinden kann.
Die Bürgerzahl beläuft sich gegenwärtig auf 12 Bürger und zwey Wittfrauen und 2 Leibgedinger, welch letztere nicht in Bürgerausschuß antreten. 2 von besagten Bürgern sind nicht wahlfähig, nämlich Bierbrauer Bohnet und Ochsenwirth Frey, weil sie sich im Gante (Insolvents) befinden. Es verbleiben somit folgende Mitglieder des Bürgerausschußes:
1. Gottfried Frey als Obmann,
2. Joh. Martin Seeger,
3. Johannes Frey.
Ferner wurde heute weiter in Bürgerausschuß aufgenommen Joh. Adam Seeger Bauer und Ochsenwirth welcher den 13. Dezember 1828 geboren ist, und somit noch nicht ganz 25 Jahre alt ist, derßelbe hat aber
den 5. Juli 1851 Dispensacion von der Minderjährigkeit erlangt, und wird somit in Bürgerausschuß aufgenommen und verpflichtet.
Unterschrift Seeger
Vorstehendes anerkannt Bürgerausschuß G. Frey, Frey, Seeeger
 
Abschrift
Verhandelt vor der Unterpfandsbehörde dn 15. August 1851
Köngl. Oberamtsgericht Freudenstadt
In Beziehung der K. kameralamtlichen Klage wegen der Bürgschaftsschuld des J. Martin Wurster dahier im Betrag von noch 5086 f 53 x nebst Zinsen vom 6. Januar 1848 zu 5 % hat nun zufolge köngl. Oberamtsgerichtlichen Anordnung gemäß folgendes gehorsamst zu berichten.
1. Daß dem Kameralamt keine andere Versicherung gegeben werden kann, die Ligenschaft des gedachten Wurster für andere Schulden und für das Muttergut der Tochter I. Ehe sämtlich verpfendet ist.
2. Von dem bis jetzt abgeführten Holz steht keine Forderung mehr im Ausstand, daß selbiges könnte mit Beschlag belegt werden.
3. Kann auch der Käufer nicht ausgemittelt werden, da Wurster seine Schnittware bald an diesen bald an jenen Käufer vewrkauft.
Es bleibt somit nichts andere übrig, als daß dem Wurster sein bereits gehauenes Holz welches zu Sägklötze aufbereitet ist mit Beschlag belegt werde welches die Unterpfandsbehörde auch laut der angeschloßenen Urkunde besorgt hat. Jedoch stellt man wiederholt den Antrag, daß es am zweckmäßigsten sein würde, wenn das Kameralamt die vorhandenen Sägklötze zum Verkauf bringen würde, überhaupt wäre es ganz zweckmäßig wenn sich das Kameralamt zum größten Theil mit seiner beträchtlichen Forderung durch einen baldigen Holzhieb bezahlt machen würde. Denn es ist bekannt, daß bei Wurster wegen seiner Umstände das Vermögen nicht zu, sondern abnimmt.
Jedenfalls aber macht sich die Unterpfandsbehörde für die Kameralamtliche Forderung nicht verbindlich.
Obermusbach, den 15. August 1851
Unterpfandsbehörde Braun
 
Obermusbach den 22. Sept. 1851
Verhandelt von dem Waißengericht.
Nachdem Johannes Hofer, Müller in Grünthal, welcher früher Pfleger war für Johannes Mast von Obermusbach, welcher jetzt und schon seit einigen Jahren in Amerika, welcher gegenwärtig noch ein Vermögen von 480 f besitzt, so wird heute durch Beschluß des Waißengerichts Johann Adam Seeger, Ochsenwirth als Pfleger bestellt, und betreffendes Geld 340 f baar, und einen Schuldschein von Eva Klumpp über 140 f, zur Pflegschafts-Verwaltung übergeben und heute verpflichtet.
Unterschrift Seeger
zur Beurkundung Waißengericht Braun, Ziefle, Bohnet, Hofer
 
Verhandelt den 16. Oktober 1851
Da das Straßenmaterial über die hiesige Vicinalstraße zwischen der Markungsgrenze Untermusbach und Reichenbach größtentheils zu Ende ist, so wird von dem Gemeindrath beschlossen.
Das die Beifuhr an gutem Straßenmaterial auf das Jahr 1852 wieder im Weege des Abstreichs nach Roßlast soll angesdchafft werden. Zur Abstreichsverhandlung wird der 28 Oktober Nachmittags 1 Uhr bestimmt.
Gemeindrath Braun, Bohnet, Mast, Ziefle, Hofer

Verhandelt den 16. Oktober 1851
vor dem Gemeinderath
Nachdem der Bauer Johann Martion Wurster wegen seines verschwenderischen Lebenswandel und aus sonst zureichenden Gründen der Verwaltung seines entsetzt wurde, oder sich freiwillig seiner Vermögensverwaltung begeben hat, so wird zu Folge köngl. Oberamtgerichtlichen Beschluß die Wahl eines Pflegers für gedachten Wurster vorgenommen. Hierzu wurde von dem Gemeinderath einstimming gewählt Johann Adam Hofer, Gemeinderathsmitgied von Obermusbach.
Adam Hofer hat die Pflegschaft für gedachten Wurster angenommen, und wurde sogleich verpflichtet.
Unterschrift Hofer
zur Beurkundung Gemeinderath Braun, Zifle, Mast, Bohnet
Randbemerkung: Diese Verhandlung ist ungültig, da das köngl. Oberamtsgericht den Adam Bohnet nicht als Pfleger angenommen hat.
 
Nachtrag
Zehentenablösungssache
Abschrift vom Anmeldeprotokoll
Obermusbach
Oberamt Freudenstadt
Verhandelt den 14. August 1849
Das königl. Kameralamt Dornstetten bezieht nach dem Zehentpacht-Contragt den Großen Zehenten von allen im Bau befindlichen Aekern auf der ganzen Markung.
Den kleinen Zehenten in derselben Ausdehnung wie ihn die Stadtpfarrei Dornstetten, in deren Besitz derselben früher war bezogen.
Und den Sovalzehenten.
Zu Vollziehung des Art. 58 des Zehentablösungsgesetzes Reg.Blt. von 1849 Pos. 28 hat nun die Pflichtigen zur Verhandlung eingeladen, alle melden die Ablößung an.
Die Einwilligung desen bekräftigt mit ihren Unterschriften
Es folgen die Unterschriften, 14 an der Zahl.
die getreue Abschrift beurkundet Schultheiß Braun
Das die in diesem Protokoll unterzeichneten den größten Theil der Zehentenmarkung besitzen
Beurkundet  Gemeinderath
 
Nachtrag Zehentablösungssache
Abschrift
Beschluß wegen der Übername der Ablösung auf die Gemeinde und den Geschäftsführer
 
Verhandelt den 14. August 1849
Sämtliche Mitglieder des Gemeinderaths und Bürgerausschusses beschließen einstimmig: es soll die Ablösung sämtlicher Zehenten, welche von den Pflichtigen angemeldet worden auf die Gemeinde übernommen werden, die sich nach art. 7 des Gesetzes wieder an die Pflichtigen hält.
Zu Folge des Art. 42 werden 3 Geschäftsführer bestellt und dazu gewählt
1. Schultheiß Braun
2. Matheus Zuefle
3. Joh. Adam Bohnet, Bauer
Zur Beurkundung
Gemeinderath                              Bürgerausschuß
7 haben unterzeichnet                  haben 4 unterzeichnet
 
Obermusbach Verhandelt den 11 November 1851
Da schon seit mehreren Jahren das Waisengerichtspersonal nicht mehr vollständig besetzt ist, so wird in Folge Königl. Oberamtsgerichtlichen Erlaßes vom 30 Oktober d.J. die Wahl dreyer Waißenrichter vorgenommen auf die Dauer von 3 Jahren Regblt. 1843 S 377 Art 4.
Hierzu wurden gewählt:
1. Gemeinderath Ziefle mit 4 Stimmen,
2. Johannes Mast Gemeinderath mit 5 Stimmen,
3. Jak. Fried. Hofer, Gemeinderath mit 5 St.,
sämtliche Gewählte erklären sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl mit ihren Unterschriften: Ziefle Mast Hofer
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Bohnet Mast Ziefle Hofer Hofer
Randbemerkung: In Folge der der Vergantung des Jak. Fried. Hofer am 3 November 1852, bei welchen ein großer Theil der Gläubiger nicht befriedigt wurde wird beschloßen den Waißenrichter Jak. Fried. Hofer von seiner Stelle zu entlaßen.
den 5 November 1852
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Hofer Seeger
 
Obermusbach den 17 November 1851
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da das Königl. Oberamtsgericht Freudenstadt den unter dem 16 Oktober d.J. gewählten Güterpfleger Adam Hofer nicht angenommen, auch die Bitte des Gemeinderaths die Pflegerbestellung für gedachten Wurster noch mehr aufzuschieben, oder ganz aufzuheben nicht erhört wurde, so wurde heute wieder zu einer Wahl geschritten.
Mit Stimmenmehrheit wurde gewählt Johann Adam Bohnet, Gemeinderpfleger in Obermusbach. Bohnet hat sich aber erklärt, die auf ihn gefallene Wahl nicht anzunehmen.
Beschluß des Gemeinderaths das Königl. Oberamtsgericht hirvon zur weiteren Verfügung in Kenntniß zu setzen.
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Hofer 
 
Verhandelt den 24.November 1851
vor dem Gemeinderath und Bürgerausschuß
Zufolge köngl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. Nov. Amtsblat. Pos. 94 nach Artikel 9 des Gesetzes vom 6. Juli 1849, Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jedesmal im Dezember vorzunehmen.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt, daß für dießes Jahr und in Zukunft der 18. Dezember zur Ergänzungswahl des Gemeinderaths-Colegium bleibend bestimmt sein soll.
Gemeinderath Braun, Mast, Bohnet, Hofer, Ziefle Bürgerausschuß G.Frey, Seeger, Frey

Obermusbach Oberamt Freudenstadt
Verhandelt vor dem Gemeinderath
Da die Zehntablößung durch Vermittlung der Gemeinde bewerkstelligt wird, so wird beschlossen daß man sich mit der Kautionsleistung des Zehntkaßiers Bohnet welche derselbe als Gemeindepfleger durch Intercession seiner Ehefrau bestellt hat begnüge, wenn beide sich dahin erklären, daß jene Kaution sich auch auf die Zehntverwaltung erstrecken soll.
Die Einwilligungs-Unterschriften Bohnet, Christina Bohnet
Beschluß
das köngl. Oberamt um die Genehmigung zu bitten.
den 8. Dezember 1851 Gemeinderath Braun, Mast, Ziefle, Hofer
 
Obermusbach Oberamt Freudenstadt
Verhandelt den 18. Dezember 1851
Zufolge köngl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. November 1851 und nach dem Gesetz vom 10. Juli 1849 Regblt. Seite 38 hat man heute nach vorheriger Besentigung der Wählerliste die Ergänzungswahl des Gemeinderaths vorgenommen. Da nun ein Gemeinderathsmitglied vor 1 1/2 Jahren mit Tod abgegangen ist, und somit das Gemeinderaths-Colegium gegenwärtig und aus 5 Mitglieder besteht, so hätte also nunein Gemeinderath durch das Loos auszutreten, und 2 Mitglieder neu zu wählen mit der Bestimmung, daß nach dem Gesetz die austretenden, oder welche durch das Loos austreten müßen wieder gewählt werden dürfen.
Die Wahl geschieht auf die Dauer vonn 6 Jahren, und es hat alle 2 Jahre 1/3 durch das Loos auszutreten. Bei der heutigen Loosziehung ist durchgefallen und hat auszutreten
Matheis Ziefle
Gewählt wurde wieder
Matheis Ziefle mit 9 Stimmen
Joh. Martin Seeger mit 6 Stimmen
Weitere Stiiem erhielten Adam Seeger 2 Stim., Gottfried Frey 3 Stim..
Es sind somit Ziefle und Martin Seeger als gewählt zu betrachten, dieselbe haben sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt.
Unterschrift Ziefle Seeger
Vorstehende Verhandlung beurkundet
Gemeinderath Braun, Mast, Bohnet, Hofer, Hofer
Obmann des Bürgerausschußes G.Frey
Verhandelt dem 27. Dezember 1851
Nachdem nun in der festgesetzten Frist von 8 Tagen keine Einwendungen gegen die Wahl sowie gegen die Gewählten gemacht wurden, so wird Ziefle auf seinen früheren Diensteid verwiesen und Johann Martin Seeger beeidigt.
Unterschrift Seeger
zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Hofer Hofer Mast
 
Obermusbach, Verhandelt den 14. Januar 1852
Zeugniß dem heuer recautirungspflichtigen Johannes Hofer von Obermusbach, welcher als simpelhaft und zum Militär als körperlich und geistig untauglich erklärt wird, wird von dem Gemeinderath dahier über die Art der Simpelhaftigkeit folgendes bezeugt:
Schon in den Gesichtzügen des Johannes Hofer ist eine Simpelhaftigkeit zu erkennen, ferner spricht derselbe ganz undeutlich, und ist der Sinn seiner Worte nicht wohl verstehbar. Auch konnte gedachter Johannes Hofer wegen Geistesschwäche bis jetzt zu keinem ordentlichen Geschäft angehalten werden. Ferner Bedarf derselbe oft selbst noch eine Verpflegung wie es bei noch unerwachsenen Kindern es der Fall ist.
Zur Beurkungung Gemeinderath Braun Hofer Ziefle Bohnet Mast.
 
Verhandelt den 26. Januar 1850 vor der SteuersatzbehördeBehufts der endlichen Erledigung der Streitsache zwischen Friedrich Müller und Adam Seeger, beede von Untermusbach, Steuerrückstand und Prozeßkosten betreffend wurden heute betreffende Waldungen durch oben genannte Steuersatzbehörde eingesehen und eingeschätzt:
Das Ergebniß ist folgendes
da Friedrich Müller 30 Morg 17 Rath 6 Sch
und Adam Seeger 20 5/8 M. 18 R 0 Sch besitzt, so ist auch der heutigen Einschätzung der Wald des Adam Seeger bedeutend mehr wert als der des Müller, da Müller bereits zur Hälfte Hardt besitzt auch die Grundlage des Bodens bei weiten nicht so ergiebig ist, als der des Adam Seeger.
Oder um es nochdeutlicher zu machen, der Wald des Friedrich Müller hat einen Werth von cirka 2500 f, so hat der des Segger einen Werth von 3000 f. Unter besagten Umständen ist die Weigerung das Adam Seeger welche nicht zur Hälfte der Steuern und Prozeßkosten bezahlen will als ganz unstatthaft zu betrachten und es wird deßhalb das Schultheißenamt Untermusbach ersucht demselben Seeger die Hälfteige Bezahlung fraglicher Steuern und Prozeßkosten aufzuerlegen, welche in den Beilagen ersichtlich sind.
Steuersätzer Braun Mast Bohnet
1. Randbemerkung am Protokollanfang: Schultheiß Braun Gemeinderaäthe Mast Bohnet
2. Randbemerkung am Ende: Gebühren der Steuersetzen 1 Gulden 27 Kr.
 
Verhandelt den 29 Januar 1852
Am  27. Okt. 1849 hat Adam Hofer Bauer von hier und an deßen Statt Joh. Georg Bauer von Untermusbach die Weegstrecke gegen Untermusbach von Par o bis 12 um 17 f 24 x jährlich gesteigert. Inzwischen ist Bauer weggezogen und ist Jakob Schneider von Untermusbach aufs neue als Wegknecht angestellt worden. Da sich kein anderer Liebhaber zeigte, so war man genötigt demselben die gesonderte Akkordsumme von 20 f auf die Gemeindekaße zu verwilligen. Dieser neue Akkord geht vom 1. März 1851 und gilt bis den 29. Okt. 1855.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Hofer Seeger Ziefle
 
Obermusbach Verhandelt den 12. Feber 1852 vor dem Gemeinderath
Johann Martin Wurster, Bauer von hier trägt vor, daß er bei gnädigster Herrschaft und Nachlaß derjenigen Bürgschaftsschuld welche er für seinen Schwiegervatter Sebastian Frey Ochsenwirth hier, und für den früheren Hofgerichtsadvokaten Rindeschwender von Rastatt bezahlen soll und die ursprünglich mehr als 7300 Gulden betragen habe, bitten wolle, und daß er zu diesen Behuf um ein Gemeinderäthliches Zeugniss bitte.
Der Gemeinderath hat einstimmig beschloßen, zu bezeugen, das
1. Johann Martin Wurster früher in geordneten Vermögensverhältnissen gewesen ist.
das
2. derselbe fast einzig und allein durch die genannte Bürgschaft geschäftlich und moralisch zu Grunde gerichtet wurde indem er durch dieselbe wie ausser sich gekommen ist, und sein ganzes Wesen sich zu seinem Nachtheil gewendet hat
das ferner
3. Wurster mit Frey und Rindeschwender für die er Bürgschaft geleistet nie in irgend einem Geschäftsverkehr gestanden ist, das er nie und nirgens Nachtheil von denselben gehabt hat und die Bürgschaft einzig und allein aus übel angebrachter Gefälligkeit eingegangen hat.
das endlich
4. Wurster und seine Familie zeitlebens ruiniert ist wenn ihm die Bürgschaftsschuld nicht erlassen wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Hofer Bohnet Hofer
 
Verhandelt den 12 März 1852
In der Schuldklagsache des Rosenwirth Wälde von Freudenstadt gegen Gottfried Frey Bauer dahier Forderung im Betrag von 73 Gulden 36 Kr betreffend, wird, da Frey den Verfügungen des Schultheißenamt kein Gehör gibt, und nach K.-Oberamtsgerichtlicher Anordnung vom 8 d.M. gegen Frey Exekution beschloßen, und 2 Stük Kühe zum Verkauf ausgesetzt und den Verkauf derßelben auf Donnerstag den 25 d.M. Vormittags 8 Uhr festgesetzt ist.
Gemeinderath Braun
Randbemerkung: Dieße Schuld wurde den 13 März 1852 bezahlt und es unterbleibt betreffende Exekutionsverfügung.
 
Verhandelt den 1. März 1852 vor dem Gemeinderath
Nachdem dem königl. Forstamt Freudenstadt die Anzeige über die Anstellung eines gemeinschaftslichen Viehhirten dahier erstattet wurde, erhielt man die Weisung, das der nun aufgestellte Hirte Lobegott Schwaigert von Freudenstadt durch den Gemeinderath zu beeidigen sein zu diesem Zweck wurde heute der Gemeinderath versammelt, und es wurde dem neu aufgestellten Hirten Schweikert folgende Bedingungen aufgegeben.
Der Hirte hat das ihm zur Weide anvertraute Vieh mit der möglichsten Sorgfalt und Schonung zu behandlen die größte Obacht zu tragen, daß kein Vieh in die angrenzenden Herrschaftswaldungen, nahmentlich in die angelegten Kulturen kommt, wenn sich der Hirte etwas derart zu Schulden kommen läßt, so hat derselbe die etwaige Strafe und alle daraus entspringende Nachtheile selbst zu leisten, da endlich Schweikert angiebt, daß er von 2 Jahren bei dem Forstamt Altensteig beeidigt worden sein, so wird demselben ein förmlicher Eid nicht abgenommen, sondern auf seiner früheren Diensteid verwiesen, und die Einhaltung der gegebenen Vorschriften durch Handschlag versprochen.
Unterschrift Schweikart
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast
 
Obermusbach Verhandelt den 7. Juni 1852 von der Unterpfandsbehörde
Kaufmann Carl Neff in Stuttgart hat bei Jak. Fried. Hofer ein Capital von 3000 f  zu fordern, wofür derselbe Carl Neff durch Waldung gesichert ist.
Unter den 11. März d.J. hat Carl Neff die Anzeige gemacht, daß er in Erfahrung gebracht habe, daß Hofer fortwährendHolz in den verpfändeten Waldungen hauen läßt, und um Beschlagnahme des Holzes bitte, und unter dem 26. Mai hat Lehrer Bikart in Rexingen im Vollmachtnahmen des Carl Neff beim k. Oberamtsgericht Freudenstaqdt Klage erhoben, daß dem gedachten Hofer jeder Holzhieb in den verpfändeten Waldungen untersagt sein soll.
Die Unterpfandsbehörde dahier anerkennt die Klage als gerechtfertigt, und es wurde deshalb heute beschlossen:
Das in Betracht, daß durch den fortgesetzten Holzhieb betreffender Wald vollens ganz wertlos gemacht wird, und somit dem derleicher allerdings Gefahr des Verlusts droht, daß ferner Hofer gar nicht mehr nach seinen Waldungen sieht, und bereits jedem Holzkaufliebhaber Erlaubnis gibt in gedachtem Wald zu hauen und zu haußen wie wenn der Wald gar keinem Besitzer oder Eigentümer zugehörte, daß weiter in Betracht, daß Hofer das gehauene Holz, oder den Erlös hirvon nicht zweckmäßig anwendet, wird verfügt,
daß dem Jak. Friedrich Hofer jeder fernere Holzhieb in den verpfändeten Waldungen bei empfindlicher Strafe untersagt sein soll, und daß diejenigen Buchen, welche unter dem 5. Juni gehauen wurden zur Verfügung des Pfandgläubigen liegen bleiben müßen, es seie denn daß Hofer die verpfändete Schuld mit 3000 f an Carl Neff abgetragen hat.
So beschlossen den 7. Juni 1852
Unterpfandsbehörde Schultheiß Braun Mast Ziefle Bohnet
Randbemerkung: Die Eröffnung Unterschrift Hofer
 
Verhandelt Obermusbach den 16 Juni 1852
Die Bürgen des Jakob Friedrich Hofer dahier als da sind Matheis Ziefle, Johannes Mast, Adam Hofer und Gebrüder Seeger sämtliche hier. welche für ein Capital von 4000 f welcher Jak. Fried. Hofer dem Veit Hirschfelder in Rexingen schuldet solidarisch haften, haben sich bei dem Schultheißenamt beschwert, daß Hofer fortwährend Holzninn dem verpfändeten Wald und Streueplätze haue, und berdieß machen sich alle Schulden des Hofers selbst bezahlt, und es drohe den Bürgen bedeutend Verlust, und dißwegen müßen sie das Schultheißenamt ersuchen, daß dem Hofer jeder Holzhieb untersagt sein solle.
Das Schultheißenamt erkennt die Klage als begründet, und es wird deshalb dem Jak. firedich Hofer jeder fernerenHolzhieb in den verpfändeten Waldungen untersagt, und im Fall Hofer dieße Verfügung unbeachtet läßt, sind die Bürgen als Kläger befugt, das etwa gefällte Holz mit Beschlag belegen zu laßen. Da ferner das Inventar bei Hofer seit einiger Zeit auffallend verringert wurde, so wird demselben der Verkauf an Vieh und Pferden ernstlich untersagt.
So beschlossen den 16. Juni 1852 Schultheiß Braun
 
Obermusbach Verhandelt den 18. Juli 1852
Gemeindepfleger Bohnet dahier will sein Amt als Gemeindepfleger niederlegen, und hat deswegen das Schultheißenamt um die Vornahme einer Gemeindepflegerwahl gebeten. Auf zureden das Amt noch länger zu behalten verweigert er daßelbe.
Es wurde nun heute eine neue Gemeindepfleger Wahl vorgenommen, und es haben sich sämtliche wahlfähige Bürger alle abgestimmt.
Das Ergebnis ist folgendes:
Johannes Mast erhielt 5 Stimmen
Johann Martin Seeger 3 Stimmen
Es ist somit Johannes Mast als gewählt zu betrachten, und es hat sich Mast zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt. Die Verbindlichkeit der Wahl ist auf Dauer von 2 Jahren.
Unterschrift Mast
Beschluß dem Köngl. Oberamt dieße Verhanmdlung zur Genehmigung vorzulegen, wobei man noch zu bemerken hat, daß der gewählte Johannes Mast ein gut prudicirter Mann und ein Mitglied des Gemeinderaths dahier ist, und das Amt als Gemeindepfleger früher schon 4 Jahre bekleidete.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Hofer Hofer Seeger
 
Randbemerkung: Verhandelt den 14. August 1852
Nachdem durch Beschluß des k. Oberamt die Wahl des neuen Gemeindepflger Johannes Mast bestätigt wurde und seine Kautionsurkunde eingesandt wurde, so wird der gewählte Johannes Mast heute anstatt der Ablegung eines förmlichen Eides auf seinen schon früher als Gemeindpfleger abgelegten Diensteid hingewiesen, und verpflichtet, und in sein Amt eingewiesen.
Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Ziefle Bohnet
 
Obermusbach Verhandelt den 15. Juli 1852
Jakob Friedrich Hofer dahier hat schon seit vielen Jahren dem Jakob Friedrich Mast welcher nun in Amerika ist ein Pflegevermögen vonn etwas mehr als 1000 f verwaltet.
Da aber in neuerer Zeit bedeutend Gelder eingegangen sind, und der Pfleger Jakob Fried. Hofer in seinen Vermögensverhältnißen so weit und so auffallend zurück gekommen ist, so daß sein Vermögensverfall als ganz unvermeindlich erscheint, so hat sich das Waißengericht bewogen gefunden, das eingegangene Geld nicht an den Pfleger Hofer ausfolgen zu laßen sondern das Waißengericht hat das Geld in Verwahrung genommen.
Es wurde nun heute die Wahl eines neuen Pflegers vorgenommen in der Person des Gemeinderathes Johannes Mast, und demselben das eingegangene Geld im Betrag von 939 f 10 x zur Verwaltung übergeben, und dem Pfleger zugleich bedeutet, daß er die betreffene Forderung bei Kronenwirth Faißt Wittwe in Igelsberg in Bälde beizutreiben habe. Die Annahme der Pflegschaft und die Verpflichtung unterschreibt Mast
Beschluß, dem königl. Oberamtsgericht vorstehende Verhandlung zur Genehmigung vorzulegen.
Waißengericht Braun Ziefle Mast
 
Verhandelt den 26. Juli 1852
Wird in Betreff der Cautionsleistung des neuen Gemeindepflegers Johannes Mast beschloßen:
Denselben von Einlegung einer Caucion zu entbinden, und mit der Intercession seiner Ehefrau Christina geb. Kohler sich zu begnügen.
Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle Seeger
 
