Obermusbach - "Archiv"
Wappen von Musbach Obermusbach

Kaufbuch II. Band von 1856 bis 1881



Im Kaufbuch wurden alle Kaufhandlungen betreffend Höfe und Grundstücke festgehalten. Hierzu gehörten auch die (Erb-)Kaufverträge die als Testamente anzusehen waren. Diese (Erb-)Kaufverträge verhinderten, das die zu dem Hof gehörigen Grundstücke auf die Erben aufgeteilt wurden. Der Hoferbe kaufte den Eltern den Hof mit Grundstücken ab und die Eltern zahlten dann offentsichtlich die Geschwister aus. Dem Hoferben hatte zusätzlich die Eltern zu versorgen und ihnen Wohnrecht zu geben.
Es werden hier nicht alle Kaufverträge übertragen, sondern nur einige Beispielhafte. Originale Übertragungen sind kursiv geschrieben. 
 
 
19.Januar 1856
 
Kauf und Ehevertrag der Familie Döttling
Es hat sich heute durch Gottes Schickung zugetragen, daß Dorothea Wittwe des schon längst verstorbenen Jakob Bauer, Zimmermann hier mit Einwilligung des Pflegers der abwesenden Kinder Matheiß Ziefle hier und mit Einwilligung des Tochtermann Nußkern in Wittlensweiler und des volljährigen Sohns Johann Georg ihre gesamte Ligenschaft wie solche hiernach beschrieben ist verkauft an ihre Tochter Ester Bauer, und ihren nunmehrigen Bräutigam Johann Martin Döttling, Schuhmacher von Durrweiler.
Gebct: Blt:8 Ein zweystockigtes Wohnhaus mit Scheuer und Stallung und Keller unter einem halben Ziegel und halben Schindeldach am Igelsberger Weg.
Einem Holzschopf beim Haus unter einem Ziegeldach.
Eine Backhütte beim Haus.
Güter.
Gütbuch I Thl.: Blt 2:  5/8 Morg. 21,5 R. in Bachwießen neben dem Weeg und Adam Seeger.
Blt.3b:  5 1/8 Morg 3,7 R. in den Glatt neben Adam Bohnet und Christian Bauer von Kälberbronn.
Blt 4:  4 6/8 Morg 0,3 R. in den Bukelichten Maad neben Johannes Frey und der Bauerschaft.
Blt 5:  4/8 Morg. 12,2 Rath in Eichenäkern neben Jak. Fried. Hofer und Martin Wurster.
Blt 5b:  1 3/8 Morg 40,2 R. in Auchtäker neben dem Weeg und Matheis Ziefle.
Blt 6: 7/8 Morg 47,6 R. in Eichenäker neben Adam Bohnet und Adam Seeger.
Blt 6b: 1 1/8 Morg 5,1 R. in den Sebasteansmaad neben dem Weeg und Simon Levi von Rexingen.
Bedingungen sind folgende:
1. Sämtliche Gebäude und Ligenschaft gehen mit allen Rechten, wie auch mit allen Lasten auf die Käufer über.
2. Steuern und sonstige Abgaben wie solche auch heißen mögen gehen vom 1. Juli Januar 1856 an auf die Käufer über bis dahin bezahlt Verkäuferin diese Abgaben.
3. Acis und Erkenngeld bezahlt Käufer.
 
Als Leibgeding dingt sich Verkäuferin aus so lange sie lebt den unbeschränkten Wohnsitz im Haus in der hintern Stube für sich und den noch ledigen Sohn Johann Georg Bauer, und zwar für letztern so lange derselbe unverheurathet ist.
Verkäuferin hat das Recht zur Benutzung der hinteren Stubenkammer und einer Bühnekammer nach ihrer Wahl.
Ferner das unbeschränkte Recht in der Küche zu kochen, ferner Platz im Keller zur Aufbewahrung der nöthigen Gegenstände. Auch hat Käufer der Verkäuferin das nöthige Brennholz zum Kochen, Waschen und Backen und überhaupt was das Bedürfniß an Brennholz ist, unentgeltlich anzuschaffen.
Was den Leibgeding an Früchten und sonstigen Lebensbedürfnißen betrifft, so sind Käufer und Verkäuferin miteinander dahin überein gekommen, daß Käufer der Verkäuferin anstatt den Früchten u.s.w. jährlich so lange Verkäuferin lebt, 20 Gulden zu bezahlen hat und zwar das erste mal auf Martini 1856 und jede weitere Jahre auf Martini. Dabei wird aber die Bestimmung nach aufgenommen, daß Käufer der Verkäuferin alle Frühjahr wenigstens ein halbes Viertel Feld zu geben haben, worauf die Verkäuferin Erdbirnen steken kann, und ebenfalls müßen die Käufer der Verkäuferin von Martini an täglich zwey Schoppen Milch bis Georgii, von Georgii an aber bis Martini an täglich vier Schoppen Milch geben.
Ferner wird die Bestimmung nach aufgenommen, daß wenn Verkäuferin erkranken möchte, die Käufer derselben die Wasch unentgeltlich zu besorgen hätte.
Ferner müßen die Käufer der Verkäuferin Tuch mit dem ihrigen unentgeltlich blaichen.
Die Käufer haben dasjenige Feld welches die Verkäuferin zu Erdbirnen benutzen will gehörig zu düngen, und wenn Verkäuferin nichts mehr arbeiten kann, so haben Käufer der Verkäuferin die Erdbirnen unentgeltlich ins Haus zu schaffen. Auch hat Verkäuferin das Recht ein Ländchen im Gemüsegarten zu benützen.
Spo ist der Kauf geschehen um die Summe von 1350 Gulden für die Ligenschaft, auch ist unter dießem Kaufpreiß auch sämtliches Vieh und Geschirr Mobiliar inbegriffen blos mit Ausnahme nachfolgender Gegenstände welche Verkäuferin für sich eigen behällt:
2 Pfannen nach ihrer Wahl, 2 große Bahnen, zwey Betten sammt Bettladen wovon eines dem noch ledigen Sohn gehört. Zwey Trug und einen Kasten.
Verkäuferin hat das Recht in Gemeinschaft mit dem Käufer die vorhandene Frucht zu genießen, überhaupt so lange Verkäuferin und Käufer gemeinschaftlich die Kost genießen, dürfen Käufer keinen Leibgeding reichen.
Auf den Grund vorstehenden Vetrags haben sich Ester Bauer und Johann Martin Döttling entschloßen einander das Versprechen der heiligen Ehe zu geben.
 
Der Bräutigam erhält von seinem Vatter als Heurathguth - 600 Gulden, eigenerspartes - 100 Gulden.
Verkäuferin läßt ihrer Tochter Ester am Kauf abgeben - 300 Gulden,
zusammen beeden beibringen - 1000 Gulden.
Bleibt also noch Rest am Kauf 350 Gulden.
An diesen 350 Gulden haben Käuferder Verkäuferin 150 Gulden von Georgii 1856 an mit 5 % von Hundert zu verzinsen, die weiteren 200 Gulden bleiben einstweilen unverzinslich stehen, bis Verkäuferin mit Tod abgeht, oder bis sich der noch ledige Sohn Joh. Georg verheurathet, im letzterem Fall müßen diese 200 Gulden von den Käufer ausbezahlt werden.
 
