Wappen von Musbach Obermusbach

Gemeinderats-Protokoll von 1891 bis 1912



Im Gemeinderaths-Protokoll sind die Beschlüsse des Gemeinderates und des Bürgerausschusses protokolliert.
Wir wollen hier auszugsweise mit Datum die Original- Niederschriften wiedergeben um einen Überblick über die Tätigkeiten des Gemeinderates in der Zeit von 1891 bis 1912 darzustellen. Das Original ist Kursiv geschrieben.
 
Die nachfolgenden Übertragungen erfolgen  bis 1906 nur noch dem Sinn nach, da die Schrift vom Schultheiß & Ratschreiber Joh. Schanz sehr schlecht lesbar ist. 
17. September 1891
 
Die Brücke über den Aisterbach bei Ortsdiener Oesterles Haus über die Ortsstraße ist schadhaft und muß repariert werden. Das Holz soll im Gemeindewald geschlagen und beigeführt werden. Den Auftrag erhält der Ortsdiener Oesterle für 6 Mark. Er muß hierfür noch den Zimmermann beim Sägen helfen und den Morast entfernen.
 
 
 
Der Schuster Johannes Finkbeiner von Untermusbach neuer Bürger hier beabsichtigt auf seinem erworbenen Grundstük N. 267 & 268 zusammen 1 h 3 ar 26 qm an der Straße von hier nach Untermusbach in Thalwiesen ein Wohnhaus zu erstellen.
Die betheiligten nächsten Anlieger sind Friedrich Hofer Ziegeleibesitzer und der Gemeindepfleger Wörner hier.Die bei der Baubesichtigung intressirten nächsten Anlieger erklären gegen diese Beabsichtigung nach vorangegangener reichlicher Überlegung keine Einwendungen zu machen.
Unterschriften bezeugen
Unterschrift des Hofers ist wegen der großen Entfernung des Bauplatzes nicht nöthig.
Unterschrift Wörner
Die bürgerlichen Collegien beschließen die Zustimmung bei Einhaltung der Baugrenzen.   
Gemeinderath Schanz Wörner Bohnet Braun Kappler
Bürgerausschuß Seeger Schneider Braun Bohnet Oesterle
 
 
 
 
3. Oktober 1892
 
Lt. Oberamtlich. Erlaß im Grenzer No 153 wird heute von den sämtlichen bürgerlichen Collegien der streng aufgetrettenen Maul & Klauenseuche des Rindviehs beschlossen indem in der Nachbargemeinde Untermusbach die Maul & Klauenseuche  in mehreren Stallungen sehr gefährlich aufgetretten ist, das Weiden auf hiesiger Markung sowie das Durchtreiben von Rindvieh Schafen Ziegen & Schweinen gänzlich untersagt werden soll von fraglicher Gemeinde bei Strafvermeidung vorzugehen sein soll.
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun Wörner
Bürgerausschuß A. Seeger Oesterle Bohnet Schneider
 
 
20. April 1893
 
Infolge Ablebens des Christian Friedrich Hofer hier sodann erfolgten Hofverkaufs an Joh. Hofer wurde wurde die Einschätzung der Feuerversicherung erforderlich.
Der Aufschlag hierin beträgt 9900 Mark, 800 Mark für Geräte der Ziegelhütte sind enthalten.
Außerdem wird die Feuerversicherung der Wittwe des Hofer neu eingeschätzt mit 3500 Mark, hierin sind 500 Mark für Fahrniß in der Ziegelhütte No 4 enthalten.
 
In der heutiugen Sitzung wurde weiter beschloßen daß der Mäusefänger Gottlieb Witzenman wieder soll als Mäusefänger angestellt sein und soll per Stük erhalten von der Gemeindepflege hier sechzehn Pfennig nach der Abzählung welche durch den Gemeindepfleger zu geschehen hat auf das Jahr 1893.
Zur Bedingung wird auferlegt daß die betreffende Mäuse sind auf der hiesigen Felder-Markung gefangen werden dürfen & nicht im Wald.
Unterschrift Gottlieb Wizemann
z.Beurkundung Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner
 
 
25. April 1893
 
Infolge deß hier am 24. d. Monats stattgefundenen Waldbrandes im Gewand Brand Parz N. 341, 342 & 343 also wird beschlossen daß sämtliche Kosten welche der Brand verursacht hat, nammentlich von der Wachmannschaft 20 Mann stark Feuerwehrleute von Abenmds 6 Uhr bis 12 und bis 6 Uhr Morgens sollen aus der hiesigen Gemeindekasse bezahlt werden.
vorstehendes Anerkannt
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Oesterle Bohnet Hofer
 
 
12. Juni 1893
 
Infolge der großen Dürre wird von den sämtlichen bürgerlichen Collegien beschlossen daß das früher bestehende Weiden im Wald wieder soll ausgeführt werden und zwar in sämtlichen auf hiesiger Markung befindlichen Streuplätz & Waldungen beschloßen um der großpen Futternoth Abhilfe zu beschaffen und es solle bald als möglich noch einem tüchtigen Viehhirten umgesehen werden.
vorstehender Beschluß wird für ganz richtig anerkannt
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Oesterle Bohnet Hofer
 
 
14. Juni 1893
 
Lt. Antragebogen N. 47 von der württenbergischen Feuerversicherungs Anstalt Stuttgart so wird heute dem Johannes Finkbeiner Schuster hier seine Fahrniß zu dem Preis von 3130 Mark taxiert & Angeschlagen und für richtig gehalten worden.
Unterschiften bekräftigen
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
 
 
25. August 1893
 
Von der Wittwe Bohnet hier wird in Folge ihres Hofverkaufs verlangt, daß die Wohnung hier im Gemeindehaus "Schulhaus"  Ihr möchte überlassen werden und zwar jährlich für 50 Mark.
Dem Vorbringen gemäß wird von den sämtlichen bürgerlichen Collegien dahier beschlossen daß dem Wunsch entsprechend insofern zugesagt wird, daß die Wittwe Bohnet soll einen jährlichen Pacht von sämtlichen Räumlichkeiten, 4 Zimmer & Bühne, Flur & Keller  und was für die Gemeinde nicht im Gebrauch stehend ist für jährlich zu 60 Mark und zwar vom 1. September 1893 an geltende Pacht und auf stetts wiederrufliche Weise und vierteljährliche Kündigung und wie die Wohnungen angetretten werden von der Mieterin so müssen sie in gleichem Zustand wieder hergestellt werden beim verlassen der Wohnung.
vorstehendes Anerkannt
die Mieterin Barbara Bohnet
vorstehender Pachvertrag wird von den bürgerlichen Collegien genehmigt
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Hofer
 
 
4. September 1893
 
Infolge des kleinen Wasserstandes der hiesigen Brunnen wurde von den bürgerlichen Kollegien beschlossen vorläufig durch den Herrn Oberamtsbaumeister einen Kostenüberschlag zur hiesigen Quellen-Wasserleitung fertigen zu lassen um erwägen zu können wie hoch sich die Kosten derstellen belaufen & damit sich der Gemeinde-Etat nicht zu sehr steigert indem die Kosten des betreff Überschlags soll aus der Gemeindekasse solle bezahlt werden.
Vorstehenden Beschluß genehmigt
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Bohnet Hofer
 
 
5. Mai 1894
 
Ferner
wird beschlossen da die Fahrbahn der Etterstrasse von den Teicheln der hiesigen Brunnen infolge Ausgraben von den alten und Einlegung von den neuen sehr schlecht besteht daß sollen cirka 36 Cubm Kalksteinschutt von Hallwangen hierherbeigeführt werden in die fragl. Etterstrassenbahn und für den qbm soll 3 Mark als Fuhrlohn bezahlt werden. Die Beifuhr hat erhalten Andreas Bauer hier für drei Mark.
dieses Anerkennt Unterschrift Bauer
Vorstehende Beschlußfassung für durchaus richtig erachtet , daß die Genehmigung keinen Zweifel unterliegt.
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Braun
 
 
29. Juni 1894
 
Die Jagdpachtzeit ist abgelaufen und wird neu verpachtet.
Der bisherige Pachtzins betrug 265 Mark/Jahr. Es liegt ein Angebot für 600 Mark/Jahr vor.
Die Jagd wird aufgeteilt.
Die Pacht für die Jagd auf Hirsch, Reh, Füchse, Hasen erhält für 300 Mark/Jahr 
Emil Hamma aus Stutgart als Pächter
und als Theilhaber Friedrich Schmenk Fabrikant aus Reutlingen,
als Stellvertreter Firedrich Kappler von hier,
als Selbstzähler und Selbstschuldner Bürger Max Lutz Fabrikant aus Stuttgart.
An Stelle von Herrn Schmenk tritt Herr Lehmann Fabrikant aus Stuttgart.
 