Verhandelt den 6.September 1852
In Folge der gegen Jak. Friedr. Hofer dahier eingeleiteten Vermögensuntersuchung wird von dem Gemeinderath dahier über die Ursache des Vermögensfall folgendes Zeugniß ausgestellt.
1. Das Jak. Friedr. Hofer eine Theils durch die Fehljahre, und den Minderwerth des Holzes sehr in seinem Vermögen zurück gekommen, das
2. bei Hofer die Arbeitsscheue und ein leichtsinniger Lebenswandel, und
3. die Hauptursache seine 3 ungerathene Söhne welche dem Müßiggang und Trunk auffallend ergeben sind, den Vermögenszerfall beigeführt haben.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet
 
Verhandelt den 6. September 1852
In der Schuldensache des Jak. Fried. Hofer wurde heute Matheis Ziefle, Gemeinderath als Güterpfleger bestellt.
Anerkannt Unterschrift Ziefle
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger
 
Verhandelt den 14. September 1852
Nachdem das Königl. Oberamt bei der Rechnungsabhör am 16. August d.J. zum Rezeß gemacht hat, daß gegen die ausständigen Steuerflüchtigen Exekution verfügt werden soll, so wird von dem Gemeinderath beschloßen:
Daß dem Gottfried Frey und Johannes Frey dahier zur Bezahlung ihrer bedeutenden Steuerrüchstände nach einer Frist von 3 Tagen anberaumt wurde, nach fruchtlosen Ablauf dießes Frist, daß die Steuer nicht bezahlt werden genannten Personen so viel Vieh zum Verkauf auszusetzen, als zur Deckung sämtlicher Rückstände erforderlich ist.
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger
 
Verhandelt den 21. September 1852
Zufolge Beschlußes des Gemeinderaths und Bürgerausschuß vom heitigen, soll auf dieß Jahr wieder die Beifuhr von Straßenmaterial im Abstreich verakkondiert werden, hierzu wurde der 18. Oktober d.J. festgesetzt, und es wurde wieder beschloßen, daß Kalksteine bis zu Pos. 16 von der Markungsgränze Untermusbach an solle beigeführt werden, von Pos. 16 an aber  bis zu Pos. 70 sonst hante? Steine.
Bürgerausschuß
Gemeinerath Braun Hofer Ziefle Mast
 
Obermusbach Oberamt Freudenstadt Verhandelt den 18. Dezember 1852
Zufolge Königl. Oberamtlichen Erlaßes vom 19. November 1851 und auch dem Gesetz vom 10. Juli 1849 Reg.Blt. Pos. 38 hat man heute nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste die Ergänzungswahl des Gemeinderaths vorgenommen.
Da unter dem 3. November dem Gemeinderathsmitglied Jak. Fried. Hofer vergantet wurde, und somit als Gemeinderathsmitglied nicht mehr zuläßig ist, da ferner bei einer so geringen Bürgerzahl wie es hier der Fall ist, das Gemeinderathscolegium nicht vollständig kann besetzt werden, so wird von dem Gemeinderath beschloßen:
das Gemeinderathscollegium auf 5 Mitglieder zu bestimmen.
Bei der heutigen Loosziehung ist Adam Hofer im Loos durchgefallen, jedoch mit der Bestimmung, daß nach dem Gesetz welcher nach dem Loos auszutreten hätte wieder gewählt werden kann.
Gewählt wurden:
Matheis Ziefle mit 9 Stimmen
Johannes Mast mit 8 Stimmen
Adam Bohnet mit 7 Stimmen
Adam Hofer mit 6 Stimmen
Martin Seeger mit 6 Stimmen
Es sind somit die vornen aufgeführten 5 Mitglieder wieder als neu gewählt zu betrachten, und es haben sich die 5 aufgeführten zur wiederholten Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt.
Welches sie unterschriftlich anerkennen
Hofer, Ziefle, Mast, Bohnet, Seeger
Vorstehende Verhandlung beurkundet mit dem beifügen, daß keine Einwendungen erhoben wurde.
Gemeinderath Schultheiß Braun
Bürgerausschuß G. Frey
 
Obermusbach Oberamt Freudenstadt Verhandelt den 25. September 1852
Die Gemeindepflege Obermusbach kauft unter dem heutigen Datum von Peter Pfeffer von Bittelbronn und Simon Levi von Rexingen Oberamt Horb folgende auf Obermusbacher Markung liegende Waldungen:
Primärcataster Parzellen Nr.
347/1 - 1 5/8 Morg 42,5 Ruth.
347/2 - 1 5/8 Morg. 42,5 R.
351/1 - 4 5/8 Morg. 10,0 R.
351/2 - 4 5/8 Morg. 10,0 R.
Wald im Reichenbacher Wald
Von und um die Summe von 1000 f Eintausend Gulden
Kaufsbedingungen sind folgende:
1. Steuer und sonstige Abgaben gehen vom 1. Juli 1852 an auf die Käufer der Gemeindepflege Obermusbach über.
2. Der Kaufschilling wird von heute an in einem 1/4 Jahr von der Gemeindpflege Obermusbach an den Verkäufer des Waldes baar bezahlt, und ist bis dahin der Kaufschilling unverzinslich, nach Verfluß eines 1/4 Jahres aber wenn der Kaufschilling nicht bezahlt wäre, ist betreffender Posten mit 5 % vom Hundert zu verzinsen, oder der Überrest, wenn betreffende Schuld nicht ganz bezahlt ist.
3. Acis und Erkenngeld bezahlt allhier die Gemeindepflege als Käufer des Waldes.
4. Wird sich die höhere Genehmigung des fraglichen Kaufs vorbehalten.
Ferner
da durch einen Vertrag vom 15. Deib. 1842 die Besitzer der ertheilten Gemeindewaldungen 2500 f zu bezahlen hatten, und genannte Summe als Grundstock für die Gemeinde angelegt wurde, so wird beschloßen:
daß fraglich erkaufter Wald ebenfalls statt dieser 1000 f tausend Gulden für die Gemeinde als Gemeindewald verbleiben soll. Nach erfolgter höherer Genehmigung wird vorstehender Kaufv ertrag steif und fest zugesagt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun
Bürgerausschuß
Randbemerkung: Gegen den Ankauf dießer Waldung aus Grundstockmittel wird von Oberamtwegen nicht eingewendet.
Freudenstadt, den 16 Oktober 1852 Königl. Oberamt Romminger
 
Abschrift Obermusbach Verhandelt den 3. November 1852
Unter dem obigen Datum verkauft die Gemeindepflege Obermusbach mit Zustimmung des Gemeinderath und Bürgerausschußes die aus dem Gante des Johann Adam Kleiß, Hirschwirth in Herzogsweiler erkaufte Ligenschaft, wie solche die Gemeindepflege dahier übernommen hat, und solche in dem Kaufbuch Herzogsweiler beschrieben sind an Gottlieb Hindenach und Johann Georg Schuler, beede in Herzogsweiler von und um die Summe von 860 f und neunzig Gulden Pachtgeld zusammen neunhundert fünfzig Gulden.
Mit dieser Summe ist auch der auf den 1. Januar 1853 verfallene und noch rückständige Pacht begriffen und bezahlt.Dem Kauf hat man noch weitere Bedingungen zu Grunde gelegt.
1. Steuern und Abgaben wie solche auch heißen mögen gehen vom 1. Juli 1852 auf die Käufer über, und es darf die Gemeindepflege mit keinen Kosten weiter in Anspruch genommen werden, nahmentlich haben die genannten Käufer auch die beanspruchten Verkaufsgebühren dem dortigen Schultheißenamt zu bezahlen.
2. 2. Der Kaufschilling ist in einem 1/4 Jahr baar an die hießige Gemeindepflege zu bezahlen, jedenfalls aber ist der ganze Kaufschilling vom Tage des gerichtlichen Erkennntnißes an, welches in 4 Wochen zu geschehen hat mit 5 % von HUndert zu verzinsen, und im Fall das gerichtliche Erkennen länger verzögert wird, oder der Kaufschilling nicht auf die bemelte Zeit bezahlt wird, sind von den Käufern 5% an die Gemeindepflege dahier zu bezahlen. 
3. Zehneten und sonstige Abgaben übernehmen die Käufer.
4. Acis und Erkenngeld bezahlen die Käufer allein.
5. Wird sich die k. Oberamtliche Genehmigung ausdrücklich vorbehalten.
6. Wegen Bezahlung des Kaufschilling machen sich die Käufer Schuler und Hindenach als solidarisch haftend verbindlich, und Schultheiß Rauschenberger von Herzogsweiler macht sich noch als Bürg Selbstschuldner und Selbstzähler verbindlich bis Capital und Zinsen bezahlt sind.
Zudem wird sich
7. Das Eigenthumsrecht von Seiten der Verkäufer bis zur gänzlichen Bezahlung vorbehalten.
8. Nach erfolgter höherer Genehmigung wird betreffender Kauf steif und fest zugesagt, und es verzichten Käufer und Verkäufer auf die gesetzliche Stauzeit, Irrthum und Verletzung.
Kraft unserer Unterschriften
Verkäufer Gemeindepfleger Mast
Käufer Joh. G. Schuler, Gottlieb Hindernach, Bürg und Schuld
zähler Rauthenberger
Vorstehendes wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß genehmigt
Gemeinderath Braun, Ziefle, Bohnet, Hofer, Seeger
Bürgerausschuß G. Frey, Frey, Seeger
 
Abschrift
Die königl. Württembergische Regierung des Schwarzwaldkreißes an das k. Oberamt Freudenstadt
Auf den Bericht vom 26.d.M. wird der Verkauf der von der Gemeinde Obermusbach aus dem Gante des Hirschwirth Adam Klaiß von Herzogsweiler an Zahlungsstatt übernommene Güter im Betrag von 860 f gegen die gesetzlichen Sportel von 5 f 9 x hiermit genehmigt. Das k. Oberamt hat für die Sicherheit dießes Kaufschillings in gesetzlicher Weiße Sorge zu tragen.
Reutlingen den 13. Dezember 1852
Ziffer 10578, Sprotel 5 f 9 x
Autenrieth - Muff
 
Abschrift
Obermusbach Verhandelt den 21. Oktober 1852 vor dem Gemeinde & Stiftungsrath
Da der Verwaltungsakteur Treffz in Pfalzgrafenweiler, welcher seit einigen Jahren auch das Verwaltungsgeschäft hier besorgt einige andere Orte zur Verwaltung übertragen wurde, und somit mit Geschäften voraussichtlich überhäuft ist, da ferner der Situ des Verwaltungsakteur in Pfalzgrafenweiler für die Gemeinde  ganz ungelegen ist, da die Gemeindecasse dahier den Tranzport der Rechnungsakten von Freudenstadt nach Pfalzgrafenweiler besonders zu bezahlen hat u.s.w., so wird von dem Gemeinde und Stiftungsrath einstimmig beschloßen:
Das Verwaltungsgeschäft für Obermusbach dem kl. Verwaltungsackteur Bukenberger in Freudenstadt zu übertragen, wo man noch beizusägen hat, daß man die Belohnung des Verwaltungsacktuar bei der bisherigen belaßen wolle.
Dießer Beschluß soll dem köngl. Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
Zur Beurkundung Gemeinde & Stiftungsrath Pfarrer Barth, Braun, Hofer, Seeger, Mast, Bohnet, Ziefle
 
Randbemerkung:
An das Schultheißenamt Obermusbach
Dem Verwaltungsakteur Trusch ist eine vorschriftsmäßige Aufkündigung zu schicken, und daß dieß geschehen am nächsten Battentag? wieder zurück zu geben.
Freudenstadt den 23. Oktober 1852
Königl. Oberamt Romminger
Den 1. November die Aufkündigung dem Verwaltungsackteur Treffz angezeigt, worauf derselbe erwiderte, daß er das Verwaltungsgeschäft noch ein 1/2 Jahre besorgen wolle.
 
Abschrift
Königl. Oberamtsgericht Freudenstadt
Geschehen den 9 März 1848
In der Rechtssache des Joseph Schäfer, Löwenwirth von Dettlingen gegen die Bannwaldbesitzer von Obermusbach Holzgerechtigkeits Rückstände betreffend ist unter dem heutigen eine Verhandlung gepflogen worden, welche dem betreffenden Actenfaßikel einverleibt ist. Zu dieser Verhandlung erschien auch Benedickt Dettling von Bittelbronn, mit welchem hier auf die in dem vorhin allegirten? Protokoll bemerkten Beklagten einen sogenannten Vergleich abgeschloßen haben, und hierüber wird nun gegenwärtiges Protokoll aufgenommen.
Der Vergleich, welcher von allen anwesenden Beklagten unter Haftung der Genehmigung der Abwesenden abgeschloßen ist geht dahin, die Ansprüche des Dettling bestehen
1. In den Holzrückständen von 1826 bis jetzt.
2. In der Holzgerechtigkeit selbst daher in dem Recht für Neubau und Reparationen seines Anweßens das benöthigte Holz aus Obermusbacher Bannwaldungen zu beziehen. Für diese Rückstände und zur Ablößung der Holzgerechtigkeit selbst erhält Dettling als Abfindungssumme 1400f in 3 Tagen baar 400f. Den Rest von 1000 f nach ein 1/4 jährigen Aufkündigung, jedoch von heute an verzinslich.
2. Dieße Summe hat Dettling aus der Hand des Kaufmann Münster dahier, Kronenwirth Fetzer von Pfalzgrafenweiler, Schultheiß Ziefle von Obermusbach an welche er ganz allein sich zu halten hat, zu empfangen.
3. Unter dießer Summe sind die Rückständigen 18 f Prozeßkosten nicht begriffen.
4. Hiermit ist Dettling vollkommen zufrieden.
Durch dießen Vergleich sind beide Theile völlig abgefunden, und es darf kein Theil weitere Ansprüche aus dem alten Holzrechte, welcher Art sie auch sein mögen erheben, und es wollen beede Theile dießen Vergleich stat und fest wißen, und verzichten auf alle Einreden gegen dießen Vergleich. Die aus 375 f auf 2 f 23 kr berechneten Sportel übernehmen die Beklagten.
Unterschrift Benedickt Dettling, Münster, Schubert, Braun, Hofer, Seeger, Mast, Bohnet, Ziefle, Bauklacher, Wurster, Hofer, Fetzer, Seeger, Henf, Müller, Pfeifle, Müller, Hofer, Klumpp
Zur Beurkundung Königl. Oberamtsgericht Leygold
Zur Beurkundung Gemeinderath Schultheiß Braun
 
Abschrift
Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt
Ablößungs-Vertrag mit dem Löwenwirth Schäfer von Dettlingen K. Preußisches Oberamt Glatt und den Bannwaldbesitzern Obermusbach.
Verhandelt den 18. November 1850
Bemerkung: Diese Abschrift ist gestrichen.
 
Verhandelt den 4. Janner 1853 vor dem Gemeinderath
In der Schuldklagsache des Lehrer Biekart in Rexingen als Bevollmächtigter für Hr. Kaufmann Carl Neff in Stuttgart gegen Johann Martin Wurster dahier Forderung im Betrag von 310 f 25 kr. betreffend.
Beschließ der Gemeinderath, daß da Wurster troz der abgelaufenen Zahlungsbefehlen nicht bezahlte, die Forderung des Carl Neff eine Pfandschuld ist, und schon seit dem 17. Febr. 1851 eingeklagt und betrieben wird. Daß dem Wurster so viel Vieh zum Verkauf ausgesetzt werde, als zur Deckung fraflicher Schuld erforderlich seie, auch zum Verkauf deßelben Dienstag den 8. Febr. 1853 Morgens 8 Uhr zum Verkauf anberaumt seie.
Gemeinderath Braun Mastz Ziefle Bohnet Hofer 
 
Obermusbach Verhandelt den 28. Janner 1853
In Betreff der Executions-Arbeiter, welche von dem Oberamtweegmeister Pfeifer im Monath December 1852 auf der Weegstrecke des Weegknechts Wurster von Untermusbach gearbeitet haben, und deren Kosten sich auf 49 f 4 kr. beläuft, wird von dem Gemeinderath folgendes beschlossen:
Da gedachter Wurster betreffende Weegstrecke erst seit 3/4 Jahren übernommen hat , und im Ganzen etwa 18 f Belohnung eingenommen hat, da es ferner bewiesen ist, daß gedachter Wurster doch auch eine geraume Zeit auf betreffender Straße arbeitete, so wird beschlossen, daß der Weegknecht Wurster von Untermusbach der Gemeindecaße Obermusbach wieder 10 f als zu viel empfangen zurück zu bezahlen habe, die Überigen 39 f 4 kr. auf die Gemeindecaße zu übernehmen seien, jedoch behällt sich die Gemeindepflege den Regreß an den vormaligen Weegknecht Schmelzle von Hallwangen und deßen Bürgen bevor wegen genannten 39 f 4 kr.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger
 
 Verhandelt den 28. Janner 1853 vor dem Gemeinderath
Da der Schäfer Veit welcher im Jahr 1851 die Schaafherde in Untermusbach hütete um 16 f  gestraft wurde, und da derselbe seine Strafe vor seinem Abgang in Untermusbach nicht bezahlte, so wendete man sich an den damalige Pächter Johannes Blöchle von Untermusbach, daß er falls der Schäfer kein Vermögen besitze die Strafe zu bezahlen habe. Die betreffenden 16 f Strafe wurde nun auch dahier bei Joh. Adam Bohnet mit Beschlag belegt, und derselbe angewießen betreffende 16 f der hießigen Gemeindepflege zu bezahlen, was auch geschehen ist. Auf mehrmalige Klage aber des Johannes Blöchle von Untermusbach bei dem k. Oberamtsgericht Freudenstadt hat daßelbe verfügt, daß dem Blöchle betreffende 16 f wieder von der Gemeindepflege zurück zu bezahlen seien, und der Gemeinde der Regreß an den Blöchle zustehe.
Es wird nun von dem Gemeinderath beschlossen:
Dem Blöchle betreffende 16 f wieder zu ersetzen, jedenfalls aber ist der Gemeindepfleger angewießen betreffende 16 f bei dem Schultheißenamt Untermusbach einzuklagen, und jedenfalls sich an den Pächter Blöchle auf alle mögliche Weiße zu regreßieren.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 25. Febr. 1853 vor dem Waißengericht
Aus Veranlaßung der Realtheilung des Peter Braun, Leibgedingbauers dahier, wurde Martin Seeger, Bauer dahier als Pfleger für folgende Kinder des Braun aufgestellt und verpflichtet:
a. für den blödsinnigen Sohn Gottlieb Braun, und
b. für den nach Amerika ausgewanderten Sohn Peter Braun, von dessen Tod, Leben oder Aufenthalt seit einigen Jahren nichts mehr bekannt ist.
Unterschrift Martin Seeger
Zur Beurkundung Waisengericht Ziefle Mast Bohnet
Randbemerkung: Da der Pfleger nebenstehender Kinder des Peter Braun Nahmens Johann Martin Seeger unter dem 7. August 1858 mit Tod abgegangen ist, so wird heute Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger für dießelben bestellt und sogleich verpflichtet.
den 10. Sebt. 1858
Unterschrift Johann Adam Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Mast Bohnet Ziefle, Amtsnotar x
 
Verhandelt den 10. März 1853
Gottfried Frey, Bauer dahier schuldet dem Würtembergischen Creditverein in Stuttgart 8333 f 20 kr. für welche Summe dem Darlehner das ganze Freysche Gut verpfändet ist. Durch einen Erlaß des königl. Forstamt Freudenstadt vom 5. Febr. d.M. ist dem Gottfried Frey auf sein Ansuchen bei der höheren Forstbehörde gestatten worden seine etliche 60 Morgen Waldungen abzuholzen, obgleich der Gemeinderath den 27. Janer d.J. dagegen protestierte. Da nun der Pfandgläubiger der Würtembergsche Creditverein von dem Vorhaben des Frey benachrichtigt wurde, gab dießer die Erklärung, daß es ihr zustehe, daß zu ihrer Sicherheit für die dargeliehenen 8333 f 20 kr. die Unterpfänder in ihrem gabzen Wesenerhalten werde und bitten, daß dem Besitzer ihres gedachten Unterpfandes eine Ausdehnung des Holzhiebes, wodurch jener Schätzungswerth von 4600 f vermindert, und wodurch also ein Theil der aus durch Eintrag in daß Unterpfandsbuch bestellten Eigenthum veräußert würde und somit für aus verlohren ging dem Frey zu verbieten, und dem Verbot den gebührenden Nachdruk zu geben.
Dem Frey wurde nun betreffendes Decret heute mündlich erklärt, und demßelben von dem Gemeinderath alle außerordentlichen Holznutzungen in denverpfändetenWaldungen aufs strengste untersagt, mit dem Anfügen, daß im nicht befolgenden Fall das gehauene Holz zu Gunsten des Pfandgläubiger verkauft würde.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun
 
Verhandelt den 23. März 1853 von sämtlichen bürgerlichen Colegen
In der hießigen Gemeinde ist schon seit vielen Jahren das Farrenhalten in der Art im Umlauf geweßen daß ein Bauer die Farren für die Gemeinde 2 Jahre lang unentgeltlich anschaffen und unterhalten mußte, nach Verfluß der 2 Jahre ein anderer Bauer u.s.s..
Da nun gegenwärtig das Farrenhalten an Adam Hofer dahier ist, und derselbe schon unter den 2. August 1852 den größten Theil seines Besitzthums verkaufte, so glaubt derselbe sich von dießer Verbindlichkeit ausschließen zu dürfen, und hat sich bei dem Schultheißenamt dafür erklärt, daß er den Farren für die Gemeinde nicht länger mehr unterhalten wolle. Zudem kam es bei dem häufigen Wechsel der Farrenhalters oft vor, daß die Gemeinde nicht mit einem tüchtigen Zuchtthier versehen war, und deßwegen für die Viehbesitzer von großer Wichtigkeit ist, daß dem Übelsrand abgeholfen werde. Aus Veranlaßung deßen wurde heute die gesammte Bürgerschaft versammelt, und beschloßen:
Das Farrenhalten nunmehr auf eine Reihe von Jahren an den wenigstfordernden zu verpachten, und das Pachtgeld jährlich auf die Gemeindecaße umzulegen. Bei dießer Verhandlung wurde man dahin einig und zum Beschluß erhoben, daß
1. Das Farrenhalten vom 23. April 1853 an auf die Dauer von vorläufig 3 Jahren bestimmt also bis zum 23. April 1856.
2. Dem Pächter wird zur Bedingung gemacht einen ganz tüchtigen Farren anzuschaffen und zwar auf seine Kosten, und es darf die Gemeindepflege wegen Beschaffung des Farren um keinen Beitrag angenommen werden, sondern es hat der Pächter den Farren aus seinen eigenen Mittel abzuschaffen, weiter wird auch beschloßen, daß dem Pächter zur Pflicht gemacht wird, einen  ganz tüchtigen Farren anzuschaffen, und im Fall derßelbe der Gemeinde nicht entspricht, beziehungsweiße dem nunmehr wieder aufgestellten Schaugericht so hat der Pächter es sich selbst zuzuschreiben, wenn der Farren als untauglich gar nicht als tauglich erkannt wurde, und die Anschaffung eines anderen tauglicheren Farren verlangt würde, und es hat auch in dießem Fall der Pächter keine Entschädigung an die Gemeinde anzusprechen.
Unter solchen Bedingungen wurde zur Abstreichverhandlung geschritten. Es fordert jährlich: Johannes Mast 60 f, Matheis Ziefle 59 f, Johannes Mast 58 f 30 kr, Adam hofer 58 f, Johanmnes Mast 57 f 30 kr, Matheis Ziefle 57 f, Johannes Mast 56 f 30 kr, Adam Hofer 54 f, Johannes Mast 53 f, Adam Hofer 50 f, Johannes Mast 49 f 30 kr, Adam Hofer 49 f, Johannes Mast 48 f 30 kr, Adam Hofer 48 f, Johannes Mast 47 f 30 kr, Adam Hofer 47 f, Johannes Mast 46 f 30 kr, Adam Hofer 46 f, Johannes Mast 38 f 30 kr.
Nach öfterem Ausrufen wurde kein Minderangebot mehr erziehlt, und es wurde beschloßen dießer Verhandlung allseitig zu genehmigen, jedoch solle dieße Verhandlung dem k. Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
Dieser Vertrag steif und fest zu halten bekräftigt mit ihren Unterschriften
der Pächter Mast
Schultheiß Braun Hofer Ziefle Bohnet Seeger Wurster Frey
 
Verhandelt den 1. April 1853
Unter dem 11. November 1851 wurde Jakob Fried. Hofer auch als Waißenrichter gewählt. da aber demßelben der 3. November 1852 vergantet wurde, wobei ein großer Theil der Gläubiger durchfielen so wurde derßelbe von seiner Stelle als Waißenrichter entlaßen.
Damit nun dea Waißengericht x wieder vollständig wird, so wird heute die Wahl eines Waißenrichter vorgenommen.
Mit großer Stimmenhoheit wird neu gewählt Johann Adam Bohnet, Gemeinderath und es besteht somit das Waißengericht x ohne den Schultheißen aus Gemeinderath Ziefle, Gemeinderath Mast und Gemeinderath Bohnet. Es wird der neu gewählte Waißenrichter auf seinen schon früher als Gemeinderath abgelegten Eid verwießen und verpflichtet.
Die Annnahme der Wahl: Unterschrift Bohnet
zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast
 
Verhandelt den 6. April 1853 vor dem Gemeinderath
Gottfried Frey dahier schuldet der Waldrechnung Prozeßkosten 84 f welche schon längst hätten bezahlt sein, da auch Frey die neueren Termine hat fruchtlos ohne Bezahlung seiner Schuldigkeit hat verstreichen laßen, so wird von dem Gemeinderath beschlossen:
Dem Gottfried Frey in deßen Waldungen so viel Holz hauen zu laßen als zur Deckung fraglicher Schuld erforderlich ist.    Da endlich derßelbe auch mit 30 f Steuer von 1851/52 schuldet, so wird so viel Holz gehauen, daß zur Deckung fraglicher Schuld ebenfalls erforderlich ist.
Zum Verkauf fraglichen Holzes hat man Donnerstag den 14. d.Monaths festgesetzt.
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 18. April 1853
Zufolge K. Oberamtlichen Erlaßes vom 14. April d.J. dem Ochsenwirth Seeger ein Prädikats und Vermögenszeugniß und Vorstraafenzeugniß ausgestellt werden.Der Gemeinderath beschließt demßelben zu bezeugen:
1. Daß Ochsenwirth Seeger ein gutes Prädikat besitzt.
2. An Vermögen 5000 f und zu hoffen 3000 f.
3. Gestraft wurde derßelbe den 18. Febr 18533 durch K.Oberamtlicher Erkenntniß um 1 f wegen Weinführens ohne Ladschein, sonsten ist von Seeger keine Strafe bekannt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle
 