Alles vorstehende bekräftigt mit ihren Unterschriften und den anwesenden Zeugen, nachdem die Neuverlobten Johann Martin Döttling und Ester Bauer ihrem Ehecontragt durch Handtreue öffentlich beschließen.
Unterschriften
Verkäuferin Dorothea Bauer, deren Beistände Walz, Nußkern, Joh. Georg Bauer, der Pfleger der abwesenden Kinder Matheis Ziefle
Käufer Joh. Martin Döttling, Ester Bauer, Zeugen Mäder, Lutz, Schultheiß Braun
 
Auf Vorlesen wird vorstehender Vertrag nach seinem ganzen Umfang anerkannt, und von Käufer und Verkäufer nichts eingewandt Kraft unserer Unterschriften
den 1. Febr 1856
Verkäufer Dorothea Bauer
Käuferr Johann Martin Döttling Esther Döttling
 
Über vorstehenden Kauf wird heute mit dem Anfügen gerichtlich erkannt, daß da Verkäuferin schon mehrmals ihre gesamte Ligenschaft zur Verkauf ausbieten lies, ein so hoher Kauferlös niemals erzilt wurde, und die Kinder mit ihrem väterlichen Vermögen abgefunden sind, und solches laut Bescheinigung vollständig erhalten haben, so nimmt man keinen Anstand über vorstehenden Kaufcontragt das gerichtliche Erkenntiniß aus zusprechen.
Den 1. Febr 1856 Gemeinderath & Waißengerichth Braun Bohnet Ziefle Wurster
 
Randmerkung zur Berechnung der Gebühren
Acis Berechnung
Kaufschilling beträgt 1350 Gulden
Hirvon ab für Vieh 300 Gulden
Rest 1050 Gulden
Hirzu den leibgeding der Verkäuferin welche 64 Jahre alt ist und deren Leibgeding sich jährlich 37 Gulden 10 Kreuzer beläuft also auf 11 Jahre 409 Gulden
Zusammen 1439 Gulden
 
Hirvon der Braut Heurathguth 300 Gulden
Rest 1159 Gulden
   
Acis aus 1159 Gulden zu 1 % 11 Gulden 36 Kreuzer
Erbgeld? 3 Gulden 12 Kreuzer
Kaufeintrag 36 Kreuzer
Schätz 12 Kreuzer
Zusammen 15 Gulden 36 Kreuzer
 
 
8. September 1856
 
Bei der heute den 8. Sepber 1856 stattfindenden Realtheilung des verstorbenen Johann Martin Seeger lediger Bauer hier wird hier zur Notitz gemacht, daß deßen gesammte Ligenschaft auf seinen Bruder Johann Adam Seeger übergegangen ist.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
 
 
1. May 1858
 
Es verkauft Johann Michael Schneider Bauer hier an die Gemeinde Obermusbach seine sogenannte Calsinierhütte nebst einigen Fuß Platz von seinem Feld soviel als nöthig ist  zur weiteren Errichtung einer für die Gemeinde nöthigen Spritzenremiße wie solche Schneider bisher beseßen hat, auch in der Karte IV bezeichnet ist um die Summe von 36 Gulden gegen gleich baar Bezahlung aus der Gemeindecasse und unter folgenden Bedingungen:
1. Betreffendes Gebäude nebst dem noch dazu erforderlichen um einige Schuh betregenden Feldes geht mit allen Rechten wie auch mit allen Lasten auf die Gemeinde über und bleibt sofort Eigenthum der Gemeinde.
2. Acis bezahlt der Verkäufer, dagegen Erkenngeld und Schreibgebühr bezahlt die Gemeindepflege als Käufer.
Dießen Vertrag wollen Käufer und Verkäufer festgehalten wißen.
Den 1. May 1858
Verkäufer Michael Schneider  Käufer Gemeindepfleger Mast
 
 
29. Januar 1859
 
Kauf und Ehevertrag
Es hat sich heute durch Gottes Schikung zugetragen, daß Johannes Frey Bauer mit Einverständniß seiner Ehefrau Margaretha eine geb. Ziefle ihre gesamte Ligenschaft und Besitzthum sowohl auf hießiger als auch Untermusbacher Markung ohne Ausnahme verkaufen an ihren Sohn Johannes Frey und seine Braut Friederika Schneider von Heselbach-
Die Ligenschaft besteht aus:
1/8 Morg 35,5 Rath Ein zweystokigtes Wohnhaus mit Scheuer, Stall Schopf und gew
ölbten Keller unten im Dorf neben Adam Hofer Wittwer. Lt. Anschlag 2000 Gulden. Ein Wasch und Backhauß ebendaselbst. Lt. Anschlag 50 Gulden.
Auf den Rest des Vertrages wird hier verzichtet.
 
 
21. Februar 1859
 
Nach einer von dem Gemeinderath Untermusbach erstatteten Anzeige vom 21. Febr 1859 hat Johannes Hofer Schmiedemeister von da an seinen Sohn Jakob Friedrich Hofer Schmied seine gesamte Ligenschaft verkauft, worunter auf Obermusbacher Markung
8 1/8 Morg 26,0 Rath Wald im Reichenbacher Wald mitbegriffen ist, dieses Stük Wald wurde von dem Gemeinderath Untermusbach taxiert zu 50 Gulden.
Auf die weitere Darstellung wird verzichtet.
 
 
15. Juli 1859
 
Johannes Nußkern, Gemeindepfleger in Untermusbach hat unter den 16. Juli verkauft an Friedrich Hornberger Bauer un Untermusbach seinen auf Obermusbacher Markung liegenden Streueplatz, Güterb.d.Ausw. Blt. 280, 5 6/8 Morg 23,3 Rath im Bäumle, neben Johannes Mast und der Bauerschaft von und um die Summe von 150 Gulden gegen sogleich baare Bezahlung.
Die Steuern und Abgaben gehen vom 1. Juli 1859 auf den Käufer über. Der Kauf ist, ohne Reuzeit abgeschloßen und wurde heute von den Contrahenten nach seinem ganzen Umfang anerkannt und hirnach auf deutliches Vorlesen unterschrieben.
Käufer Firedrich Hornberger
Verkäufer Johannes Nußkern
 
 
24. Juli 1859
 
Auf Blt. 23 d. Kaufbuch (8.September 1856) ist die Bemerkung gemacht, daß bei der am 8. Sepber 1858 stattgefundenen Realteilung des + ledigen Bauer Johann Martin Seeger, daß deßen gesamte  Ligenschaft auf seinen Bruder Johann Adam Seeger hier übergegangen sei.
Derselbe hat nun folgende Ligenschaft zu Gunsten seines Schwagers Matheis Armbruster Kinder in Grünthal wieder verkauft.
Auf die weiteren Verkaufspunkte wird verzichtet.
 
 
16. April 1860
 
Es verkauft Friedrich Klumpp Wittwe hier mit Zustimmung ihrer Anverwandten an Friedrich Mast, Bauer von Unteriflingen ihr gesamtes Besitzthum welches besteht:
Güterb.I.Band Blt 106b: 24,7 Ruth ein zweystokigtes Wohnhauß mit Scheuer Stall und gewölbten Keller unter einem Dach mitten im Dorf, neben dem Weeg und Johannes Mast. Bwt. Ansch: 2100 Gulden.
Auf die Beschreibung der Äker und des Leibgeding wird verzichtet.
Käufer Friedrich Mast, Barbara Mast
Verkäuferin Eva Klumpp, deren Beiständer Kristian Maulbethsch
 
 
2. Juli 1860
 
Unter dem 9. Juli 1860 verkauft Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier zu Gunsten seiner Schwester Kinder des Matheis Armbruster v. Grünthal an Jakob Friedrich Hofer jung Schmiedemeister und Friedrich Kälber Hauer beede von Untermusbach:
6 3/8 Morg 20,0 Ruth im Brand neben Matheiss Ziefle und Johannes Mast um die Summe von 360 Gulden.
Unterschriften Käufer Kübler Hofer
Verkäufer Seeger
 
 
2. Juli 1860
 
Es verkauft am 10. Juli 1860 Johann Adam Seeger, Ochsenwirth hier zu Gunsten seiner Schwester Kinder des Matheis Armbruster in Grünthal, welche den Erlös erhalten an
Gustaf Werner in Reutlingen
2 2/8 Morg 20,5 Ruth im Eselsteig neben Adam Bohnet und Martin Wurster um 325 Gulden.
Unterschriften Verkäufer Seeger
Käufer als Bevollmächtigt v. Wener, Matheis Armbruster
 
 
2. Juli 1860
 
Abschrift: Die Erben des + Matheus Ziefle`schen Eheleute verkaufen an Kaufmann Schoenhut in Altensteig, Traubenwirth Maier in Altensteig, Schultheiß Kappler in Igelsberg, Kronenwirth alt Fezer in Palzgrafenweiler und Gottlieb Burkhardt von Wörnersberg die Hälfte von 61 5/8 Morg 8,0,Ruth Waldung  im Stuzwald.
 
Ferner verkaufen sie an Friedrich Kappler, Schultheiß von Igelsberg Gebäude G.B.I 221: 2/8 Morg 29,1 Ruth. Ein 2 stokigtes Wohnhaus mit Scheuer, Stall, Schopf, Schweinestall unter einem Ziegeldach. Eione Kellerhütte mit gewölbten Keller. Ein Back u. Waschhaus unten im Dorf neben Johannes Frei u. Jac. Fr. Hofer.
Zusätzlich Wiesen und Äker.
Der Gesamtpreis beträgt für alles 28424 Gulden.
 