Die Jagd auf Auerwild wird extra verpachtet zu 300 Mark/Jahr und erhält
Herr Privatier A. Schierenberg aus Frankfurt am Main als Pächter,
als Theilhaber Herr Otto Goeringer Badbesitzer in Rippoldsau.
Die Pacht gilt von 1895 bis 1901.
 
 
19. November 1894
 
Es wird heute bei vollständiger Versammlung des Gemeinderaths und Bürgerausschußes daß hier jeder Bürger verpflichtet sein soll soweit den Weg und Etterstrasse an sein Eigenthum angrenzt durch den Ort der Reinigung der Strasse in Ordnung zu halten und zwar jeder unentgeltlich namentlich die Entfernung des Morastabzugs der Strasse.
Gemeinderath Schanz Wörner Kappler Bohnet Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Bohnet
 
 
28. Merz 1895
 
Infolge der Abtheilung beziehungsweise Verkaufs des Johs Schanz an seinen Sohn Johs Ziefle wurde eine neue Einschätzungs Aufnahme erforderlich und was heute vor dem versammelten Gemeinderath zur Verhandlung anberaunt wurde und wurde die Einschätz von der sämtlichen Fahrniß des Johs Ziefle für Durchaus richtig beurteilt nach Antrag Bogen N. 52 für 11.820 Mark.
Desgleichen wurde der Einschätzungs-Anschlag von Johs Schanz mit dem Betrag der sämtlichen Fahrniß von 11.620 Mark lt. Antrags-Bogen N. 54 für Durchaus richtig angenommen und woraus sichtlich der Werth vollkommen vorgefunden ist.
z B.
Gemeinderath Wörner Kappler Bohnet Braun
 
 
30. Merz 1895
 
Es soll für die hiesige Gemeinde eine Viehwaage angeschaft werden mit cirka 25 Centner Tragkraft und soll dieselbe auf die hiesige Gemeindekosten angeschaft werden.
Zur Besorgung der Anschaffung wird Hr. Gemeindepfleger Wörner hierzu beauftragt.
Genehmigt
Gemeinderath Schanz Wörner Kappler Bohnet Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Bohnet
 
 
30. August 1895
 
In heutiger Sitzung des Gemeinderaths wurde nachstehendes beschlossen.
Das den Hagelgeschädigten des Oberamtsbezirkes Nagold und Calw vom Juli 1895 soll aus der Armenkasse hiern jedem von den genannten Bezirk je ein Betrag von 20 Mark wo sofort aus der Armenkasse übergeben werden soll.
 
Ferner wurde beschlossen daß dem hiesigen Veteran vom Feldzug 1870/71
Andreas Wörner hier soll aus der Gemeindekasse 10 Mark ausbezahlt werden anläßlich der Erinnerung des 25jährigen Jubiläums-Feier. Obiger Betrag mit 10 Mark soll sogleich zur Ausbezahlung übergeben werden.
vorstehendes genehmigt.
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun
 
Ferner soll anläßlich dieser vorgebrachten Feier des Geburtstags der Schlacht bei Sedan also Sedansfestfeier 1870 der hiesigen Schuljugend ein Geschenk aus der Schulfondkasse je 50 Pfennig ausbezahlt werden, würde bei 7 Kinder a. 50  P zusammen 3,50 Mark.
vorstehendes genehmigt
Gemeinderath Schanz Wörner Kappler Bohnet Braun
 
 
20. September 1895
 
Lt. Grenzer 182 von 1895 betreffend das überhandnehmen der Feldmäuse usw. soll hier nach Bedürfniß Mäusekörnergift auf Rechnung der Gemeindekasse angekauft werden.
Gemeinderath Schanz Wörner Kappler Bohnet Braun
 
 
4. Dezember 1895
 
Der hiesige Ansäszige Bürger & Schuhmacher Johannes Finkbeiner trägt vor daß er sich möchte als Aktivbürger einkaufen und sei bereit den hier bestehen Betrag-Bürgergeld von 10 Mark an die hiesige Gemeindekasse sofort zu bezahlen.
Diesem Vertrag wurde sofort entsprochen und sind sich der Gemeinderat & Bürgerausschuß  die Annahme des Hr. Finkbeiner veranlaßt sofort zu genehmigen Zumal der fragliche als ein strebsammer- fleißiger & sparsamer Haushälter geschildert werden kann.
vorstehenden Beschluß genehmigt z. B.
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Bohnet Hofer
 
Randbemerkung: d. 22. Dezember 1896 nach Erzgrub Mitteilung geben.
z.B.
Schulheiß Schanz
 
 
29. Mai 1896
 
Auf Antrag von den Güterbesitzer im Hilperswiesen und Weilersteig so verlangen dieselben daß der Feldweg N. 9 hinter dem Ochsen entlang soll wegen der steilen Steigung etwa um 1 1/2 Meter abgegraben werden Diesem Verlangen wurde zugesagt und sofort in Angriff genommen worden. Zu diesem Abgraben sollen zwei tüchtige Arbeiter aufgestellt werden, und soll am 1. Juni 1896 angefangen. Zur Aufsicht dieser Arbeiter wird aufgestellt Joh. Gg. Kappler, Gemeindrat als Belohnung hierfür erhällt derselbe 7 Mark. Ferner muß die Mauer auf der linken Seite des gemeinden Weg neu aufgeführt werden. Diese Arbeit soll der Jakob Seele Maurer von Grünthal voll übergeben werden im Taglohn.
Genehmigt
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun
Bürgerausschuß Seeger Braun Oesterle Bohnet Hofer
 
 
1. Oktober 1896
 
Adam Seeger z. Ochsen hier trägt vor daß er ein neues Piano für 600 Mark angeschaft habe und es in seinem Haus -Gebäude N. 6 erstellt und daß fragl. Gegenstand wie oben erwähnt gestellt sowie auch der Wert hiervon vorhanden, so daß die Zulässigkeit zur Feuerversicherung mit dem Betrag v. 600 M unterliegt.
z.B.
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
 
 
18. November 1896
 
Infolge Neuanschaffung von vorschriftsmäßig vorgeschriebenen Markungssteinen, so daß der frühere Tax pro Stein von 20 Pf, auf 60 Pf für das setzen soll erhöht werden weil der Stein die Gemeinde 40 Pf Ankauf kostet und soll ein alter Stein wieder frisch gesetzt werden, soll der frühere Tax v. 20 Pf sein verbleiben haben.
Genehmigt
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Bohnet Hofer
 
Randbemerkung: Auszug übergeben ans Kgl. Oberamt
War aber nicht erforderlich
Randbemerkung: mit Wirkung zum 1. April 1896
 
 
30. November 1896
 
Die hölzerne Brüke bei der Ziegelhütte soll neu gemacht werden und zwar soll eine gewölbte Steinen-Brüke angelegt werden.
Der Anschlag hiervon beträgt 70 Mark.
Es bietet ab Jakob Seele Maurer und Steinhauer bis auf 60 Mark und wird demselben für 60 Mark überlassen.
Anerkannt Unterschrift Jakob Säle v. Grünthal
Randbemerkung: von fragl. Brücke ist die Garantiezeit bis 30. November 1899
 
Zu der vorgenannten Brüke sind cirka 6 Cbm Steine erforderlich welche im Reichenbacher Berg geholt werden müssen und wird für die Beifuhr per Cbm 4 Mark Taxirt & hat erhalten Johannes Bohnet zur Beifuhr.
Die Annahme anerkannt Unterschrift Bohnet
vorstehende Accordverträge genehmigt
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun Wörner
Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Hofer
 
 
20. Januar 1897
 
Lt. Oberamtlichen Erlaß Grenzer N. 6.1897 betreffend die Festsetzung der Ortsüblichen Taglöhne gewöhnlicher Tagearbeiter so wird hier beschlossen daß der veröffentlichte Tagelohntarif von dem Bezirk Freudenstadt Minist. Amtsbl. 1892 S. 471 N. 15 soll sein verbleiben haben, nehmlich:
Männlich Erwachsen 1 Mark 70 Pfennig
Weiblich Erwachsen 1 Mark 10 Pfennig
Männlich Jugendlich 1 Mark
Weiblich Jugendlich 80 Pfennig.
vorstehenden Beschluß anerkannt
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun Wörner
 
 
10. Merz 1897
 
Der ortsansäßige Michael Dölker Strassenwärter hier seit 1880 Wohnhaft hier trägt vor, daß er sich wolle als Aktiv-Bürger hier Einkaufen, gegen die Entrichtung des hier zu zahlenden Bürgergeld von 10 Mark.
Anerkannt Unterschrift Dölker
 
Aiuf vorstehenden Antrag wird von Seiten des Gemeinderats kein Hinderniß entgegen gehalten da der fragliche ein sehr strebsammer Mann und guter & richtiger Haushälter angesehen ist.
Gemeinderath Schanz Kappler Bohnet Braun Wörner
 
Randbemerkung: Dem 12. Merz 1897 nach Untermusbach Anzeige erstattet
z.B. Schultheißenamt Schanz
 
 
18. April 1897
 
Der gestorbene Amtsdiener Johann Oesterle war vom 5. Jan. - 19. Febr. 1897 im ganzen 45 Tage, im Diakonissnhaus in Stutgart, wofür dessen Witwe, bei einem Taggeld von 1,50 Mark, 67 M 50 Pfg auszulegen hatte.
Es wird beschlossen,
der Witwe des + Johann Oesterle im Anbetracht ihrer Kinderzahl & ihrer bedrängten Verhältnisse diese Summe zu ersetzen, indem ihr aus der Ortsarmenkasse die runde Summe von 70 Mark zugewiesen wird.
z.B. Ortsarmenbehörde Schanz Bohnet Wörner Braun Kappler, Zeller Ar.
 
