Wappen von Musbach Obermusbach

Gerichtsurteile im und um das Amt Dornstetten

von 1469 bis 1550

Im Hauptstaatsarchiv finden sich Urkunden aus dem 15/16ten Jahrhundert über Gerichtsurteile aus dem Amt Dornstetten. Sie sind auf der Homepage des Hauptstaatsarchivs mit den untenstehenden Text aufgelistet. Ein Auszug hieraus ist es Wert anzusehen, da hiermit ein Gefühl über die Gerechtigkeit und das Leben in dieser Zeit, auch in Obermusbach, vermittelt wird. Der zweitletzte Bericht bezieht sich dann auch auf Obermusbach und einen Diebstahl an den Obermusbacher Bartle Nußkern.
Weitere Informationen im Staatsarchiv oder auf der Homepage des Staatsarchivs.

Kommentar zum Begriff "Urfehde":
Mit dem Aufkommen staatlicher Gerichte im Spätmittelalter wurde die Urfehde zur eidlichen Versicherung, sich wegen einer geführten Untersuchung, Anklage oder zu vollstreckenden Strafe nicht an den Strafverfolgern rächen zu wollen.
Aus Wikipedia entnommen.
 

A 602 Nr 3884 = WR 3884
1469 März 1
Hänslin, Heinrich und Konrad Vochenzer, deren Vater Diepold Vochenzer von Glatten für Brandstiftung zu Hörschweiler hingerichtet worden, schwören Urfehde.
 
A 602 Nr 3885 = WR 3885
1475 August 18
Peter Wirt von Pfalzgrafenweiler, der eines Frevels halb gelobt hat, sich in Dornstetten zu stellen und das nicht getan hat und in das Gefängnis gekommen ist, schwört bei seiner Entlassung Urfehde.
 
A 602 Nr 3889 = WR 3889
1485 Februar 5
Antonius Brun von Dornstetten, der viel Drohworte unverschuldet getrieben, sich auch sonst unredlich gehalten hat und in das Gefängnis gekommen ist, schwört bei seiner Entlassung Urfehde.
 
A 602 Nr 3890 = WR 3890
1485 September 7
Ciriacus Feherauberlin von Igelsberg, der mit einem Ausgewiesenen bei Nacht und Nebel über die Grenze in böser Absicht ins Land gedrungen und in das Gefängnis gekommen ist, schwört bei seiner Entlassung Urfehde.
 
A 602 Nr 3893 = WR 3893
1488 November 13
Leonhard Seyler von Nürtingen, für einen groben mutwilligen Frevel, den er im Kloster Kniebis an einer Frau begangen hat und in das Gefängnis gekommen ist, schwört bei seiner Entlassung Urfehde.
 
A 602 Nr 3898 = WR 3898
1498 September 10
Heinrich Wölpper von Hallwangen, wegen Anstiftung zum Wildern und versuchten Totschlags an Konrad Mengler von Hallwangen in das Gefängnis gelegt, schwört bei seiner Entlassung Urfehde.
 
A 44 U 1107
1501 Mai 29 (Pfingst Abend)
Hans Zymermann von Ebhusen [Ebhausen, Kr. Calw] und Stefan Ruwsser, der Zymerman, ein Einwohner zu Dornstetten [Kr. Freudenstadt], gefangen, weil sie einen, der des Totschlags angeklagt war, aus dem Gefängnis befreiten und über die Stadtmauer gebracht hatten, verpflichten sich, Württemberg zu verlassen, über den Rhein zu gehen und schwören Urfehde.
 
A 44 U 1111
1516 Mai 10 (Pfingstabend)
Agatha, Guttmenny, Ehefrau des Hans Winterli zu Dornstetten, gefangen, weil sie eine Urfehde (die sie wegen eines Diebstahls schwören musste) und das Versprechen, ausser Landes über den Schwarzwald zu gehen gebrochen hatte, wird zur Strafe mit Ruten geschlagen und danach in das Halseisen gestellt und verspricht, ausser Landes zu gehen.
 