Ferner verkaufen die Erben bzw. die Pfleger der Erben an den Sohn und Miterben Johann Martin Ziefle hier folgendes Gebäude:
1/8 Morg. 41,1,Ruth. Ein 2stok. Wohnhaus mit Scheuer, Stall u. Schöpfen unter 3/4 Ziegel 1/4 Schindeldach. Ein Wasch u. Backhaus mit Potaschensiederei. Eine Kellerhütte mit Ziegeldach mitten im Dorf, neben dem Weg u. Martin Seeger.
Zusätzlich Garten, Wiesen, Äker und Wald für einen Gesamtpreis von 19000 Gulden.
Der Käufer muß seinen ledigen Geschwistern unentgeltlich eine Wohnung zu geben.
 
 
1. April 1861
 
Verhandelt am 11./13. März 1861
Anwesend Schultheiß Braun, Gemeindrath Mast
 
Johann Martin Wurster Bauer dahier hat unter dem 25. Februar 1861 mit seiner Tochter verheurathet an Johann Adam Klumpp in Reichenbach mit Zustimmung ihres Ehemann folgenden Vergleich abgeschloßen.
Wurster übergibt seinem Tochtermann nachfolgende Güterstüke und Hausantheil womit dieselben mit dem Muttergut, welches ihr laut Eventualtheilung vom 19. April 1849 angewiesen wurde im Betrag von 7040 Gulden 46 Kreuzer mit welchem sie nun völlig mit dem Muttergut abgefunden sind.
Nach vorgelegtem Vollmachts-Vertrag vom 27. Febr. 1861 verkaufen Veit Hirschfelder und  E.A. Frühlich beede von Rexingen als Bevollmächtigt für Adam Klumpp und deßen Ehefrau Anna Maria eine geb. Wurster die ihnen als Heurathgur zugetheilte hinach beschriebene Ligenschaft unter folgenden Bedingungen:
1. Ist der Kaufschilling beim gerichtlichen Erkenntniß baar zu bezahlen, auch hat jeder Steigerer einen zahlungsfähigen Bürgen welcher als Selbstschuldner und Selbstzähler zu haften hat zu stellen.
2. Sämtliche durch diesen Kauf entstehend Kosten als Accis, Erkennungsgeld, Schreibgebühr etwaige Pfandeinträge sowie auch die vorkommende Vermeßungskosten haben die Käufer allein zu bezahlen.
3. Steuern und sämtliche Abgaben gehen vom 1.Juli 1861 an auf die Käufer über.
4. Die Ligenschaft und Gebäudeantheil werden mit allen Rechten wie auch mit allen lasten verkauft, und die nahmentlich bei den Waldungen im Rechtsstreit wegen Holznutzung anhängig ist, so haben die Käufer des Waldes die etwa per Morgen erwachsende Kosten von der Zusage des Verkaufs an zu übernehmen.
5. Alles in den Waldungen und Streuetheil zu Boden liegende Holz gehört nachdem Martin Wurster.
6. Haben die Käufer auf die gesetzliche Reuzeit zu verzichten und zwar nach ihrem ganzen Umfang, nahmentlich aber auf die der Verletzung des Zwangs und des Betrugs.
7. Jeder Steigerer bleibt an sein Angebot gebunden, auch wenn noch mehreren Aufstreichsverhandlungen stattfinden sollten.
8. Die Genehmigung des Verkaufs wird sich sowohl im Einzelnen als im ganzen unbedingt von den Verkäufer vorbehalten.
 
Vorstehende Verhandlung beurkundet mit dem Anfügen, daß der Inhalt der Vertragsurkunde den erschienenen Käufern nach seinem ganzen Umfang wörtlich vorgelesen wurde und denselben als richtig anerkannt haben.
Zur Beurkundung Schultheiß Braun
Auf die Auflistung der einzelnen verkauften Grundstücke wird verzichtet.
 
 
18. April 1861
 
Verkauft hat Johannes Mast, Bauer und Gemeinderath hier an
Johann Martin Ziefle, Bauer hier
einen halben Sägtag, oder denn 24ten Theil an der Obermusbacher Bauernsägmühl um 180 Gulden gegen baar Bezahlung und unter folgenden Bedingungen:
1. Ziefle tritt mit dem heutigen Tag in den vollen Genuß des Sägmühltheils ein.
2. Die Mühlkosten gehen von Georgii 1861 auf den Käufer über, die Steuern und Abgaben aber erst vom 1. Juli 1861 an.
3. Accis und Erkenngeld bezahlt der Käufer allein.
 
Dießen Vertrag wollen die Contrahenten fest gehalten wißen unter Verzichtleistung des Jerthums der Verletzung und des Betrugs.
Verkäufer Johannes Mast
Käufer Johann Martin Ziefle
Auf wörtliches und deutliches Vorlesen haben die Contrahenten den Kauf als gültig anerkannt.
Unterschriften Verkäufer Johannes Mast, Käufer Johann Martin Ziefle
 
29. August 1861
 
Laut vorgelegtem Kaufbrief verkauft
Matheis Armbruster, Rothgerber in Grünthal
an Veit Hirschfelder in Rexingen
6 5/8 Morg 42,0 Ruth im Maueräker neben Adam Seeger um die Summe von
550 Gulden.
Auf die weitern Vertragsbedingungen wird verzichtet.
 
Eingetragen den 29.August 1861
Veit Hirschfelder v. Rexingen
verkauft laut Kauf vom 22 August 1861 an
Johann Martin Ziefle Bauer in Obermusbach
6 5/8 Morg 42,0 Ruth im Maueräker neben Adam Seeger um die Summe von
800 Gulden.
Auf die weitern Vertragsbedingungen wird verzichtet.
 
 
22. Februar 1862
 
Unter dem 19. Dezember 1861 hat verkauft
Friedrich Kappler, Bauer und Schultheiß in Igelsberg und seine gegenwärtioge Ehefrau Anna Maria eine geb. Seidt
an ihren geliebten Sohn
Johann Georg Kappler und deßen Braut Elisabetha Braun, Tochter des Friedrich Braun Schultheiß in Obermusbach
die hirnach aus de Ziefleschen Erbsmaße erworbene Ligenschaft.
Auf die Auflistung der einzelnen Güterstücke wird verzichtet.
Vorstehende Ligenschaft geht mit allen Rechten wie auch mit allen Lasten auf die Käufer über. Unter dem Recht ist auch insbesondere der Antheil an der lehensbauerschaft begriffen.
Ferner den zwölften Antheil an der Obermusbacher Bauernsägmühl.
Nachstehende Ligenschaft wird dem Käufer überlaßen um die Summe von 6000 Gulden.
Hiervon gehen dem kaufenden Sohne Lehnungsweiß bis nach des Sohns oder des Vatters Tod ab 500 Gulden. Verbleiben 5500 Gulden welche bis zum 1. April 1862 baar zu bezahlen, oder von da an zu 4 1/2 % zu verzinsen sind.
Ferner wird dem kaufenden Sohn noch zu Heurathgut gegeben der vordere Hofersche Wald, 11 3/8 Morg 33,8 Ruth im Stutzwald und 20 Morg an der Bengelbruk, im Anschlag von 2000 Gulden und ist Heurathgut des Käufers.
Die Eltern der Braut versprechen zu dieser Verbindung derselben Heurathgut baar Geld 3700 Gulden, lehungsweiße ohne Zins 500 Gulden bis nach der Tocjter oder der Eltern Tod, fernernoch 7 Morg 13,9 Ruth im Reichenbacher Wald neben Michael Schneider und Schultheiß Braun, Anschlag 800 Guldn, Zusammen 5000 Gulden nebst einer ordentlichen Aussteuer.
Ferner verkaufen die Eltern des Bräutigams an denselben und seine Braut Elisabetha Braun das in dem erkauften Hause befindliche Futter und Früchten,
cirka 1000 Stük Garben, dito 600-700 ct. Futter zu 1500 Gulden. Welches bis zum 1. April 1862 zu zahlen oder zu 4 1/2 % zu verzinsen ist.
Die Käufe tretten in Rechtskraft nach geschlossener Cupulacion.
 
Weitere Bedingungen:
1. Das in den Waldungen liegende Holz gehört dem Käufer.
2. Die Steuern und Abgaben zahlen die Käufer vom 1. Juli 1861 an.
3. Die Kosten des gerichtlichen Erkenntnißes bezahlen die Eltern der Brautleute.
 