Verhandelt den 6. May 1853
Königl. Oberamtgerichlicher Auftrag vom 3. d.M. soll in der Schuldensache des Gottfried Frey Bauer dahier ein Güterpfleger bestellt werden. Hierzu wurde gewählt
Johann Adam Bohnet, Gemeinderath,
und demßelben die k. Oberamtsgerichts Verordnung vom 3. d.M. in Beziehung seiner Pflegschafts-Verwaltung eingeschärft.
die Annahme der Pflegschaft Unterschrift Bohnet
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger
 
Verhandelt den 9. May 1853
In Folge der heute gegen Gottfried Frey dahier vorgenommenen Vermögensuntersuchung wird wegen deßen Vermögensverfall folgendes vom Gemeinderath beschloßen zu bezeugen:
1. Daß gedachter Frey wegen Bürgschaften und Verlust an Holz
2. Wegen den schon einigen Fehljahren, wo für Früchten u.s.w. nahmhafte Summen ausgegeben wurden
3. Das die Freysche Eheleute nicht sparsam und arbeitsam waren.
Zur Beurkundung Braun Ziefle Bohnet 
 
Verhandelt den 4. Juli 1853
In Folge der Vergantung des Gottfried Frey dahier, welcher schon seit mehreren Jahren die Stelle als Obmann des Bürgerausschußes bekleidet, und den gesetzlichen Bestimmungen gemäß wurde heute, nach dem Gottfried Frey seiner Stelle entlaßen wurde, die Bürgerausschußwahl auf die gesetzliche Weiße vorgenommen.
Johann Adam Seeger wurde mit Ausnahme seiner eigenen Stimme einstimmig als Obmann des Bürgerausschußes gewählt, Johannes Frey wurde ebenfalls wieder gewählt und endlich wurde Johannes Wurster, Leibgedingbauer in den Bürgerausschuß gewählt und aufgenommen, so daß jetzt auf den Stand vom 1. Jui 1853 der Bürgerausschuß besteht aus
1. Johann Adam Seeger als Obmann
als weiter Mitglieder
Johann Frey,
Johannes Wurster.
Betreffende Personen wurden sogleich aufs neue verpflichtet, nachdem sie sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl erklärt haben.
Unterschrift Seeger, Frey, Johannes Wurster
Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Seeger Mast Bohnet
 
24. August 1853
Das königl. Oberamt Freudenstadt wird auf den Erlaß vom 17. August d.J. Amtsblatt Pos. 66 gehorsamst berichtet, daß heute nach Anhörung des Gemeinderaths das Postamt hiermit ermächtigt wird dem Amtsbotten auf Risiko des Gemeindraths Geld und Werthsendungen bis zu dem Betrag auf 100 Gulden aufzugeben.
Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 13. Oktober 1853
Gottlieb Weidelich, Waldschütz und Gemeindediener hier trägt vor, daß er verlange, daß die Verköstigung von Seiten seiner Herrschaften aufhören möge, und er sich nunmehr selbst verköstigen wolle. Dem Wunsch des Weidelich wird recht gerne entsprochen, und man ist nun dahin  überein gekommen, daß
1. Betreffender Weidelich sich vom 15. Okt. 1853 sich selbst zu verköstigen hat, und also von der Bauerschaft lediglich keine Vergütung an Kost anzusprechen hat.
2. Erhält gedachter Weidelich vom 15. Okt. 1853/54 für die Selbstverköstigung 50 f fünzig Gulden.
Das gegenseitige Einverständniß und die Festhaltung dießes Vertrags bekräftigt mit ihren Unterschriften
Gemeindediener & Waldschütz Waidelich
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet
Bürgerausschuß Seeger
 
Verhandelt den 25. Juli 1853
Es wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß beschloßen, daß in Betracht, daß die Weegknechte welche bisher angestellt waren ihre Schuldigkeit nicht gethan haben, und ferner, daß die Regel in welcher bisher die Straße unterhalten wurde äußerst kostbillig ist, und demnach der zweck nicht erreicht wird, daß unßere Straße auch ordnungsmäßig hergestellt wird, und Überdies die möglichste Ersparniß in unßerem Gemeindehaushalt erzwecken wird
beschloßen
Daß die hießige Straße in etwa 18 Abtheilungen mit je cirka 100 Ruthen auf die Dauer von 10 Jaahren zu Unterhaltung soll öffentlich versteigert werden. Den Übernehmer solchen Weegcompleten soll aufgedungen werden, daß sie das nöthige Material selbst anzuschaffen haben, die Gräben nach der Ordnung herstellen, den nöthigen Baumsatz jederzeit in Ordnung erhalten, und den Morast abziehen, Überhaupt die Straße in Ordnung erhalten bleibe.
Dieße Verhandlung soll aber im Anstand bleiben bis auf den nächsten Herbst etwa bis den 1. Okt.
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
 
Verhandelt, den 21. Sebtember 1853
Nach vorheriger Bekanntmachung im hießigen Ort, und durch 2 maliges Einrüken in den Gränzer No. 72 und 73 wurde heute zur Abstreichverhandlung geschritten und dabei folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. fraglicher Akkord fängt den 1. Oktober 1853 an, und endigt den 1. Oktober 1863.
2. Jeder Übernehmer hat für das erforderliche Material selbst zu sorgen, welches in harten Steinen bestehen muß. Dießelben müßen vorschriftsmäßig verkleinert werden und bei geeigneter Witterung wo es nöthig ist eingebracht werden, ferner das Morast abziehen, und wegschaffen deßelben, sowie auch das Graben aufschlagen, Nebenweege absteischen?, auch den Baumsatz, dießes alles ist in dem Akkord mit begriffen, und es hat der Übernehmer einer Weegstrecke hierfür keine besondere Belohnung anzusprechen.
3. Jeder Übernehmer hat einen tüchtigen Bürgen zu stellen, für die eingegangene Verbindlichkeit als solidarisch haften, und im Fall einer der Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht hat, der Akkordant sowohl als der Bürge belangtwerdn kann.
4. Wenn ein Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht thut, so daß Execucion erforderlich ist, so hat der Akkordant, oder deßen Bürge alle Kosten zu bezahlen ohne Einrede.
5. Der Ortsvorsteher wird sich von Zeit zu Zeit auch über die Beschaffenheit der Straße erkundigen, und da wo er Mängel antrifft dem Akkordanten eine angemeßene Frist zur Beseitigung deßelben ertheilen, und nach fruchtlosem Ablauf die nöthige Execution anordnen.
6. Die Ausbezahlung des Steigerungspreißes geschieht alle Jahr auf den 1ten Oktober, und zwar auf den 1ten Oktober 1854 das erste mal. Jedoch wird der Ortsvorsteher hierzu die Anweißung ertheilen.
7. Der Gemeinderath behält sich die Zusage unbedingt vor, ob er an den wenigst nehmenden oder einen anderen als Akkordante annehmen will, dagegen ist jeder Steigerer an sein Wort gebunden, bis die Entschließung welche in 4 Tagen erfolgt geschehen ist. Unter dießen Bedingungen wird ausgebotten
von Pos. 0 bis Pos. 4 nebst die Zweigstraße gegen Untermusbach sind es 90 Ruth. Steine liegen noch da 89 Hauf.
Erforderlich sind jährlich 60 Haufen a 12 kr. Der Überschlag betregt jährlich zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr 16 f.
Johannes Bäuerle von Untermusbach fordert 18 f. Unterschrift Bäuerle
Bürg und Selbstzahler Schultheiß Braun
 
ferner
von Pos. 4 an bis Pos. 8 sind es 83 Ruth. Steine liegen noch da 72 Haufen. Erforderlich sind jährlich 50 Haufen, der Überschlag beträgt jährlich im Ganzen zu unterhalten 16 f.
Hat erhalten Martin Ziefle von Untermusbach um 15 f 30 kr. Hat erhalten Matheis Ziefle hier unter den vornen angeführten Bedingungen Unterschrift Ziefle. Johannes Mast ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Mast
ferner
von Pos. 8 an bis Pos. 12 sind es 83 Ruth. Liegen auch Steine da 30 Haufen. Erforderlich sind hirher jährlich 66 Haufen, der Überschlag beträgt im Ganzen zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr jährlich 18 f.
Johann Martin Wurster hier 21 f. Hat erhalten unter vornen angeführten Bedingungen jährlich um 21 f, Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
Von Pos. 12 an bis zur obern Brüke bei dem Hause des Schultheiß Braun sind es 78 Ruth. Steine liegen noch da, größten theils geschlagen, 20 Haufen. Erforderlich sind jährlich 60 Haufen. Der Überschlag beträgt im Ganzen jährlich zu unterhalten 15 f.
Joann Adam Seeger erhalten um 22 f 30 kr.
Hat erhalten unter den vornen angeführten Bedingungen jährlich um 22 f 30 kr. Unterschrift Adam Seeger
Martin Seeger ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift fehlt
ferner
Von dießer obren Brüke an bis zu Pos. 13 sind es 39 Ruth. Steine liegen noch da, 21 Haufen. Erforderlich sind jährlich 40 Haufen. Der Überschlag zur völligen Unterhaltung beträgt jährlich 15 f.
Hat erhalten Adam Bohnet hier um 17 f 30 kr. unter den vornen angeführten Bedingungen, Unterschrift Bohnet
Ochsenwirth Seeger ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Adam Seeger 
ferner
Von Pos. 13 an bis Pos. 19 sind es 130 Rzth. Steine liegen noch da, 24 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Übertrag beträgt jährlich im Ganzen zur völligen Unterhaltung 26 f.
Hat erhalten um 35 f Johann Adam Seeger unter den vornen angeführten Bedingungen, Unterschrift Adam Seeger
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler, Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 19 an bis Pos. 24 sind es 108 Rzth. Steine liegen da 70 Haufen. Erforderlich sind jährlich 80 Haufen.Der Überschlag beträgt im ganzen zur völligen Unterhaltung 20 f.
Johannes Bäuerle v. Untermusbach um 30 f. Unterschrift Accordant Bäuerle
Bürg und Selbstzähler Schultheiß Braun
ferner
von Pos. 24 an bis Pos. 31 sind es 150 Ruthen, hierauf liegen noch 86 Haufen. Der Überschölag beträgt zu völligen Unterhaltung jährlich 30 f.
Johannes Mast hier um 31 f 30 kr. unter den vonen angeführten Bedingungen also um dreisig ein Gulden 30 kr. Unterschrift Mast
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 31 an bis Pos. 37 sind es 133 Ruth. hierauf liegen noch Steine 35 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt für die nöthige Unterhaltung mit Einschluß der Steinezufuhr jährlich 22 f.
Johannes Mast hier um 31 f 30 kr. Hat erhalten um dreysig ein Gulden 30 kr. unter den vornen angeführten Bedingungen. Unterschrift Mast
Matheis Ziefle hier ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Ziefle
ferner
von Pos. 37 an bis Pos. 43 sind es 112 Ruth. Steine liegen noch da 45 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. der Überschlag beträgt im Ganzen zu unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr 28 f.
Joh. Martin Wurster hier um 25 f jährlich unter den vornen aufgeführten Bedingungen um fünf und zwanzig Gulden. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
von Pos. 43 an bis Pos. 48 sind es 130 Ruth. Steine liegen noch da 64 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt jährlich zur völligen Unterhaltung 22 f.
Johannes Bäuerle um 30 f. Unterschrift Accordant Bäuerle
Schultheiß Braun ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Schultheiß Braun
ferner
Von Pos. 48 an bis Pos. 54 sind es 135 Ruthen. Der Bedarf an Steinen beläuft sich 120 Haufen jährlich. Der Überschlag beträgt im Ganzen zu Unterhalten nebst Steinbeifuhr 30 f.
Hat erhalten Matheis Ziefle hier jährlich um 30 f. Dreysig Gulden. Unterschrift Ziefle
Johannes Mast ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Mast
ferner
Von Pos. 54 an bis Pos. 60 sind es 132 Ruth. Steine liegen noch da 30 Haufen. Erforderlich sind jährlich 110 Haufen. Der Überschlag beträgt zum unterhalten mit Einschluß der Steinbeifuhr jährlich 33 f.
Michael Müller v.Hallwangen jährlich um 28 f.
Hat erhalten unter den vornen angeführten Bedingungen an Johannes Frey hier jährlich um acht und zwanzig Gulden. Unterschrift Frey
Matheis Ziefle ist Bürg und Selbstzähler Unterschrift Ziefle
ferner
Von Pos. 60 bis Pos. 65 sind es 111 Ruth. Hierauf liegen Steine 28 Haufen. Erforderlich sind jährlich 100 Haufen. Der Überschlag beträgt 29 f.
Hat erhalten Martin Wurster hier um 29 f. Zwanzig Neun Gulden.
Unter den aufgeführten Bedingungen. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Friedrich Hofer
ferner
Von Pos. 65 bis Pos. 70 sind es 100 Ruth. Darauf liegen 70 Haufen Steine. Der Überschlag beträgt 38 f.
Martin Hayer Schuhmacher in Untermusbach um 34 f. Hat erhalten um 29 f.  Zwanzig Neun Gulden Johann Martin Wurster hier unter den angeführten Bedingungen. Unterschrift Wurster
Friedrich Hofer v. Untermusbach ist Bürg und Selbstzähler. Unterschrift Hofer
 
Vorstehende Verhandlung wird von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß genehmigt den 23. Sebt. 1853
Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Frey
Nach beendigter Verhandlung erklärt Johannes Bäuerle von Untermusbach, daß er für? drey Weegcomplex für den Schultheiß Braun in Obermusbach gesteigert habe. Unterschrift Bäuerle
Randbemerkung: Duplikat
Das Oberamt hat nichts gegen vorstehenden Weegakkord einzuwenden. Wenn aber der Weeg nicht besser als bisher unterhalten, und der Baumsatz nicht bleibend verbeßert wird, so wird das Oberamt von Aufsicht wegen Execution anordnen.
Freudenstadt den 15. Okt 1853 K. Oberamt Rominger
 
Verhandelt den 22. Septb. 1853
Der mit Anlegung der hießigen Güterbuchs beauftragte Comißär Weyrich trägt heute vor, daß er das Geschäft nicht fortsetzen könne, wenn nicht zuvor Inde?e über die vorhandenen Kaufbücher von 1816 an gefertigt, durch das Register über die Inventuren und Theilungen n. 1814  ergänzt werden.
Von der Notwendigkeit dieser Arbeiten überzeugt, hat man den Comißär Weyrich die Besorgung derselben übertragen und ihn hierfür eine Entschädigung von 2 f. zwei Gulden so aus der Gemeindepflegcase zu bezahlen sind, verwilligt.
Gemeinderath  Braun Ziefle Mast Bohnet
 
Verhandelt den 4 November 1853
Thender Kindervatter hat im Vollmachtsnehmen der Gebrüder Johannes und Jakob Friedrich Mast von hier, aber seit längeren Jahren in Amerika um Ausfolge des Vermögens fraglicher Brüder angesucht, da derßelbe Kindervatter sich durch beglaubigte Vollmachten nachgewießen hat, daß er nicht nur zur Empfangnahme fraglichen Gelder befugt seie, sondern daß auch betreffende Bebrüder Mast noch am Leben seien. 
Da aber deren Vetter Johann Adam Mast hier noch am Leben ist, und die Nutznießung von fraglichen Vermögen bezieht, so wurde derßelbe heute vorgefordert, und zur ausdrücklichen Erklärung aufgefordert, ob er auf die Nutznießung fraglichen Geldes verzichte, derßelbe erklärt, daß er für wirklich noch nicht auf die Nutznießung verzichte, und somit Einspreche gegen die Ausfolge fraglichen Vermögens mache.
UNterschrift X? Mast
 
Verhandelt den 6. Dezber 1853 vor dem Gemeinderath
In der Streitsache des Johannes Frey, Taglöhner dahier gegen die Gemeinde Obermusbach Waldnutzung Betrefz:
Sind die Parteien auf den 21. d.M. vor das K. Oberamtsgericht Freudenstadt citiert: Als Bevollmächtigter für die Gemeinde zur Führung dießes Rechtsstreits wurde heute Schultheiß Braun aufgestellt und hat derßelbe unumschränklte Vollmacht den fraglichen Streit zu führen und zu beenden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Ziefle Mast Bohnet Seeger
 
Obermusbach Oberamt Freudenstadt, Verhandelt den 18. Dezber 1853
Zufolge Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jedesmal im Dezember vorzunehmen durch Beschluß beeder Coölegien wurde unter dem 24. November 1851 Gemeinde? Blt. 20 der 18.. Dezember festgesetzt.
Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man nun heute auf die vorgeschriebene Weiße die Gemeinderathswahl vorgenommen, und zuerst beschlosse, daß da Gemeinderath Hofer dießen Herbst mit Tod abgegangen und bei der geringen Bürgerzahl das Gemeinderaths-Colegium auf 4 Mitglieder zu bestimmen.
Bei der Verloßung hätte nun blos ein Gemeinderathsmitglied durch das Loos auszutreten, jedoch mit der Bestimmung, daß der auszutretende wieder gewählt werden darf.
Durch das Loos ist durchgefallen Matheis Ziefle.
Gewählt wurden Matheis Ziefle wieder mit 5 Stimmen,
Johannes Frey mit 1 Stimme.
Es ist somit Matheis Ziefle wieder als neu gewählt zu betrachten. So daß das Gemeinderathscolegeum ohne den Schulrheißen besteht aus: Johannes Mast, Adam Bohnet, Martin Seeger, Matheis Ziefle.
Die richtige Abzählung der Stimmzettel beurkundet Schultheiß Braun und Obman des Bürgerausschußes Seeger
Die Annahme der auf ihn gefallenden Wahl, Unterschrift Ziefle
Zur Beurkundung
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Ziefle
Bürgerausschuß Seeger Frey
 
Verhandelt den 16. Janner 1854
Zufolge königl. Oberamtgerichtlichen Erlaßes vom 27. Dezber 1853 Amtsblt. Nor. 104, die Feststellung der Gebühren des Gemeindediener betreffend, hat der Gemeinderath zu beachten, daß der jeweilige Gemeindediener durch eine fixe Belohnung von 10 f aus der Gemeindecaße belohnt wird, und derßelbe für die Eröffnungen von Ladungen, Verfügungen und Beschlüßen an die Parteien in Schuldsachen, sowie für die Bemühungen bei den den Gemeinderäthen überlaßenen Rechtsgeschäften der streitigen und nicht steitigen rechtspflege nichts anzusprechen hat, sondern fragliche Geschäfte zu seinen ordentlichen Verrichtungen gehören.
Für seine übrige Bemühungen aber wurde heute durch Beschluß des Gemeinderaths folgendes Regulativ festgesetzt, daß der Gemeindediener aus Anlaß von Theilungen, Inventuren, Vermögensübergabe, des Pfandwesens, Pflegerechnunggebühren u.s.w. ein Taggeld also bei einem vollen Tag 24 Kr. als Belohnung ausgesetzt seie, ferner bei gerichtlichen Erkenntnißen über Ligenschaftsverkäufe von jeden Kauf unter 100 f, 4 Kr. über 100 f, 6 Kr., über 1000 f 12 Kr. von jedem Tausend.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Seeger Mast Bohnet 
 
Verhandelt den 10. März 1854
Johannes Hofer, Müller von Grünthal welcher schon seit einigen Jahren Pfleger der Jak. Friedrich Hoferschen Kinder hier war, hat schon oftmals um die Entlassung seiner Pflegschaft gebetten. Deßen Wunsch entsprechend wurde heute die Wahl eines neuen Pfleger vorgenommen hierzu wurde mit großer Stimmengleichheit gewählt, Johann Adam Seeger, Ochsenwirth und sogleich verpflichtet.
Da in neuerer Zeit von dem verganteten Jak. Friedrich Hofer auffallend viel Gegenständ  verschleudert wird, welche Eigenthum der Hoferschen Kinder sind, so wird dem neuen Pfleger Seeger aufgegeben derartigen Unfug mit allem Nachdruck zu begegnen.
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Ziefle Bohnet
Randbemerkung: Die Eröffnung des nebenstehendem, daß alle Veräußerungen von Hofer ohne Zustimmung des neuen Pfleger als nichtig angesehen werden und keine Gültigkeit hat.
Unterschrift Hofer
Die Annahme der Wahl, der Pfleger Unterschrift Adam Seeger
 
Verhandelt den 6. April 1854 vor dem Gemeinderath & Bürgerausschuß
Schon seit meheren Jahren haben die hisigen Güterbesitzer die Mulwürfe und Feldmäuße auf ihre Lasten durch einen hirzu Verständigen fangen laßen. Da aber seit 2 Jahren durch einige Gantungen und durch einen Verkauf eines der Größten Bauerngüter hier sehr viele Güterstücke an Auswärtige verkauft wurden, so ist seit neuerer Zeit in dießer Beziehung ein auffallender Schaden entstanden, da die auswärtigen Feldbesitzer hier jegliches äußerst schadhaftes Ungeziefer nicht fangen laßen, und somit bedeutender Schaade an den Gütern verursacht wird. Man hat sich nun von der Notwendigkeit überzeugt, daß ein Mann aufgestellt werde, dem die Säuberung der Mäuße und Maulwürfe auf der ganzen Rats-Markung übertragen werde, hirzu hat sich gemeldet, Matheis Wähele von Carlsbach, und man ist mit demßelben dahin überein gekommen, daß er bei einem Fleiß und angewandter Mühe bei Vertilgung genannten Ungeziefer jährlich eine fixe Belohnung von 15 fünfzehn Gulden aus der Gemeindecaße alle Jahr auf Martini erhalten solle. Dießer Beschluß solle dem K-Oberamte zur Genehmigung vorgelegt werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet, Bürgerausschuß Seeger
 
Verhandelt den 13. April 1854 vor dem Waißengericht
Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger der Jak. Friedrich Hoferschen Kinder wird hiermit ermächtigt von H. Schultheiß Kappler von Igelsberg 300 f aufzunehmen  und davon nachstehende Schuld zu bezahlen.
1. 250 f nebst Zins dem Waldhornwirth Stikel in Freudenstadt welcher betreffende Summe behufs der Auswanderung des Joh. Adam Hofer nach Amerika angelehnt hat.
2. Steuern Brandcaßengeld und Zehenden im Betrag von cirka 35 f der Gemeindepflege, der Rest zur Saatfrucht.
Dieße Anweisung ist so lang gültig bis der Pfandschein ausgestellt ist und dem Schultheißen Kappler eingehändigt.
Die Einwilligung des Pflegers Unterschrift Joh. Adam Seeger
Waißengericht Braun Ziefle Bohnet Mast
 
Verhandelt den 10. Juni 1854
Königl. Oberamts-Auftrag Folge soll dem Martin Wurster ein Prädikatzeugniß ausgestellt werden.
Beschluß zu bezeugen:
1. Daß gedachter Wurster wegen Genuß geistreicher Getränke und auch wegen Bürgschaften phisisch und moraliz zu Grunde gerichtet ist und namentlich sich in neuerer Zeit dem Schnapstrinken so auffallend ergeben hat, so daß er nicht nur für seine Umgebung äußerst gefährlich ist, sondern sich es angewöhnt hat, daß derßelbe in solchem Zustand seinen alten Vatter und seiner Ehefrau tätlich angreift und mißhandelt begleitet mit den schräklichsten Flüchen.
2. Wurde gedachter Wurster vom 27. Febr. bis 1. Merz 1851 nach der Strafliste Blt. 45 wegen notorischen Saufenund beständigen Händeln mit seinem Eheweib und seinen Eltern zu 2tägigen Arrest im Oberamtsgefängniß verurtheilt, welche Strafe er dorten erstanden hat.
3. An Vermögen besitzt derßelbe 0.
4. Zu hoffen 0.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle
 
Verhandelt den 19. Sebt. 1854
Zufolge Erlaßes des K.Oberamt Freudenstadt vom 11 d.M. betreffend die Unterstützung der Hagelgeschädigten der Gemeinde Glatten Loßburg Rodt Lombach Dieterwiler beschließt der Gemeinderath & Bürgerausschuß daß neben einer zu veranstalteten Haußcoleckte 8 f aus der Gemeindecaße hier zu verwilligen seien.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Ziefle Mast
& Bürgerausschuß Seeger Frey
 
Verhandelt den 19. Sept. 1854
Heute wurd von dem OberamtsRichter das von dem Güterbuch Commißär Weyrich erfertigte neue Güterbuch bestehend aus 2 Bänden geprüft u. nachdem dasselbe als durchaus den betreffenden Vorschriften genau? gefertigt erfunden? worden war, durch Gemeinderath zu sorgfältiger Aufbewahrung übergeben.
Sodann wollte? zur Wahl neuer Waißen Richter geschritten werden, es ergab sich aber, daß von den 5. GemeindeRathsMitglieder einer Adam Hofer gestorben, welcher noch nicht ersetzt ist. Abwesend war bei der heutigen Verhandlung Gemeinde Rath Joh. Mast, Darselb geben die übrigen drei Gemeinde Räthe einstimmig die Erklärung ab, daß sie die bisherigen drei provisorischen Waisen Richter Gemeind Rath Ziefle, Bohnet u. Mast als solche für die nächste dreijährige Periode definitiv gewählt haben wollen?, worauf die beiden x vor dem Oberamts Richter auf ihre als Gemeind Räth geleisteten Diensteid verwiesen worden sind u. dem Schultheißen aufgegeben wurd, dem abwesenden Gemeind Rath Mast unter Hinweißung auf seinen Diensteid die ? Fristung zu nehmen.
Zur Beglaubigung Oberamts Richter Bauer
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
Bemerkung der Redaktion: Dieses Protokoll wurde vom Oberamtsrichter geschrieben mit einer schwer lesbaren Schrift.
 
