Wappen von Musbach Obermusbach

Diebstahl an Bartel Nusskernnen 1516

Im Hauptstaatsarchiv findet sich unter A44U1183 eine Urkunde über einen Diebstahl in Obermusbach aus dem Jahr 1516. Diese Urkunde sollen hier editiert werden.
 
In der Urkunde schreibt Jerg Ugel aus Waldorf an den Fürsten Ulrich zu Württemberg. Er beschwert sich, dass er in Dornstetten keinen guten Leumund hatte und über ihn schlecht gesprochen wurde. Nach einer Anstellung in Obermusbach bei Bartle Nußkern wurde er von diesem nach einiger Zeit des Diebstahls von Geld bezichtigt und angezeigt. Darauf hin kam er für einige Zeit ins Gefängnis von Dornstetten. Er hat nach seiner Entlassung aber alle heiligen Eide geschworen, das er die Tat nicht begangen hat. Da er nicht schreiben konnte, hat er sich des Junkers Mathiß Steinhilb als Schreiber bzw. Anwalt bedient. Mathiß Steinhilb hat das Schreiben am 2. Mai 1516 aufgesetzt.
 
Wichtig für uns ist, das wir durch dieses Dokument etwas über einen Obermusbacher Bürger Namens Bartle Nußkern im Jahre 1516 erfahren.
 

Hier ist der ins Reine geschriebene Urtext wegen der schweren Lesbarkeit mit Fehlern behaftet.
 
Urkunde
Ich Jerg Ugel von Waltdorff. Bekenn unnd tun Kund meinickglichen mit disem Briefe Wiewol ich mich ein Zeitlang zu Dornstetten
dienstlich gehalten, Solicher maß, daß man mir andees ich nitt weiß, args nitt vertruwt noch zugeredt, So ich aber dadannen
mich zu Bartle Nußkernnen gen Obermusbach geton und im ettlich zit gedient, hat er sich beclagt wie das im ettlich gelt
entwort unnd mich des berarckwont, Als ob solichs von mir gescheen sin, Deshalb ich uf sin anruffen venckglich angenommen
und in des durchlachtigen Hochgebornnen Fürsten und Herren Hern Ulrichen Herzogen zu Würtemberg und zu Teck, Grafen
zu Mumppellgart mins gnedigen Fursten und Herren gefenckgnus zu Dornstetten komen und aber wider daruß gelaßen
bin Taruff So hab ich glopt und einen aide mit ufgehepten fingern und gelerten worten, Lirlich zu gott und den Heiligen
geschworn, Solich gefennckgnus und was sich darinn und darunder verloffen, und begeben hat, An den genanten minen gnedigs
Fürsten und Herren Siner fürstlichen gnaden erben, Ret diener amptlut dießnen unnd dießnen furstlichen gnaden Züner
sprechen steud Geistlich und Weltlich ich an den vorgenannten Bartle Nußkernnen sine verwandten, Noch an niemandt
der zu unnd ander Sach Haft verdacht oder darunder verwandt ist. Nitt Zurechen Zuatzen noch Zueffern, weder mit worten
wercken Reten noch geteten, Noch das schaffen Zutun heimlich noch offentlich mit recht noch one Recht, Ich beider den
genannten minen gnedigen Fursten und Herren, Noch wider die so vorbegriffen sind In gemein noch sonnder Nymer nur
Zuße noch gutun, och das nitt schaffen Zugescheen dhems wegs Sonnder hett oder uberkem ich mit inen allen oder Jedem
Insonder ußerhalb dis Hanndels ich zit Zutun, So soll unnd will ich sie by reat bebben laßen, vor unnd in den Bericht
darinn so gesehen oder daryn sie gehorig sind unnd sie wyler nitt ersuchen, Irn dheinen weg, Wa ich aber erns oder
mer stuck Hiener gemelt verbrech und ratt Hielt, danor mich Gott verhuten woll. So solt ich heyßen unnd sin Erloß unnd
meyneidig, Unnd möchten Alßdann des offtgenannten unnd gnedigen Fursten unnd Herren Amptlüt und memicklich
von siner fürstlichen Gnaden wegen Allerthalben wo so mich betretten unnd ankernen zu mir gryfen und mit mir
gefaren laßen, Als mit einem solichen Erlußen meynerdigen man zutun gepurt, weders sie wöllen mit recht oder
argern gewalt one Recht, Tonior mich dann nitt schirmen noch befriden solt noch möcht, Them gnad fryheit Gleyt,
tröstung Satzung Eynung prindtnus Gepott noch verpott, Recht noch gerecht, Geistlichs noch weltlichs noch sost
dhem annder sach die umb schwins willen Erdacht oder fürgezogen werden mag. Terny ich mich des bund alles anders
Schirms Gar unnd gentzlich versagen und begeben hon unnd verzund verzyhe In Krafft dis Brieffs Alles on all generde
unnd des alles zu warem unnd offen verkund So hop ich Jörg Ugel obgenannt mitt flys Ernnnistlich gebetten und herpetten
den fromen und Vesten Junkher Mahtißen von Steynhilb minen Lieben Tunckherren das Er sin eigen Insigele doch
Im unnd sinen erben in all weg unschedlich Zugezugkens offentlich gehennckt hat an dißen Briefe, Des ich rezgemelter
Beßylerr Alß bekenn geton haben, Geben an Montag Necht nach Sannct Urbans tag des Heyligen Bapsts (26.Mai). Als
man zalt von Cristi Unsers Leben Herren Gepurtt fünpfzehenhundertt unnd Sechzehen Jare.
 
 
Entnommen aus: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A44 U1183.
Bearbeitet von Hans Rehberg
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