Auf den Grund vorstehenden Vertrags haben Johann Georg Kappler und Elisabetha Braun sich das Versprechen der heiligen Ehe gegeben und biten um die Gemeinderäthliche Bestätigung geziemend, wonach die Neuverlobten Johann Georg Braun und Elisabetha Braun ihren Ehecontrakt nach Gottes Willen durch Handtreue hiermit beschließen.
Unterschiften
Ehe und Brautleute und zugleich Käufer
Johann Georg Kappler  Elisabetha Braun
Verkäufer Schultheiß Kappler  Anna Maria Kappler
Pfleger der Braut Adam Seeger
Eltern der Braut Schultheiß Braun  Eva Maria Braun
Anwesende zeugen Michael Stokinger, Mich Fried Seid, Fried. Eberhard, Adam Kappler, Pfillipp Ziefle, Jahannes Frey, Adam Stokinger, Andreas Theurer, Christian Kappler, Eva Maria Stokinger.
Auf wörtliches und deutliches Vorlesen haben Verkäufer und Käufer dem Inhalt  dießer Vertragsurkunde als durchaus gültig anerkannt und hirnach eigenständig unterschrieben.
Obermusbach den 24. Febru 1862
Verkäufer Schultheiß Kappler
Käufer Johann Geor Kappler
 
 
27. August 1864
 
Abschrift des Ligenschafts-Verkauf des j. Johannes Frey hier.
Ligenschafts-Verkaufs-Protokoll in der Gaatsache (Konkurssache) des hiesigen Bürger und Taglöhner Johannes Frey.
Die Verkaufsverhandlungen fanden am Samstag den 18. Juni und Freytag den 29. Juli 1864 statt und wurde in Folge Oberamtsgerichtl. Auftrags vom 18./20. Mai 1864 durch den Bezirks-Notar geleitet.
Die speziellen Bedingungen und einzelnen Grundstücke werden nicht übertragen.
Auf der Ligenschaft lastete noch eine Leibgeding-Last von alt Johannes Frey Eheleute, die aber im Laufe des Konkursvefahrens abgelöst wurde. Die gesamte Ligenschaft wurde auf 3973 Gulden geschätzt.
Versteigerungstermin 18. Juli 1864
Die Versteigerung der einzelnen Güter ergab 3695 Gulden, die Johann Adam Bohnet mit 4315 Gulden für die gesamte Ligenaschaft überbot.
Nächster Versteigerungstermin 29. Juli 1864
Im Einzelverkauf wurden 4436 Gulden erziehlt. Es überbot dann Johann Adam Bohnet mit 6405 Gulden.
Versteigerungstermin 1. August 1864
Es wurde ein Nachgebot gemacht, dass Johann Adam Bohnet dann mit 7000 Gulden überbot.
4. August 1864
Die gesamte Ligenschaft wird Johann Adam Bohnet für 7000 Gulden endgültig verkauft.
 
 
25. Oktober 1865
 
Vom Schulth Amt Hörschweiler wurde am 21 Oktober 1865 folgender Kaufbrief hirher übergeben.
Friedrich Wurster Bauer von hier hat am 22. August d.J. seine gesamte Ligenschaft verkauft an
Christian Hornberger und seine Tochter Christina um 5000 Gulden.Unter dießer Ligenschaft sind auf Obermusbacher Markung Wald. 5 6/8 Morg 43,4 Rzth im Bäumle neben J.Friedr. Braun und Martin Seeger.
Der Rest wird nicht übertragen.
 
 
31. März 1865
 
Grünthal
Auszug aus dem Kaufbuch II Blt. 381 bis 383
Geschehen am 28. Januar 1865.
Johann Georg Müller Hirschwirth verkauft heute an seinen Sohn
Johann David Müller Bierbrauer ledig und als Mitkäuferin seine nunmehrige Braut Eva Zifle, Tochter des verstorbenen Matheus Ziefle, Bauer in Obermusbach sene sämtliche Ligenschaft, Gebäulichkeiten, Güter und Waldungen, sowohl auf hießiger als auswärtiger Markungen worunter auf Obermusbacher Markung
6 3/8 Morg 28,8 Ruth Waldung im Brand neben Adam Bohnet und Jak. Fried. Braun,
27 6/8 Morg 12,7 Ruth Waldung im Reichenbacher Wald neben Adam Seeger und Johannes Hofer von Grünthal. Hiervon also von letzterem Stük behällt der Verkäufer 10 Morg weggemeßen, und zwar in der Nahe der Holländer Brüke für sich als Eigenthum.
Auf den Rest des Textes wird verzichtet. Interessant ist der Begriff Holländer Brüke.
 
 
 
27. Dezember 1865
 
Unter dem 11. November 1865 kam folgender Kauf zu Stande:
E hat sich heute durch Gottes Schikung zugetragen, daß sich
Christian Friedrich Hofer, Sohn des Fried. Hofer v. Untermusbach mit
Christine eheliche Tochter des Johannes Mast, Bauer und Gemeinderath von hier ehelich verlobt und versprochen hat.
Als wahres Eigenthum besitzt Christian Fried. Hofer das im Jahr 1865 beu erbaute Wohnhaus an der Straße nach Untermusbach bei der Ziegelhütte, welche zur Zeit noch nicht entasteriert und in die Landesversicherung eingeschätzt ist.
Ferner verkauft Friedrich Hofer an die beeden neuverlobten
Christian Friedrich Hofer und deßen Braut Christine Mast, welche am gesamten Gut Mitkäuferin ist nachstehende Ligenschaft.
Güterbuch der Auswärtigen Blt. 262
1/8 Morg 2,4 Ruth Ein 2 stokigtes Wohnhauß mit Ziegelhütte, Brennofen, Wagenschopf, Scheuer und Keller in den Thalwiesen, neben dem Weeg beiderseits,
Blt. 262b: Gärten 5,4 Ruth Gemüßgarten beim Hauß neben dem Weeg beiderseits,
Blt. 263 Die Hälfte an 2 3/8 Morg 13,0 Ruth in Thalwiesen neben dem Weeg und Adam Seeger,
Blt. 263b Aker gehört ganz dem Käufer 3 4/8 Morg 42,2 Ruth auf dem hohen Maad neben dem Weeg und Friedrich Kübler,
Blt. 264 3/8 Morg 32,0 Ruth Leimgrube die Mergelgrube neben dem Weeg und der Bauernschaft,
Blt. 264b 5 1/8 Morg 4,8 Ruth in der Mergelgrube neben Adam Bohnet und der Bauerschaft,
Blt. 265 Die Hälfte an 4 Morg 0,9 Ruth im Aispach neben dem Weeg beederseitzt,
ferner auf Untermusbacher Markung:
die Nehewieße, den Comiß Bühlwald, den Brükleswald, über welchen in Untermusbach schon gerichtlich erkannt seie. 
Den 1/10ten Theil an der Untermusbacher Sägmühl.
Auf vorstehender Ligenschaft dingt sich Verkäufer und Verkäuferin aus auf lebzeiten:
1. Die hintere Stube mit einer Kammer aufder untren Bühne indem neu erbauten Hauß,
 ferner das Holz nach Bedürfniß zum kochen, waschen und einheizen.
2. Wenn die Verkäufer nicht mehr waschen können, so muß dießes v. Käufer unentgeltlich geschehen.
3. Platz zu einem Schwein füttern und 2 Hüner.
4. 20 Simri Erdbirnen und Platz im Keller dazu.
5. 12 Simri Korn, und 4 Simri Roggen und Gersten, oder 2 S. Roggen 2 Simri Gerste.
6. 6 Pfund Hanf.
7. Eine Kuh füttern mit der des Käufers.
8. Kraut nach Bedürfniß aus der Stande.
9. Dingen sich die Verkäufer auf Lebzeiten aus das Gärtle bei der Ziegelhütte und den Dung darin unentgeltlich, nach dem Todt der Eltern fällt selbiges den Käufer unentgeltlich zu.
 
