Wappen von Musbach Obermusbach

Das Telefon in Obermusbach

Die Geschichte um den ersten Telefonanschluß scheint sich bei dem Ausbau des Breitbandnetzes zu wiederholen. Dauerndes Vertrösten und Aufschieben und eine Installation in weiter Ferne.
 
Am 30. August 1899 beantragte die Gemeinde Obermusbach zum erstenmal eine Telegrafenstation mit Telefondienst für ihren Ort bei der "Königlichen General-Direktion der Posten und Telegrafen" in Stuttgart.
 
Auf diesem Antrag folgte am 8. September 1899 als Antwort von der Kgl. Generaldirektion über das Oberamt Freudenstadt, dass das Gesuch der Gemeinde Obermusbach um die Einrichtung einer Telephonanstalt daselbst in Behandlung genommen worden seye.
 
Am 25. Mai 1900 schrieb die Königliche Generaldireltion: Auf wiederholte Anfrage vom 18.5.1900 aus Obermusbach, daß im laufenden Jahr eine große Anzahl dringender, zum Theil noch aus früheren Jahren herrührender Ansuche zu erledigen ist. Mit Rücksicht hierauf und auf die erhebliche Inanspruchnahme des technischen Personals ist es heuer nicht mehr möglich, das dortige Gesuch zu verwirklichen.
 
Am 4. Mai 1901 schreibt die K. Generaldirektion:
Mit dem Bemerken, daß die Errichtung einer Telegraphenanstalt mit Telephondienst in Obermusbach für die laufende Finanzperiode (1901/02) vorgesehen ist. Angesichts des Umstands, daß noch eine große Zahl älterer und zum Teil dringender Gesuche um die Errichtung von Telegraphenanstalten -über 100- der Erledigung zuzuführen ist, läßt es sich zur Zeit nicht übersehen, ob dem Gesuche der Gemeinde Obermusbach heuer noch oder erst im nächsten Jahr entsprochen werden kann.
 
Am 24. Dezember 1901 folgte ein neues Schreiben von der Königlichen Generaldirektion: Das Gesuch der Gemeinde um Errichtung einer Telegraphenanstalt mit Telephonbetrieb kann im laufenden Etatsjahr der Verwirklichung nicht mehr zugeführt werden. Die Errichtung der nachgesuchten Telegraphenanstalt ist für das nächste Etatjahr in Aussicht genommen.
 
Am 19.März 1902 schrieb die Königliche Generaldirektion:
Die Errichtung einer Telegraphenanstalt in Obermusbach ist für das Rechnungsjahr 1902 vorgesehen. Zunächst wird die Vorlegung einer Erklärung der bürgerlichen Kollegien entgegen gesehen, worin sie eine im öffentlichen Ansehen stehende Person mit geeignetem Lokal benennen, welche bereit ist, die Geschäfte der Telegraphenhilfsstelle in Obermusbach gegen eine jährliche Vergütung von 60 M zu besorgen.
 
Es ist leider nicht hinterlegt, wann die Telefonstation endgültig eingerichtet wurde.
 
 
Folende Hinweise finden wir noch in dem Gemeinderatsprotokollen:
5. Mai 1916
Infolge Einstellung des Wirtschaftsbetriebes im Ochsen ist die Telephonstelle zu verändern.
Frau Friederike Hofer (Gasthaus Auerhahn) hier, hat sich bereit erklärt, die amtliche Telephonstelle zu übernehmen, wenn die Gemeinde sich bereit erklärt einen Betrag zu bewilligen.
Vom Gemeinderat wird beschlossen:
Der Frau Hofer einen Beitrag von 3 M monatlich vom 1. Mai d.J. ab zu verwilligen.
 
14. April 1921
Frau Hofer, die die Telefonstelle betreut hat ist gestorben. Die Telefonstelle wird Georg Dürr und seiner Frau übertragen.
 
15. Januar 1924
Betrifft: Telegraphenhilfsstelle
Das Reichspostministerium hat verfügt, daß vom 1. Febr. d.J. ab sämmtliche Telegraphenhilfsstellen aufgegeben werden, wenn nicht die Vorsteher auf ihre Amtsaufwandentschädigung verzichten oder dieselben von der Gemeinde bezahlt werden. Die Vorsteher haben von diesem Tage an ihren Dienst ehrenamtlich zu versehen.
Vom Gemeinderat wird beschlossen:
Die Telegraphenhilfsstelle auf Kosten der Gemeinde weiter bestehen zu lassen und der Vorsteherin Frau Dürr pro Monat 3 M in Vierteljahrraten auszuzahlen.
Vierteljährige Kündigung wird gegenseitig vereinbart.
 
28. Oktober 1925
Betr: Telefonhilfsstelle
Der derzeitige Besorger der Telefonhilfsstelle zieht von Haus Nr. 2 weg in seinen Neubau. Letzterer ist ziemlich weit vom Ort entfernt und paßt nicht mehr für eine amtliche Telefonstelle.
Beschluß: Dem Georg Frey, Gasthof Auerhahn die Telefonhilfsstelle zu übertragen, gegen Bezahlung des bisherigen Wartgeldes.
 
© HRehberg 2008 | Impressum |