Verhandelt den 2. Okt. 1854
Durch Beschluß der bürgerlichen Colegien soll die Wald und Feldschützenstelle und Flegenschätzstelle erledigt, und zwar soll dieße Stelle auf längere Zeit erledigt bleiben.
Es wird daher von den bürgerlichen Colegen beschloßen
1. Da sich Schultheiß Braun auserbetten hat die Ortsschätzstelle selbst zu übernehmen,und durch seine Ehrhalten pflichtmemäß besorgen zu laßen, wofür demßelben für seine Bemühnung als Schätz jährlich 10 f vom 10. Okt. 1854 an aus der Gemeindecaße bewilligt wird, jedoch aber in stets wiederruflicher Weiße.
2. Das Läuten des Morgens, Abends und Mittags soll ebenfalls verakkondiert werden an den Wenigstnehmenden, hierzu hat sich gemeldet Johann Adam Bohnet, Bauer hier, welcher das Läuten auf besagter Zeit auf 1 Jahr übernimmt um 8 f. Acht Gulden, welche ebenfalls aus der Gemeindecaße bewilligt werden.
Die Einwilligung Unterschrift Bohnet
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet
Bürgerausschuß Seeger
 
Verhandelt den 28. Oktober 1854
Die Bachfaßung durch den Ort  ist mit gegenwärtig so mit Morast angefüllt, daß die Häußer des Martin Seeger und Matheis Ziefle ganz im Naßen stehen, und es haben dießelben bei dem Schultheißenamt, um Abhilfe gebeten.
Dieße Sache wurde nun heute vor dem Gemeinderath zur Sprache gebracht und beschloßen die Reinigung betreffender Bachfassung im Weege des Abstreichs zu verakkondieren.
Auf Ausschreiben ist erschienen Gottlieb Schättle aus Untermusbach und man wurde mit denßelben einig, daß derßelbe die Bachfassung um 9 f auszuputzen habe. Der ganze Gemeinderath hat in vorstehenden Akkord eingewilligt.
Zur Beurkundung Braun Bohnet Ziefle Seeger
Randbemerkung mit Bleistift geschrieben:
Bis hierher Ruggericht vom 2. November 1854
 
Verhandelt den 8. Dezember 1854 
Zur Herstellung der Candel durch den Ort, ist ein Kostenvoranschlag zur Beiführung der Steine von Freudenstadt, pro Quadratruth zu 3 f 30 kr festgesetzt.
Da aber dieße Beifuhr der  Steine für die Gemeinde große Kosten verursachen würde, so hat sich Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier, welcher Steine vorrätig hat, anerbotten die Quadratruthe Steine um 1 f 36 kr anzuschaffen. Dabei wird die Bestimmung nach aufgenommen, daß man sich vorbehält, an den Überfahrsstellen heute Steine aus der Freudenstadt, oder sonst woher zu beziehen.
Die Einwilligung Unterschrift Joh. Adam Seeger
Ferner wurde man mit dem Pflasterer Kecht von Freudenstadt laut Akkord dahin einig, daß derßelbe die laufende Ruthe, wie solche im Überschlag ausgeschrieben ist mit Einschluß der Planierungsarbeiten um 1 f 45 kr fertigt.
Ferner
Wurde heute zur Wahl eines Orts und Waldschützen geschritten, und da Gottlieb Benz 46 Jahre alt, gebürtig aus Rodt, ein gutes Prädikat aufzuweißen hatte, und derßelbe mit den ortlichen Verhältnißen schon ziemlich bekannt ist, so wurde derßelbe von der versammelten Bürgerschaft einstimmig gewählt. Demßelben wird die unentgeltliche Bewohnung des Rathhaußes eingeräumt, dafür hat aber derßelbe das Läuten Morgens, Mittags und Abends zu versehen, und überhaupt auch das Mäßnergeschäft wovon demßelben bei Leichen der Bezug der Regulatievmäßigen Bebühren zukommt.
Als Belohnung erhält derßelbe bei der Selbstverköstigung
1. als Ortsdiener 10 f
2. als Nachtwächter 10 f
3. als Feld und Waldschütz 50 f, zusammen 70 f jährlich, als Ortdiener hat derßelbe den Regulatievmäßigen Bezug für besondere Bemühungen und Aufwartungen. Als Feld und Waldschütz den 1/3tel der einbringlichen Strafen.
Der Dienst beginnt am 10. Dezember 1854 und ist gültig auf 1 Jahr. Dabei aber wird die Bestimmung nach aufgenommen, daß gedachtem Benz eine 4 wöchige Aufkündigung zusteht, und umgekehrt der Dienstherrschaft.
Dem Benz wird zur Pflicht gemacht, die ihm anvertraute Ämter mit aller Gewißenhaftigkeit zu versehen, indem bei groben Verfehlungen deßen Dienstentlaßung herbeigeführt würde.
Der angestellte Schütze Gottlieb Benz
Dießes Beurkundet
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
Bürgerausschuß Frey Schneider
Randnotiz: ferner da in neuester Zeit der Bettel auf die bedauerlichste Weiße überhnad nimmt, so hat Benz die Verpflichtung, auf Verlangen seiner Vorgesetzten dießelben aus dem Ort zu jagen.
 
Verhandelt d. 27 Dezb. 1854
Auf den Grund ausgestellter Geburtsbriefe des Johann Michael Schneider von Reichenbach welchem neben einem guten Prädikat und Vermögen von 4000 f und seiner Ehefrau Chatarina eine gebohr. Kühnle von Egenhausen welche gleichfalls neben einem guten Prädikat ein Vermögen von 2200 f bezeugt ist und welche sich hier ein Hofgut durch Kauf erworben haben, werden solche hiermit in das hießige Bürgerrecht auf und angenommen gegen die Entrichtung der Bürgeraufnahmegelder für den Mann 12 f, für die Frau 6 f und Erteilunmg der Sportel im Betrag von 3 f. Regblt. vom Jahr 1833 Art. 32, Seite 521.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
Nachträglich hat der Bürgerausschuß sein Gutachten betreffender Bürgeraufnahme abgegeben. Bürgerausschuß
Randbemerkung mit Bleistift: C/O Bürgerausschuß Uebergabe an den Gemeinderath
 
Verhandelt den 27. Dezember 1854
Da die Anschaffung von Feuerlöschgerätschaften schon seit einigen Jahren die Gemeindecasse nicht unbedeutend in Anspruch nimmt, so wird von dem Gemeinderath beschlossen daß jeder neu eintretende Bürger 1 Gulden zu den Feuerlöschgerätschaften beizutragen habe, und der Betrag von dem Gemeindepfleger zum Einzug zu bringen seie.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
1. Randbemerkung: Den 30 Decber 1854 dem Gemeindepfleger zum Einzug übergeben
1. Randbemerkung mit Bleistift: Bürgerausschuß Uebergabe an den Gemeinderath
 
Verhandelt den 27. Dezber 1854
Da es wegen der geringen Bürgerzahl hier an Mitgliedern des Bürgerausschußes mangelt, da gegenwärtig zwar noch drey Bürgerausschußmitglieder bestehen, wovon aber ein Mitglied beständig krank ist, so wird heute der neu eingetretene Bürger hier, Johann Michael Schneider in den Bürgerausschuß aufgenommen und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Michael Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast
 
Verhandelt den 24. Feber 1855
Bei dem am 3. November 1854 abgehaltenen Ruggericht hat das königl. Oberamt unter anderem zum Regeß gelegt,
- das gemeinderäthliche Erkenntniß über die Versicherung beweglichen Vermögens gegen Brandschaden ist auch in daß Gemeindeprotokoll aufzunehmen. -
Dem zu Folge hat man schon längst die Antragebogen des Matheis Ziefle und Friedrich Braun von hier von dem Agenten der Württembergischen Mobiliarversicherungsgesellschaft H. Kaufmann Beiteman in Freudenstadt zurück erbeten.
In den Antragsbogen des Matheis Ziefle Par. 1567 hat derselbe in seinem Wohnhaus Nr. 3 folgende Gegenstände zur Versicherung angegeben:
Pätreit 7 Gulden
Bettgewand und Leimweißzeug 600 Gulden
Kleider 150 Gulden
Schreinwerk 250 Gulden
Zinngeschirr 25 Gulden
Kupfergeschirr 12 Gulden
Stubenuhr 3 Gulden
Messing 25 Gulden
Küchengeschirr 15 Gulden
Fuhr und Bauerngeschirr 200 Gulden
Gläser 15 Gulden
Bücher 24 Gulden
Scheuergeschirr 34 Gulden
sonstiger Hausrath 250 Gulden
Fass und Bandgeschirr 30 Gulden
Heu und Stroh 800 Gulden
Früchten 600 Gulden
Früchte Mundvorrat zum Gebrauch 260 Gulden
in Summe 3300 Gulden
 
Wir die unterzeichneten Mitglieder des Gemeinderaths hier beurkunden hiermit, daß Matheis Ziefle, Schultheiß hier unzweifelhaft noch im Besitz des angegeben Werthes fraglicher Gegenstände ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger
1. Randbemerkung: Abgeändert Eingetragen dießes Buchs auf Blatt 75.
2. Randbemerkung: Den 12 März 1861 auf Johann Martin Ziefle als neuen Besitzer übertragen jedoch unverändert, da Ziefle bei der Übernahme des Guts im Besitz der ganzen Fahrniß gebleben ist
 
d.d. 24. Febr. 1853
Deßgleichen hat Jakob Fried. Braun, Bauer in der Versicherungsurkunde Par. 1048 f, folgende Gegenstände bei der Würtemberg Mobilar -Versicherungsgesellschaft versichert.
Bette und Bettgwand 200 f
Bücher 20 f
Kleider und Laibweißzeug 200 f
Leinwand und Tischzeug 200 f
Schreinwerk 200 f
Küchengeschirr 40 f
Gemeiner Hausrath 100 f
Fuhr und Bauerngeschirr mit
Einschuß der Wägen Pflüge
Egen und Schlitten 100 f
Mundvorrath 200 f
Früchte 300 f
Stroh 40 f
Futter 100 f
Flachs & Hanf 50 f
Handwerkszeug 50 f
zusammen 1800 f
ab 1/4 zur Selbstversicherung mit 450 f
Restversichert 1350 f
Beglaubigt mit 1800 f.
Obermusbach den 24 Febr 1855 Gemeinderath Ziefle Mast Seeger Bohnet
 
Verhandelt den 23 Merz 1855
Zur Herstellung der Candeln über den Überfahrstellen zwischen dem Hauße des Johannes Mast und dem Bach, ferner zwischen dem Hauße des Johannes Mast und Martin Wurster, und bei dem Hauße des Gottfried Frey zusammen 3 Quadrathruth an Pflästerer Hecht von Freudenstadt gibt die Steine per die laufende Ruthe um 30 Kr. welche aber in der Freudenstadt im dortigen Steinbruch abgeholt werden müßen.
Unterschrift Hecht
Ferner wurde heute fragliche Steine der laufende Ruthe auch von Freudenstadt hirher zu führen verakkondiert mit der Bestimmung, daß betreffende Steine längstens in 8 Tagen hier an Ort und Stell sein müßen etwa 7 laufende Ruthen welche im Akkord vorgeschrieben sind.
Es fordert für die Ruthe
Johannes Mast 3 f 30 kr
Michael Schneider 3 f
Fried. Braun 2 f 42 kr
Michael Schneider 2 f 39 kr
Ziefle 2 f  33 kr
Schneider 2 f 30 kr
Mast 2 f 27 kr
Schneider 2 f 24 kr
Mast 2 f 21 kr
Schneider 2 f 18 kr
Ziefle 2 f 15 kr
Verbleibt dem Matheis Ziefle um 2 f 15 kr. die laufende Ruthe
Unterschrift Ziefle
Dießen Akkord genehmigt Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Schneider Seeger
 
9. April 1855
Zu den 2 Dohlen von der Straße an gegen das Rathhaus also eine Dohle mit 20 Fuß lang bei dem Hause des Gemeinderath Bohnet und mit 16 Fuß lang bei dem Hause des Gemeindepfleger Mast wurde heute die Beschaffung der Steine zu den Wiederlager im Abstreich verakkoddiert.
Es fordert Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier für den auf beiden Seiten meßenden Fuß laufend 15 Kreuzer, so daß beide Dohlen für das Steinbeifahren und anschaffen derselben 9 Gulden beträgt.
Unterschrift der Akkordant Seeger
Randbemerkung: mit einem Auszug
 
ferner
Wurde heute im Akkord mit dem Maurermeister Hornberger von Reichenbach über Herstellung betreffender Dohlen abgeschloßen in der Art, daß die Dohle bei dem Hause des Adam Bohnet mit Steindeckel gedeckt werden solle, dagegen die Dohle bei dem Hause des Gemeindepfleger Mast solle mit Fleggen bedeckt werde, welche der Akkordant nicht driken darf.
Ferner wird das ausgraben ebenfalls damit in Akkord vergeben.
Bei der Abstreichverhandlung wurden selbige Dohlen heute um 12 Gulden im Akkord gegeben.
J.Heintal
Genehmigt Gemeinderath & Bürgerausschuss
                   Braun                  Seeger
                   Mast                    Schneider
                   Ziefle
                   Bohnet
Randbemerkung: mit einem Auszug
 
Verhandelt den 17ten April 1855
Durch Beschluß der bürgerlichen Colegien soll auf dießes Jahr wieder ein gemeinschaftlicher Maulwurffänger und Mäußefänger auf die hießige Ortsmarkung bestellt werden.
Hirzu hat sich gemeldet Joh. Georg Rothfuß von Grömbach
und es wurde beschloßen demßelbe den Mäuse und Maulwurffang für dießes Jahr von heute an bis Martini d.J. zu übertragen, daß  wenn derßelbe die Felder von betreffenden Ungeziefer gehörig säubert derßelbe bis Martini d.J. erhält als Belohnung 16 f sechszehn Gulden.
Wenn derßelbe aber seine Schuldigkeit nicht thut, so bekommt derßelbe Abzug. Die Kost hat derßelbe von der Bauernschaft unentgeltlich in der Art, daß derßelbe 3 Tag bei einem Bauer in Kost geht. Die Bezahlung geschieht auf Martini d.J., es wird aber auch eine entsprechende Abschlagszahlung bewilligt, in 3 bis 4 Wochen, wenn ein großer Theil des Ungeziefer gefangen ist.
Den Akkord steif und fest zu halten. Unterschrift Rothfuß
Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger
Randbemerkung in Blei: Gemeinderath
 
Obermusbach verhandelt den 9. Juli 1855
Zufolge K. Oberamts-Erlaßes vom 1. Juli d.J. zu Folge die Bürgerausschuß-Wahl betreffend. Wrid durch den gehorsamst Unterzeichneten folgender Bericht erstattet, daß bei einer solchen geringen Bürgerzahl, wie solches hier der Fall ist, eine förmliche Wahl nicht vorgenommen werdn kann. Der Bürgerausschuß besteht gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern:
Joh. Adam Seeger als Obmann.
Weiter Mitglieder sind
Johann Frey, Taglöhner
Michael Schneider, Bauer
Dießelben haben erklärt, daß sie auch fernerhin im Bürgerausschuß verbleiben.
Unterschriften Seeger Frey Schneider
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung
2. Randbemerkung: Betreffende Bürgerauschußmitglieder wurden auf ihren früheren Diensteid ausdrücklich hingewiesen.
 
Die Felder von betreffenden Ungeziefer Gehörig gesäubert wird, derßelbe in Besagter Zeit bis Martini als Belohnung erhält.
 
Verhandelt den 13 Juli 1855
Johann Mast, Gemeindepfleger hier hat schon mehrmals um Entlaßung seines Amtes gebetten. Es hat sich nun heute die Bürgerschaft versammelt um eine Wahl eines Gemeindepflegers vorzunehmen.
Auf eindringliches Anhalten des Schultheißen und der überigen Bürgerlichen Colegien hat sich der Gemeindepfleger Mast dahin erklärt, daß wenn mit der Besoldung aufgebeßert werde, er sich dazu entschließen wolle, die Gemeindepfleger Stelle wieder auf 2 Jahre anzunehmen.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß hat nun das Vorbringen des Mast in Erwägung gezogen, und es wurde allseitig anerkannt, daß der Gemeindepfleger gegenwärtig mehr als noch zu viel zu thun und zu besorgen hat, als die früheren Gemeindepfleger in der Zeit als die Gemeindepfleger Besoldung auf 21 f reguliert wurde, was hauptsächlich dem Geldeingang bei den so vielen auswärtigen Steuerpflichtigen zuzuschreiben ist.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt nun,
daß die Besoldung des Gemeindepfleger vom 1. Juli 1855 an statt bisher auf 21 f auf 30 f dreizig Gulden erhöht werden soll.
Das K. Oberamt soll durch einen Protokollauszug um die gütige Genehmigung gebetten werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Ziefle
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey
1. Randbemerkung in Blei: Nach dem Gesetz vom Juli 1849 ist der Gemeindepfleger erwählt auf 2 Jahr auf x. In Ablös Rezeß? von 1858.
2. Randbemerkung: Die Annahme der Wahl auf 2 Jahre Unterschrift Mast
 
Verhandelt den 28. Juli 1855
In Betreff der Caucionsleistung des Gemeindepflgers Mast, welcher im Etatsjahr 1854/55 die Gemeindepflegestelle hier verwaltete, wird von dem Gemeinderath beschloßen, denßelben von der Einlegung einer Caucionsleistung zu entbinden und sich mit der Intersession seiner Ehefrau sich zu begnügen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 25. August 1855
Da die 2jährige Dienstzeit des Gemeindepfleger Mast am 1. Juli 1854 zu Ende gewesen ist, der Rechner aber das Amt eines Gemeindepfleger noch länger zu verwalten sich entschloßen hat, so wird von dem Gemeinderath beschlossen, den Rechner Johannes Mast auch auf das nächste Jahr vom 1. Juli 1854/1855 zu belaßen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Seeger
Randbemerkung in Blei: Sollte immer wenigsten auf 2 Jahr gewählt werden. Gesetz v Ju 1849.
 
d.d. 1. Okt. 1855 vor dem Gemeinderath
Auf dem Gemeindeeigenthum bei der sogenannten Beehwiesen befinden sich seit vielen Jahren 2 Kohlplatten welche alljährlich von Einheimischen und Fremden zum Kohlen benützt werden.
Da seither kein Kohlplattenzinß entrichtet wurde, so wurde unter dem heutigen beschloßen,
daß jeder der einen Kohlhaufen auf unßerem gedachten Gemeindeeigenthum brennt oder brennen läßt, der Eigenthümer des Holzes von jedem Kohlhaufen in die Gemeindecaße hier sogleich zu entrichten hat den Betrag mit 40 Kr. Vierzig Kreutzer. Dießer Vertrag muß fest gehalten werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet 
 
Obermusbach Verhandelt den 22. Okt. 1855
Aus Veranlaßung mehrfacher Aufforderungen und nahmentlich des K. Gemeinschaftl. Oberamt Freudenstadt vom 6. d. Monats. Amtsblt. No. 81 die Sparsamkeit der ärmeren Volksklassen betreffend. Wurde heute die gesammte Bürgerschaft versammelt und genannter Erlaß nicht nur publiciert, sondern auch die hiesigen Bauern dazu aufgefordert die Dienstboten zum Sparen anzuhalten.
Dabei wurde von sämtlichen Bauern welche immer 3 bis 6 Dienstboten Jahr aus und ein halten müßen die Verpflichtung aufgenommen und bewilligt, keinen Dienstboten seie er mänlichen oder weiblichen Geschlechtes mehr auf und anzunehmen, der sich nicht beim Dienstantritt verpflichte einen Theil seines Lohnes in die Sparkasse zu legen.
Der Schultheiß oder ein Gemeinderathmitglied sind recht gerne bereit dieße Ersparnisse zu übernehmen und anden Ort der Bestimmung an die Oberamtspflege einzusenden, und dem Sparer den Sparkassenschein zur Hand zu schaffen.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun Ziefle Mast Bohnet Wurster
 
Verhandelt den 30. Novber 1855
Zufolge des im Regierungsblt. Par. 22 vom 27. Okt. 1855 erschienen  Gesetzes und zu Folge K.Oberamts-Erlaßes in Par. 93 d. Amtsblt. wurde heute nachdem die Regelung der Jagd der Bürgerschaft gehörig zubliciert wurde zur Verpachtung der Jagd unter den im Regblt. enthaltenen Vorschriften verpachtet. Dießes Vorhaben hat man hier und der Umgebung in benachbarten Orten bekannt gemacht und sofort zur Verpachtung unter folgenden Bedingungen Geschritten.
1. Der Pachtschilling muß alle Jahr nach der Verfallzeit in die Gemeindecaße bezahlt werden.
2. Der Pacht fängt an den 1. Dezember 1855 und endet den 30. November 1858 also auf 3 Jahre gültig.
Unter dießen Bedingungen bietet jährlich Johann Adam Bohnet, Bauer in Obermusbach 2 f zwey Gulden.
Der Pächter Unterschrift Johann Adam Bohnet
Beschluß
da Bohnet in keinem der Art 8 und 9 des Gesetzes ausgesprochenen Mängel leidet, vilmehr ein gutes Prädikat besitzt, demßelben die Jagd zu übertragen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Seeger
1. Randbemerkung neben 2.: Gültig vom 1 Decber 1855/58
2. Randbemerkung/Protokoll
Verhandelt den 1. December 1858
Da mit dem heutigen Tag der Jagdpacht zu Ende geht, und der Gemeinderath auf erstatteten Vertrag des Jagdpächter Johann Adam Bohnet demßelben die Jagd noch bis zum 1. Juli 1859 gegen das bisherige Pachtgeld welches pro Jahr auf 2 f sich beläuft also auf 7 Monathe noch 1 f 10 Kr. beträgt aus dem Grund eingegangen ist, weil in der Regel die Jagdscheine vom 1. Juli zu 1. Juli lauten, auch in der Gemeindepfleghe schiklicher ist. Beschloßen dem Bohnet die Ausübung der Jagd noch bis zum 1. Juli 1859 um 1 f 10 Kr. zu belaßen.
Beurkundet Gemeinderath Braun Seeger Ziefle
Die Einwilligung Unterschrift Bohnet
  
Verhandelt den 18. Decber 1855
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath Dezember vorzunehmen.
Durch Beschluß der beeden Colegien wurde unter 24. November 1851 der 18. Dezember zur Ergänzung der Gemeinderathswahl jede 2 Jahre festgesetzt.
Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man nun heute auf die vorgeschriebene Weiße die Gemeinderathswahl vorgenommen, und dabei zuerst beschlossen, daß wegen der geringen Bürgerzahl  das Gemeinderathscolegium bis auf weiteres auf 4 Mifglieder zu bestimmen.
Es hätte sich um 1/3tel also 1 Gemeinderath dem Loos auszutreten zu unterwerfen, mit Ausnahme des Matheis Ziefle, welcher unter dm 18. Dezember durchs Loos ausgetreten war aber sogleich wiedergewählt wurde, deßen Dienstzeit somit auf 6 Jahre gültig ist. Der austretende darf wiedergewählt werden.
Im Loos ist durchgefallen Johannes Mast.
Derßelbe wurde aber wieder mit allen, mit Ausnahme seiner eigenen Stimme, wiedergewählt.
So daß das Gemeinderathscolegium wie bisher besteht aus: Matheis Ziefle, Joh. Adam Bohnet, Joh. Martin Seeger und Johannes Mast.
Randbemerkung: Johannes Mast hat sich auch zur ferneren Annahme der Wahl bereit erklärt. Unterschrift Mast
 
Verhandelt den 21 Dezber 1855
Es wird von dem Gemeinderath beschloßen, daß von nun  an bis auf weiteres folgende Lokalfeuerschauer gewählt sein sollen.
1. Schultheiß Braun hier.
2. Maurermeister Joh. Georg Hornberger von Reichenbach. Die Belohnung wird folgendermaßen reguliert. Dem Maurermeister Hornberger erhällt mit Einschluß der Reißeentschädigung per Umgang oder Tag 1 f 30 Kr.
Schultheiß Braun pro Umgang oder Tag 36 Kr. Laut Rezeßes vom 2. August 1858 gebührt dem Schultheiß 1 f.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung
2. Die Beeidigung durch den Gemeinderath Unterschrift Schultheiß Braun, Maurermeister Hornberger
 
Verhandelt den 10. Janner 1856
Für die Kinder der Wittwe der Dorethea Bauer für welche Jak. Fried. Hofer als Pfleger bestellt war, welch letzterer aber vor 2 Jahren nach Amerika ausgewandert ist wird heute Matheis Ziefle Gemeinderath als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Bohnet
Die Annahme der Wahl Unterschrift Ziefle
 
Verhandelt den 1. Feber 1856
Auf den Grund ausgestellten Vermögenszeugniss wonach dem Joh. Martin Döttling, Schuhmacher von Durrweiler, welcher hier sich ein Gut durch Kauf erworben hat und sich hier gänzlich niedergelassen hat ein Vermögen von 700 Gulden bezeugt ist, wird solcher heute als Bürger auf und angenommen gegen das gesetzliche Bürgergeld und Entrichtung von 3 Gulden Gemeinderathssportel Regblt: vom Jahr 1835 Art 32 Seite 521.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle
Randbemerkung in Blei: Bürgerausschuß
 