Ferner wird den Käufer noch in den Kauf gegeben:
2 Pferde, 2 eiserne Wägen samt Pferdegeschirr 800 Gulden,
das vorhandene Heu und Öhmd 600 Gulden,
die vorhandenen Garben 300 Gulden,
die vorhandenen Erdbirnen samt Rüben 50 Gulden,
4 Stük Rindvieh 300 Gulden,
vor und um die Summe mit Einschluß des Viehes und Fahrniß und Ligenschaft auf hießiger und Untermusbacher Markung 4000 Gulden.
An vorstehendem Kauf laßen die Eltern ihrem kaufenden Sohn als Heurathgut abgeben 1000 Gulden, der Braut-Vatter Johannes Mast verspricht seiner Tochter neben einer ordentlichen Austseuer zu Heurathgut 3000 Gulden und 500 Gulden unverzinsliches Anlehen.
Dem Kauf werden folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. Verkaufte Ligenschaft geht mit allen Rechten wie auch mit allesn lasten auf Käufer über.
2. Steuern und alle Abgaben zahlt Verkäufer bis 1. Juli 1866, von da an gehen die Lasten auf Käufer über.
3. In Betreff der gesetzlichen Reuzeit kommen die Contrahenten dahin überein daß der Kauf erst am Tage der Cupilazion in Rechtskraft tritt, welches überigens am 28. November geschehen ist, und somit von dieser Zeit an die Käufer im vollen Genuß des Guths stehen.
Die Kosten als Acis, Erkenngeld bezahlen die Eltern der Brautleute.
Vorstehenden Kauf anerkennen auf wörtliches und deutliches Vorlesen als durchaus richtig.
Käufer Hofer
Mitkäuferin Christina Hofer
Verkäufer Hofer Hofer
der Vatter der Braut Mast
Gerichtlich Erkannt den 27. Dezember 1865
Gemeinderath Braun Mast Bohnet Schneider Seeger
 
Randbemerkung
Accis Berechnung aus 4000 Gulden, davon gehen ab für Vieh Pferde Fahrniß 2050 Gulden, Heurathjsgut des Käufers 1000 Gulden,
nach Untermusbach übergeben 450 Gulden,
Bleibt 500 Gulden
Leibgedingwerth jährlich 56 Gulden thut auf die muthmasliche Lebensdauer da Verkäufer 60 Jahre alt ist, also aif 13 Jahre 728 Gulden, Summe beträgt 1228 Gulden.
Accis 12 Gulden 18 Kreuzer, Erkenngeld aus 2228 Gulden ist 4 Gulden 48 Kreuzer, Schätz 30 Kreuzer, Kaufeintrag 30 Kreuzer, Summe 18 Gulden 6 Kreuzer.
Den 9. Merz 1866 von obigen 950 Gulden den Accis nacherhoben im Betrag v. 9 Gulden 30 Kreuzer von Posten 2.3.4..
 
 
21. Mai 1866
 
Obermusbach den 3. Febru aber erst am 3. April 1865 rechtskräftig kam folgender Kauf und Ehevertrag zu Stande:
Es hat sich heute durch Gottes Schickung zugetragen, daß sich
jung Johann Adam Bohnet, hier mit
Chatarina, eheliche Tochter des Johann Georg Bohnet von Wittlensweiler ehelich verlobt und versprochen hat.
Auf Grund dießes ehelichen Verspuchs verkauft heute:
alt Johann Adma Bohnet Bauer und Gemeinderath hier im Einverständniß seiner 2ten Ehefrau Barbara eine geb. Dölker an die beeden verlobten
Jung Johann Adam Bohnet und Chatharina Bohnet
Güteb. I B.Blt 10. 1/8 Morg 35 Ruth 3 Schuh Ein zwystokigtes Wohnhauß mit Scheuer, Stall, Schopf, einem besonders stehenden gewölbten Keller, und Wasch und Potaschenhütte nebst Backofen.
1 Schweinestall mit Geflügelstall beim Hauß unten im Dorf neben Georg Kappler und Gemeindepfleger Schneider.
Blt. 11b Den 1/12 Theil an der Obermusbacher Bauernsägmühle. 
Auf die Güterauflistung wird verzichtet.
Da die größeren Güterstüke vermeßen werden sollen, so komen die Contrahenten dahin überein, daß der verkaufende Vatter den kaufenden Brautleuten an die Hälfte seiner sämtlichen Felder sowohl hießiger als Untermusbacher Markung übergibt, wobei die Bestimmung getroffen wird, daß die vom Verkäufer aus der Gantmaße des Johannes Frey erworbenen Güterstüke auch zur Hälfte übergehen müßen.
Vorstehende Ligenschaft wird den Käufer und Brautleuten überlaßen um 24000 Gulden.
An vorstehenden Kauf läßt der Vatter seinem kaufenden Sohn mit Einschluß des Mutterguts abgehen baar 10000 Gulden.
Die Eltern der Braut versprechen ihrer Tochter zu dieser Verbindung neben einer ordentlichen Aussteuer an Heurathgut baar 7000 GHulden.Sämtliche Ligenschaft geht Leibgeding frei auf Käufer über.
Zu Kauf wird gegeben:
1 Pferd nach der Wahl des Käufer,
3 Stük Kühe,
1 Paar Ochsen,
3 Stük schmal Vieh,
2 aufgemachte Wägen  nach der Wahl des Käufer,
1 Pflug und 1 Ege.
Das im verkauften Hauß vorhandene Stroh und Futter.
Verkäufer gibt den Käufer Früchten nach Bedürfniß bis zur Ernte.
Ferner wird in den Kauf gegeben 2 Schweine.
Verkäufer gibt dem Käufer von dem sonstigen vorhandenen Fuhe und Bauerngeschirr die Hälfte.
Die neu zu erbauende Wasch und Potaschehütte hat Verkäufer nach dem Bau und Grundriß ganz auf seine Kosten zu erbauen und ist Selbstverständlich im Kauf mit begriffen.
Dem Verkauf werden folgende Bedingungen zu Grunde gelegt:
1. Die verkaufte Ligenschaft geht mit allen Rechten wie auch mit allen Lasten auf Käufer über.
2. Steuern und sonstige Abgaben bezahlt Verkäufer bis zm 1. Juli 1866, von dieser Zeit an auch an alle Lasten auf den Käufer.
3. Die nöthig werdenden Vermeßungskosten werden von Käufer und Verkäufer gemeinschaftl. bestritten.
4. Die Kosten des gerichtl. Erkenntnißes als Accis Erkenngeld u.s.w. bezahlt Käufer und Verkäufer gemeinschaftlich.
5. der Rest des Kaufschilling, welcher bis 1. Juli 1866 nicht bezahlt ist, ist vom 1. Juli 1866 an mit 3 1/2 % zu verzinsen.
6. In Betreff der gesetzlichen Reuzeit wird unter den Contrahenten verabredet, daß die Käufer erst am Tage der Copelacion in den vollen Genuß der Ligenschaft treten und der Kauf rechtsgültig ist.
 
Auf den Grund vorstehenden Vertrags gaben sich Joh. Adam Bohnet und Chatarina Bohnet das Versprechen an der heiligen Ehe  und bitten um die Bestätigung geziemend wonach die Neuverlobten ihren Ehecontrakt durch Handtreue hirmit beschließen.
Käufer Johann Adam Bohnet, Mitkäuferin Katharina Bohnet
Verkäufer Joh. Adam Bohnet, Barbara Bohnet
den Kindern 1 Ehe Pfleger Seeger
Eltern der Braut Bohnet, Bohnetin
anwesende Zeugen
Schaible Bohnet Frey Dölker Klein Schultheiß Haug Schultheiß Braun
Bei dem heutigen gerichtlichen Erkenntniß haben die Vorstehenden auf deutliches Vorlesen den Kauf als durchaus richtig anerkannt.
Käufer Bohnet Katharina Bohnet
Verkäufer Bohnet Barbara Bohnet
 
 
29. Mai 1867
 
Geschehen am 6. April 1867.
Mit Zustimmung beidseitger Eltern haben sich heute ehelich verlobt
Jung Johannes Mast Bauer in Obermusbach, Sohn des alt Hirschwirth Johannes Mast allda, und
Marie, Tochter des alt Hirschwirth Johann Georg Müller in Grünthal,
und hat heute hirwegen unter den Brautleuten folgende Vereinbarung stattgefunden:
A. Die Ehe wird nach Würtemb: Gesetzen abgeschloßen, die zukünftigen Eheleute leben somit in Landrechtlicher Errungengesellschaft.
B. In die zukünftige Ehe bringen an an Vermögen:
1. Der Bräutigam außer seinen Fahrniß von seinen beeden Eltern
als Heurathgut 4000 Gulden
unverzinsliches Anlehen 1000 Gulden
zusammen 5000 Gulden
zahlbar durch Abrechnung am schuldig werdenden Gutskaufschilling.
Das unverzinsliche Anlehen von 1000 Gulden muß wieder an die Eltern zurück bezahlt werden, wenn der Käufer vor seiner Frau und noch bei Lebzeiten seiner Eltern sterben sollte.
2. Die Braut außer einer angemeßenen Aussteuer noch ein Heurathgut von 7000 Gulden, zalbar längstens innerhalb eines Jahres, jedoch mit Zinsvergütung von 4 % von Martini 1867 an. Das Heurathgut wird zunächst auf Abrechnung am verstorbenen mütterlichen Vermögen abgegeben.
 
