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Die Harzgewinnung



 
Der wichtigste Nutzungsbaum für die Harzgewinnung im Schwarzwald war die Fichte.
Die Harzgewinnung aus Nadelbäumen ist seit frühester Urzeit bekannt. Wer heute in Norwegen Urlaub macht, kann dort die mit Teer angestrichenen 1000 Jahre alten Stabkirchen bewundern. Dieser Teer wurde schon damals aus Baumharze gewonnen.
 
Für die bäuerlichen Familien im Schwarzwald bildete die Harzgewinnung eine wichtige Einnahmequelle. Die Erzeugung von chemischen Produkten aus Erdöl und der Schutz der Bäume führte zum Ende der Harzgewinnung.
Das Rohharz ist hellgelb, reich an organischen Kohlenwasserstoffen, arm an Sauerstoff und stickstofffrei. Es besteht aus einem Gemisch von vorwiegend aromatischen Stoffen mit Säureeigenschaften. Seinen aromatisch-würzigen Geruch verdankt das Harz den in ihm reichlich enthaltenen ätherischen Ölen. Der Harzfluss ist je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedlich, Wärme und Feuchtigkeit wirken sich günstig aus. Pro Stamm und Jahr konnten drei bis vier Kilogramm Harz gewonnen werden.
Die aus dem Harzbalsam im Dampfdestillationsverfahren hergestellten Produkte sind Terpentinöl und Kolophonium.
 
Foto von einem Harzbaum am Kniebiser Heimatpfad
 
Das gewonnene Harz wird in Kesseln erhitzt, dabei wird Terpentilöl (Fichte 32%, Tanne 60%) und Wasser abdestilliert.
Terpentinöl wird verwendet für: Lösungsmittel für Lacke und Farben, halbsynthetischem Kampfer, Lederpflegemittel, pharmazeutische Pröäparate und Schuhcreme.
 
Nach dem Absetzen der Unreinheiten kann als klarer Rückstand das Kolophonium abgeschöpft werden.
Kolophonium wird verwendet für: Herstellung von Papier, Pflaster, Kosmetika, Farben, Siegellack, Isoliermittel, künstliche Gummi, Schmiemittel, Seifen, technische Fette und als Flußmittel zum Löten.
 
 
Das Harz wurde am lebenden Baum gewonnen. Man achtete darauf, dass der Stamm mindestens 30cm Durchmesser erreicht hatte, bevor man mit dem Harzen begann. Im ersten Erntejahr kam ein Topf auf die Ostseite des Stammes, dann auf die Nordsaeite, die Westseite und schließlich auf die Südseite. Im fünften Jahr ließ man den Baum ausruhen. Bäume die sowieso gefällt werden mußten, wurden vorher "zu Tode geharzt", das heißt so viel wie mögliche schnitte angebracht.
Ab Februar entrindete der Harzer den Baum an der Entnahmestelle und brachte den Sammeltopf an. Anfang März wurde der Stamm angeritzt und das Harz begann zu fließen.
Alle sieben Tage mußte der Harzer die Stellen neu aufmachen, da sich die Wunde sonst mit Harz verschloß.
 
Auswirkungen auf den Baum:
Im Gegensatz zum in den Anfängen praktizierten Pechen durch Abbrennen der Rinde über den gesamten Stammumfang, bei dem der Baum abstarb, beeinträchtigte die moderne Form, bei der die Rinde nur von rund einem Drittel des Stammumfanges entfernt wird, die Lebensfähikeit des Baumes nicht. Zwar ist der Stamm im Bereich des freigelegten Holzes anfälliger für Witterungseinflüsse und Schädlinge, doch wird die Baumwunde durch das austretende Harz auch konserviert und geschützt.
Das Holz der geharzten Bäume ist allerdings von geringerer Qualität.
 
 
 
Texte entnommen aus: Wikipedia und AOL-Hometown.





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