 
30. April 1897
 
Zufolge des Ableben des hiesigen Leichenschauer & Totengräber Johann Georg Oesterle Schreiner hier wurden diese beiden Stellen erledigt und sollen wieder bestellt werden u. zu dieser Stelle wurde der Schreiner Bernhardt Klumpp von Untermusbach berufen und bestellt, und sofort in Pflichten genommen und in sein Amt eingesetzt.
Anerkannt Unterschrift Bernh. Klumpp
z.B. vorstehendes genehmigt Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun
 
 
16. November 1897
 
Es ist die Ausscheidung der Gemeinde Aach aus der Kirchengemeinde Grünthal erfolgt und da die Gemeinde Aach eine eigene Kirche erbaut hat und zu diesem Anlaß soll ein Gedenk von der Gemeinden in die neue Kirche gewidmet werden im Betrag von cirka 10 Mark und zu diesem sollen die fragl. 10 Mark aus der Kirchenpflege genommen werden für welches die Kirchengemeinderäte einverstanden sind.
Anerkannt Kirchenrat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun,  Zeller Ar.
 
 
21. April 1898
 
Nachdem der Hausmietvertrag von Seite 144 wieder Rückgängig beziehungsweise  an den Herrn Chr. Anseln, Hotelier von Stuttgart abgetreten wurde von dem Pächter Jakob Friedrich Stoll, Schneider in Freudenstadt, sodenn wird heute der Hausmietvertrag von dem hiesigen Gemeindehaus, Schul- und Rathaus, was für die Gemeinde nicht gebraucht oder entbehrlich ist, an den betreffenden Herrn Chr. Anseln Hotelier in Stuttgart neu vergeben, und zwar jährlich für 60 Mark vom 1. April 1898 bis aufs weitere, auf stets, auf beiderseitigen 1/4 jährigen Kündigung, wiederruflichen Weise , woraussichtlich bis 1. April 1901.
Dem Hausmieter sind die 3 ineinander gehende Zimmer Küche, Speisekammer, Keller und Holzplatz auf der Bühne und nach Umständen das Bühnen-Kämmerle zeitweise und nach Abzug des Hausmieters muß er die Miethewohnung wieder im gleichen guten Zustand herstellen lassen wie Sie ihm Übergeben wurde am Aufzug 1898.
Der neue Kochherd welcher von dem Herrn Anselm angeschaft wurde, soll Eigenthum der Gemeinde bleiben nach dem Verlassen des Hausmieters. Ferner wird die neue Verweiss und Tapetzierung sowie auf die Abänderungen der Küche mit dem Kamienschacht sowie die Rohreinrichtungen zur sämtlichen Feuerungen werden gleichfalls sämtliche entstehende Kosten von dem Hausmieter bestitten.
vorstehendes anerkannt der Hausmieter Unterschrift Chr. Ansel Hotel Texto
vorstehender Verpachtungsvertrag wird hier durch genehmigt auf die 3 Jahr 1898 bis 1901 pro 1. April
z.B. Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
 
Randbemerkung:
 Der nebenstehende Hausmietvertrag wurde heute d. 26. Juni 1899 mit den ein und denselben Bedingungen von 1901 pr 1. April bis 1910 jährlich für 80 Mark mit dem südlichen gelegenen Zimmer welches Georg Bohnet benützt verlängert.
Anerkannt Unterschrift Chr. Ansel Hotel Texto
genehmigt Gemeinderat Schanz Wörner Bohnet Braun Seeger
                  Bürgerausschuß Ziefle Schneider Bohnet
 
 
30. Mai 1898
 
Auf den Antrag des Herrn J. Autenrieth Kunsthandlung in Stuttgart, betreffende Feuerversicherungs Gegenstände welche in dem von ihm gemietheten Haus Gebäude N. 2 hier untergebracht sind, sollen nach der Angabe der Agentur der Feuerversicherungs-Bank für Deutschland zu Gotha im Werthbetrag von zusammen 2325 Mark versichert aufgenommen werden. Diesem Antrag steht kein HInderniß entgegen indem nach der Besichtigung der Mobilien sich der Werth derselben nach dem erachten des Gemeinderats vollständig bewiesen hat.
z.B. Gemeinderat Schanz Bohnet Braun Wörner
 
 
 
30. Mai 1898
 
Durch die Anschaffung einer neuen Viehwaage für die Gemeinde hier sodenn ist zuderselben ein Waagmeister erforderlich, und dieser wurde heute aufgestellt und zwar inder Person des Johs Finkbeiner Schuhmacher hier und derselbe erklärt sich darüber daß er das Waagmeister-Amt für ein jährliches Warte-Geld (Gehalth) von 0 Mark und verpflichtet sich über die Waag und Häusigen zu wachen oder sonstige etwaige unvorhergesehenen Unanehmlichkeiten  unentgeltlich zu besorgen wo der fraglichen Waage schaden. Der Waagmeister wird auf die Zeit von 5 Jahre in stets wiederruflicher Weise angestellt, wird sogleich in Pflichten genommen und in seine Stelle eingesetzt.
Anerkannt Johs Finkbeiner
Gemeinderat genehmigt Schanz Bohnet Wörner Braun
Randbemwrkung: Der Waagmeister erhält von jeden was abgezogen wird.
 
16. Juni 1898
 
Das Wiegegeld (Tax) soll in nachfolgender Weise erhoben werden und zwar:
von
1 Stück Rindvieh u.s.w. per  x  50 Pfg
1 Stück Kalb bis zu 1/2 Jahr alt x 20 Pfg
1 Stück Schwein   "       "            "   30 Pfg
wird
auf vorstehenden Betrag festgesetzt.
genehmigt Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß Bohnet Hofer Seeger Braun Ziefle
 
Randbemerkung: Dem Waagmeister wurde nebenstehendes eröffnet, das Stück Schwein soll für 30 Pfg nicht mehr sondern blos noch für 20 Pfg Waaggeld vom 1. April 1899.
 
 
 
24. Juni 1898
 
Durch Uebergabe eines Anfragebogen des hier wohnenden Toff. Löwinger Kaufmann aus Stuttgart betreff für diesen seine Mobilarfeuerversicherungs-Gegenstände (Bewegliche) von detr Aachner Münchener Feuerversicherungs Gesellschaft mit Betrag von zusammen zu 3.160 Mark angeschlagen von Stutgart übergeben worden sind, wird von dem Gemeinderat nach vorher genommener Einsicht von den fragl. Gegenständen welche in dem Gebäude N. 2 hier untergebracht worden sind, nicht im geringsten beanstandet, da der volle Werth des Anschlagewert vorhanden zu betrachten ist.
z.B. Gemeinderat Schanz Braun Bohnet Wörner
 
 
29. Juni 1898
 
Lt. R..ßbuch vom 22. April 1898 wurde vom Kgl. Oberamt den bürgerlichen Collegien nach Wunsch aufgegeben, daß an den hiesigen Friedhof soll ein Stück dazu gekauft werden von dem daran angrenzenden Anlieger Johannes Bohnet und zwar 1 Ar lt. Meßurkunde.
Derselbe soll pro 1 Ar 30 Mark erhalten, die Kosten zahlt die Gemeinde.
Anerkannt Unterschrift Bohnet
 
Ferner wurde beschlossen daß wenn sich in der Gemeinde irgend jemand sollte veren lassen ein oder zwei Gräber für eigen kaufen will so muß desjenige für jedes einzelne Grab ohne Ausnahme von einem Kind oder Erwachsenen 15 Mark der Gemeindekasse ersetzen oder bezahlen.
vorstehende Beschlüsse genehmigt z.B.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß Bohnet Seeger Braun Hofer Ziefle
 