Bei dieser Veranlaßung wird zwischen den alt Hirschwirth Johannes Mastschen Eheleuten hier als Verkäufer und ihrem Sohn Johannes Mast hier als Käufer folgender Kauf-vertrag abgeschloßen:
A. Gegenstand des Verkaufs
Sämtliche Ligenschaften der alt Johannes Mast Eheleute durchweg auf hießiger Markung und im Güterbuch I Ths. Blt. 111 bis 137 speziell beshrieben, jedoch mit Ausnahme folgender Grundstüke, welche im ausdrüklichen Eigenthum der Verkäufer bleiben:
Gütb.I B.132b 20 bis 22 Morg hinweggemeßen von 51 3/8 Morg 25,1 Rzth Wald im Reichenbacher Wald Parzelle 359, B.133b 3 4/8 Morg 16,7 Ruth Wald im Eichholz Parzelle 385, B.257 1/24tel oder 1/2 Tag an der Bauernsägmühle, B.260 Die Hälfte an seinem bisherigen Antheil an dem Bauerschaftswald, die andere Hälfte geht auf den Sohn über.
Die Ligenschaft besteht:
Güterb.I B: Bl.111b in 1/8 Morg 1,8 Rzth Ein 2 stokites Wohnhauß mit Scheuer, Stall, Schopf und gewölbtem Keller unter einem Dach. Ein Waschhauß mit Backofen, eingerichteter Potaschesiederei und Brenntenweinbrauerei mitten im Dorf neben dem Weeg und Martin Wurster.
Gärten
Blt. 112b  3,6 Ruth Gemüßgarten beim Hauß mitten im Dorf neben dem Weeg und sich selbst.
Den 1/12 Theil an der hießigen Sägmühl.
Auf die Auflistung der Güter wird verzichtet.
 
B: Die Braut Marie geb. Müller trifft mit dem Vollzug der Ehe in vorstehenden Kauf ein, es wird hirnach dießer Kauf als ein gemeinschaftlicher - erst während der Ehe abgeschloßener - angesehen und betreffend der Kaufschilling für die sämtlich erkaufte Ligenschaft wird auf 14000 Gulden festgesetzt.
 
Die restlichen Vertragsbedingungen inkl. der Leibgedingvereinbarungen wird hier wegen des Umfanges nicht wiedergegeben.
 
Gerichtlich Anerkannt am 29. Mai 1867
 
 
2. Februar 1874
 
Am 13. Januar 1874 verkauft
Friedrich Mast Wittwe, Barbara geb. Rothfuß heute an ihren Sohn
Johannes Mast Schreiner und seine Braut Christina eine geb. Plocher von Beuren
mit Zustimmung des Pfleger der noch minderjährigen Tochter  Johannes Mast Gemeinderath hier ihre hirnach beschriebene Ligenschaft an die beeden Verlobten.
Güterb. I B. Blt. 106b  24,7 Ruth Ein zweystokigtes Wohnhaus mit Scheuer, Stall und gewölbten Keller mitten im Dorf.
Blt. 107b  1/8 Morg 0,4 Ruth Gemüßgarten beim Haus, neben dem Weeg & Johannes Mast.
Auf die Auflistung der Güterflächen wird hier verzichtet.
In den Kauf wird gegeben
2 Kühe, 2 Stier, 2 Schweine, 5 Henne, an Geschirr 1 Waagen, 2 Pflug, 1 Dunglachenfaß, dito Kübel, 2 Wasserkübel, 1 Melkkübel, 1 Milchheie, 1 Rahmfaß, alles Scheunengeschirr, sowie alles Bauerngeschirr.
Ferner wird in den Kauf gegeben:
ein aufgemachtes Bett samt Bettlade nebst Zubehör, das heißt mit den nöthigen Anziechen. An Schreinwerk wird in den Kauf gegeben: eine Lackmulde, ein Kasten, 2 Stühl, eine Stubenuhr.
Summe für die ganze Ligenschaft somit Fahrniß und Vieh wie solches beschrieben ist 2800 Gulden.
Als Leibgeding dingt sich die Verkäuferin aus ...
Auf die Leibgedingbeschreibung wird hier verzichtet.
Unterschriften
Verkäuferin Barbara Mast und Pfleger der Tochter Johannes Mast
Käufer & Brautleute Johannes Mast Christina Plocher
Eltern der Braut Michael Kalmbach Chatarina Kalmbach
Zeugen Schultheiß Seeger v. Beuren
Die richtige Abschrift beglaubigt Schultheiß Braun
 
 
12. Mai 1874
 
Verhandelt am 2./3. März 1869
In dem Güterbuch I.Band für Obermusbach von Blatt 262 an bis 268 befinden sich noch mehrere Waldcomplece ungeteilt, welche seit undenklicher Zeit den hießigen Lehensbauern gemeinschaftlich zugehört, von den selben besonders besteuert wird, auch bei den seit 10 Jahren einigemal stattgefundenen Holznutzungen von niemand eine Einsprache erhoben wurde.
Es ist nun von sämtlichen Beteiligten der Antrag gestellt worden um später allen Streitigkeiten vorzubeigen den größten Theil der Waldungen unter sich zu verteilen und man nimmt deswegen auch keinen Anstand dießes zu bewerkstelligen und auszuführen, da nach einem Vertrag vom 15. Dezember 1842 und 17. Mai 1843 die etwaigen Rechte der Gemeinde Obermusbach, sowie deren Aktivbürger vollkommen abgefunden sind.
Da ferner die 2 Taglöhner hier Johannes Frey und Johann Martin Döttling durch hohes Decret der Königlichen Kreiß Regierung vom 31. Januar 1862 und durch höchste Entschließung des Königlichen Ministeriums vom 16. Dezember 1862 mit ihren Ansprüchen an genannte Lehensbauernschaft abgewiesen wurden, so ist eine Beanstandung zur Auftheilung betreff Waldungen unter die gegenwärtigen Besitzer nicht denkbar. Als Grundlage der Vertheilung sollen die Gebäude maßgebend sein, da das Lagerbuch in dießer Beziehung keine geordnete Grundlage an die Hand gibt.
Heute wurde die Vertheilung betreff Waldungen vorgenommen und es ist jeder mit einig daß dem Schultheiß Braun nebst 2 Parzellen im rothen Rein und Stutzwald und die bei der der Vertheilung übriggebliebenen Reste im Bäumle I bloße Par 11 Mißele II Claße Par 11 daneben und Brund III Claß Par 11 auf der Mühlerin stoßend als seinen Theil übernimmt, diese Nummer 11 wurde daher nicht gezogen.
Offensichtlich wurden dann im Losverfahren Nummern gezogen und damit die Waldstücke zugewiesen, die einzelnen Zuweisungen werden nicht aufgelistet.
Mit den dießen Nummer zufallenden Waldparzellen erklären sich die Beteiligten nicht nur einverstanden sondern zeigen sich auch bereit, die betreffende Geldentschädigungen zu übernehmen, beziehungsweiße heraus zu bezahlen.
Zur Beurkundung den 13. Mai 1874
Schultheiß Braun, Mast, Schneider, Schanz, Seeger, Bohnet, Kappler, Schwemmle, Hofer
 
Am 1. März 1875 werden die dann offensichtlich verlosten und vermessenen Waldgrundstücke endgültig verteilt. An diesem Termin werden dann auch den 2 Taglöhner-Gütern Waldstücke zugestanden.
Johann Martin Döttling erhält 1 h 98 a 57 qm Wald im Hilpertshöfle und
Jahannes Mast Schreiner hier 43 a 34 qm Wald im Hilpertshöfle und 31 a 27 qm Wald im Brand.
 
Am 20. März 1875 werden dann die letzten restlichen Waldstücke verschenkt.
Es erhält Johann Martin Döttling nochmals 22 a 19 qm Aker im Aucht und
die Gemeinde Obermusbach 11 Grundstücke mit in Summe etwa 8 h geschenkt.
 