Verhandelt den 23 Feber 1856
Heute an obigen Datum wurde ein Wald Feldschütz und Nachtwächter gedingt in der Person des Jakob Schübel von Haiterbach unter folgenden Bedingungen:
1. Wird derßelbe als Wald und Feldschütz für die ganze Ortsgemarkung angestellt und demßelben die Gewißenhafte Obhut über dießelbe anvertraut.
2. Als Orts und Polizeidiener wird demßelben alle Geschäfte zur möglichsten Gewissenhaftigkeit zur Pflicht gemacht.
3. Als Nachtwächter hat derßelbe von Martini an von Abends 11 bis Morgens 3 Uhr zu wachen bis Georgi, von Georgi aber bis Martini von Abends 10 Uhr bis Morgens 4 Uhr zu wachen.
4. Als Mößner hat derßelbe Morgens, Mittags und Abends zu läuten, wobei demßelben keine besondere Belohnung gebührt, dagegen aber das Wohnrecht unentgeltlich auf dem Rathshauße eingeräumt ist, dagegen gebührt demßelben bei Leichen die Regulativmäßige Gebühr, wie solche im Stiftungsprotokoll beschrieben ist.
Die Belohnung wird folgendermaßen reguliert wobei sich Schübel selbst zu verköstigen hat, und von seiner Dienstherrschaft sonsten nichts anzusprechen hat.
Als Waldschütz 60 f,
Feldschütz 10 f,
Amtsdiener 10 f,
Nachtwächter 10 f,
zusammen 90 f.
Der Dienst beginnt den 1. April 1856 und ist vorläufig gültig auf 1 Jahr.
Bedingungen sind folgende:
Dem angestellten Waldschützen wird zur Pflicht gemacht die ihm anvertrauten Ämter mit möglichster Gewißenhaftigkeit zu versehen ferner hat Schübel das Recht seinen Dienst auf 4 Wochen zu kündigen, dagegen haben die Vorgesetzten Bauerschaft das Recht dem Schübel auf 4 Wochen zu kündigen. Schübel darf seine Familie unter keinen Umständen hier Aufenthalt geben. Ferner gebührt dem angestellten Wald & Feldschützen die Hälfte der einbringlichen Strafen und als Ortsdiener die Regulativmäßigen Gebühren. Das nöthige Brennholz erhält Schübel unentgeltlich.Unterschrift der Waldschütz Jacob Schübel
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey
1. Randbemerkung: Das nöthige Brennholz erhält Schübel unentgeltlich
2. Randbemerkung: Der angestellte Jakob Schübel wird der Vorschrift gemäß bei seiner Verpflichtung an den Art. 408 des Strafgesetzbuches ausdrücklich belehrt. Unterschrift Schübel
 
Verhandelt den 24. May 1856
Da der Pacht des Farrenhalten bis zum 23. April d.J. abläuft, auch der gegenwärtige Farren dem Schaugericht nicht entsprochen hat, so wird das Farrenhalten wieder auf Georgii 1856 bis Georgii 1860 also auf 4 Jahre unter den vom 23. May 1853 Gemeindeprotokoll blt. 40 enthaltenen Bedingungen verpachtet, mit der Ausnahme, daß der Gemeinderath nicht mehr den Wenigstnehmenden als Farrenhalter annehmen wird, sondern denjenigen, von welchem zu erwarten steht, daß er einen tauglichen Farren anschafft, und die geeignete Fütterung und Behandlung zu erwarten ist.
Unter dießen Bedingungen fordert:
Matheis Ziefle jährlich 80 f,
Joh.Adam Seeger 70 f,
Joh. Martin Wurster 65 f,
Michael Schneider 60 f,
Joh. Martin Wurster 58 f,
Ochs. Adam Seeger 57 f,
Ziefle 56 f,
Schneider 55 f,
Adam Seeger 54 f,
Michael Schneider 53 f,
Martin Wurster 52 f,
Michael Schneider 50 f,
Martin Wurster 49 f.
Da von dem letzten Steigerer Johann Martin Wurster die geeignete Anschaffung und Behandlung eines tauglichen Farren zu erwarten steht, so wird von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß beschloßen, dem Martin Wurster das Farrenhalten auf die 4 Jahre von Georgii 1856 bis Georgii 1860 zu übertragen um jährlich 49 f neun und vierzig Gulden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet
& Bürgerausschuß Seeger Frey Schneider 
Der Farrenhalter Unterschrift Wurster
 
Verhandelt den 7. April 1856
Durch Beschluß der Bürgerlichen Colegien soll dies Jahr wieder für die hiesige Ortmarkung ein Maulwurf und Steudelmäusfänger (Wühlmausfänger) aufgestellt werden, hierzu hat sich gemeldet Gottlieb Binz von Rodt, und da derselbe mit diesem Geschäft umzugehen weiß, so wird beschlossen demselben betreffendes Geschäft auf das Jahr 1856 unter folgenden Bedingungen zu übertragen.
Binz hat mit dem Geschäft sogleich zu beginnen, und solange damit fortzufahren, bis die Felder von besagtem Ungeziefer völlig gereinigt sind.
Die Belohnung wird folgender Maßen reguliert.
Neben dem, daß gedachter Binz, solange er hier mit besagtem Geschäft zu thun hat die Kost unentgeltlich von den hiesigen Bauern erhält, erhält derselbe aus der Gemeindcasse bis Martini 16 Gulden, wovon die Hälfte bis 1. Juli, die andere Hälfte bis Martini d. Jahres ausbezahlt wird.
Da endlich die auswärtigen Güterbesitzer keine Kost reichen, so ist der angestellte Mauser Binz befugt, von denselben eine Fanggebühr von der Steudelmaus 2 Kreuzer und vom Maulwurf 3 Kreuzer einzuziehen.
der angestellte Mauser Unterschrift G. Benz
Gemeinderath & Bürgerausschuß
Braun                  Seeger
Ziefle                   Schneider
Mast                    Frey
Bohnet
 
Randbemerkung: Vorstehender Vertrag mit dem Mäusefänger Binz wird auf 1857 hiermit verlängert
 
Nachtrag am 27.März 1861
Die unentgeltliche Veköstigung ist den Bauern lästig, so das der Mäusefänger Binz sich selber verköstigen soll und hierfür 20 Gulden zusätzlich erhält.
 
Obermusbach den 9. März 1856
Da Matheis Ziefle hier unter den 22. Febr. d.J. der Württembergsch-Privat-Feuer-Versicherungsgesellschaft zum Behuf seiner Versicherung gegen Feuerschaden seiner frühere Versicherung gegen Feuerschaden welche auf Seite 62 d. Protokoll eingetragen ist, weßentlich ageändert hat, so wird nach dem Antragsbogen Pos. 527 Urkunde Pos. 105, 941 deßen Gegenstände zur Versicherung hier neu aufgenommen wie folgt:
2. Bücher 24 f,
3. Gemälde, Kupferstich 7 f,
4. Betten und Bettgewand 350 f,
5. Kleider und Leibweißzeug 280 f,
6. Leinwand & Tischzeug 150 f,
7. Schreinwerk 250 f,
8. Küchengerschirr 78 f,
9. Faß und Bandgeschirr 30 f,
10. Gemeiner Hausrath 250 f,
11. Fuhr und Bauergeschirr Pflüge Eggen und Schlitten 200 f,
12. Getränke 0 f,
13. Mundvorrath 260 f,
14. Brennholz 0 f,
15. Hornvieh 0 f,
Transport (Zwischensumme) 1879 f
16. Pferde 0 f,
17. Schaffe 0 f,
18. Schweine 0 f,
19. Frücht 600 f,
20. Stroh 400 f,
21. Futter 400 f,
Summe 3279 f.
Hiervon wie vorstehend bemerkt 1 Viertel in Selbstversicherung.
Genehmigt 3279 f
Gemeinderath Braun Seeger Mast Bohnet
 
Verhandelt den 14. Juli 1856
Zufolge K. Oberamts-Erlaßes vom 9. d.M. und den bestehenden Bestimmungen gemäß die Bürgerausschußwahl betreffend hat der gehorsamst Unterzeichnet zu berichten, daß bei einer solchen geringen Bürgerzahl wie solche hier besteht eine förmliche Wahl des Bürgerausschußes nicht vorgenommen werden kann.
Der Bürgerausschuß besteht gegenwärtig aus folgenden Mitgliedern:
1. Johann Adam Seeger als Obmann
2. Johannes Frey
3. Michael Schneider
Dießelben haben sich heute zu Protokoll erklärt, daß sie auch fernerhin im Büergerausschuß verbleiben.
Unterschrift Seeger Frey Schneider
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
1. Randbemerkung in Blei: Beeidigung, Gemeinder auf den früher abgelegten Eid.
2. Randbemerkung: Betreffende Bürgerausschußmitglieder wurden auf ihren früher abgelegten Diensteid hingewießen.
 
Verhandelt den 1. Sept. 1856 vor dem Gemeinderath & Bürgerausschuß
Jakob Schübel, unter dem 25. Febr. d.J. gedingte und am 1. April in Dienst eingetretene Wald und Feldschütz u.s.w. erscheint heute vor dem Gemeinderath und trägt vor, daß er mit seiner Besoldung von jährlichen 90 f sich nicht betrogen könne, vielweniger seiner Familie welche besteht in einer Frau und  drey Kinder einige Unterstützung zu geben möge.
Der Gemeinderath & Bürgerausschuß hat nun heute das Vorbringen des Schübel geprüft, und seinen Vertrag als begründet befunden, da er begreiflich ist, daß ein Mann mit täglichen 14 - 15 Kr. nicht wohl bestehen kann, zumalen die Nebeneinkünfte so gering sind, daß dießelbe vast nicht berechnet werden dürfen.
Man hat sich nun dahin verständigt und beschloßen, da Schübel in jeder Hinsicht ein Man ist, dem die Waldungen, wie auch seine übrigen Ämter mit Ruhe anvertraut werden dürfen vom 1. Sept 1856 an statt jährlich 90 f nunmehr 110 f also 20 f mehr aus der Gemeindecaße zu bewilligen. Im Übrigen aber soll es bei den Bedingungen vom 25. Febr. 1856 Blt 72 sein Verbleiben haben.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Frey
 
Verhandelt den 28. Okt. 1856
Da in dem Ruggerichtsbuch für hier unter Seite 3 die Viehschau aus 2 Sachverständige Männer zu bestellen sind, so wurden heute zu diesem Zweck aufs neue gewählt
Gemeinderath Ziefle und Jahannes Mast, Gemeinderath und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Ziefle Mast
Ferner für die hiesige Ziegelhütte wurde zur Ziegelschau ebenfalls Gemeinderath Ziefle und Gemeinderath Mast bestellt.
Unterschrift Ziefle Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet
Randbemerkung in Blei: Beeidigung, "sogleich verpflichtet" wurde mit Blei unterstrichen
 
Bemerkung der Redaktion: Es folgt 8 Monate Protokollpause. Grund unbekannt.
 
Verhandelt den 24. Juni 1857
Da auf den kommenden Juli die Wahl des Bürgerausschußes wieder gesetzlich zu geschehen hat, so wird demkönigl. Oberamt Freudenstadt, durch dießen Protokoll-Auszug angezeigt, daß wegen der geringen Bürgerzahl hier eine förmliche Wahl nicht stattfinden kann, vielmehr die drey alteren Ausschußmitglieder im Bürgerausschuß verbleiben, blos der neu eingetretene Bürger Johann Martin Döttling, Schuster 33 Jahre alt wurde heute in Bürgerausschuß aufgenommen und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Döttling
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast
Randbemerkung: wie oben wurde "sogleich verpflichtet" mit Blei unterstrichen.
 
Verhandelt den 24. Juni 1857
Da die 2 jährige Dienstzeit des Gemeindepflegers Mast mit dem 1. Juli d.J. abläuft, so wurde heute die Wahl des Gemeindepflegers vorgenommen, zuvor aber die Besoldung auf die nächsten 2 Jahre folgender Maßen reguliert:
Da die Besoldung seit 2 Jahren auf 30 f festgesetzt war und die Einnahmen und Ausgaben sich jährlich gegen 2000 f belaufen, auch der Geldeingang bei den vielen Auswärtigen Steuerpflichtigen viele Mühe kostet, so wird beschloßen von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß. daß die fixe Besoldung des Gemeindepflegers auch ferner bei 30 f zu belaßen seie.
Einstimmig wurde der seitherige Gemeindepfleger Joh. Mast wieder gewählt, und auf seinen früheren Diensteid hingewießen.
Annahme der Wahl auf 2 gestrichen neu 3 Jahre Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle
& Bürgerausschuß Seeger Schneider Döttling Frey
1. Randbemerkung: Die nachträgliche Annahme der auf den Gemeindepfleger gefallene Wahl auf drey Jahe bis 1. Juli 1860. Unterschrift Mast
Die Ausdehnung der Wahl auf 3 Jahre beurkundet
Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet, Bürgerausschuß Seeger Döttling Schneider Frey
2. Randbemerkung in Blei: Cautions versättx? 
 
Verhandelt den 29. Juni 1857
In Betreff des projektierten Straßenbaues durch das Glattthal nach Sulz wurde heute nach Anhörung des Gemeinderaths und Bürgerausschuß einstimmig beschlossen.
Daß das vom königl. Oberamt Freudenstadt unter dem 27. d. Monats bei der Amtsversammlung gestellten Antrag, wonach die hiesige Gemeinde zum Neubau dieser Straße einen Beitrag von 150 Gulden geben soll, aus der Gemeindecasse unter der ausdrücklichen Bedingung zu bewilligen seie, daß man sich hiermit von allen weiteren Kosten, nahmentlich den Unterhaltungskosten verwahrt wissen will.
Zur Beurkundung
Gemeinderath & Bürgerausschuß
Braun                  Seeger
Ziefle                   Schneider
Mast                    Döttling
Bohnet                 Frey
 
Obermusbach Gerichtsbezirks Freudenstadt Verhandelt den 11. August 1857
Für die 2 zwey minderjährige Kinder des Johann Adam Bohnet, Bauer und Wittwer hier:
1. Johann Adam Bohnet, geb. den 12. Dezember 1837
2. Christina geboren den 15. Januar 1845
wurde heute Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Mast Ziefle
 
Verhandelt den 18. Sept 1857
In Betreff des K. Oberamts-Erlaßes vom 2. diß Monaths den Straßenbau durch das Glattthal betreffend hat der Gemeinderath von netreffenden Erlaß Kenntniß genommen und sich damit einverstanden erklärt.
Die bewilligten Beiträge von 150 f sollen folgender Maßen aus der dißeitigen Gemeindecaße bezahlt werden.
50 f auf den 1. Juli 1858, 50 f auf den 1. Juli 1859 und 50 f auf den 1. Juli 1860.
Zur Beurkundung Braun Ziefle Bohnet Mast Seeger
 
Verhandelt den 9. Novber 1857
Königl. Oberamtlichen Auftrag vom 6ten d.M. zufolge soll dem Johann Adam Bohnet ein Prädikats-Vermögens und Vorstrafenzeugniß ausgestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt zu bezeugen:
1. daß gedachter Johann Adam Bohnet, ein ganz gutes Prädikat besitzt,
2. derßelbe an Vermögen 30000 f besitzt und noch mehr zu hoffen hat,
daß 3tens derßelbe noch nie gestraft wurde auch in dem dießeitigen Strafregister nicht vorgemerkt ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Seeger
 
Verhandelt den 18. Dezber 1857
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre in Monath Dezember vorzunehmen.
Durch Beschluß der beeden Colegien wurde unter den 24. November 1851 der 18. Dezember zur Ergänzung der Gemeinderathswahl festgesetzt. Nach vorheriger Anfertigung der Wählerliste hat man auf heute die Gemeinderathswahl festgesetzt, und dabei zuerst beschloßen, daß wegen der geringen Bürgerzahl hier das Gemeinderaths-Colegium auf 4 Mitglieder zu belaßen. Es hätte nun 1/3tel also 1 Mitglied aus dem Gemeinderaths auszutretten mit der Bestimmung, da0 der ausgetretende wieder gewählt werden darf, und deßen Diensteid auf 6 Jahre gültig ist. Durch das Loos hat auszutreten Johann Adam Bohnet.
Mit großer Stimmenmehrheit 8 Stimmen wurde wieder gewählt Johann Adam Bohnet, so daß das Gemeinderaths-Colegium außer dem Schultheißen besteht aus folgenden Mitgliedern, Matheis Ziefle, Johannes Mast, Joh. Martin Seeger Johann Adam Bohnet. Vorstehende Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Ziefle & Bürgerausschuß Seeger Frey Schneider Döttling
Randbemerkung: Bohnet hat sich zur Annahme der Wahl bereit erklärt und wurde auf seinen früheren Diensteid hingewießen. Unterschrift Bohnet
 
Verhandelt den 18. Dezber 1857
Es wird heute von den bürgerlichen Colegen einstimmig beschloßen eine Schäferei aufs nächste Jahr zu entrichten unter gewißen Beschränkungen wo der Schäfer hüten darf und daß vorläufig die Zahl der Schaafe 90 bis 100 St. betragen darf. Der Pacht geschieht vorläufig auf 1 Jahr vom 1. Januar 1858/59 und soll an den Meistbietenden verpachtet werden jedoch unter der Bedingung daß sich der Gemeinderath die Wahl vorbehält, welchem Steigerer der Gemeinderath die Schaafweide übertragen wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet Seeger & Bürgerausschuß Schneider Frey Döttling
Randbemerkung in Blei: Ist die Schaeferei? x verpaßt?
 
Verhandelt den 24 Feber 1858
Aus Veranlaßung der heute stattfindenden Inventualtheilung der am 17. Januar d.J. gestorbenen Ehefrau des J. Fried. Braun Schultheiß hier Rosina geb. Mast wurde für die 4 minderjährigen Kinder daßelben
1. Elisabethen 16 Jahre alt,
2. Joh. Martin 13 Jahre alt,
3. Jak. Friedrich 5 Jahre alt,
4. Christina 3 1/2 Jahre alt,
Johann Martin Seeger Bauer und Gemeinderath hier als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet.
Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Waißengericht Ziefle Mast Bohnet
Randbemerkung in Blei: bis hirher Ruggericht vom 2 August 1858
 
Obermusbach Verhandelt den 24 August 1858
In Folge des am 1. d.M. erfolgten Ableben des Gemeinderathsmitglied Johann Martin Seeger Bauer hier erscheint dem Gemeinderath der Ersatz eines Mitgliedes wieder als gebotten zumalen der Gemeinderath schon einige Jahre nur aus 4 Mitglieder ohne den Schultheißen besteht.
Man hat nun der versammelten Bürgerschaft zur Wahl aufgefordert und es haben die Wahlpflichtigen Bürger alle abgestimmt. Das Ergebniß ist folgendes:
Johann Adam Seeger erhielt 8 Stimmen,
Michael Schneider erhielt 1 Stimme. Es ist somit Johann Adam Seeger bisheriger Obmann des Bürgerausschußes als gewählt zu betrachten.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl Unterschrift Seeger
 
ferner
Da der Obmann des Bürgerausschußes Johann Adam Seeger zum Gemeinsrath gewählt wurde, so wurde sogleich zur Wahl eines Obmann des Bürgerausschußes geschritten.
Das Ergebniß ist folgendes:
Michael Schneider erhielt als Bürgerausschußobmann 7 Stimmen und Johann Martin Döttling 2 Stimmen, es ist somit Schneider als gewählt zu betrachten.
Die Annahme der auf ihn gefallenen Wahl Unterschrift Schneider
Vorstehende Verhandlungen beurkunden Gemeinderth Braun Ziefle Mast Bohnet & Bürgerausschuß Seeger Schneider Döttling Frey
Den 6. Sebtember 1858 wurde der Bürgerausschußobmann beeidigt. z.B. Schultheiß Braun
 
Randbemerkung: Verhandelt den 6. September 1858
Nachdem in der gesetzlichen Frist von 8 Tagen keine Einwendungen gegen die gültigkeit betreffender Wahl vorgebracht wurde, so wurde heute der neu gewählte Gemeinderath Johann Adam Seeger in der vollen Sitzung des Gemeinderaths und Bürgerausschußes vorschriftsmäßig beeidigt. Unterschrift Seeger
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Mast & Bürgerausschuß
 
Den 25. August 1858
Aus Veranlaßung eines beabsichtigten Holzhiebes im dißeitigen Gemeindewald beschließt der Gemeinderath, da das ausgege? Holz großtheils eine Durchforstung bildet den angemeldeten Hauer Adam Haist von Reichenbach und Johannes Bäuerle v. Untermusbach für das Clafter Buchenholz 1 f 12 Kr. Holzmacherlohn zu bewilligen. Ferner für das Stimmele? einer Buche werden 5 Kr. bewilligt.
Zur Beurkundung Braun Mast Seeger Ziefle Bohnet
 
Verhandelt den 28 Januar 1859
Gottlieb Ziegler, Schuster v. Herzogsweiler schuldet der dißeitigen Gemeindecaße ein Capital von 600 f zu 5 % verzinßlich und hat 2fache Versicherung hirfür eingelegt.
Derßelbe hat nundas Capital unter der Bedingung der Gemeinde gekündigt, daß ihm von mehreren Seiten betreffendes Capital zu 4 1/2 % angetragen und er somit, wenn er hier 5 % bezahlen müße das Capital heimbezahle, wenn man sich aber mit 4 1/2 % prozent begnüge, so bleibe dißes Capital auch noch ferner stehen. Da nun überall Gelder zu 4 1/2 % Verzinßung ausgeliehen werden, betreffender Schuldner ein guter Zinßzähler ist, so wird von dem Gemeinderath und Bürgerausschuß beschloßen dießes Capital vom Januar d.J. an zu 4 1/2 % dem Schuldner zu belaßen. Ein königl. Oberamt soll durch dißes Protokoll-Auszug um die Genehmigung gebeten werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Seeger Mast & Bürgerausschuß Schneider Döttling Frey
 
Verhandelt den 1. Merz 1859 vor dem Gemeinderath
Der ledigen Chatarina Frey, Tochter des Johannnes Frey hier wird bezeugt,
1. daß sie Vermögen besitzt 400 f,
2. daß das angezeigte Unzuchtsvergehen ihr erstes ist, daß dießelbe
3. noch nie gestraft wurde.
Beurkundet Gemeinderath Braun Ziefle Mast Bohnet Seeger
 
Den 20. Juni 1859
Der zur ordentlichen Wahl der Waisenrichter versammelte Gemeinderath wählt unter Leitung des OB M? aus seiner Mitte:
1. Joh. Adam Bohnet
2. Johannes Mast
3. Mattheis Ziefle
Dieselben werden auf ihren als Gemeinderath geleisteten Diensteid verwiesen.
Zur Beglaubigung Schultheiß & Gemeinderath Braun Mast Ziefle Bohnet Seeger
Randbemerkung: vr x Sh R Georgii ?
 
Verhandelt den 24. Juni 1859
Da auf den 1. Juli d.J. die Bürgerausschußwahl wieder fällig ist, so wurde heute zur Wahl des Bürgerausschußes geschritten, das Ergebniß der Wahl ist, daß da bei einer so geringen Bürgerzahl ein Wechseln der Bürgerauschußmitglieder nicht thunlich ist, die älteren wieder gewählt werden, nämlich:
Michael Schneider Bauer als Obmann,
als weitere Mitglieder Johannes Frey und Johann Martin Döttling, dießelben haben sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt, und wurden heute auf ihren früheren Diensteid ausdrücklich hingewießen.
Unterschriften Schneider Döttling Frey
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger
 
Obermusbach Verhandelt den 19. December 1859 vor dem Gemeinderath
Jakob Friedrich Braun, Bauer und Schultheiß hier trägt heute dem versammelten Gemeinderath vor, daß er zu seiner Ligenschaft an Gütern den Pfärch aufs Jahr 1860 32 Pfärchnächte brauche. Da dem Schultheißen die persönliche Theilnahme an Pfärchverleihungen gesetzlich untersagt ist, so beschließt der Gemeinderath nach genommener Prüfung das obigen Vorbringen besagte Pfärchnächte dem Schultheißen auf das Jahr 1860 zu verwilligen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Bohnet Mast Ziefle Seeger
 
Verhandelt den 19. Decber 1859
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath December vorzunehmen.
Durch Beschluß des Gemeinderaths und Bürgerausschuß wurde unter dem 24 November 1851 der 18 December zur Ergänzungswahl festgesetzt. Nach vorangegangener Wählerliste hat man auf heute den 19. December da der (18. December ein Sonntag ist) und dabei zuerst beschlossen, daß das Gemeinderaths-Colegium bis auf weiteres auf 4 Mitglieder zu belaßen. Es hätte also ein drittel also ein Mitglied aus dem Gemeinderath auszutreten mit der Bestimmung, daß der austretende wieder gewählt werden darf. Durch das Loos hat auszutreten Matheis Ziefle. Mit allen Stimmen mit Ausnahme seiner eigenen wurde wieder gewählt, Matheis Ziefle, so daß daß Gemeinderaths-Colegium besteht außer dem Schultheißen aus Johann Mast, Johann Adam Bohnet, Johann Adam Seeger und Matheis Ziefle. Matheis Ziefle hat sich zur Annahme auf die ihn gefallene Wahl bereit erklärt und nachdem dieße Wahl von keiner Seite angefochten wurde so wurde auf seinen früheren Diensteid ausdrücklich hingewiesen. Unterschrift Mathäus Ziefle
Zur Beurkundung und die richtige Abzählung der Stimmen, Gemeinderath Braun Mast Bohnet Ziefle Seeger & Bürgerausschuß Schneider Döttling Frey
 
Verhandelt den 7. Januar 1860
Maurermeister Hornberger von Reichenbach hat sich wegen leidender Gesundheit entschlossen die Ortsfeuerschau hier abzugeben. Es wird nun heute beschlossen die Ortfeuerschau hier dem Jakob Doster, Zimmermann in Untermusbach gegen ein Taggeld von 48 Kreuzer zu bestellen welcher um so weniger beanstandet wird als derselbe Doster auch die Feuerschau für Untermusbach besorgt.
Zur Beurkundung
Gemeindrath & Bürgerauschuß
Braun                   Schneider
Ziefle                    Döttling
Seeger                   Frey
Bohnet
 