 
29. Juni 1898
 
Der Amtsdiener Oesterle zugleich auch noch Feld & Waldschütz sowie auch Nachtwächter ist gestorben und ist an dessen Stelle ein anderer zu wählen oder aufzustellen. Zu dieser Stelle xx wurde des verstorbenen Sohn Johannes Oesterle auf eine unbestimmte Zeit vorgeschlagen und auch gewählt.
Derselbe soll nun als fixium baar erhalten aus der Gemeindekasse wie folgt pro 1 Jahr vom 1. April 1898 an
1. als Amtsdiener 50 Mark
2. als Nachtwächter 20 Mark
3. als Feld & Waldschütz 100 Mark
zusammen 170 Mark.
R
Ferner was die regulierung betrifft bei den Gerichtlichen Ernennungskosten sodenn erhält er vom je 100 Mark  Kaufpreis 90 Pfg. von jeden weiteren 100 Mark nur 5 Pfg.. Es werden aber über 100 M die ungerade für volle 100 M berechnet.
Nachtrag: vom weiteren von 1000 M die Hälfte.
Es wäre nun das erste 1000 M 55 Pfg., die weitere 100 M 28 Pfg. je xx.
Vorstehende Wahl oder Amtsanstellung nimmt an und wird sogleich in Pflichten genmommen sowie mit einer Dienszvorschrift betraut und in sein Amt eingesetzt.
vorstehendes anerkennt Unterschrift Oesterle
vorstehenden Beschluß genehmigt z.B.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß Bohnet Braun Hofer Seeger
 
 
 
25. Juli 1898
 
Da die Gemeinde eine neue Viehwaage angeschaft hat, so ist zur Bedachung derselben ein Häuschen darüber zu erstellen erforderlich.
Auf dem Gemeindeplatz und zwar an der Strasse entlang von hier nach Untermusbach führend.
Und wurde zu der Erbauung dieses Häuschen der Schultheiß Schanz hierzu beauftragt.
Dieses anerkannt Unterschrift Schanz
genehmigt
Gemeinderat Bohnet Wörner Braun
 
 
30. November 1898
 
Dem Johannes Ziefle Bauer hier soll der Plaz von der Gemeinde 51 qm für 65 Mark überlassen werden, welcher von ihm als sein Eigenthum im guten Glauben 1897 überbaut worden ist und wird hiermit von den bürgerlichen Collegien in sofern genehmigt, und soll der Beschluß dem Kgl. Oberamt zur Genehmigung vorgelegt werden.
vorstehenden Beschluß anerkannt Johannes Ziefle
genehmigt
Gemeinderat Schanz Bohnet Braun
Bürgerausschuß Bohnet Braun Hofer Seeger
 
 
23. Januar 1899
 
Dem Ortsdiener Feld & Waldschütz soll ein neuer Anzug angeschaft werden, was bereits schon geschehen ist.
Dieser hat gekostet zusammen sammt Mütze 44 M 25 Pfg.
Genehmigt z.B.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
 
 
 
20. Februar 1899
 
Es soll für die hiesige Gemeindepfleger-Akten und Bücher und auch etwa für das zeitweilige Baumgeld vom Holz sich in der Kasse befindet ein neuer Kassenschrank hierzu angeschaft werden, und zwar nach der Vorlage eines Cadalog von Herrn M. Frank, Nr. 12 v. Söhlingen. Derselbe soll für 220 M bestellt und angeschaft werden und zwar bis 1. Augaust 1899 soll er geliefert werden.
Genehmigt
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß Bohnet Braun Hofer Seeger
 
 
 
1. April 1899
 
Der Waagmeister Johs Finkbeiner hier soll als Gehalt jährlich erhalten die Hälfte des im Jahr angefallenen Wieggeldsbetrags und zwar muß die Abrechnung jedes Jahr auf den 1. April geschehen nach der eingetragenen Buchführung. Ferner das Wiegegeld soll festgesetzt sein für
1 Stück Großvieh per 1 St. 50 Pfg.
1 Stück Kleinvieh Kalb 1/2 Jahr 20 Pfg.
1 Stück Schwein alt 20 Pfg.
vorstehendes anerkannt Unterschrift Johs Finkbeiner
Genehmigt
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
Bürgerausschuß Ziefle Kappler Schneider Bohnet
 
 
20. November 1899
 
Der Ferdinand Christian Friedrich Schwenk aus Stuttgart evangelischer Confesion geb. d. 16. Jun 1857 zu Stuttgart hiesiger Jagdpächter trägt vor er möchte als Bürger hier aufgenommen werden gegen die Entrichtung der hier zu zahlende Bürgerannahme Sportel von 10 Mark.
Diesem Wunsch wurde entsprochen und weil er als sehr vermöglicher Mann hier bekannt ist, hält sich der Gemeinderat es geeignet und wird hierdurch genehmigt.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun
 
 
 
18. Oktober 1901
 
Nach der Genehmigung des Kgl. evangelischen Konfisterium der Zusammenlegung der Vereinigung der Schule mit Untermusbach - Obermusbach so soll der Schulfonds auch einheitlich verwaltet werden nach der Genehmigung vom 9. Oktober 1883 diesem zufolge wurde unterm 12ten September 1901 des oberamtlichen Erlaßes so belauft sich das Schulfonds-Vermögen von
Obermusbach zum 1. April 1899 auf 426 M 43 Pfg
Untermusbach 1. April 1898 auf 851 M 39 pfg
zusammen 1277 M 82 Pfg.
Nachdem hat der Schulfond von Untermusbach 2/3 Theil und Obermusbach 1/3 Theil.
So wird beschlossen, daß Vereinigung soll ausgeführt werden zuvor aber soll die Rechnung beiderseits vom Verwaltungsakteur festgestellt werden und dann in Untermusbach zur einheitlichen Verwaltung übergeben werden.
Ferner soll das Resultat von der Rechnungsabhör zu den hiesigen Gemeindepflegerakten gebracht werden.
Zum Fall einer Auflößung von der einheitlichen Schule so hat der Schulfond wieder in 2/3 und 1/3 sich zu vertheilen, er mag ärmer oder reicher werden.
Dieser Beschluß soll auch zu der Genehmigung der bürgerlichen Collegien nach Untermusbach vorgelegt werden.
 
 
7. Oktober 1902
 
Der Amtsdiener Georg Oesterle, Feld & Waldschütz, Polizei & Amtsdiener erhält derselbe 150 Mark,
für Mehendienst 20 Mark, für Nachtwächterdienst 20 Mark, zusammen 190 Mark.
Die Gehaltssumme von 190 Mark mit Rückwirkung auf den 1. April 1902 zurück.
Anerkannt Unterschrift Georg Oesterle
Genehmigt Gemeinderath Schanz Wörner Braun Bohnet
 
 
7. Juni 1904
 
Auf Antrag der Jagdpächter von der hiesigen Jagd, daß sie von der Gemeinde begehren die Jagdzeit oder Pachtzeit um 3 Jahre zu verlängern vom 31. Merz 1907 bis 1. April 1910. Dieser Antrag wurde entsprochen und sollen die gleichen Pächter wo die Jagd hier gepachtet haben und zwar die
Herren
A. Schierenberg aus Frankfurt und
Herr Baron von Upwich aus Lobberich bei Anfeld aus Westfahlen 
haben die Auerhahnjagd verlängert vom 1. April 1907 bis 31. Merz 1910 erhalten.
Anerkannt Unterschrift Meton van der Upwich
Randbemerkung: gegen je 400 M Pachtgeld jährlich.
 
Dersgleichen wird die Rehe und Hasen, überhaupt die nieder Jagd den früheren Pächter Herrn
Emil Hamma & H. Lehmann aus Stuttgart.
Anerkannt Unterschrift Emil Hamma H. Lehmann
Randbemerkung: gegen jährlich zu 400 M Pachtgeld.
Vorstehende Verlängerung wird hiermit genehmigt
Gemeinderat Schanz Bohnet Seeger Braun
Bürgerausschuß Ziefle Kappler Bohnet Schneider Dölker Seeger
 
Zur Begründung der vorstehenden Jagdpachtverlängerung ist
1. die Auerhanenjagdpächter wollen zur Verbesserung des Auerwilds größere Sorten einsetzen welchen kein Hinderniß im Weg steht.
gesehen gei Pächter, Unterschriften fehlen
2. Was die Rehejagdverlängerung betrift, so wird der Pächter derselben anbedungen daß Sie das Wild besser abschießen als bisher.
Gesehen die Pächter Unterschrift Emil Hamma H. Lehmann  
 
Die Richtigkeit von vorstehendem beurkundet
Gemeinderat Schanz
Bürgerausschuß
 
 
 
6. Dezember 1904
 
Der hier verheuratete Schreiner Johann Georg Lörcher trägt vor, daß er sich hier wolle als Aktiv-Bürger hier einkaufen.
Dem Vorhaben wird von den bürgerlichen Kollegien kein Hinderniß erblickt und wird hiermit gegen die Bezahlung von 10 mark Bürgerannahme-Gebühr genehmigt.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun Seeger Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Schneider Kappler
 
 
 
27. Dezember 1904
 
Bei der am 19. Dezember 1904 vorgenommenen Bürgerausschußwahl haben nachfolgende Stimmen erhalten:
Adam Bohnet 10 Stimmen
Fritz Kappler 8 Stimmen
Johs Finkbeiner 5 Stimmen
und sind hiermit gewählt. Dieselbe erkölären das Sie die auf Sie gefallene Wahl annehmen
Anerkannt Unterschriften Bohnet Kappler Finkbeiner
 
Weitere Stimmen erhielten:
Johs Hofer 5 St.
A. Seeger 5 St.
David Mast 5 St.
 