 
24. Juli 1874
 
Verkauft alt Johannes Mast Leibgedinger hier an seinen Sohn
Johannes Mast Bauer und Gemeinderath hier
seinen 24ten Antheil an der hießigen Sägmühl wie solcher im Güterb. I Band Blt. 257 näher beschrieben ist um die Summe von 150 Gulden. Dem Käufer wird zur Bedingung gemacht, daß beim gerichtlichen  Erkenntniß der Käufer alle Kosten als Accis Erkenngeld zu bezahlen hat Kraft der Unterschriften.
Verkäufer alt Johannes Mast
Käufer Johs Mast
 
 
30. Dezember 1874
 
 Wurde folgender Kauf-Vertrag hirher übergeben.
Obermusbach Gerichtsbezirk Freudenstadt
Ligenschafts-Verkaufsprotkl. des Gutsbesitzer Fried. Schwemmle
 
Friedrich Schwemmle mit Einverständniß seiner Ehefrau Eva Chatarina geb. Kalmbach haben sich Familien-Verhältniße wegen entschloßen ihr Besitzthum Theilweiße zu verkaufen,
Die nachfolgenden Verkaufsbedingungen und die versteigerten Grundstücke werden nicht geschrieben.Es werden etwa 10 h verkauft.
Am 17. April 1875 werden weitere 14 h verkauft.
 
 
30. Mai 1976
 
Frau Ochsenwirth Seeger Wittwe Franzißka geb. Frey verkauft unter dem 1. Mai 1876 an die Sägmühlgesellschaft zu einem Klötzplatz oder Holzlagerplatz
Güterb. I.B. Blt. 169b: von ihrem Stük Graß und Baumgarten Karte XII Parzelle 13 mit 53 a 62 qm zusammen 9 a 36 qm.
Der Lagerplatz wird entsprechend der Anzahl der Sägetage auf die 10 Theilhaber Seeger Wittwe, Johannes Schanz, Johannes Mast, Friedrich Braun Schultheiß, Georg Kappler, Friedrich Hofer, Adam Bohnet Witwe, Friedrich Schwemmle, jung Adam Bohnet und Michael Schneider aufgeteilt.
Bestimmungen sind folgende:
1. Sämtliche Theile werden als unzertrennlich der Sägmühlgesellschaft einverleibt, daher wenn ein Theil der Sägmühl verkauft würde so muß selbstverständlich nach dem verkauften Antheil der Holzlagerplatz auch nach Verhältniß dazu gegeben werden.
2. Steuern und sonstige Abgaben gehen vom 1. Juli dieß Jahr an auf die Sägmühlgesellschaft über.
3. Die Kosten des gerichtlichen Erkenntnißes bezahlt die Sägmühlgesellschaft so auch den Holzlagerplatz, sowie die Vermarkung.
 
Sämtliche Theilhaber der Sägmühl erklären sich mit der Vertheilung einverstanden und genehmigen vorstehenden Vertrag durch ihre Unterschriften.
Verkäuferin Franziska Seeger
Schultheiß Braun Bohnet Schanz Schwemmle Kappler Hofer Schneider Mast Bohnet
 
 
30. November 1876
 
Nach einem vom 16. Oktober 1876 vorgelegten Kaufbrief hat verkauft
Alt Johannes Mast Leibgedinger hier an seinen Tochtermann
Christian Friedrich Hofer Ziegler hier
Güterb. II. Band Blt 53:  1 h 11 a 68 qm Wald im Eichholz um 857 Mark 14 Pfg.
 
 
30. November 1876
 
Kauf und Ehevertrag
geschehen am 14. September der Kauf wurde aber erst rechtsgültig am 26. Oktober 1876.
Es hat sich heute durch Gottes Schikung zugetragen, daß sich Friedrich Braun, Sohn des Schultheißen Jak. Friedr. Braun mit der ehelichen Tochter des Gutsbesitzers Fried. Mast Nahmens Christina ehelich verlobt und versprochen hat.
Auf Grund dieses ehelichen Versprechens verkauft der Vatter Jakob Fried. Braun, Bauer und Schultheiß hier an die beeden Verlobten Friedrich Braun und Christina Braun geb. Mast nachfolgende Gebäude , Güter und Waldungen.
Güterb. I.Band Blt. 36
1. 8 a 15 qm Ein zweystokigtes Wohnhauß mit Scheuer, Stallungen, 2 Schöpfen unter einem Dach nebst 4 Schweinestallen.
2. Ein Kellerhauß mit gewölbten Keller.
3. Ein Waschhauß mit Bakofen und Potaschesiederei Einrichtung oben im Dorf neben sich selbst und dem Weeg. Anschlag 11220 Mark.
Blt. 37b:  35 a 3 qm Hauß und Baumgarten unten beim Hauß.
Auf die Auflistung der Grundstücke wird verzichtet.
Die gesamte Ligenschaft wird angeschlagen zu 16000 Gulden 
An dieser Summe läßt der Vatter seinem kaufenden Sohn Friedrich mit Einschluß seines Mutterguts und Erbschafts Antheil von Jakob Mast in Besenfeld abgehen als Heurathgut 7000 Gulden sowie gehauhenes Holz 1000 Gulden, bleiben noch zu veraccißen 8000 Gulden.
Diese Ligenschaft geht durchaus Leibgeding frei auf Käufer über.
Weiter wird in den Kauf gegeben das gänzlich ungefichte Haus mit Früchten, Futter u. dergleichen.
2 Fuchsenpferde mit 1. 5 Jahr 1. 12 Jahre alt,
3 Kühe, 5 St. schmal Vieh,
2 große Schweine,
1 eiserner aufgemachter Waagen,
1 hölzerner,
die Hälfte der vorhandenen Ketten, Latteisen, 1 Grif und 1 Schlitten.
Das Bernerwägele bleibt im Besitz des Verkäufers sowie auch der Spatzierschlitten, wird aber den Käufer zur Benutzung eingeräumt.
Weiter erhällt Käufer die Futterschneidmaschiene, die Hälfte des vorhandenen Scheunengeschirr.
Die neu angeschaffte Putzmühle bleibt Eigenthum des Verkäufers welche Käufer aber auch benutzen darf wenn solche Verkäufer nicht braucht.
Weiter wird in den Kauf gegeben Weinfaß zu cirk 7 Eimer Getränke, 2 1/2 Eimer, 1 Amerikaner Wendepflug, 1 Ege die sonstige Hälfte des vorhandenen Waschgeschirr.
Vorstehende Realitäten werden den Käufer mit Einschluß des zu 1000 Gulden taxierten gehauenen Holzes zu 7000 Gulden überlaßen.
Die Eltern der Braut versprechen zu dieser ehelichen Verbindung ihrer Tochter Christina neben einer ordentlichen Aussteuer 7000 Gulden, zahlbar bis Georgii 1877 oder von da an mit 4 1/2 % zu verzinsen.
Die üblichen Vertragsbedingungen werden nicht aufgelistet.
Unterschriften
Verkäufer Jak. Fried. Braun Maria Braun
Käufer und Brautleute Friedrich Braun Christina Braun
Eltern der Braut Friedrich Mast Friederika Mast
Zeugen Schneider, der Sohn Martin Braun, Tochtermann Georg Kappler
 
 
2. Februar 1877
 
Nach einem vorgelegten Kaufvertrag vom 5. Dezember 1876, der Kauf wurde aber erst rechtskräftig am 16. Januar 1877.
Hat verkauft Johannes Mast Schreiner hier an
Johann Georg Oesterle Schreiner von Thumlingen und seiner nunmehrigen Ehefrau Chatarina eine geb. Mast nunmehr bürgerlich hier hirnach beschriebene Gebäude und Ligenschaften.
Güterb. I.Band Blt. 106b: 2 a 2 qm Ein zweystokigtes Wohnhauß mit Scheuer, Stall, gewölbten Keller unter einem Dach, mitten im Dorf neben dem Weeg und Johannes Mast. Anschlag 3460 Mark.
Gärten
Blt. 107b  3 a 97 qm Gemüßgarten beim Hauß neben dem Weeg und Johannes Mast.
Aus die Auflistung der Äker und des Leibgeding wird verzichtet.
Unterschriften
Verkäufer Joh. Mast, die Mutter der Braut Barbara Mast
Käufer Johann Georg Oesterle, Katarina Mast, Johannes Oesterle, Christian Fischer
Schultheiß Braun
 
 
23. Januar 1877
 
Hat verkauft Alt Johannes Mast hier den ine gehabten gemeinschaftlichen Waldantheil welcher derselbe in Gemeinschaft mit seinem + Sohn Johannes Mast von der Bauerschaft erworben hat an deßen hinterbliebene Wittwe Maria eine geb. Müller hier, dieselbe bestehen ....
Auf die Auflistung der Waldstücke wird verzichtet.
Verkäufer Johannes Mast
Käuferin Anna Marie Mast
 
