Wappen von Musbach Obermusbach

In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli 1752 wurden drei Häuser in Obermusbach ein Raub der Flammen.



Von dieser Begebenheit ist nur ein Brief der Obermusbacher
Johannes Hofer,
Adam Sakmann und
Michel Schittenhelm
an den Fürsten bekannt.
 
In diesem Brief bitten  die Obermusbacher um eine Sondererlaubnis zur Dachdeckung.
Um 1752 war es aus Feuerschutzgründen wohl vorgeschrieben, dass die Häuser nur mit Ziegeldächer zu bedecken sind.
Die vorher üblichen Schindel- oder Bretterbedeckungen waren wegen der Feuergefährlichkeit verboten.
Die Obermusbacher wollten hier Kosten sparen und statt zu kaufenden Ziegel lieber Holz aus dem eigenen Wald verbauen.
Als Argument gegen die Ziegel wurde die Undichtigkeit der Ziegeldächer im Winter bei Schneetreiben aufgeführt.
Der durch die krummen Ziegel eindringende Schnee würde das ein gelagerte Heu und Stroh verderben.
Im Schriftverkehr mit den Fürsten befindet sich noch ein Befürwortungsschreiben des Vogtes vom Kloster Reichenbach.
 
Das Gesuchen wurde offensichtlich stattgegeben, denn 70 Jahre später wurden nach dem großen Brand von 1822 von der Brandversicherung die Erstattungskosten wegen der Holzdächer reduziert.
 
 Ironie des Schicksal, bei Einhaltung der Bauordnung 1752 wäre das Feuer 1822 vielleicht nicht auf 10 Hausdächer übergesprungen.
 

Ermittelt und aufgeschrieben von Heinz Bauer aus Untermusbach. Das Original des Protokolls befindet sich im Staatsarchiv Stuttgart unter A516L Bü 111.

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