Ferner fand heute die Beeidigung des nun gewählten Mitglied Johs Finkbeiner bei der vollständigen Versammlung der bürgerlichen Collegien statt. Bohnet & Kappler wurden auf ihren früheren geleisteten Eid hingewiesen.
Anerkannt Unterschrift Bohnet Kappler Finkbeiner
 
Zugleich wurde heute die Wahl eines Bürgerausschuß-Obmann aus ihrer Mitte gewählt.
Fritz Kappler mit 5 Stimmen Obmann
Johs Ziefle mit 4 Stimmen Stellvertreter
und sind hiermit gewählt und diese erklären das sie die Wahl annehmen.
Anerkannt Unterschrift Kappler Ziefle
zur Beurkundung
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun Seeger Schneider
Bürgerausschuß Dölker Schneider Finkbeiner Bohnet
 
 
 
28. Merz 1905
 
Zu der Schillerfeier welche im April 1905 zur hundertjährigen Wiederkehr gefeiert, wohl in ganz Deutschland, zu dieser Feier soll aus der hiesigen Gemeindekasse mit der Gemeinde Untermusbach für die Schuljugend der dritte Theil der anwachsenden Kosten verausgabt werden.
z. B.
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Schneider
 
 
24. Juni 1905
 
Die bürgerlichen Collegien sind versammelt von wegen der neu anzulegenden Wasserleitung ins hiesigen Ort.
Es wurde beschlossen daß soll vorerst in dem Finstergässle bei Johannes Ziefle Feld ein Nachgraben soll geschehen und zwar bis zu den Ausgaben von cirka 100 Mark welche von der Gemeinde getragen werden, und sollten sich etweigige Entschädigung für den Grundbesitzer ergeben, sodenn soll der Betrag von der Gemeinde auch getragen werden.
z. Beurkundung
Gemeinderat Schanz Wörner Seeger
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Schneider Kappler Bohnet Finkbeiner
 
 
 
26. Juni 1905
 
Die bürgerlichen Collegien sind versammelt und wird nach der Abmachnung vom 11. Juli 1904 betreffend Anbringung eines Blitzableiter auf das Schul & Rathaus welches der Gemeinde gehört, so soll mit der Besprechung mit Herrn Oberamtmann Schwarderer und einigen Gemeinderät, daß derselbe soll womöglich alsbald angebracht werden. Demselben wurde entsprochen und wurde die Anfrage gestellt an Herrn Chr. Ansel von Stutgart gestellt, ob er geneigt wäre als Hausmieter unserer Wohnungen im Schulhaus jedenfalls die Hälfte an den Ausgaben zu bezahlen.
Und was Herr Ansel fühlte sich nicht veranlaßt etwas zu bezahlen indem er erklärt, er habe schon große Opfer gegeben namentlich zur Herstellung des Aborts somit verbleibt nun nichts anderes übrig als die Gemeinde muß den gabnzen Betrag bezahlen.
zur Beurkundung Gemeinderat Schanz Seeger
 
 
 
21. Dezember 1905
 
Der nun hier ansässige Sägewerk und Gutsbesitzer Georg Frey geb. zu Schwarzenberg seit 27ten Juli 1905 hier trägt vor daß er möchte als Aktiver Bürger in der hiesigen Gemeinde aufgenommen werden gegen die hier zu bezahlenden Bürgerannahmsgebühr von 10 Mark zu entrichten bereit erklärt. Es wurde nun von den bürgerlichen Collegien beschlosen, daß dem Antragsteller kein Hinderniß im Weg steht.
zur Beurkundung
Gemeinderat Schanz Bohnet Wörner Braun Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Schneider Kappler Finkbeiner
 
 
 
13. Januar 1906
 
+Schulth. Schanz ist am 22. Dezember 1905 gestorben. Ein neuer Ortsvorsteher ist noch nicht gewählt. Stellvertretender Ortvorsteher ist Wörner.
 
 
7. Februar 1906
 
Die am 15. Januar 1906 vollzogene Wahl des Bauern und Bürgerausschuß-Obmann Friedrich Kappler in Obermusbach zum Ortvorsteher dieser Gemeinde ist durch Erlaß der Kgl. Regierung des Schwarzwaldkreises, vom 30. Januar 1906 bestätigt worden.
 
Zum Zwecke der Amtseinsetzung und beeidigung des Schultheißen Kappler hat sich der Oberamtmann heute auf dem hiesigen Rathaus eingefunden.
Schultheiß Kappler übernimmt vom Schultheißenamtsverweser Wörner, Registratur und Inventar. Die Registratur befindet sich in Ordnung.
Nachdem der neue Ortsvorsteher das Schultheißenamt überhaupt, und die mit demselben verbundenen Ämter übernommen, und die Stelle des Bürgerausschuß-Obmann nioiedergelegt hatte, wird er noch vorausgegangener Ansprache des Oberamtmanns vorschriftsmäßig beeidigt.
z.B.
Schultheiß  Kappler
Schultheißenamtsverweser Wörner
Oberamtmann Kxx
Gemeinderat Seeger Schneider Bohnet Braun
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Finkbeiner
 
 
21. Mai 1906
 
Vom  Gemeinderat und Bürgerausschuß wird heute beschlossen, einen Antrag des Adam Seeger, Säger hier zufolge, betr. Abtretung eines Theils eines der Gemeinde gehörigen Platzes an der Strasse nach Untermusbach, bei Parzelle No. 264 u. 263, behufs Benützung als Bauplatz oder Hofraum um die Summe von 2000 Mark pro württembergischen Morgen zu überlassen. Der Käufer hat dahier alle hierbei entstehenden Kosten, wie Meßurkunde und Umsatzsteuer u. dergl. zu bezahlen.
Die Bezahlung erfolgt nach eingebrachter Meßurkunde. Ein Auszug hiervon wird dem Kgl. Oberamt zur Genmehmigung übergeben, worauf dann der eigentliche Kaufvertrag erfolgen kann.
zur Beurkundung
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet Schneider
 
 
 
12. Mai 1906
 
Durch den Gemeinderat u. Bürgerausschuß wurde heute mittelst geheime Abstimmung mit 6 gegen 2 Stimmen beschlossen, zu einer event zuerbauenden Wasserleitung gemeinsam mit der Gemeinde Untermusbach, ein Projekt u. Kostenvoranschlag, durch das staatliche Bauamt für das Wasserversorgungswesen, ausarbeiten zu lassen.
Die Kosten hiervon zahlt die hiesige Gemeinde zu 1/3.
zur Beurkundung
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet
 
 
 
4. August 1906
 
Durch den Gemeinderat wurde heut beschlossen, das Sammeln von Preiselbeeeren für die Zeit vor dem 10. Sept. für Auswärtige ganz zu verbieten. Von dieser Zeit an soll es gestattet werden, gegen Einlösung eines Erlaubnisscheins für welchen pro St. 1 Mark zu bezahlen ist.
Die Ausgabe der Scheine soll Waldschütz Oesterle besorgen, welcher hierüber eine Liste zu führen hat und dafür die Belohnung von 1/4 des Ertrags erhalten soll.
zur Beurkundung
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Schneider
 
 
 
16. September 1906
 
Bezugnehmend auf den oberamtlichen Erlaß im Grenzer No. 214 betreffend den Abschuß schädlicher Vögel wird von den bürgerlichen Kollegien beschlossen, den Waldschützen Österle hier, zu ermächtigen gegen die von der Amtsversammlung vom 9. Juli 1906 in §17 beschlossenen Vergütung, schädliche Raubvögel abzuschießen und für denselben oberamtliche Erlaubniß einzuholen.
z.B.
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Schneider Seeger
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Finkbeiner Schneider
 
 
26. September 1906
 
Beratung über die neue Wasserleitung mit drei Seiten Ausführung.
Mit 7 zu 2 Stimmen wird der Bau der Wasserleitung beschlossen.
 