Verhandelt den 28 Februar 1860
Aus Veranlaßung daß der Pacht des Farrenhalters bis Georgii d.J. zu Ende geht, auch der gegenwärtige für die Gemeinde verwendeter Farren bei der letzten Visidacion dem Schaugericht nicht gefallen und entsprochen hat, so wird Beschlußes der der bürgerlichen Colegen gemäß des Farrenhalten wieder im Abstreich verpachtet.
Dem Pacht werden folgende Bedingungen zu Grunde gelegt.
1. Der Pacht ist gültig von Georgii (23. April) 1860 bis Georgii 1863 also auf 3 Jahre.
2. Der Pächter hat den Farren selbst anzuschaffen und bleibt sein Eigenthum. Es wird aber Bedungen ausdrüklich daß nur ein ganz tauglicher und tüchtiger Farren angeschaft wird, und wenn ein Farren angeschafft würde , welcher den Gemeinde und dem aufgestellten Schaugericht nicht entsprechen sollte, so hat der Pächter den Farren ohne weiteres zu entfernen, und auf seine Kosten einen tüchtigen und tauglichen Farren anzuschaffen.
3. Behällt sich der Gemeinderath unbedingt noch 3 Tag die Wahl bevor, welchem unter den Steigerer der Pacht zugesagt wird.
4. Die Ausbezahlung des Pachtgeldes geschieht alle Jahr auf Georgii aus der Gemeindecaße und zwar auf Georgii 1861 das erste mal.
5. Außer dem Pachtgeld hat der Pächter sonst lediglich keine Ansprüche an die Gemeinde zu machen.
Michael Schneider fordert 100 f,
Adam Seeger 99 f,
Schneider 95 f,
Martin Wurster 90 f,
Adam Seeger 89 f,
Martin Wurster 88 f,
Michael Schneider 87 f,
Wurster 84 f,
Michael Schneider 83 f,
Martin Wurster 82 f.
Da sich kein Mindergebot erzielen läßt, so wird das Farrenhalten dem Michael Schneider um jährlich 83 f überlaßen. Unterschrift Michael Schneider
Genehmigt den 8. Merz 1860 Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Mast Seeger
 
Verhandelt den 16. April 1860
Dem Gottlieb Binz, Mäußefänger wird der Vertrag als Mäußefänger auf das Jahr 1860 mit dem Anfügen wieder verlängert, daß da derßelbe nunmehr ein eigen Bett angeschafft hat statt bisher 18 f nun auf das Jahr 20 f fix Belohnung erhält aber nur in dem Fall, wenn er das Ungeziefer zur Zufriedenheit der Güterbesitzer vertilgt.
2. ür den verstorbenen Pfrärchwächter Ziefle wird Johann Adam Bohnet, Gemeinderath mit allen Stimmen gewählt. Die Annahme der Wahl auf 1 Jahr. Unterschrift Bohnet
3. Für den kürzlich verstorbenen Gemeiderath Matheis Ziefle wird heute, da blos noch ohne den Schultheißen 3 Gemeinderathsmitglieder bestehen heute zur außerordentlichen Wahl eines Gemeinderaths geschritten und es haben die wahlfähigen Bürger alle abgestimmt, das Ergebniß ist folgendes. Michael Schneider, bisheriger Obmann des Bürgerausschußes wurde mit Ausnahme seiner eigenen Stimme mit allen Stimmen zum Gemeinderathsmitglied gewählt, derßelbe hat sich zur Annahme auf die ihn gefallene Wahl bereit erklärt. Unterschrift Schneider
Ferner für den vornen genannten Waißenrichter Ziefle wird heute der Gemeinderath Johann Adam Seeger, Gemeinderath als Waißenrichter gewählt, und sogleich verpflichtet. Die Annahme der Wahl, Unterschrift Seeger 
Vorstehende Verhandlungen beurkunden Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Mast & Bürgerausschuß Ob. Schneider Döttling Frey
1. Randbemerkung: Der 27. April 1860 wurde der neu gewählte Gemeinderath Michael Schneider fürmlich beeidigt. Unterschrift Michael Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet
2. Randbemerkung in Blei: Commundienst ersetzungswahl 159 
 
Verhandelt am 16 April 1860
Aus Veranlassung der Verlassenschafts-Theilung des verstorbenen Gemeinderath Mathäus Ziefle werden für dessen minderjährigen Kinder folgende Pfleger aufgestellt u. für
1. Johann Martin geb. 13. Juni 1837, welcher ist übrigens demnächst von der Minderjährigkeit disponcion tretten will
2. Christina geb. 26. Januar 1849, Zwilling
3. Johannes geb. 26. Januar 1849, Zwilling
deren Schwager Johannes Hofer, Gemeindepfleger u. Müller von Grünthal, für
4. Eva, geb. d. 11. April 1845
5.  Mathäus geb. 22. Mai 1853
deren Oheim Georg Dölker, Bauer in Wittlensweiler.
Beide Pfleger wurden sogleich in Pflichten genommen.
Dies beurkunden die Pfleger Unterschrift Hofer Dölker
zB Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider
Randbemerkung: Unterschrift Amts-Notar nicht leserlich
 
Verhandelt den 8. Juni 1860
Der ledigen Anna Maria Wurster, Tochter des Johann Martin Wurster welche sich in gesegneten Umständen befindet wird bezeugt, daß
1. sie an Vermögen besitzt Muttergut 7040 f, daß
2. das angezeigte ihr erstes Unzuchtvergehen ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bonet Seeger Schneider
 
Verhandelt den 22. Juni 1860
Johannes Mast schon seit 11 Jahren Gemeindepfleger hier will sein Amt als solcher niederlegen, da ihm solches aus triftigen Gründen wegen anderweitiger Geschäften entleidet ist.
Indem man nun dem Mast seine Bitte gewährt und zugleich seine 11jährige Dienstzeit als Gemeindepfleger für deßen gute Amtsführung dankt, wird heute zur Wahl eines neuen Gindepfleger geschritten.
Bevor nun die Abstimmung erfolgt ist, wird die Besoldung des neuen Gemeindepfleger reguliert, und es wurde beschloßen, daß da die Einnahmen und Ausgaben bei dießer Caße sich jährlich auf 1800 f beläuft, auch der Geldeingang bei den vielen auswärtigen Steuerpflichtigen mit viel Mühe verbunden ist, die Belohnung auch des neuen Rechners auf die nächsten 3 Jahre vom 1. Juli 1860 bis 1. Juli 1863 auf welche Zeit die Wahl gültig ist jährlich auf fixe 30 f festzusetzen.
Bei der Abstimmung an welcher sämtliche Wahlfähige Bürger abgestimmt haben wurde Michael Schneider mit Ausnahme seiner eigenen sonst mit allen Stimmen zum Geneindepfleger erwählt. Weiter wird beschloßen, daß da Schneider nicht nur ein guter Haushälter ist, sondern ein sehr Vermögelicher Mann, so wird demßelben die Einlagerung einer förmlichen Caution erlaßen, und sich mit der interlaßion seiner Ehefrau Chatarina einer geb. Kühnle sich zu begnügen.
Die Annnahme der Wahl auf 3 Jahre. Unterschrift Michael Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Frey
1. Randbemerkung: Abschrift des K. Oberamt Freudenstadt
Genehmigt
Schneider ist zu beeidigen und sind ihm die Artikel 419, 420, 421, 422, 423, 424 des Strafgesetzbuches v. 1839 / 7 Regblt vorzulesen sofort aber die Akten mit Vollzugsbericht wieder vorlegen. 
2. Randbemerkung: Den 3. Juli 1860
Wurde der neu gewählte Gemeindepfleger Michael Schneider förmlich beeidigt, vor dem versammelten Gemeinderath und in sein Amt eingewießen. Die Artikel des Strafgesetz Buches 419-424 wurden demßelben deutlich vorgelesen-
Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger
3. Randbemerkung Dem Gemeindepfleger Schneider wurde die Aufbewahrung der Capitalpriefe übertragen.
 
Verhandelt den 22. Juni 1860
Für den als Gemeinderath gewählten Bürgerausschußobmann Michael Schneider wurde heute die Ergänzungswahl des Bürgerausschußes vorgenommen, das Ergebnis war, daß der neu eingetretene Bürger Johann Martin Ziefle welcher unter dem 13. Juni 1860 von der Minderjährigkeit dizsoniert wurde mit Ausnahme seiner eigenen sonst mit allen Stimmen zum Bürgerausschußobmann gewählt wurde, so daß der Bürgerausschuß besteht aus: Johann Martin Ziefle als Obmann, Johann Frey und Johann Martin Döttling.
Ziefle hat sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt, wie auch die Übrigen Mitglieder im Bürgerausschuß verbleiben.
Unterschrift Obmann Ziefle, Döttling, Frey
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider
Randbemerkung: Die Beeidigung des neu gewählten Obmann des Bürgerausschußes am 21. December 1860. Unterschrift Johann Martin Ziefle
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
 
Verhandelt den 8. August 1860
In der Klagsache des Johannes Frey und Johann Martin Döttling Bürger von hier Holzgerechtigkeit-Verkäufe betreffs wurde heute zwischen dem Gemeinderath und den oben gedachten Klägern eine Verhandlung und Übereinkunft dahin gepflogen, daß auf Grund einer endgültigen Verhandlung vom 15. December 1842 vom K. Oberamtsgericht Freudenstadt geschehen wo es heißt
unter §3.
- das Recht der Activbürger von Obermusbach auf Befriedigung ihrer Bedürfniße an Bau, Brenn und Hang? geschirrHolz und zum Feldbrennen erforderliche Reißechholzes ist durch die Abfindungssumme von 2500 f gleichfalls abgekauft und es haben die Bürger als solche von nun an aus dem Walde der Betz kein Holz mehr zu fordern, sondern erhalten ihren Bedarf unmittelbar von der Gemeinde.
§ 7 heißt es
die Gemeinde ist verbunden den Activbürgern als solchen ihre bisherigen Nutzungen aus dem Wald der Betz. nunmehr aus dem ihr zugesicherten Capital zu gewähren.
Bevor nun zur Vertragssumme geschritten wird, stellen die Kläger Frey und Döttling die Bitte, daß sie die seitherige Nutzung, des Bedarf an Streue wie bisher beziehen dürfen und ihr eigenes Vieh unter die Viehherde getrieben werden darf, welches denßelnen inn stets wiedrruflicher Weise auch gestattet wird.
Randbemerkung im Mitteleren Teil des Textes: ungültig
Es fehlen auch die entsprechenden Unterschriften, offensichtlich ist man sich nicht einig geworden.
 
Obermusbach Verhandelt den 31. August 1860
Da bei dem Farrenhalter Michael Schneider die Viehseuche ausgebrochen ist, welches der Oberamtsthierarzt Kober bei seiner Visidation am 23. und 24. August bestätigte, so wird heute die Anschaffung unnd Unterhaltung eines anderen Farren berathen und beschloßen, daß
1. Bei den gegenwärtigen Verhältnißen ein tüchtiger Zuchtstier aus der Gemeindecaße anzuschaffen seie, welcher so lange Eigenthum der Gemeinde bleibt, bis weiteres bestimmt wird.
2. Es soll das Farrenhalten in profisorischer Weiße demjenigen übertragen werden, in deßen Stall voraussichtlich lauter gesundes Vieh ist, und die Vütterung und Behandlung am zweckmäßigsten erscheint.
3. Verzichtet der seitherige Farrenhalter Schneider auf alle Ersatz-Ansprüche und ist zufrieden mit der zu berechnenden Belohnung vom 23. April bis 23. August 1860 unter blt. 88 jährlich 83 f betrug also auf 4 Monath.
4. Die Pachtzeit ist auf stets widerrufliche Weiße festgestellt, so daß dem Pächter die Aufkündigung, sowie dem Gemeinderath der Pacht gekündigt werden kann.
3. Wird zumEinkauf eines Farren der x Gemeindepfleger Mast beauftragt.
Es wird nun unter dießen Bedingungen zur Abstreichverhandlung geschritten, und da sich gar kein Liebhaber zeigte, so hat sich chultheiß Braun erbotten, unter obigen Bedingungen das Farrenhalten vom 1. September 1860 an zu jährlichen 83 f dreyundachtzig Gulden zu übernehmen, was von der versammelten Bürgerschaft recht gerne bewilligt wurde. Dieße Verhandlung soll dem K.Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Schneider Mast & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Frey
Randbemerkungen mit Bleistift: vorgelegt, Ruggericht 6. Okt. 1866
 
Verhandelt den 3. Decber 1860
Beschließt der Gemeinderath für das kommende Jahr 1861 wiederholt mit der Schäferei fortzufahren, dießelbe soll aber ausgeschrieben werden in öffentlichen Blättern, und wenn ein geeigneter Erlös aus der Weide nicht erziehlt wird, der Gemeinderath weiteres in dießer Beziehung vorbehält, ob eine Schäferei weiteres bestehen soll oder nicht.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Schneider
 
Verhandelt den 21. Decber 1860
Nach dem Ruggericht-Rezeßbuch vom 8. Okt. d.J. wurde zum Rezeß gemacht, daß da der Bürgerausschuß blos aus 3 Mitglieder besteht, alsbald ein 4tes Mitglied gewählt werde.
In der heutigen Sitzung wurde nun Sebastian Frey, Leibgedinger in den Bürgerausschuß gewählt, und nachdem derßelbe sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt hat, wird derßelbe sogleich förmlich beeidigt.
Die Annahme der Wahl und die Beeidigung. Unterschrift S.Frey
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 9. Janner 1861
Aus Grund der Verehlichung der Anna Maria Wurster, Tochter des Johann Martin Wurster welche sich nach Reichenbach zu verehlichen gedenkt wird bezeugt, daß
1. dießelbe der Erlös der Unterpfänder wie solche im Unterpfandbuch beschrieben anzusprechen hat wovon aber in Nutznießung bei dem Vatter stehen der 2/3tel Antheil am Wohnhaus im Anschlag von 2000f so daß das Vermögen der Wurster der Erlös der Unterpfänder sich auf noch etwa 6000 f belaufen kann.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Seeger
 
Verhandelt den 8. März 1861
Johann Martin Wurster hier will bei der zuständigen Gerichtsbehörde um Aufhebung seiner seit im Jahr 1851 bestehenden Vormundschaft bitten und trägt vor:
Im Jahr 1851 habe ich auf Veranlaßung des damaligen Oberamtsrichter Beyzole auf meine Vermögensverwaltung verzichtet und befinde mich auch unter dießer Zeit unter der Vormundschaft des Johann Adam Bohnet. Der Beweggrund mag darin seinen Grund gehabt haben, daß ich zu dießer Zeit oft nicht das gehörige Maas in Beziehung des geisten getränks eingehalten habe. Es ist übrigens allgemein bekannt, daß ich eben zu dießer Zeit 7000 f Bürgschaftsschulden an das K.Kameralamt zu bezahlen hatte und soh mein schönes Vermögen ruiniert und dem Gant nahe, und daher laßen sich die damaligen Vorkommiße auch gewiß auf das gerechte x entschuldigen. Seitdem nun jene schwere Schuld getilgt ist und mein Vermögen  sich wieder besser gestaltet, glaube ich meine Bitte möchte bei der zuständigen Behörde ein williges Ohr finden und meine unterthänigste Bitte gnädigst gewähren.
Unterschrift Wurster
Zeugniß
Wir die unterzeichneten Mitglieder des Gemeinsraths beurkunden hirmit daß Wurster vor Belangung dießer Bürgschaftsschuld ein ganz georneter Mann war und in Folge deßen sich unordentlich betragen, daß seit dieße Schuld bezahlt ist der Bittsteller wieder einen geordneten Lebenswandel führt auch deßen Vermögensverhältniße wieder geordnet sind, was dadurch bewiesen wird, daß er seiner im Jan. d.J. verheuratheten Tochter 6000 f Vermögen gab. Da3. kein Grund mehr vorhanden ist, daß betreffende Vormundschaft noch länger fortbestehen sollte da Wurster selbst zu seinem Vermögen Achtung genung gibt und eine Verschleuderung oder Vernachläßigung durchaus nicht zu befürchten ist.
Der Gemeinderath empfiehlt deßhalb das vornen stehende Gesuch des Wurster auf das Angelegenste und bitte Ein Königl. Oberamtsgericht aus besagten Gründen den Bittsteller seiner Curatel zu entheben.
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider Seeger
 
Randbemerkung:
Copia
An den Gemeinderath Obermusbach
In der heutigen Gerichtssitzung wurde beschlossen von der seiner Zeit verfügten Bevormundung des Johann Martin Wurster Bauer in Obermusbach abzustehen, und die öffentliche Verwaltung aufzuheben, wovon dem Gemeinderath zur Eröffnung an Wurster und zur Besorgung des weiteren, insbesonderer die öffentliche Bekanntmachung Mittheilung gemacht wird.
Eröffnungsbescheinigung ist vorzulegen.
Freudenstadt den 11. Oktober 1861
Königl. Oberamtsgericht Georgii
Von vorstehenden Erlaß heute Kenntniß genommen und dem Wurster auch seinem ganzen Umpfang eröffnet. den 18.Oktober 1861 Unterschrift Wurster
Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 27 März 1861
Da wegen der vielen auswärtigen Güterbesitzer, und der verminderten Bürgerzahl die Verköstigung die Verköstigung des seitherigen Mäusefänger Binz für die wenigen Bauren als lästig und ungerecht erscheint, so wird von dem Gemeinderath beschlossen, Daß dem Mäusefänger Binz bei der Selbstverköstigung anstatt bisher 20 f nunmehr 40 f vierzig Gulden aus der Gemeindecaße verwilligt wird, der Gemeindepfleger daarf an den Binz aber nur Zuschlag leisten, wenn er sich von der Thätigkeit des Binz überzeugt hat, oder hat eine Anweisung des Ortsvorsteher, wonach die Bezahlung angewiesen ist zu bezahlen.
Der angestellte Mäußer. Unterschrift Benz
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seger Schneider
 
Verhandelt 20. Mai 1861 / 10. Juni 1861
Da bei der geringen Bürgerzahl das Fahren der vielen Feld und Güterweege die größten Schwierigkeiten verursacht, so wurde unter dem 6. Juni von dem Gemeinderath im Einverständnis des Bürgerausschusses beschlossen, die sogenannte Eichholzgasse vom Hause des J.Martin Ziefle an bis zum Ausgang der Äcker im Aichholz auf Kosten der Gemeindecasse an der wenigst bietenden zu veraccorddieren und nachdem man dieses Vorhaben hier und in den benachbarten Orten durch besondere Ausschreiben bekannt gemacht hat unter nachfolgenden Bedingungen zur Abstreichsverhandlung geschritten.
1. Bei den Aker des Ochsenwirth Seeger im Auchtäker ist die früher bestandene Auskehr des Waßers wieder anzubringen, deßgleichen die Auskehrung bei dem Felde des Johannes Mast auf dem Rodt und die Weege gehörig aufzufüllen.
2. dem Pächter der Gaße wird  überhaupt das Recht eingeräumt, das Wasser an jeder thunlichen Stelle vom Weege abzukehren.
3. das Reisach zum Ausfällen wird von der Bauernschaft angewießen.
4. von der abgebrochenen Kirche wird kein Material abgegeben, und es bleibt den Pächter überlassen den Bedarf an Steinen und sonstigen Sachen sich selbst zu beschaffen.
Der Pacht ist gültig vom 10. Juni 1861 bis 10. Juni 1866 also auf 5 Jahre.
5. die Ausbezahlung geschieht auf Anweisung des Gemeinderaths zu 2/3tel auf Martini, zu 1/3tel nach einem Jahr, es wird übrigens nach volbrachter Arbeit auch eine Abschlagszahlung verwilligt.
6. die Denehmigung dießer Verhandlung wird sich von dem Gemeinderath unbedingt vorbehalten
7. Jeder Pächter hat einen tüchtigen Bürgen zu stellen
8. die Gaße muß so hergestellt werden, daß mit schwer beladenen Fuhrwerken gut fortzukommen ist, auch durchaus hoch geladenen Waagen nicht umwerflich ist
9. die betreffende Gaße wird in 2 Theile abgegeben nehmlich ein Theil vom Hauße des Martin Ziefle bis zum sog. Fall,
den 2ten Theil von den Fall bis zum Ausgang des Eichholzäkers.
Es wird nur der unsterste Theil ausgebotten vom Hauße des Ziefle bis zur Fall.
Dieße Streke erhielt Adam Burghardt von Frutenhof um jährlich 29 f.
Unterschrift Adam Burkhardt
Dieße 2te Streke erhielt Gottlieb Schöttle jung um 29 f 30 Kr pro Jahr.
Unterschrift Gottlieb Schöttle
Diese Weegstrecken werden wegen zu großen Preißen nicht genehmigt.
Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 13. Juni 1861
Michael Herbstreut Weber und Ortsdiener in Aach schuldet zur hießigen Gemeindepflege Capital von den 6. April 200 f zu 5 % und hat bei dem Gemeinderath um Zinsermäßigung von 5 % zu 4 1/2 %  nachgesucht, da man überall zu 4 1/2 % Geld haben könne.
Der Gemeiderath beschließt, dem Bittsteller seinem Wunsch zu entsprechen mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß wenn Hebstreuth den Zins innerhalb 4 Wochen nach dem Verfallstermin bezahlt, deßelben das Capital zu 4 1/2 % belaßen werden solle, und zwar vom 6. April 1861 an.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun
 
Das Protokoll ist durchgestrichen und mit einer Schlußbemerkung versehen: Nachträglich. Nach einem K.-Oberamts-Rezeß vom 6. Oktober 1860 soll das Capital des Michael Herbstreuth von Aach mit 200f f, welches nicht mehr gehörig versichert ist ganz oder theilweise heimbezahlt werden, und deßwegen kann von einer Zinsermäßigung keine Rede sein.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
 
Verhandelt den 29. Juni 1861
Da auf den 1. Juli gesetzlich die Wahl des Bürgerausschußes zu geschehen hat, so wird Einem Königl. Oberamt durch dießen Protokoll-Auszug die gehorsamstebAnzeige erstattet, daß wegen der gegenwärtige nach bestehender geringer Bürgerzahl eine förmliche Wahl, Wechsel des Bürgerausschußes nicht stattfinden kann. Es haben sich aber die seitherigen Bürgerausschußmitglieder als Johann Martin Ziefle als Obmann, Johann Martin Döttling, Johannes Frey, Sebastian Frey zu Protokoll erklärt, daß sieh auch auf die nächste Periode im Bürgerausschuß verbleiben wollen. Dießelben wurden als schon beeidigt wieder auf ihren früheren Diensteid ausdrücklich hingewießen. Unterschrift Ziefle Döttling Frey Frey
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 29. Juni 1861
Da der unter dem 1. September 1860 an Schultheiß Braun verpachtete Farrenhaltung wegen genügender Räume? zur Sprungstätte vom Schultheißen gekündigt wurde, so wurde heute zur wiederholten Verpachtung des Farrenhaltens unter folgenden Bedingungen geschritten:
1. Der Pacht ist gültig vom 1. Juli 1861 bis 1. Juli 1864 also 3 Jahre.
2. Der Pächter hat den am 1.September v.Jahres gekauften Farren zu übernehmen und zu behalten so lange derßelbe zu dießem Dienst tauglich ist. Nachdem derßelbe nicht mehr tauglich ist, wird derßelbe auf Rechnung der Gemeinde verkauft, und dagegen wieder ein anderer Farren von der Gemeindecaße angeschafft, so daß sich der Farrenhalter um den Ein und Verkauf des Farren nicht zu bekümmern hat, sonder wie schon gesagt auf Rechnung der Gemeinde geht.
3. Dem Farrenhalter wird gute Fütterung und Reinlichkleit des Farren zur Pflicht gemacht, wie überhaupt der Farren mir der möglichsten Schonung zu behandeln ist, und es wird sich von dem Gemeinderath vorbehalten, daß wenn der Farren nicht gut gehalten wird oder sonsten vernachläßigt, derßelbe sogleich wieder anderwärts zu verpachten.
4. Der Farrenhalter hat zur Sprungstätte einen geeigneten Platz zu wählen, welcher den vorübergehenden nicht offen gestellt sein darf. Nach verschiedenen ngebotten erhält denßelben vom 1. Juli 1861/64 um das Mindest-Angebot von 100 f einhundert Gulden per Jahr Johann Martin Wurster Bauer hier. Unterschrift Wurster
Da sich von Wurster die geeignete Behandlung und Futterung erarten läßt, so wird beschloßen dem Wurster das Farrenhalten um jährlich 100 f zu übertragen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Frey
 
Verhandelt den 24. August 1861
Der Farren welcher für die Gemeinde am 1. September v.J. gekauft wurde und seit dem 1. Juli d.J. dem Martin Wurster hier zur Fütterung und Verpflegung übergeben wurde, ist zum Dienst nicht mehr brauchbar. Es wurde deßhalb von beeden Colegien beschloßen: dießen Farren heute im öffentlichen Aufstreich zu verkaufen jedoch unter Genehmigungsvorbehalt des Gemeinderaths. Dagegen wurde mit Zustimmung beeder Colegien dem hießigen Adam Seeger sein 1 1/2 Jahre alter Farren, welcher nicht zum Sprung ausgezeichnet gut, eine passende Farbe hat, und von Schweitzern Vieh abstammt abgekauft für die Gemeinde und auf Rechnung der Gemeindecaße um den ausgemachten Preiß um 90 f neunzig Gulden. Welche der Gemeindecaße zur sofortigen Ausbezahlung hirmit angewießen und x werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Mast & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Frey
Randbemerkung: mit 1 Auszug 
 
Verhandelt den 24. Sept 1861
Der Ortsvorstand hat der versammelten Bürgerschaft folgendes vorzutragen:
Nach der Wahrnehmung führt der unter dem 25. Febr. 1856 angestellte Wald und Feldschütz Jakob Schübel geb. von Haiterbach einen leichtsinigen Lebenswandel, dadurch Betrunkenheits? nicht selten sind, und eben dadurch wird der Dienst des Schübel auf das gröblichste vernachläßigt, nahmentlich hört man solches von Auswärtigen Waldbesitzern zur Genüge, und es haben sogar bedeutende Waldbesitzer der hießigen Markung die Hut ihrer Waldungen andere Waldschützen anvertraut und übergeben, ferner als Ortsdiener hätte Schübel alle Tage ein mal bei dem Schultheißen zu erscheinen, dießes geschieht wochentlich kaum 2 mal.
Als Polizeidiener gebührt dem Schübel noch das besondere Lob, daß dießer der erste in der Regel ist welcher betrunken, und ebenso in der Regel der Letzte ist, welcher aus dem Wirtshaus geht.
Als Nachtwächter darf behauptet werden, daß derßelbe in einem ganzen Jahr noch keine 3 Nächte vorschriftsmäßig die Wache versah.
Unter diesen Umständen wurde dem Schübel der Dienst am 23. d. gekundet, worauf derßelbe noch die Antwort gab, daß es ihm heute noch recht seie.
Der Gemeindrath und Bürgerausschuß beschließt, daß unter den vorgetragenen Umständen Schübel bis zum 1. Oktober seinen Dienst aufhört, und seine Besoldung am letzten September 1861 aufhört.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Schneider & Bürgerausschuß Ziefle Frey Döttling
Randbemerkung: mit 2 Auszug
 