 
31. Mai 1877
 
Verhandelt am 26. Mai 1877
Unter dem heutigen Datum kauft Friedrich Hofer Bauer und Ziegeleibesitzer
von seinem Schwärvatter alt Johannes Mast hier
Güterbuch II.Band Blt. 52b:  6 h 22 a 63 qm Wald im Reichenbacher Wald neben Schultheiß Braun und Müller Haisch von Reichenbach um die Summe von 8500 Gulden gleich 14571 Mark 43 Pfennig.
Unter vorstehenden Bedingungen:
1. An betreffenden Kaufschilling läßt Verkäufer seinem Tochtermann als weiteres Vermögen für seine Ehefrau Christina geb. Mast abgehen 4000 Gulden gleich 6857 M 14 Pfg.
Somit wären noch zu eraccißen 4500 Gulden gleich 7714 M 28 Pfg.
Die restlichen Bedingungen werden nicht geschrieben, da immer gleich.
Unterschrift Verkäufer Johannes Mast, Käufer Firedrich Hofer
 
 
14. April 1879
 
Nach einem vorgelegten Kaufbrief vom 25. May 1879 hat verkauft
Johann Martin Döttling Schuster hier an
Bernhardt Döttling Bauer in Hallwangen
ungefähr 1 Morgen Streueplatz im Brünnle um 100 Mark.
Die einzelnen Vertragbedingungen werden nicht geschrieben.
Verkäufer Döttling
Käufer Bernhardt Döttling
 
 
14. April 1879
 
Nach einer mündlichen Anzeige von heute hat verkauft
Johann Martin Döttling Schuhmacher hier an
Christian Seeger, Säger hier, bürgerlich in Frutenhof
16 a 76 qm Aker in Eichäkern um 120 Mark.
Die einzelnen Vertragbedingungen werden nicht geschrieben.
Verkäufer Döttling
Käufer Christian Seeger
 
  
8. März 1880
 
Verhandelt den 24. Februar 1880.
In der Schuldensache des Johann Martin Döttling Schuhmacher hier kommt in Folge Auftrags desselben und seiner Gläubiger die hirnach beschriebene Ligenschaft zum Aufstreich und zwar aus freien Grund. Dieselbe ist vom Gemeinderath angeschlagen im ganzen zu 4700 Mark.
Zu dießer Verhandlung hat man den heutigen Tag anberaumt, und dieß im Amtsblatt und Schwarzwälder Botten, sowie mittels Ausschellen in hießiger Gemeinde zwey mal, je am 17. u. 21. nesp 23 Februar bekannt gemacht.
Den Döttlingschen Eheleuten und den Gläubigern hat man in besonderen Schreiben den Verkaufstag eröffnet.
Als Verkaufsbedingungen werden festgesetzt:
1. Der Kaufschilling welcher vom Tag des Zuschlags an mit 5 % zu verzinsen ist muß in drei gleichen auf einanderfolgenden Jahreszielen pro 1. März 1880/82 abgetragen werden, und zwar kostenfrei nach der zu erwarteten Verweißung.
2. Bis zur Bezahlung des Kaufschilling samt Zinsen wird sich das Pfandrecht auf den verkuften Objekten vorbehalten; auch hat jeder Käufer sogleich einen tüchtigen Bürgen zu stellen, welcher sich als Selbstzähler verbindlich macht.
3. Das Anwesen wird mit allen darauf haftenden Rechten und Lasten verkauft, wie solches der Eigenthümer bisher besesen hat, ohne Garantie für den Meßgehalt.
4. Zu den Häuslichkeiten gehört alles, was Band und Nagel hällt, insbesondere die eißerne Herdeinrichtung und die Vorfenster wenn solche vorhanden sind.
5. Mit der Eröffnung des Zuschlagsbescheids, oder der Genehmigung des Verkaufs von Verkäuferischer Seite werden die verkauften Objekte in den Besitz der Käufer übergeben, welche auch von da an zum Bezug der Mietzinse u.s.w. berechtigt sind, dagegen bleibt der Eigenthumsübergang so lange aufgeschoben, bis die Pfandrechtsvorbehalte in das Pfandbuch eingetragen sind.
6. Die Gebäulichkeiten sind von der Familie des Gemeinschuldners 14 Tag nach der Genehmigung des Verkaufs zu räumen und können am darauf folgenden Tage vom Käufer bezogen werden.
7. Die Käufer haben die Steuern und Abgaben erstmals am 1. April 1880, das Landcassengeld erstmals vom Kalenderjahr 1880 zu bezahlen.
8. Die Kosten der Einleitung des Verkaufs werden Verkäuferischer Seits getragen, während die Acciße, die Erkenn Protokoll- und Pfandgebühren der Käufer zu übernehmen hat. Sowie die Kosten der Vermarkung der Verweißung.
9. Jeder Käufer bleibt an sein Angebott gebunden, bis ein höheres Angebott gemacht und angenommen ist, während Verkäuferischer Seits weitere Ausstreichsverhandlungen eintreten können, und sich die Ratification ausdrüklich vorbehalten wird.
10. Ein Reurecht findet nicht statt, indem die Käufer aud dießes Recht seinem ganzen Umfange nach verzichten.
11. Das Haus kann 14 Tage nach dem Verkauf bezogen werden.
 
Unter diesen Bedingungen welche zunächst verlesen worden sind kommen zum Verkauf:
Güterbuch I.Band Blt. 293b: Par.4  2 a 62 qm Ein zweystokigtes Wohnhauß mit Scheueer, Stallung und Keller unter 1/2  Ziegel 1/2 Schindeldach, Wagenschopf und Bakhütte beim Hauß, oben im Dorf, neben dem Weeg und sich selbst. Anschlag 3440 Mark.
Ein Holz und Wagenschopf unter einem Ziegeldach. Anschlag 60 Mark.
Anschlag zusammen 2000 Mark (hier scheint ein Fehler vorzuliegen, 3440 + 60 = 3500).
Blt. 294b  Parz 33.34  21 a 45 qm Gemüße, Haus und Baumgarten und Wieße im Bachwiesen neben dem Weeg und Adam Seeger. Anschlag 300 Mark.
Auf die Auflistung der weiteren Grundstücke wird verzichtet, sie haben einen Anschlag-Wert von etwa 2300 Mark.
Zusammen 4700 Mark. (Hier stimmt die Rechnung auch nicht, sind 3500+2300=5800).  
Den 24. Febr 1880 hat auf vorstehende Ligenschaft gebotten Christian Wößner von Hallwangen 3300 Mark.
Den 24. Febr Nachmittags 3 Uhr hat auf vorstehende Ligenschaft gebotten Michael Dölker Bauer in Untermusbach 3600 Mark.
Auf Antrag des Massenverwalters wird beschlossen am Dienstag den 2. März Nachmitags 1 Uhr einen wiederholten aber letzten Aufstreich vorzunehmen, jedoch von einer öffentlichen Bekanntmachung abzustehen, und sämtliche Kauflustige von diesem Termin in Kentniß gesetzt wurden.
z.B. Amtsnotar Seeger, Massenverwalter Schneider, Schultheiß Braun
 
Verhandelt den 2. März 1880
Dem Beschluß der Gläubigen gemäß kommt heute die beschriebene Ligenschaft in ihrer Gesamtheit noch einmal im öffentlichen Aufstreich zum Verkauf, nachdem die Verkaufsbedingungen oben Blt. 1a und b wörtlich und deutlich vorgelesen worden ist.
Dieselben verblieb im letzten Streich dem Michael Dölker Bauer von Untermusbach um
3850 Mark. 
Unterschriften Käufer Michael Dölker
Bürg und Selbstzähler Christian Weisser v. Unrermusbach
Verkäufer , Masseverwalter unter Ertheilung der Genehmigung Schneider
Vorstehende Verkaufsverhandlung beurkundet mit dem Anfügen, daß der Kaufvertrag nach seinem ganzen Inhalt von beeden Theilen als richtig anerkannt wurde.
Obermusbach den 2. März 1880
Amtsnotar Seeger Schultheiß Braun
Bei dem am 8. März 1880 stattfinden gerichtlichen Erkenntniß hat Käufer vorstehenden Vertrag auf deutliches vorlesen als durch aus richtig anerkannt und hirnach unterschrieben.
Käufer Michael Dölker, Bürg Dölker
gerichtlich erkannt den 8. März 1880
Gemeinderath Braun Schneider Kappler Schwemmle Hofer Schanz
 
Hiermit ist das Kaufbuch II. Band  geschlossen.

Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.

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