 
10. Oktober 1906
 
Zufolge Erlass des Kgl. Amtsgerichts vom 29. Sept. d. J. soll für den verstorbenen Schultheißen und Gerichtsvollzieherstellvertreter Schanz ein neuer Gerichtsvollzieherstellvertreter gewählt werden.
Dabei wurde gewählt mit sämmtlichen Simmen Waldschütz Oesterle von hier, derselbe erklärt die Wahl anzunehmen. Unterschrift Oesterle
Die Richtigkeit dieser Wahl beurkundet
Gemeinderath Kappler Wörner Schneider Braun Bohnet
 
 
27. November 1906
 
Zur Bestreitung der Kosten für die Wasserleitung beschließen die bürgerlichen Kollegien ein Kapital von 8 - 10.000 Mark aufzunehmen und hierzu das Kgl. Oberamt um Genehmigung zu ersuchen. Die planmäßige Tilgung der Schuld, daß das aufzunehmende Kapital zu der noch bestehenden Schuld von 2800 Mark zu schlagen wäre und dann anstatt bis jetzt 400 Mark pro Jahr neu 500 Mark abzuzahlen, so daß die Schuld in 20 - 26 Jahren getilgt ist.
z.B.
Gemeinderat Kappler Wörner Schneider Seeger
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet Schneider Finkbeiner
 
 
 
1. Februar 1907
 
Zufolge oberamtlichen Erlasses vom 21. Januar 1907 betreffend einer Telephonleitung nebst Unfallmeldestelle wird unter Beziehung auf den Ministl. Erlaß vom 2. Januar 1887 Amtsbl. S.19 vom Gemeinderat beschlossen:
Den Kgl. Verwaltungsrat der Gebäudebrandversicherungsanstalt in Stuttgart, um Verwilligung eines Drittelsbeitrags, zu den Kosten der Einrichtung der Unfallmeldestelle zu bitten.
Gemeinderat Kappler Wörner Braun Seeger Schneider
 
 
 
8. Februar 1907
 
Beschluß über 10.000 Mark Kreditaufnahme zu 4% für die Wasserleitung. 
 
 
 
19. Juli 1907
 
Die Brücke über den Aisterbach im Ort ist zu verbessern und durch neue Stangen wieder herzustellen. Von den bürgerlichen Kollegien wirde beschlossen:
Die schadhafte Brücke soll durch eine neue aus Beton bestehende Brücke ersetzt  werden und Offerte von den benachbarten Maurern welche hiervon in Kenntniß gesetzt werden schriftlich verschlossen bis 27. Juli Abends 6 Uhr einverlangt.
z.B.
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet Finkbeiner
 
 
20. November 1907
 
Zufolge Erlasses des Kgl. Oberamt im Grenzer Nr. 271, soll für die am 2. Dezember d.J. stattfindene Viehzählung durch den Gemeinderath eine Zählungskommision gewählt werden.
Gewählt wurde: Waldschütz Oesterle, welcher erklärt die Wahl anzunehmen. Unterschrift Oesterle
z.B. Gemeinderath Kappler Wörner Schneider Braun Bohnet
 
 
25. November 1907
 
Gemeindepfleger Wörner teilt mit daß der in Schwarzenberg wohnende hier bürgerliche Säger Christian Seeger welcher durch Abstammung das hiesige Bürgerrecht besitzt, seine Rekognitionsgebühr , trotz erfolgter Mahnung im Jahr 1905/06 nicht mehr bezahlt hat, weshalb vom Gemeinderat beschlossen wird, nach Art. 38 des Gemeindeangehörigkeitsgesetzes denselben das Bürgerrecht hier für verlustig zu erklären, die Streichung in der Bürgerliste hier anzuordnen und demselben Mitteilung hiervon zu machen.
z.B.
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Seeger
 
 
 
17. Dezember 1907
 
Nachdem der Gemeinderat Adam Seeger am 13. September 1907 gestorben ist, wird seitens der  bürgerlichen Kolegien der Antrag gestellt, die offene Stelle des Gemeinderats wieder zu besetzen, da die Gemeinderatswahl am 21. Dezember stattfindet ist die Ersatzwahl gemäß Art. 15 der Gemeindeordnung an dieser Wahl nicht mehr statthaft. Die bürgerlichen Kollegien beschließen:
Analog den Vorschriften des Artr. 37 der Gemeindeordnung am Montag den 30. Dezember d. J. eine Ersatzwahl für das verstorbene Gemeinderatsmitglied Seeger vorzunehmen. Die Bekannmachung dieser Wahl wird den Vorschriften des Art. 15 gemäß 1 Woche vorher stattfinden.
z.B.
Gemeinderat Kappler Wörner Bohnet Braun Schneider
Bürgerausschuß Ziefle Dölker Bohnet
 
 
 
21. August 1908
 
Nach einem Erlaß des Kgl. gemeinsch. Oberamts in Schulsachen soll am 6. April d. J. und in Bezugnahme auf den Beschluß der bürgerlichen Kollegien von Ober- u. Untermusbach, vom 17. März d.J., soll zu dem innerhalb 4 bis 5 Jahren zu erbauenden gemeinschaftlichen Schulhaus, jetzt schon von beiden Gemeinden zustimmen, ein Betrag von 1000 Mark in Etat eingestellt werden.
Nach eingehender Beratung wurde von den bürgerlichen beschlosssen:
Im Etat pro 1908/09 200 Mark xx für den Schulhausneubau einzustellen. Ferner soll der zu erwartente Staatsbeitrag und der von der Brandversicherungsanstalt anläßlich der neu erbauten Wasserleitung zu hoffenen Beitrag zu diesem Zweck zurückgelegt werden.
Gemeinderat Kappler Schneider Bohnet Braun Ziefle A.Bohnet
Bürgerausschuß Dölker Frey Mast Schanz
 
 
 
7. Juli 1908
 
Der Pächter des hiesigen Fischwassers, Adam Seeger, z. Ochsen ist gestorben. Der Nachfolger desselben, Eugen Breuning stellt den Antrag, ihn das Fischwasser für die Restzeit bis 31. März 1910 zu überlassen.
Beschluß:
Diesem Antrag zu entsprechen und dem Eugen Breuning das Fischwasser bis zum 31. März 1910, um den Preis von 20 Mark zu überlassen.
Anerkannt Unterschrift Breuning
z.B.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Schneider Ziefle Bohnet
Bürgerausschuß Mast Schanz Frey Finkbeiner   
 
7. Juli 1908
 
Da die Belohnung des Brunnenmeister Müller gemeinschaftlich mit Untermusbach noch nicht festgestellt ist, wird von den bürgerlichen Kollegien beschlossen:
Dem Brunnenmeister Müller für die Besorgung dieses Geschäfts, von Seiten der hiesigen Gemeinde, den Anteil von 15 Mark pro Tag mit Wirkung vom 1. April 1907 an zu verwilligen.
Anerkannt Unterschrift Müller
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Schneider Ziefle Bohnet
Bürgerausschuß Mast Schanz Frey Finkbeiner
 
 
 
23. August 1908
 
Nach Entscheidung der Versicherungsanstalt Württember, steht die Schwester des Farrenwärters Oesterle, die Marie Oesterle wegen Mithilfe bei der Farrenhaltung, bei der Gemeinde in einem mittelbaren Dienstverhältnis und sollen die Beitragsmarken für die letzten 2 Jahre 106 a 20 Pf. von der Gemeind nachbezahlt werden und dieselbe ständig weiter versichert werden.
Beschlossen wird:
Diese Entrichtung zu genehmigen, den Betrag von 21 Mark den Gemeindepfleger zur Zahlung anzuweisen und die Marie   
Oesterle, bei derBezirkskrankenkasse weiter zu versichern.
Gemeinderath Kappler Schneider Braun Bohnet Ziefle
 
 
17. Februar 1909
 
Bezüglich der Anschaffung von Salz zum Auftauen der Hydrantenschächte, wird beschlossen dem Brunnenmeister Müller pro Jahr 5 Mark Entschädigung zu gewähren, damit er das Salz aus eigenen Mitteln anschaffen soll.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Ziefle Bohnet
Bürgerausschuß Mast Dölker Wörner Finkbeiner
 
 
 
19. März 1909
 
Georg Friedrich Wurster geb. den 5. Febr. 1883 zu Igelsberg, nunmehrigen Ehmann der Friedrika geb. Schanz, stellt den Antrag, als Bürger in die hiesige Gemeinde aufgenommen zu werden.
Vom Gemeinderat wird beschlossen:
diesem Antrag zu entsprechen gegen die festgesetzte Gebühr von 10 Mark, und den Betrag der Gemeindepflege zum Einzug zu übergeben.
z.B.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Schneider Ziefle Bohnet
 
 
 
24. April 1909
 
Der Jagdpachtvertrag mit Herrn Emil Hamma und H. Lehmann wird bis 1916 bei einen Pachtzins von 1000 Mark jährlich verläöngert.
Nachtrag zum Pachtvertrag:
Das die Jagd nicht öffentlich versteigert wurde wird unter Beziehung auf Art. 5 Ziff  2 des Jagdgesetzes, vom 27. Oktober 1855, folgendermaßen begründet: die bisherigen Pächter haben seit Jahren den Fremdenverkehr hier sehr gehoben, was im Intresse der Gemeinde ist, auch ist der Preis in solcher Höhe, daß an einen Mehrerlös nicht zu denken war.
 