Verhandelt den 4. Okober 1861
Da wie auf voriger Seite zu ersehen der Wald und Feldschützen und Polizeidiener Dienst auf den 1. Okt. aufgehört hat, und die Stelle laut Beschlußes des Gemeinderaths und Bürgerausschuß sogleich wieder soll besetzt werden.
Hirzu hat sich gemeldet Jakob Schneider 50 Jahre alt von Untermusbach, schon seit vielen Jahren Ortsdiener in Untermusbach, und es ist derßelbe hier als ein unbescholtener Mann Bekannt und hat von dem Gemeinderath Untermusbach das beste Prädikat aufzuweißen. Der Ortvorsteher beantragt daher bei beeden Colegien, daß dem Schneider nicht nur die Ortsdiener Stelle und Nachtwächter-Stelle übertragenwerde, sondern auch die Wald und Feldschützenstelle.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß ist mit dem Vertrag des Ortsvorsteher vollkommen einverstanden, und es wurde dem Schneider die Besoldung folgender Maßen bewilligt:
Als Wald und Feldschütz 80 f, Ortsdiener 10 f, Nachtwächter 20 f, zusammen 110 f jährlich.
1. Der Dienst beginnt heute den 4. Oktober 1861 und dauert so lange bis Kündigung erfolgt, welches dem Schneider wie dem Gemeinderath frei steht, den Dienst auf 4 Wochen zu künden.
2. Als Feld und Waldschütz hat derßelbe alle Vergehen ohne Ansehen der Person zur Anzeige und Strafe zu bringen.
Als Ortsdiener hat derßelbe alle Tage in dem Hauße des Schultheißen zu erscheinen und deßen Anordnungen aufs genauste zu befolgen.
Als Nachtwächter hat derßelbe von Martini an von Nachts 11 Uhr bis Morgens 3 Uhr, und von Georgii bis Martini von 10 Uhr Abends an bis Morgens 3 Uhr zu wachen.
Als Polizeidiener hat derßelbe im Wirthshaus hier die Polizeistunde genau zu überwachen und daß fällige Vergehen zur Anzeige zu bringen.
Weiter wird dem neu angestellten Schützen bei seiner Verpflichtung der Art. 408 des Strafgesetzbuches ausdrüklich belehrt.
Weiter kommt noch zur Sprache, daß dem Waldschützen die Hälfte 1/3tel der Anbringgebühr der einbringlichen Strafe gebührt.
Als Mößner hat derßelbe Morgens, Mittags und Abends zu läuten, wofür demßelben keine besondere Gebühr erhält, blos die unentgeltliche Bewohnung des Rathhaußes eingeräumt wirtd und der Futtenertrag? des Gottesaker. Bei Leichen hat derßelbe als Mößner die regulatievmäßige Belohnung zu beziehen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider & Bürgerausschuß Ziefle Döttling
Randbemerkung: Den angestellte Ortsdiener wird ausdrüklich auf seinen früheren Diensteid ausdrüklich hingewießen. Unterschrift Schneider 
 
Dupliat Eingetragen den 16. December 1861
Die Königl. Regierung des Schwarzwaldkreißes an das Königl. Oberamt Freudenstadt
Der mit Bericht vom 23. d.M. hirher vorgelegte Beschluß der Gemeindecolegien von Ober- und Untermusbach vom 20. v.M. in Betreff einer dem Hülfslehrer Fischer verwilligte persönliche Gehaltszulage von 15 f wird hirmit in widerruflicher Weise von Aufsichtswegen genehmigt, dar Beschluß ist übrigens noch in die beeden Gemeindrathsprotokolle einzutragen, der bis jetzt im Stiftungsrathprotokoll enthalten ist.
Reutlingen den 28. November 1861, für den Dierecktor Schmiedlin.
Den Schultheiß-Ämtern Ober & Untermusbach zur Kenntnißnahme Eintrag in das Gemeinderathsprotokoll und Wiedereinsendung.
Freudenstadt den 4. Decber 1861, Königl. Oberamt Sandberger
Eingesehen Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Schneider
Randbemerkung: die Gemeinde Obermusbach bezahlt 5 f.
 
Obermusbach Verhandelt den 18. Decber 1861
Zufolge des Gesetzes vom 6. Juli 1849 Regblt. Seite 281 sind die Ergänzungswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahr im December vorzunehmen. Durch Beschluß beeder Colegien wurde der 18. December zur Ergänzungswahl der Gemeinderäthe festgesetzt. Nach vorangegagener Wählerliste hat man auf heute den 18. December die Gemeinderathswahl festgesetzt und beschlossen, daß wegen der geringen Bürgerzahl das Gemeinderathscolegien ohne den Schultheißen aus 4 Mitgleider noch ferner bestehen soll. Da seither nur 4 Gemeinderäthe hier bestunden und Johannes Mast am 18 December 1855 gewählt wurde so hat derßelbe für heuer auszutreten mit der Bestimmung, daß derßelbe wieder gewählt werden darf.
Nachdem nun sämtliche Wahlberechtigten Bürger abgestimmt hatten fiel das Ergebniß dahin aus, daß Johannes Mast wieder mit allen ausnahme seiner eigenen Stimme zum Gemeinderath auf die Dauer von 6 Jahren erwählt.
Betreffender Mast hat sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt, und wurde auf seinen früher abgelegten Diensteid ausdrüklich hingewiesen. Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Schneider & Bürgerausschuß Ziefle Döttling
 
Obermusbach Verhandelt den 21 Decber 1861
Aus Veranlaßung der bevorstehenden Realtheilung des Johann Martin Wurster wird für das einzige Kind II Ehe Christina gebohren den 10 Janner 1856, Johannes Mast, Bauer und Gemeinderath hier als Pfleger bestellt und sogleich verpflichtet. Unterschrift Mast
Zur Beurkundung Waißengericht Braun Bohnet Seeger
 
Verhandelt den 25. März 1862
1. Dem Gottlieb Benz, welcher seit einigen Jahrenhier als Mäußefänger aufgestellt ist, und nach Blt. 96 bei einer Selbstverköstigung jährlich 40 f von der Gemeindecaße bezieht, wird dießer Vertrag auf das Jahr 1862 verlängert.
2. Auf Ansuchen des vorjährigen Schaafweidpächter Friedrich Weinmann von Aach, welcher den Pachtschilling nicht rechtzeitig bezahlte wird auf erstatteten Vertrag beschloßen, daß da Weinmann einen unverhältnißmäßig hohen Pacht bezahlte, und sonsten viel Schaaden durch Hunde erlitten sichmit dem Pachtgeld zu begnügen, und die Verzugszinßen nach zu laßen.
3. Da bei dem letzten Hochgewäßer einige Weege so sehr verdorben wurden und nun mehr durch bedeutende Kosten wieder hergestellt wurden, so kann man zu der Einsicht, daß ein Mann aufgestellt werde, welcher bei einfallenden starken Gewäßer sich sogleich an die Weege zu machen hat, und das Waßer so viel als möglich von den Weegen abzukehren, ohne Rüksicht darauf, ob es durch Wießen oder Äker geht, damit die Weeger in gutem Zustand erhalten werden. Zu dießem Zweck wurde von demGemeinderath Jakob Schneider Ortsdiener und Wald & Feldschütz aufgestellt, und demßelben eine Belohnung vom 1. Juli 1862 an von jährlich 2 f 42 Kr. aus der Gemeindecaße ausgesetzt. Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider
Randbemerkung: mit 1 Auszug 
 
Verhandelt den 21. April 1862
In Folge der Hochgewäßer am 31. Januar d.J. wurde die Dohle in Par. 35 in der Staße nach Reichenbach ganz verschüttet und theilweiße zerissen, der Gemeinderath beschließt daß betreffende Dohle in aller Bälde wieder auf Kosten der Gemeindecaße wieder herzustellen seie.
ferner
Wurde durch die Überschwemmung am 31. Januar die Deikeldohlen? in der Bachfassung im hießigen Ort bei dem Hauße des Martin Ziefle und Ochsenwirths Hauße ganz zugeschüttet, und muß wieder ausgeputzt und hergestellt werden.
Der Gemeinderath beschließt, dieße Arbeiten dem Johann Döttling hier gegen ein Taggeld von 48 Kr. mit dem bemerken zu übertragen, daß derßelbe ermächtigt sein soll noch einen fleißigen Arbeiter zur Hülfe zu nehmen, welchem bei fleißiger Arbeit ebenfalls auch 48 Kr. täglich Belohnung erhällt.
Zur Berurkundung Gemeinderath Braun Seeger Schneider Bohnet
 
Verhandelt den 2. May 1862
Der Eva Chatarina Wurster, Wittwe hier welche sich mit Jakob Fried. Schwemmle Gemeindepfleger und Wittwer von Warth O/a Nagold demnächst zu verehelichen gedenkt wird hirmit bezeugt, daß
1. Dießelbe ein ganz gutes Prädikat besitzt, und einen unbescholtenen Lebenswandel führt, daß
2. dießelbe ein schuldenfreies Vermögen von 7000 f siebentausend Gullden besitzt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun
 
Verhandelt den 2. Mai 1862
Auf Grund vorgelegten Zeugnißes des Jakob Fried. Schwemmle, derzeit gemeindepfleger in Warth O/a Nagold welchem ein schuldenfreies Vermögen von 8000 f Gemeinderärhl. bezeugt ist, und sich mit der Wittwe des Martin Wurster demnächst zu verehelichen gedenkt wird hirmit als Bürger hier auf und angenommen, gegen die Entrichtung von 12 Kr. Bürgergeld, 1 f Beitrag der Feuerlöschgeräthschaften und 3 f Sportel für den Gemeinderath -dieße 3 f wurden geschenkt-. Regblt. v.Jahr 1833 Seite 521.
Vorstehende 2 Verhandlungen vom 2. Mai beurkunden Gemeinderath Braun Schneider Mast Bohnet Seeger
Zu betreffender Bürgerannahme giebt der Bürgerausschuß seine Zustimmung.
Bürgerausschuß Ziefle Döttling Frey
 
Abschrift Obermusbach Verhandelt den 22. Juni 1862 vor dem Oberamtsrichter Georgii und dem Schultheißen und Gemeinderäthe.
Da die ordentliche Wahl der Waißenrichter stattfindet, so versammelt sich der Gemeinderath und wählt unter der Leitung des Oberamtsrichter aus seiner Mitte:
1. Johann Adam Bohnet
2. Johannes Mast
3. Joh. Adam Seeger.
Die auf ihren Diensteid als Gemeinderäthe verwiesen werden.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun und Gemeinderath Bohnet Mast Seeger Schneider
Randbemerkung: Unterschrift rdt Obamtsrichter Georgii
 
Verhandelt den 23. Juni 1862
Da auf den 1. Juli d.J. die Bürgerausschuß-Wahl wieder fällig ist, so wurde heute wieder eine neue Wahl anberaumt.
Bei dießer Wahl hat sich Sebastian Frey erklärt, daß er wegen Altersgebrechen und nahmentlich wegen seines schwachen Gesichts nicht mehr im Bürgerausschuß verbleiben wolle, und bitte deßhalb um seine Entlaßung.
Ferner hätte auszutretten alt Johannes Frey und im Bürgerausschuß verbleiben und können nicht gewählt werden:
1. Joh. Martin Ziefle als Obmann,
2. Joh. Martin Döttling Schuster
Es sind deßhalb bei der geringen Bürgerzahl nur noch zwey Mitgleider in den Bürgerausschuß zu wählen. Nachdem unter Beachtung der gesetzlichen Normen, und nahmentlich auf den K.Oberamtl. Erlaß im Par. 47 d. Amtsblatt die Wahl vorgenommen wurde, fiel das Ergebniß dahin aus, daß
Johann Georg Kappler mit 8 Stimmen,
Jakob Fried. Schwemmle mit 6 Stimmen,
Johannes Frey mit 3 Stimmen gewählt wurden. Es sind deßhalb die zwey erstgenannten als gewählt zu betrachten, und es haben sich dießelben zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt, und sogleich verpflichtet. Unterschrift Kappler Schwemmle
Die richtige Anzählung der Stimmen und alles vorstehende beurkundet Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider & Bürgerausschuß Obmann Ziefle Döttling Frey
Randbemerkung: den 23 Juni einen Auszug an das K-Oberamt.
 
Obermusbach Verhandelt den 7. Juli 1862
Das köngl. Oberamt Freudenstadt verlangt durch Anschreiben vom 4. d.M. über Ochsenwirth Joh. Adam Seeger ein Vorstrafen Prädikat und Vermögenszeugniss ausgestellt werde.
Beschluß zu bezeugen.
1. daß derselbe ein ganz gutes Prädikat besitzt, daß
2. derselbe ein freies Vermögen von 35000 Gulden besitzt und
3. sonsten keines zu hoffen hat.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 5. Novber 1862
Durch Königl. Oberamts-Erlaß vom 21. v.M. wurde dem Gemeinderath hier eine Gesindeordnung mit der Weißung zugesandt, sich binnen 14 Tagen über die Annahme der Gesindeordnung auszusprechen. Nachdem nunder Gemeinderath von betreffender Gemeindeordnung Einsicht genommen und selbige für gut und paßend zum Ortsstatut zu beschließen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Seeger Mast
 
Verhandelt den 5. Novber 1862
Nach dem diesseitigen Regessbuch §4 hätte Oberamtsthierarzt Kober von Freudenstadt im Buch Par. 72 von vorjähriger Gemeindpflegrechnung 1 Gulden 30 Kreuzer zuviel Diäten und Reisegeld bei einer amtlichen Verrichtung erfahren.
Betreff  Ersatzzahlung wurde dem Kober schon 2 mal gefordert, derselbe hat aber mit der Bitte um Nachlaß betreffende Postens  die bestimmte Erklärung verbunden, daß solches in Zukunft nicht mehr vorkomme, sondern habe zu dieser Verrichtung den Weeg von Alpirsbach wo er noch angestellt war ziehen machen müssen, und deswegen seie die zu hohe Anrechnung entstanden, und bitte wiederholt um Nachlaß.Der Gemeinderath beschließt aus den vorgetragenen Gründen dem Oberamtsthierarzt Kober betreff Posten mit 1 Gulden 30 Kreuzer zu schenken.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Mast
Randbemerkung: mit 1 Auszug
 
Verhandelt den 21. Janner 1863
Jakob Fried. Braun, Bauer und Schultheiß hier hat unter Blt. 63 d. Protok. bei der Würtemb. Feuerversicherungsgesellschaft sein Mobilar zu 1800 Gulden versichert, da jedoch dieser dort angegebene Betrag mit dem wirklichen Besitz des Braun in keinem Verhältnis steht, so wurde unter dem 21. Januar 1863 der Würtemb. Feuerversicherungsgesellschaft folgende Gegenstände zur Versicherung übergeben:
1. Gold und Silber mit Griff von Taschenuhren u.s.w. - 50 Gulden
2. Bücher - 20 Gulden
3. Gemälde Kupferstich - 10 Gulden
4. Betten und Bettgewand - 600 Gulden
5. Kleider und Leibweißzeug - 400 Gulden
6. Leinwand und Tischzeug - 300 Gulden
7. Schreinwerk - 400 Gulden
8. Kirchengeschirr  - 100 Gulden
9. Faß und Baudgeschirr - 30 Gulden
10. Gemeine Hausrath - 100 Gulden
11. Wägen, Pflüge, Eggen, Schlitten, Sattel, und Reitzeug,
sonstiges Pferd & Ochsengeschirr - 300 Gulden
12. Baumanns Faheniß Scheunen & Handgeschirr - 100 Gulden
13. Getränke - 100 Gulden
14. Mundvorrath - 300 Gulden
15. Brennholz - 100 Gulden
16. Vieh - 0 Gulden
17.
18.
19. Schweine - 40 Gulden
20. Früchten - 400 Gulden
21. Stroh - 200 Gulden
22. Futter - 400 Gulden
23. Steps-Klee - 10 Gulden
24. Flachs und Hanf - 50 Gulden
Summe 3360 Gulden
 
Der Gemeinderath beurkundet hiermit, daß der Antragsteller J.Fried. Braun im Besitz der so oben aufgeführten Fahrniß und Gegenstände ist, und wird deshalb beglaubigt mit 3360 Gulden.
den 21. Janner 1863
Gemeinderath Bohnet Mast Schneider Seeger
Randbemerkung: In Folge des Wegzugs aus dem Gebäude Par. 1 in Par. 16 wurde vorstehende Versicherung umgeändert und auf Par. 16 eingetragen und zugleich im Werth erhöht bis auf 3910 Gulden.
Zur Beurkundung den 18. Janner 1868
Gemeinderath
 
Eingetragen den 22. Janner 1863
Johann Adam Bohnet Bauer hier will bei der Württenb. Feuerversicherungsgesellschaft sein Mobilar u.s.w. versichern laßen, und hat folgende Gegenstände zur Versicherung angegeben:
1. Gold & Silber mit Inbegriff v. Taschenuhren u.s.w. und Ausschluß von Geld 50 f,
2. Bücher 20,
3. Gemälde Kupferstich 10,
4. Betten u. Bettgewand 400,
5. Kleider u. Leibweißzeug 400,
6. Leinwand & Tischzeug 3ßß,
7. Schreinwerk 400,
8. Küchengeschirr 100,
9. Faß & Bandgeschirr 50,
10. Gemeine Haußrath mit Inbegriff v. Spiegele & Uhren 100,
11. Gaisen, Wägen, pflüg, Eggen, Schlitten, Sattel- und Reitzeg Pferds & Ochsengeschirr 300 f,
12. Baumanns Fahrniß, nehmlich Schreinen & Handgeschirr 50 f,
Mundvorrath 300,
Brennholz 100,
Schweine 40 f,
Früchte 400,
Stroh 200,
Futter 400,
Raps Klee und andere Sammen 10,
Flachs & Hanf 50,
zusammen 3680 f.
Der Gemeinderath beurkundet hirmit, daß vorn gedachter Bohnet im Besitz der angegebenen Gegenstände befindet, und wird deßhalb genehmigt mit 3680 f.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Mast Seeger
 
Verhandelt den 26. Janner 1863
Laut Oberfeuerschau?protokoll vom 28. Juni 1860 soll der zersprungene Ofen aus dem Rathhaus entfernt werden, und dagegen ein neuer Ofen angeschafft werden. Dießer Ofen wurde heute im öffentlichen Aufstreich verkauft, und es hat denßelben Johann Adam Pfeifle v. Untermusbach erhalten das Pfund zu 2 Kr.. Unterschrift Pfeifle
Da Hf. Oberamtsfeuerschauer Pfeifer für die Gemeinde einen neuen Ofen bei Hf. Kaufmaff Wagner in Freudenstadt gekauft hat, so wird heute die Abholung betreff. Ofens an den Wenigstbietenden verakkodiert. Es hat denßelben zum Abholen erhalten Jak. Fried. Schwemmle, Bauer hier um 2 f 30 Kr., welche von dem gemeinderath genehmigt werden.
Ferner, da der dißeitige Gemeindefarren zum Ritt zu schwer ist, und überdieß auch anfängt recht bösartig zu werden, so wird beschloßen, ein anderen Farren für die Gemeinde ankaufen zu laßen, sowird beschlossen, den Farrenwächter Schwemmle hier zu beauftragen einen tauglichen Farrenfür die Gemeinde zu kaufen, denßelben werden die Reiße und sonstige Kosten von der Gemeindecaße vergütet.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider Seeger
 
Verhandelt den 9. März 1863
Randbemerkung: Anwesend Oberamtmann Sendberger? Gemeinderath 5. Mitglieder Bürgerausschuß 4 Mitglieder
Schwer leserlich
Bei Gelegenheit der heutigen Rechnungsabhör bringt der Oberamt? die Durchführung des Gesetzes über Feldweger?ung vom 26. März 1862 zur Sprache. In der Gemeindemarkung Obermusbach entbehren? nur wenige Grundstücke ständiger Zufahrten und zwar:
A. im Gewand Maueräcker
Parc. No. 240 Adam Bohnet, 241 derßelbe, 242 Johann Martin Ziefle, 243 Joh. Georg Kappler, 250/2 derselbe, 252 Johann Martin Ziefle, 255 Michael Schneidr.
B. im Gewande Mergeläker
Parc. No. 175 Jacob Friedrich Braun Schultheiß.
Sämmtliche Eigenthümer dieser Grundstücke sind theils Mitglieder des Gemeinderaths, theils Mitglieder des Bürgerausschusses; es ist nur ein Bürgerausschußmitglied vorhanden, Martin Döttling, welches unbeteiligt ist.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschliessen:
Die Kosten der Feldwegherstellung auf die Gemeindecasse zu übernehmen, womit das Bürgerausschußmitglied Döttling sich einverstanden erklärt. Die Wege sollen 8 Fuß breit verlegt werden.
Zur Beurkundung mit der Anfügung, daß der Gutsabschnitt von Parc. 251 des J. Mast, welcher durch die Weg? abfällt, von der Gemeinde gleichfalls? angekauft werden soll. Gemeinderath Braun Seeger Bohnet Mast Schneider und Bürgerausschuß Ziefle Kappler Döttling Schwemmle
 
Verhandelt den 20. März 1863
Auf Ansuchen des Gottlieb Benz um Verlängerung seiner Funktion als Mäußefänger wird von dem Gemeinderath beschloßen, demßelben das fangen der Maulwürf und Strudelmäuße der hießigen Ortsmarkung auf das Jahr 1863 bei der Selbstverköstgung gegen die fixe Belohnung von 40 f zu bewilligen.
Die Ausbezahlung der Belohnung geschieht erst dann, wenn derßelbe erweißlicher Maßen das Ungeziefer gefangen hat.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Seeger Bohnet
 
Verhandelt den 1. Mai 1863 vor dem Gemeinderath
Da die Fahrweege gegen Igelsberg und Erzgrube in sehr schlechtem Zustand sind, so wird von dem Gemeinderath beschloßen zu deren Herstellung 8 Wägen voll Kalksteine cirk. 40 Roßlasten in Hallwangen zu kaufen, und es soll die Beifuhr derßelben unentgeltlich in der Frohn geschehen, dagegen soll der Ankauf der Steine, sowie die Handarbeit, für welche bei einem fleißigen Arbeiter 54 Kr. per Tag bewilligt wird aus der Gemeindecaße bezahlt werden.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Schneider Bohnet
 
Verhandelt den 13. Juni 1863
Der Ortsvorstand trägt dem versammelten Gemeinderath und Bürgerausschuß vor, daß der vom 1. Oktober 1853 an laufende 10jährige Accord der dießeitigen Vicinalstraße am 1. Oktober d.J. abläuft, und da gestern das Weegvisidacionsprotokoll eingetroffen, nach welchem 305 Roßlasten Kalksteine beigeführt werden sollen, und sonsten viele Defegte zu erledigen sind, so trägt der Schultheiß auf eine Ernennung des Pachtes vom 1. Juli d.J. an.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt einstimmig, daß die Betreff. Vicinalstraße wieder auf weitere 5 Jahre also vom 1. Juli 1863 bis 1. Juli 1868 soll öffentlich zur Unterhaltung im Gränzer ausgeschrieben werden, zu dießerVerpachtverhandlung ist Donnerstag der 18. Juni Bestimmt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Seeger Bohnet Schneider & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Kappler  
 
Verhandelt den 17 Juni 1863 vor dem Gemeinderath & Bürgerausschuß
Nach dem Güterbuch I Band Blt. 151 besitzt die Gemeinde
22,1 Rath Kirch und Kirchturm Mauer
30,3 Rath Hof
1/8 Morgen 4,4 Rath mitten im Dorf neben dem Bach und Johannes Mast,
ferner  
9,0 Rath Gemüsegarten bei der Kirchenmauer neben Joh. Mast uns sich selbst, worauf eine Kirche gestanden, aber im Jahr 1822 bis auf die Mauer niedergebrannt ist. Im Jahr 1855 wurde die Steine der abgebrannten Kirche verkauft. Die Ruine der Kirche liegt aber unterdessen werthlos da, und trägt nichts ein.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß hat deshalb in heutiger Sitzung beschlossen, diesen Platz, welcher sich zu einem Garten oder Feld eignet an den Meistbietenden zu verkaufen mit der ausdrücklichen Bedingung, daß sich wegen der Genehmigung dieses Verkaufs die höhere Genehmigung vorbehalten bleibt.
Als Grund des Verkaufs wird weiter angeführt,daß bei einer so kleinen Gemeinde wie solches hier der Fall ist die Erbauung einer Kirche auch nicht im Entferntesten in Aussicht steht, und wie schon vornen gesagt betreffender Platz nichts einträgt, ja sogar noch als förmliche Ruine besteht.
Zur Beurkundung
Gemeindrath & Bürgerausschuß
Braun                Ziefle
Bohnet              Kappler
Seeger              Döttling
Mast
Schneider
 
Verhandelt den 18. Juni 1863
Nach geschehener Bekanntmachung im hießigen Ort und durch Einrüken in den Gränzer No. 67 wurde heute zur Abstreichsverhandlung über die Unterhaltung der Straße von der Markungsgrenze Untermusbach bis zur Markungsgrenze Reichenbach geschritten, wie solches auch von dem Gemeinderath & Bürgerausschuß unter dem 13. d.M. Blt 113 beschlossen wurde.
Dem Pacht wurde folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. Betreffender Accord fängt an den 1.Juli 1863 und endet auf den 1. Juli 1868 dauert fünf Jahre.
2. Jeder Steigerer welcher Straßenantheil steigert und erhält hat für das erforderliche Material bestehend in Kalk oder Granitsteine selbst auf seine Kosten zu sorgen, dißelben müßen jedes Jahr vorschriftsmäßig nach Anordnung des Hl. Oberamtsweegmeister oder auch des Schultheißen ausgeführt, und auf Haufen mit 7 Ct gesetzt werden, jedes mal so verkleinert werden, daß sie durch den Controllering fallen, und bei geeigneter Witterung jedesmal spätestens aber bis Martini jeden Jahres eingeworfen sein müßen. Ferner das Morast abziehen und wegschaffen deßelben, die Gräben ausschlagen und Abfuhr deßelben Ausschlags. Nebenweege gehörig herzustellen auch der Baumsatz, alles dieß ist im Accord begriffen ebenso die Erhaltung der pumer-Steine, und wird hirfür keine besondere Entschädigung bewilligt.
3. Jeder Übernehmer hat einen tüchtigen Bürgen als Selbstschuldner und Selbstzähler zu stellen, welcher für die Pachtverbindlichkeit eben so gut als der Pächter zu haften hat.
4. Wenn ein Übernehmer eines Weegcomplex seine Schuldigkeit nicht thut, oder die vorgeschriebenen Defegte nicht rechtzeitig erledigt, daß Execion erforderlich ist oder angeordnet wird, so hat der Bürg wie der Accorddant alle Kosten zu tragen.
5. Die Ausbezahlung des Steigerungspreißes geschieht wenn alle Defegte erledigt und die Straße in Ordnung ist auf den 1ten Juli und zwar auf den 1. Juli 1864 das erste mal.
6. Jeder Steigerer bleibt an sein Angebot gebunden, dagegen behält sich der Gemeinderath die Entschließung über Zu oder Nichtzusage noch unbedingt 4 Tage bevor, welches auch dahin ausgedehnt wird, ob der Gemeinderath den Wenigstnehmenden oder einen vorgehenden als Accorddanten annehmen will.
 