A 44 U 1109
1513 Mai 3 (Di. v. Himmelfahrt)
Hans Messerschmid d.J. von Dornstetten, gefangen, weil er eine Urfehde (die er wegen ungenannter Ursache schwören mußte) und das Versprechen, nicht ausser Landes zu gehen, gebrochen hatte, verpflichtet sich, Württemberg zu verlassen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1113
1521 Februar 8 (Fr. v. Herrenfastnacht)
Gregorius Glunck von Dornstetten, wegen nichtgenannter Vergehen in Dornstetten gefangen, verpflichtet sich für 5 Jahre ausser Landes über den Rhein zu gehen, nach seiner Rückkehr keine Waffe als ein abgebrochenes Brotmesser mit sich zu führen, und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1114
1521 Januar 21 (Mo. n. Sebastian)
Bastion Zuckdentegen, gef., weil er seine Urfehde und das Versprechen, mindestens 4 Meilen vom Amt Dornstetten entfernt zu bleiben, nicht gehalten hat, verpflichtet sich, ausser Landes zu gehen und nicht näher als auf 3 Meilen an die Stadt zu kommen, und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1116
1525 August 10 (Laurentius)
Wildhanns der Beck, Wendel Kyrsaner, Bartle Mast, Hans Gyger d.J., Hans Gygers Sohn, und Jakob, Hennßlin Schmids Sohn, alle Bürger zu Dornstetten, in Dornstetten gef., weil sie während des Bauernaufstands das Haus des Priesters gen. Meister Stoffel Hiller erstürmt und erbrochen hatten, verpflichten sich, ausser Landes zu gehen und schwören Urfehde.
 
A 44 U 1117
1534 Oktober 7
Juvenalis Weys von Dornstetten, 14 Tage lang gefangen, weil er als Kastenknecht des Kornkastens von Dornstetten Betrug verübt, dies aber der Obrigkeit selbst gemeldet hat, verpflichtet sich, die Gefängniskosten zu zahlen und nicht mehr in seinem eigenen Haus in Dornstadt zu wohnen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1118
1534 Oktober 9
Hans Beck, Bürger zu Dornheim, gef. weil er seine Urfehde (die er wegen Aufruhr, häufiger Betrunkenheit und Misshandlung von Frau und Kind schwören mußte) und sein Versprechen (in keine öffentliche Zeche mehr zu gehen und Waffe mit sich zu führen, ausser einem abgebrochenen Brotmesser) nicht gehalten hat und viel Zank und Streit verursacht hat, verpflichtet sich, nachdem er von Martin Epp, Untervogt zu Dornstetten begnadigt und aus dem Gefängnis entlassen, alle Versprechungen aus der ersten Urfehde zu erfüllen und schwört wieder Urfehde.
 
A 44 U 1122
1548 Februar 16 (Do. n. Herren Fastnacht)
Christ Geyger und Hans Wälcker, beide von Dornstetten, und Benedikt Hornberger von Dieterswyler [Dietersweiler, Kr. Freudenstadt], gefangen in Dornstetten, weil sie entgegen dem Gesetz in Frankreich Kriegsdienste angenommen haben, verpflichten sich, keine Waffer mehr zu tragen und nicht ausser Landes zu gehen und schwören Urfehde.
 
A 44 U 1128
1525 September 18 (Mo. v. Matth.)
Jörg Seger in der Ach by Dornnstetten [Aach, Kr. Freudenstadt], wegen Beteiligung an Bauernaufstand in Dornstetten gefangen, verpflichtet sich, mit Frau und Kindern ausser Landes zu gehen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1131
1520 August 14 (U.L.F. Abend Assumptionis)
Wolff Turer, der Zymerman, z.Zt. in Bayersbronn [Baiersbronn, Kr. Freudenstadt], in Dornstetten gefangen, weil er Pfarrer Viten von Baiersbronn geschlagen und verwundet hat, verpflichtet sich 10 fl zu zahlen, in keine öffentliche Zeche mehr zu gehen und ausser einem Messer keine Waffe zu tragen
 