24. April 1909
 
Der Militärverein Ober- und Untermusbach hat bei der Gemeinde ein Ansuchen um einen Beitrag zu seiner am 31- Mai d.J. stattfindenden Fahnenweihe gestellt. Von den bürgerlichen Kollegien wird beschlossen:
Dem Militärverein Unter- u. Obermusbach einen Beitrag von 100 Mark zu der bevorstehenden Fahnenweihe zu verwilligen und der Gemeindepflege zur Zahlung anzuweisen.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Ziefle Bohnet
Bürgerausschuß Mast Dölker Wörner Finkbeiner
 
 
 
24. Juni 1909
 
Die Gemeinde hat zu der erstellten Wasserleitung ein zur Quellfassung erforderliches Waldgrundstück erworben um den Preis von 494 Mark.
Von den bürgerlichen Kollegien wird beschlossen:
200 Mark auf den Grundstock zu übernehmen bezugl., von dem Grundstock-Soll, in Anzug zu bringen.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Schneider Bohnet
Bürgerausschuß Mast Schanz Wörner Dölker Finkbeiner
 
 
 
13. Juli 1909
 
Nachdem die ledige Anna Hayer von Untermusbach für die beiden Gemeinden Ober- u. Untermusbach zur Hebamme gewählt ist, die ärztliche Untersuchung keinen Anstand ergeben hat und die Anmeldung zur Ausbildung bereits erfolgt ist, wird vom Gemeinderat beschlossen:
1. Die beiden Gemeinden bezahlen sämtliche durch die Ausbildung in der Hebammenschule entstehenden Kosten, sowie die zum Hebammendienst erforderlichen Utensilien, und zwar die Gemeinde Obermusbach ein Drittel, Untermusbach zwei Drittel.
2. Daß jährliche Wartgeld wird wie bisher auf 100 Mark festgesetzt.
3. Nach erfolgter Ausbildung hat Anna Hayer ihren ständigen Wohnsitz in einer der beiden Gemeinden zu nehmen.
Sollte dieses nicht eintreffen, so hat Anna Hayer sämtliche Ausbildungskosten den Gemeinden zurück zu ersetzen und mindestens 1 Jahr vor den Wegzug zu kündigen.
Gemeinderat Kappler Bohnet Braun Schneider Ziefle
 
 
 
4. August 1909
 
Laut Benachrichtigung der Direktion der Hebammenschule, wird die ledige Anna Hayer, von Untermusbach in den Lehrkurs vom 1. Sept. 1909 bis März 1910, aufgenommen.
Vom Gemeinderat wird beschlosssen, sämtliche vom Kgl. Oberamtspfisikat bestimmten Gerätschaften auf Kosten der beiden Gemeinden Ober- u. Untermusbach anzuschaffen.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Züfle Bohnet
 
 
5. August 1909
 
Die beiden Gemeinden Ober- u. Untermusbach haben beschlossen gemeinschaftlich ein neues Schulhaus zu bauen.
Die Kosten sollen in der Weiß verteilt werden, daß Untermusbach 2/3, Obermusbach 1/3 zu bezahlen haben.
Plan und Kostenvoranschlag, wurde von Herrn Oberamtsbaumeister Schäfer in Freudenstadt ausgearbeitet und vom Kgl. Konsistorium geprüft.
Der Voranschlag beträgt 45000 Mark. Abgeboten wurden bei der Vergebung der Arbeiten cirka 4000 Mark.
Der Bauplatz und die Kosten der Bauleitung werden sich auf etwa 4000 Mark belaufen und wird demgemäß die hiesigen Gemeinde cirka 15000 zu zahlen haben.
Zur Zur Beschaffung dieser Mittel beschließen die bürgerlichen Kollegien:
1. Von der Oberamtssparkasse Freudenstadt ein Kapital von 15000 M aufzunehmen, dasselbe neu zugesagt zu 4 1/4 % bis zum April 1914 zu verzinsen, von da ab in 30 Kapitaltilgung und Verzinsung in sich schließenden Jahresraten abzutragen, so daß die erste Anutiäte am 1. April 1915 zu zahlen wäre.
2. Um Genehmigung zu dieser Kapitalaufnahme nachzusuchen.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Frey Wörner
 
 
 
6. Oktober 1909
 
Gg. Frey hier stellt ein Ansuchen an den Gemeinderat um Erhöhung der Straßenkandel vor seinem Hause da das Wasser nicht ablaufe.
Beschluß:
Die Straßenkandel soll entsprechend erhöht werden und die Arbeit dem Maurer Ehmann im Taglohn übertragen werden.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Frey Wörner
 
 
 
26. Februar 1910
 
Die Herrn Eisenbeis von Grünthal und Barth von Frutenhof, suchen um die Erlaubnis nach, ein Gestänge mit elektrischer Hochspannleitung zum Zwecke der Abgabe von Licht und Kraft für die hiesige Gemeinde auf hiesiger Markung zu erstellen.
Die bürgerlichen Kollegien beschliessen:
Dem Ansuchen der Herrn Eisenbeis und Barth wird entsprochen, sofern das Unternehmen in der Zeit bis spätestens 1. Juni 1910 geschieht, die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden und für allen während des Baues und des eventuallen Betriebs und durch etwaige Unglücksfällen entstehenden Schaden haften.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Mast Schanz Wörner
 
 
 
12. März 1910
 
Dem Schmid Johannes Hofer wird als Spritzenmeister der hiesigen Feuerspritze eine jährliche Vergütung zahlbar je auf 1. April von 5 Mark verwilligt, wie seither.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle Frey
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Schanz Wörner
 
 
 
 
24. März 1910
 
Die Wittwe Karolin Bohnet sucht um den Platz im Kirchhof neben ihrem Ehemann, für sich nach. Die bürgerlichen Kollegien beschließen:
Diesem Ansuchen zu entsprechen und in Anbetracht, daß ihr verstorbener Ehemann den Kirchhofplatz der Gemeinde siner Zeit um den Selbstkostenpreis überlassen hat, eine Vergütung dafür nicht zu erheben.
Gemeinderat Kappler Schneider Bohnet Ziefle Frey
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Mast Schanz Wörner
 
 
9. April 1910
 
Der Mietvertrag zwischen der Gemeinde Obermusbach und der Familie Ansel in Stuttgart betreffend der Wohnung im hiesigen Rathaus ist am 1. April 1910 abgelaufen. Die Familie Ansel sucht um Verlängerung des Vertrages bis 1. April 1911 nach.
Die bürgerlichen beschließen diesem Ansuchenzu entsprechen, und den Mietvertrag um den seitherigen Preis von 80 M bis 1. April 1911 zu verlängern.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Frey
Bürgerausschuß Dölker Finkbeiner Mast Schanz
Eingesehen Kgl. Oberamt Wiegandt
 
 
 
16. Mai 1910
 
Die Hebamme Anna Maria Mast ist am 1. April d.J. in den Ruhestand getreten. Dieselbe bezieht weder Alters- noch Invalidenrente. In Anbetracht ihrer 15jährigen Dienstzeit beschließen die bürgerlichen Kollegien:
Die Hebamme Mast eine jährliche Rente von 75 Mark mit Wirkung vom 1. April 1910 ab zu verwilligen, vorbehältlich der Zustimmung der bürgerlichen Kollegien von Untermusbach, welche hiervon 2/3 zu zahlen hätten. 
Gemeinderat Kappler Schneider Bohnet Ziefle Frey
Bürgerausschuß Dölker Mast Schanz Wörner
 
 
 
5. August 1910
 
Auf Wunsch der Gemeinde Kälberbronn wird der Bau einer gemeinsamen Straße zwischen Kälberbronn und Obermusbach beschlossen.
 
 
 
10. August 1910
 
Von verschiedenen Bürgern wurde angeregt den nunmehr seit 20 Jahren hier wohnenden Emil Hamma von Stuttgart als Ehrenbürger in die hiesige Gemeinde aufzunehmen.
Vom Gemeinderat wurde beschlossen:
Den Emil Hamma von Stuttgart in Anbetracht der während seines langjährigen Aufenthalts hier freundschaftlichen Verhältnisses mit den hiesigen Bewohnern, als Ehrenbürger in die hiesige Gemeinde aufzunehmen und demselben eine Ehrenbürgerrechtsurkunde zu übereichen.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Ziefle Frey
 
 
 
 
12. September 1910
 
Die Kgl. Forstverwaltung beabsichtigt vom Staatswald Frutenhof durch den Obermusbacher Wald einen Holzabfuhrweg bis zur Vicinalstraße Obermusbach - Klosterreichenbach zu bauen.
 