Unter dießen Bedingungen, welche den erschienenen Liebhaber deutlich vorgelesen wurden, wurde ausgebotten von:
Par. 0 bis Par. 4 nebst der Zweigstraße gegen Untermusbach 92 Ruth meßend . Binnen 4 Wochen sind 25 Roßlasten Steine beizuführen.
Hat erhalten um jährlich 16 f sechzehn Gulden: Kappler, Bürg Schultheiß Braun
Von Par. 8 an bis Par. 12 sind es 83 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen, 50 Roßlasten. Hat erhalten um jährlich 21 f 30 Kr., Joh. Adam Schittenhelm von Untermusbach. Unterschrift Schittenhelm. Bürg Michael Schittenhelm
Von Par. 12 bis zur Brüke bei dem Hauße des Schulth Braun durch den Ort 78 Ruth: Steine sind aufzuführen 35 Roßlasten. Hat erhalten Schultheiß Braun um 19 f 30 Kr. Unterschrift Schultheiß Braun. Bürg Kappler.
Randbemerkung: Da die von Schultheiß Braun ersteigerten Straßentheile als dem Gesetz zuwiederlaufen und vom Königl. Oberamt nicht genehmigt werden konnte, so hat bei der auf heute den 6. Juli 1863 anberaunten abermaligen Abstreichverhandlung genannte Straßentheile wie solche bei der ersten Verhandlung von Schultheiß Braun ersteigert wurde erhalten Johannes Bäuerle von Untermusbach. Unterschrift Bäuerle
Von der obren Brüke bis zu Par. 14 sind es 59 Ruth 5 Schuh. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen, 40 Roßlasten. Hat erhalten um jährlich 21 f Bohnet. Bürg Schultheiß Braun.
Von Par. 14 an bis Par- 19 sind es 109 1/2 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen, 52 Roßlasten. Hat erhalten Joh. Adam Seger, Ochsenwirth um jährlich 30 f. Unterschrift Seeger, Bürg Bohnet.
Von Par. 19 bis 21 sind es 108 Ruth. Steine sind beizuführen 36 Haufen binnen 4 Wochen. Hat erhalten Schultheiß Braun um jährlich 29 f 30 Kr. Unterschrift Schultheiß Braun, Bürg Kappler.
Von Par. 24 an bis Par. 31 sind es 150 Ruth. Steine sind beizuführen binnen 4 Wochen, 36 Roßlasten. Johann Martin Döttling um jährlich 29 f 30 Kr. Unterschrift Döttling, Bürg Johannes Frey
Von Par. 31 bis Par. 37 sind es 133 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen, 400 Roßlasten. Hat erhalten Johannes Mast um jährlich 34 f. Unterschrift Mast, Bürg Bohnet.
Von Par. 37 an bis Par. 43 sind es 112 Ruth. Beizuführen sind 48 Roßlast Steine in 4 Wochen. Matheis Rentschler Pächter erhalten um jährlich 29 f. Untetrschrift Matthäus Rentschler, Bürg Döttling.
Von Par. 43 an bis Par. 48 sind es 130 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen, 28 Haufen. Schultheiß Braun erhalten um jährlich 28 f. Schultheiß Braun, Bürg Kappler.
Von Par. 48 an bis Par. 54 sind es 135 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen 40 Haufen. Hat erhalten Schultheiß Braun um jährlich 30 f. Unterschrift Schultheiß Braun, Bürg Kappler.
Von Par. 54 an bis Par. 60 sind es 132 Ruth. Steine sind beizuführen 38 Roßlasten binnen 4 Wochen. Joh. Martin Ziefle um jährlich 28 f. Unterschrift Ziefle, Bürg Schneider.
Von Par. 60 an bis Par. 65 sind es 111 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen 32 Haufen. Joh. Georg Kappller um jährlich 37 f 30 Kr. Unterschrift Kappler, Bürg Schultheiß Braun.
Von Par. 65 an bis Par. 70 sind es 100 Ruth. Steine sind binnen 4 Wochen beizuführen 29 Ruth. Michael Schneider Gemeindepfleger um jährlich 35 f. Unterschrift Schneider, Bürg Ziefle.
Vorstehende Accorde wurden hirmit henehmigt den 21. Juni 1863.
Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Kappler
 
Verhandelt den 24 Juni 1863
Nachdem die 3 Jahre Dienstzeit des Gemeindepfleger Schneider mit dem 1. Juli wieder abläuft so wurde heute wieder zur Wahl eines Gemeindepflegers geschritten.
Bevor man zur Abstimmung schritt kam der Gemeinderath und Bürgerausschuß dahin überein, daß die Besoldungsverhältniße des Gemeindepflegers unveränmdert bleiben sollen, da eine Verminderung des Geschäfts und Einzugs der Steuren noch nicht eingetretten auch nicht in Außicht steht. Bei der heutigen Abstimmung haben die Wahlfähigen Bürger alle abgestimmt. Das Ergebniß fiel dahin aus, daß der seitherige Gemeindepfleger Schneider mit Ausnahme seiner eigenen Stimme sonst mit allen Stimmen wieder gewählt wurde. Schneider hat sich zur Annahme der auf ihn gefallenen Wahl auf die Dauer von 3. Jahren von 1. Juli 1863/66 bereit erklärt. Schneider wurde auf seinen früher angelegten Diensteid ausdrüklich hingewießen. Unterschrift Schneider
Die richtige Abzählung der Stimmzettel und die ganze Verhandlung beurkundet, Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Kappler 
 
Verhandelt den 24 Juni 1863
Ferner wurde beschloßen dem Gemeindepfleger Schneider die Stellung einer Real-Caution zu erlaßen und sich mit der Intercassion seiner Ehefrau sich zu begnügen, da derßelbe in sehr guten Vermögensverhältnißen steht. Hirnach verbindet sich die Ehefrau Chatarina geb. Kühnle für alle Forderungen, welche die Gemeindepfleger seit Übernahme des Amtes an denßelben etwa zu machen hätte als Selbstschuldner und Selbstzählerin kkraft ihrer Unterschrift: Katharina SchneideZur Beurkundung Gemeinderath Braun Ziefle Bohnet Schneider
 
Obermusbach Oberamt Freudenstadt, Eingetragen den 28. Juni 1863
Johann Adam Seeger, Ochsenwirth und Gemeinderath hier erklärt der Würtemberg-Privat-Feuerversicherungsgesellschaft zum Behuf seiner Versicherung gegen Feuerschaden folgendes:
1. Gold und Silber mit Inbegriff von Taschenuhren u.s.w. & Ausschluß von Geld 60 f,
2. Bücher 25,
3. Gemälde, Kupferstiche, u.s.w. 20,
4. Betten & Bettgewand 400,
5. Kleider & Leibweißzeug 300,
6. Leinwand & Tischzeug 300,
7. Schreinwerk 200,
8. Küchengeschirr 300,
9. Faß & Bandgeschirr 250,
10. Gemeiner Hausrath mit Inbegriff v. Spiegeln & Standuhren
11. Gaißen, Wägen, Pflüge, Eggen, Schlitten, Sattel & Rautzeug, sonstiges Pferd & Ochsengeschirr 300,
12. Baumanns Fahrniß nehmlich Scheunen & Handgeschirr 150,
13.o,
14. Mundvorrath 200,
15. 0,
16. Früchte 900 f,
21. Stroh 400,
22. Futter 1000,
24. Flachs & Hanf 100,
25. Handwerkszeug 100,
Zusammen 5305 f.
Summe fünftausend dreyhundert fünf Gulden. Der Gemeinderath beurkundet hirmit, daß der Antragsteller Adam Seeger gegenwärtig im Besitz der angegebenen Gegenstände ist und wird hirmit beglaubigt mit 5305 f.
Zur Beurkundung den 28. Juni 1863 Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 21. September 1863
Der Ortsvorstand trägt dem versammelten Gemeinderath und Bürgerausschuß das Ergebnis des Gesuchs vom 25. Juli 1863, daß der Grund und Boden der zur Kirche Obermusbach dem Verkauf ausgesetzt werden möchte vor, daß das königl. Gemeinschafts-Oberamt Freudenstadt vom 17. August in dieser Beziehung nachstehenden Erlaß ertheilt hat:
Das Gemeinschaftl. Oberamt weißt das Gesuch um Genehmigung des Verkaufs des fraglichen Platzes nicht zu bevorworten.
Gegen eine Verpachtung unter Wahrung des Eigenthumsrecht ist nicht einzuwenden.
K. Gemeinschaftl. Oberamt
ferner
da die Gemeinde als Eigentümer in den öffentlichen Büchern eingetragen ist, so steht die Verpachtung dem Gemeinderath zu.
K. Oberamt Sandberger
 
Verhandelt den 21. September 1863
Wie oben ersichtlich ist, hat das königl. gemeinschaftl. Oberamt den Verkauf des Kirchenplatzes nicht genehmigt, vielmehr gegen eine Verpachtung unter Wahrung des Eigenthumsrechts nichts einzuwenden.
Es wird nun in heutiger Sitzung beschlossen betreffenden Kirchenplatz mit 1/8 Morgen 4,4 Rath und 9,0 Rath mitten im Dorf auf 10 Jahre, nehmlich vom 1. Oktober 1863 /  73 im öfentlichen Aufstreich zu verpachten und unter folgenden Bedingungen:
1. Wird das Eigenthums-Recht für die Gemeinde gewahrt, und im Fall die Gemeinde den betreffenden Platz zu irgend einem Nutzen verwenden will so hört der Pacht auf, ohne irgend einen Ersatzanspruch von Seiten des Pächter.
2. der Pachtzins muß alle Jahre auf den 1. Juli, und zwar auf den 1. Juli 1864 das erste mal bezahlt werden.
3. die Steuern und Abgaben behällt die Gemeinde zu bezahlen.
Unter diesen Bedingungen bietet jährlich
Johannes Mast und Johann Adam Bohnet 2 Gulden.
Die Pächter Unterschrift J.Mast Bohnet
Nachstehenden Pacht wird hiermit genehmigt
Gemeinderath & Bürgerausschuß
Braun                  Ziefle
Seeger                 Döttling
Schneider            Kappler
 
Verhandelt den 21 September 1863
Michael Herbstreuth Weber in Aach schuldet der hießigen Gemeindepflege Capital per 6. April zu 5 % vom Hundert, 200 f. Aus wiederholtes und dringendes Ansuchen des Herbstreuth um Zinsermäßigung wird in heutiger Sitzung des Gemeinderaths beschloßen den Zinsfuß von 5 % auf 4 1/2 % vom 6. April 1863 an herabzusetzen aber nur in dem Fall wenn der Zins jeden Jahres nach der Verfallzeit innerhalb 1/4 Jahr bezahlt wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Seeger Bohnet
Randbemerkung: mit 1 Auszug
 
Verhandelt den 18. December 1863
Zufolge des Gesetzes vom 6 Juli 1849 Regblt Seite 281 sind die Ergänzngswahlen der Gemeinderäthe jede 2 Jahre im Monath December vorzunehmen. Durch Beschluß beeder Colegien wurde der 18. December zur Ergänzungswahl der Gemeinderäthe festgesetzt. Nach vorangeganerer Wählerliste hat man nun auf heute den 18. December die Gemeinderaths-Wahl festgesetzt und beschlossen, daß wegen der jetzt nocj bestehenden geringen Bürgerzahl das Gemeinderaths-Colegium ohne den Schultheißen aus 4 Mitgleider bestehen soll.
Da seither nur 4 Mitglieder bestunden und 1/3 tel auszutretten hätte, so hat Johann Adam Bohnet, welcher am 18. December 1857 letzmals gewählt wurde auszutretten mit der Bestimmung, daß derßelbe gesetzlich wieder gewählt werden darf. Nachdem nun sämtliche Walberechtigten Bürger abgestimmt haben, fiel das Ergebniß dahin aus daß Johann Adam Bohnet wieder mit allen mit Ausnahme seiner eigenen Stimme zum Gemeinderath erwählt wurde. Derßelbe hat sich zur Annahme auf ihn gefallenen Wahl bereit erklärt, und wurde sofort auf seinen früher abgelegten Diensteid ausdrüklich hingewießen. Unterschrift Bohnet
Die richtige Abzählung der Stimmen, sowie die ganze Verhandlung beurkundet Gemeinderath Braun Schneider Mast Seeger & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Kappler
Randbemerkung: mit 1 Auszug
 
Verhandelt den 30. Decber 1863
Der Schultheiß bringt bei der heutigen Sitzung beeder Colegien zur Sprache, daß einige Güterweege und nahmentlich der Weeg gegen Hallwangen dem Bühl und Weilersteig zu so sehr verdorben sind, daß dießelben nicht mehr fahrbbar sind, und häufig Klagen entstehen. Es wurde heute beschloßen zur Herstellung dießer Weege cirka 100 Roßlasten Kalkstein von Hallwangen her an den Wenigstnehmenden zu veraccondieren auf Recchnung der Gemeindecaße, um die nöthigsten und nächsten Weege herzustellen. Ferner wurde beschloßen, die Weege gegen dem Inge? Bühl und dem sog. Weilersteig mit Reisach zu machen, das Reisach aus dem Eigenthum der Bauerschaft-Waldung Weilersteig unentgeltlich abzugeben, die Handarbeiten aber aus der Gemeindecasse zu bezahlen.
z.B. Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Seeger Mast & Bürgerausschuß Ziefle Kappler Döttling
Randbemerkung in Blei: Roggericht 9. Sebrt 1864
 
Verhandelt den 24. Feber 1864
Der Ortsvorstand trägt dem versammelten Gemeinderath und Bürgerausschuß  vor, daß bei der heutigen in Grünthal abgehaltenen Sitzung des allgemeinen Kirchenconvent berathen und beschlossen wurde eine neue Orgel anzuschaffen in die Mutterkirche in Grünthal, deren Kosten sich mit dem Transport Aufstellung derselben, sowie für Veränderungen  in der Kirche sich auf etwa 2200 Gulden belaufen können, und es seie hierzu die Genehmigung durch den Gemeinderath und Bürgerausschuß, soweit derselbe nicht bei fraglicher Sitzung in Grünthal anwesend war, einzuholen
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt einstimmig, daß sie mit dem gefaßten Beschluß der Anschaffung einer neuen Orgel in der Mutterkirche in Grünthal vollkommen einverstanden seien, da die Beschaffung derselben schon längst ein anerkanntes Bedürfnis sei.
Zur Beurkundung
Gemeinderath & Bürgerausschuß 
Braun                  Ziefle
Bohnet                Döttling
Mast                    Kappler
Schneider
Seeger
 
Verhandelt den 3. März 1864
Nach §3 des Rezeßes zur Gemeindepflegrechnung von 1862/63 soll über die Anstellung und Belohnung des Impfbuchführer Beschluß gefaßt werden.
Der Gemeinderath und Bürgerausschuß beschließt dem Schulmeister Glük in Untermusbach die Impfbuchführung gegen jährliche fixe Belohnung von 1 Gulden zu übertragen.
z.B.
Gemeinderath & Bürgerausschuß
Braun                  Ziefle
Mast                    Döttling
Bohnet                 Kappler
Schneider
Seeger
 
Johann Martin Ziefle Bauer hier erklärt der Würtembergischen Feuerversicherungsgesellschaft gegen Feuersgefahr folgende Mobilien:
1. Gold & Silber mit Inbegriff v. Taschenuhren mit Ausschuß von Geld 30 f,
2. Bücher 24,
Gemälde Kupferstich 10,
Betten und Bettgewand 400,
Kleider & Weißzeug 280,
Leinwand & Tischzeug 200,
Schreinwerk 250,
Küchengeschirr 80,
Faß & Bandgeschirr 50,
Gemeinder Haußrath mit nbegriff v. Spiegel, Wanduhren & allerlei Handwerkszeug 200,
Gaisen, Wägen, Pflüge, Eggen, Schlitten, Sattel und Reitzeug, sonstiges Pferd & Ochsengeschirr 300 f,
Baumanns Fahrniß nehmlich Scheuer & Handgeschirr 100 f,
Mundvorrath 260,
Früchte 600,
Stroh 400,
Futter 450,
Flachs & Hanf 30,
Waarenvorrath bestehend in allen zu einem Ökonomie Geschäft gehörigen Gegenständen 36,
zusammen 3700 f, dreytausend sibenhundert Gulden.
Beglaubigt mit 3700 f.
Den 9. Merz 1864, Gemeinderath Braun Bohnet Schneider Mast
 
Verhandelt den 28. Merz 1864
Auf Ansuchen des Gottlieb Binz welcher schon mehrere Jahr die hießige Markung zum fangen der Maulwürfe und Steudelmäuße gepachtet hat, wird der Vertrag auf das Jahr 1864 wieder verlängert, wonach derßelbe bei einer Selbstverköstigung aus der Gemeindecaße 40 f erhällt, aber nur in dem Fall, wenn derßelbe fragliches Ungeziefer beßer als vorigen Jahres fängt. Im Fall Klagen einlaufen, daß das Ungeziefer nicht gefangen wird, erhällt derßelbe Abzug, und werden auf seine Kosten gefangen.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Bohnet Seeger & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Mast
 
Verhandelt den 16. Mai 1864
Zufolge K. Oberamts-Ruggericht Rezesses § 1. besteht der Gemeinderath hier gegenwärtig aus dem Ortsvorsteher und 4 Mitglieder. Nach Art. 5 des Gesetzes vom 6. Juli 1849 muß aber der Gemeinderath mit Ausschluß des Vorstandes aus mindestens 5 Mitglieder bestehen. Man hat nun auf heute sämtliche Wahlfähigen Bürger zur außerordentlichen Wahl eines Gemeinderaths vorgeladen und da am 18ten December 1863 die ordentlche Gemeinderathswahl stattfand, so gilt dieße Wahl nach Art. 6 auf den noch übrigen Theil der Amtszeit nehmlich zum 18. December 1869.
Nachdem nun sämtliche Wahlfähigen Bürger abgestimmt hatten fiel das Ergebniß dahin aus, daß Johann Martin Ziefle mit 7 Stimmen, Georg Kappler mit 2 Stimmen, Martin Döttling mit 1 Stimme gewählt wurden, es ist demnach ersterer als gewählt zu betrachten.
Die Annahme der Wahl, Unterschrift Ziefle
Die Richtigkeit des vorstehenden und besonders der abgezählten Stimmen beurkundet Wahlcomißion Schultheiß Braun Gemeindepfleger Schneider
1. Randbemerkung: Heute als den 28. May 1864 wurde der neu gewählte Gemeinderath Ziefle in voller Sitzung des Gemeinderaths vorschriftsmäßig beeidigt. Unterschrift Ziefle
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Schneider Bohnet
2. Randbemerkung in Blei: wurde die Wählerliste vorher 8 Tage lang aufgelegt.
 
Verhandelt den 16. May 1864
Nachdem heute der Bürgerausschuß-Obmann Joh. Martin Ziefle zum Gemeinderathsmitglied gewählt wurde, und überdieß das Bürgerausschuß-Mitglied Fried. Schwemmle fortwährend abwesend ist, so wurde sogleich die Wahl des Bürgerausschußobmann und die Wahl eines Mitgliedes des Bürgerausschußes vorgenommen.
Nachdem nun sämtl. (Bleistiftsnotiz wie viel?) Wahlfähige Bürger abgestimmt hatten, fiel das Ergebniß dahin aus, daß Johann Georg Kappler mit 8 Stimmen zum Bürgerausschuß-Obmann , und Friedrich Mast mit 7 Stimmen zum Mitglied des Bürgerausshcußes gewählt wurden. Die gewählten haben sich zur Annahme der auf sie gefallenen Wahl bereit erklärt. Unterschrift Kappler Mast
Vorstehende Verhandlungen beurkundet Gemeinderath Braun Mast Seeger Schneider Bohnet & Bürgerausschuß Ziefle Döttling Kappler
Randbemerkung: Den 28. Mai 1864 wurden Georg Kappler und Friedrich Mast beeidigt. Unterschrift Kappler Mast
Der Bürgerausschuß besteht nun aus: G. Kappler Obmann, Martin Döttling, Fried. Mast, Fried. Schwemmle.
 
Verhandelt den 29. Juni 1864
Nachdem die Pachtzeit des Farrenhalters auf den 1. Juli d.J. abläuft, so wurde dem Beschluß der bürgerlichen Colegien gemäß das Farrenhalten unter den in Blt. 99 d.Blt enthaltenen Bedingungen welche bei der Pachtverhandlung deutlich vorgeleßenwurden auf 3 Jahre verpachtet, nehmlich vom 1. Juli 1864 bis 1. Julin 1867 und jährlich 100 f einhundert Gulden. Als Pächter erschien Joh. Georg Kappler Bauer hier, und es wurde demßelben der Pacht um jährlich 100 f hirmit übertragen.
Zur Beurkundung Braun Seeger Bohnet Schneider Ziefle & Bürgerausschuß Döttling Mast
Anerkannt der Pächter Unterschrift Kappler
 
Verhandelt den 23. August 1864
Aus Veranlaßung der heutigen Realtheilung über das Vermögen der am 13. April d.J. gestorbenen Dorothea, Wittwe des Jakob Bauer hier, wurde für den im Jahr 1847 nach Amerika ausgewanderten Sohn Johann Michael Bauer, deßen Aiufenthalt aber seit vielen Jahren nicht ausgemittelt werden kann, Jakob Schneider, Ortsdiener als Abwesenheitspfleger bestellt, und sogleich verpflichtet. Unterschrift Schneider
Zur Beurkundung Waißengericht Gemeinderath Braun Bohne Seeger Mast
 
Verhandelt den 10. Sebtember 1864
Da der seitherige Gemeinde-Farren bösartig wird, auch zum Ritt nicht mehr tauglich und zu schwer ist, so wird in der heutiogen Sitzung des Gemeinderaths beschloßen, einen anderen Farren kaufen zu  laßen, und den älteren Farren im Weege des öffentlichen Aufstreichs an dem Meistbietenden zu verkaufen, sobald ein junger tauglicher Farren gekauft ist. Zum Einkauf eines solchen Farren wird Johann Georg Kappler Farrenhalter einstimmig gewählt, welchem die Kosten aus der Gemeindecaße bewilligt werden, und nach Umständen auch der muthmaßlich Ankaufspreiß eines Farren vorgestreckt wird.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Bohnet Seeger Schneider Ziefle
 
Verhandelt den 3. November 1864
In Betreff der großen Noth welche die Stadtgemeinde Isny durch die Feuerbrunst vom 22./23. Okt. d.J. betroffen hat, wird zu Folge K. Gemeinschaftl. Oberamt-Ansuchs vom 28. Okt. in No. 127 des Gränzer für die Abgebrannten eine Unterstützung von 5 f aus der Gemeindekaße bewilligt.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Bohnet
 
Verhandelt den 30. Novber 1864
Aus Veranlaßung des probierens der Feuerspritze kam zur Sprache, daß der Spritzenmeister Johannes Hofer Schmiedemeister v. Untermusbach gestorben ist, und dieße Stelle somit erledigtist.
Der Gemeinderath beschließt, den Jung Jakob Hofer Schmiedemeister von Untermusbach als Spritzenmeister für die hießige Gemeinde zu bestellen, und da nach einer K. Oberamts-Anordnung im Ruggerichts-Rezeßbuch die Spritze jährlich 2 mal im Herbst und Frühjahr probiert werden muß, so wird die Belohnung des Spritzenmeisters auf jährlich 2 f 42 Kr. festgesetzt, dieße Gebühr hat Hofer den 1. Juli 1865 erstmals zu erheben.
z.B. Gemeinderath Braun Bohnet Ziefle Segger Mast Schneider
 
Es folgt das Inhaltverzeichnis, daß hier nicht editiert wird.
Zu den Maßen: 1 württ. Ruthe gleich 2,86 m und 1 Roßlast gleich 7 Zentner (350 kg).
 
Ein im Gemeinderaths-Protokollbuch gefundener Zettel enthält eine Preisliste. Ein Datum ist nicht enthalten, es ist jedoch der Name von Schultheiß Braun geschrieben. Das Blatt lag in den Seiten des Jahres 1855.
Zwei Pferd-Aufschlag 350 Gulden
Ein Paar Ochsen 200 Gulden
Ein Stier 44 Gulden
Eine Kuh 77 Gulden
Eine Kuh 70 Gulden
Ein Farren 55 Gulden
Ein Kalbing 25 Gulden
Ein Stier 20 Gulden
Ein Kalb 15 Gulden
Zwei Kälber 18 Gulden
 
  
Der Inhalt des Gemeinderatprotokollbuches wurde komplett übertragen.

Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.

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