A 44 U 1135
1550 April 4 (Karfreitag)
Anna Jung, Ehefrau des Jacob Schaubler von Bayerbrunn [Baiersbronn, Kr. Freudenstadt], wegen Verdachts der Hexerei (nach Aussage der bereits hingerichteten Margreth Kiefferin aus Baiersbronn) gefangen, verpflichtet sich, aus Stadt und Amt Dornstetten zu gehen, und schwört Urfehde
 
A 44 U 1142
1504 November 4 (Mo. n. Allerheiligen)
Michel, Hanns Cuntz' ("Cuntzenhannsen") Sohn von Diethrichswiler [Dietersweiler, Kr. Freudenstadt], wegen Diebstahls in Dornstetten gef., verspricht, die Strafe (er soll vom Nachrichter mit Ruten geschlagen und ihm danach die Ohren abgeschnitten werden) anzunehmen, ausser Landes über den Lech zu gehen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1143
1550 Dezember 19 (Fr. n. Lucie)
Ruple Ruoff von Dieterßwyler [Dietersweiler, Kr. Freudenstadt], in Dornstetten wegen Treubruchs gefangen, verpflichtet sich, in keine öffentliche Zeche mehr zu gehen, keine Waffe zu tragen, ausser einem abgebrochenen Brotmesser und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1154
1532 September 30 (Mo. n. Michael)
Naborus von Euttingen [Eutingen, Kr. Horb] in Dornstetten wegen Diebstahls in Vesperwyler [Vesperweiler, Gem. Cresbach, Kr. Freudenstadt] gefangen., verpflichtet sich, nachdem er zur Strafe vom Nachrichter an den Pranger gestellt und mit Ruten gezüchtigt wurde, ohne Verzug ausser Landes zu gehen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1166
1523 Februar 17 (Di. n. Herenfastnacht)
Endlin Knussin, Ursela Bernnerin und Katharina Nyserin, alle von Dornhan [Kr. Freudenstadt], wegen Verdachts der Hexerei in Dornstetten gefangen, schwören Urfehde.
 
A 44 U 1171
1503 April 4 (Di. n. Judica)
Symon, Jude, z.Zt. in Nuneck [Neuneck, Kr. Freudenstadt] Hintersasse der edlen Frau Margarethen vom Stein, wegen verbotenen Handelns, Diebstahls und Wuchers in Dornstetten gefangen, verpflichtet sich, allen Schaden wieder gut zu machen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1174
1505 Juli 30 (Mi. v. Peterstag in vincula)
Peter Kegel d. J. aus dem Richental [Reichental, Kr. Rastatt], in Dornstetten gefangen, weil er eine Urfehde, die er wegen Diebstahls schwören musste, gebrochen hat und rückfällig wurde, soll zur Strafe mit Ruten ausgeschlagen werden und es sollen ihm die Finger der rechten Hand abgeschlagen werden, er verpflichtet sich nach Vollzug ausser Landes über die Donau zu gehen und schwört Urfehde.
 
A 44 U 1183
1516 Mai 26 (Mo. n. Urban)
Jörg Ugel von Waltdorff [Waldorf, Kr. Calw], in Dornstetten wegen Verdachts des Diebstahls an Bartle Nusßkernn aus Obermuspach [Obermusbach, Gde Untermusbach, Kr. Freudenstadt) gefangen, schwört Urfehde.
 
A 44 U 1184
1516 Oktober 11 (Sa. n. Franziskus)
Hans Seger von Gernspach [Gernsbach, Kr. Rastatt], in Dornstetten wegen Gotteslästerung gefangen, gelobt, die Strafe (ihm soll die Zunge abgeschnitten werden) anzunehmen und schwört Urfehde.
 
Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand A44 und A602 Urfehden und www.wikipedia.org.
Bearbeitet von Hans Rehberg
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