 
 
   
11. Oktober 1910
 
 
Der seitherige Waagmeister Finkbeiner hat wegen Krankheit diese Stelle aufgegeben, von den vereinigten Kollegien soll ein neuer Waagmeister und ein Stellvertreter gewählt werden.
Gewählt wurde mit sämtlichen Stimmen als Waagmeister Ochsenwirth Breuning, als Stellvertreter Amtsdiener Oesterle.
Dieselben erklären die Wahl anzunehmen. Unterschrift Eugen Breuning Georg Oesterle
Das Waaggeld soll wie bisher weiter bezahlt werden für
1 St Rindvieh 50 Pfg
1 St Kalb oder Schwein 20 Pfg
wobei der hälftige Betrag dem Waagmeister bzw Stellvertreter zufällt.
Die Gewählten wurden sofort vor versammelten Kollegien verpflichtet.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle Frey
Bürgerausschuß Dölker Mast Schanz Wörner
 
 
 
5. April 1911
 
Ein Erlaß der Kgl. Oberamts bestimmt, daß entlang der Ochsenwirtschaft hier, die Straße durch Beschotterung in der Weise erhöht wird, daß das Wasser in die gegenüber liegende Straßenkandel abfließt.
Nach eingehender Beratung wurde vom Gemeinderat beschlossen:
Die Straße der Ochsenwirtschaft entlang mit Kalksteinschotter in angegebener Weise zu erhöhen u. die Beifuhr in Bälde im Akord zu vergeben.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle Frey
 
 
 
10. Mai 1911
 
Die Gemeinde hat als Beitrag zur Wasserleitung von der Kgl. Staatsregierung 800 Mark erhalten, welcher Betrag laut Erlaß der Kgl. Kreisregierung vom 15. Febr. 1907 zur außerordentlichen Schuldentilgung zu verwenden sind.
Beschlossen wird:
Der Oberamtspflege Freudenstadt an der Wasserleitungsschuld 1500 M heimzuzahlen und die Gemeindepflege zur sofortigen Zahlung anzuweisen. Die Anutiätenberechnung soll dem entsprechend geändert werden.
Gemeinderat Kappler Braun Schneider Bohnet Ziefle
Bürgerausschuß Dölker Mast Schanz Wörner Wurster
 
 
 
 
20. Mai 1911
 
Im hiesigen Arestlokal ist 1 neues Leintuch und 2 neue Teppich erforderlich ferner soll die Uniformierung des Polizeidieners, der bisher nur Waldschützuniform hat. anders erfolgen.
Beschlossen wird:
2 Teppich und ein neues Leintuch in das Arestlokal anzuschaffen, dem Polizeidiener einen Waffenrock, eine Mütze und ein Seitengewehr zu kaufen.
 
 
 
20. Mai 1911
 
Die Gemeindekollegien von Untermusbach haben in einer Eingabe an das K. gem. Oberamt den Antrag gestellt, daß die Schulverbandtsatzungen in der Weise abgeändert werden, daß die Gemeinde Untermusbach Alleineigentümer in des alten Schulhauses sei und die von den Vertretern von Obermusbach gestellte Bedingung, wonach der von E der dortigen Gemeinde beschlossene Einbau eines Ratszimmer zwar gestattet, aber bei einem eventuellen späteren Bedürfniß wieder zu Schulzwecken verwendet werden könne, aufgehoben werden soll.
Von den anwesenden Kollegien wird erwähnt daß die Kollegien von Untermusbach dem Beschluß vom 7. Mai 1907 wonach das Schulgebäude nicht aber der Schulgarten zu 1/3 in das Eigentum der Gemeinde Obermusbach übergehe, zugestimmt haben.
Beschlossen wird:
Den Antrag wonach die hiesige Gemeinde auf ihren Anteil zu 1/3 am alten Schulgebäude verzichten soll, nicht anzunehmen. Dagegen den Einbau eines Rathzimmers in das alte Schulhaus zu genehmigen, jedoch zu bestimmen, daß falls für spätere Zeiten wieder eine Erweiterung der Schule notwendig würde, diese Räume wieder zur Verfügung gestellt würden, mit der Begründung, daß das ganze Schulhaus durch den Umbau an welcher die hiesige Gemeinde auch viel zahlte, bedeutend an Wert gewonnen hat.
Gemeinderath Ziefle Bohnet Braun Kappler
Bemerkung: Am 2. Sept. 1911 wird diese Angelegenheit nochmals behandelt. Die Gemeinde Obermusbach verzichtet unter Bedingungen auf ihr Eigentumsrecht.
 
 
 
 
16. Juni 1911
 
Herrn Koppenhöfer in Stuttgart bietet für die Wohnung im hiesigen Rathaus auf die Dauer von 5 Jahren 100 Mark jährlich Miete und bittet um Einrichtung von 2 elektrischen Lampen.
Vom Gemeinderat wird beschlossen.
Dem Herrn Kappenhöfer die Wohnung auf 5 Jahre zu vermieten um den jährlichen Preis von 100 M und einen Mietvertrag in Bälde herzustellen. Zwei elektrische Lampen sollen in der Wohnung eingerichtet werdn.
 
 
 
26. August 1911
 
Das starke Auftreten der Feldmäuse in diesem Sommer schädigt die Feldbesitzer sehr, es wird daher von den bürgerlichen Kollegien beschlossen:
Zur Bekämpfung des Mäuseschadens 1/2 Zentner vergifteten Strichninhafer auf Rechnung der Gemeindepflege kommen zu lassen und denselben unter den Bürgern zu verteilen.
 
 
 
2. Februar 1912
 
Die Gemeinde Margrethausen bei Ebingen hat durch das Erdbeben am 16. November großen Schaden erlitten und sucht in einem vom 8. Januar 1912 datierten Schreiben um einen Beitrag nach.
Vom Gemeinderat wird beschlossen:
Von Seiten der Gemeindepflege keinen Beitrag zu verwilligen, dagegen den Amtsdiener zu ermächtigen eine Sammlung durch freiwillige Beiträge zu Gunsten der Gemeinde Margrethausen vorzunehmen.
 
 
 
13. Juni 1912
 
Zur Bestreitung der Schulhausbaukosten wurden mit Genehmigung der Kgl. Kreisregierung vom 27. August 1909 No. 6863 bei der Obeamtssparkasse Freudenstadt 15000 Mark aufgenommen, zurückzahlbar vom Jahr 1914 an in 30 Anutiäten. Nach diesem Erlaß sind etwaige Staatsbeiträge zur außerordentlichen Schuldentilgung zu verrechnen.
Verwilligt wurden 600 Mark.
Von den bürgerlichen Kollegien wird beschlossen:
1. Von dieser Schuld mit 15000 M den Betrag von 1000 M abzutragen und den Rest mit 14000 M in 30 Anutiäten, beginnend am 1. April 1915, zurück zu zahlen.
2. Um Genehmigung heirzu nachzusuchen.
Gemeinderath Ziefle Frey Bohnet Braun Kappler
Bürgerausschuß Dölker Mast Schanz Wörner Breuning Wurster
 
 
 
12. Juli 1912
 
Vom Gemeinderat wird beschlossen, den Elektrizitätszähler im Rathaus käuflich zu erwerben, sofern das Elektrizitäthswerk mindestens eine Garantie für 5 Jahre leitet.
Gemeinderath Frey Schneider Bohnet Braun Kappler
 
 
 
8. Oktober 1912
 
Bei der heutigen Sitzung wurden oberamtlichen Auftrage zufolge die durchschnittlichen Jahresverdienste landwirtschaftlicher Arbeiter besprochen und dabei festgesetzt.
Für männliche Versicherte über 20 Jahre 680 Mark
Für weibliche Versicherte über 20 Jahre 480 Mark
Für männliche Versicherte von 16 - 20 Jahre 550 Mark
Für weibliche Versicherte von 16 - 20 Jahre 400 Mark
Für männliche Versicherte von 14 - 16 Jahre 250 Mark
Für weibliche Versicherte von 14 - 16 Jahre 200 Mark
Für männlichen Versicherten über 20 Jahre 680 Mark
Für männliche Kinder unter 14 Jahre 150 Mark
Für weibliche Kinder unter 14 Jahre 100 Mark   
Gemeinderat Kapler Schneider Ziefle Bohnet
 
 
Hiermit ist das Gemeindeprotokollbuch geschlossen.
 

Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.

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