Wappen von Musbach Obermusbach

Die Zeichnerin Auguste Langbein-Mährlen



Auguste Mährlen wurde am 17. Januar 1880 auf der Domäne Elfingerhof bei Maulbronn als zehntes und letztes Kind des Gutspächters Hermann Mährlen geboren. 1891 zogen die Mährlen nach Stuttgart, wo der Vater eine Anstellung beim Statistischen Landesamt erhielt.

Schon als Kind zeichnete sie gerne, so dass sie nach anfänglichen Widerständen durch die Eltern, dann doch einige Kurse im Zeichnen und Malen in Stuttgart belegte. Zwischendurch arbeitete sie als Musterzeichnerin in einer Damastfabrik und fertigte Brandmalereien für eine Kunsthandlung. Es folgte ein Studium an der Kunstakademie in München.

Der sich anschließenden künstlerischen Tätigkeit setzte 1907 die Verheiratung mit Pfarrer Paul Langbein ein Ende. Paul Langbein war als Pfarrer im Albdorf Erkenbrechtsweiler bei Nürtingen tätig. Dort wurden auch die sechs Kinder geboren.

1921 zog das Pfarrersehepaar nach Wittlensweiler. Zu dieser Zeit war die Gesundheit der Pfarrfrau schon stark angeschlagen. In Wittlenweiler durfte sie das kirchliche Gemeindeblatt "Heimatbote" mit ihren Zeichnungen schmücken.

Logo vom Heimatblatt 1927

Doch der kunstsinnigen Frau war nicht mehr viel Zeit vergönnt. Am 8. April 1929 verschied Auguste Langbein-Mährlen im Kreiskrankenhaus Freudenstadt.

Zwei Jahre später erschien das Geschenkbüchlein, aus dem die nebenstehenden Bilder entnommen sind. Pfarrer Paul Langbein verstarb am 1964 in Essingen bei Aalen.








Untermusbach von Grüntal her
Im Musbacher Tal
 
 
Untermusbach Ortseingang
Umtermusbach

Originalbildbeschreibung von Pfarrer Langbein, entnommen dem Heimatboten von Mai 1927.
Unser Bild führt uns einmal wieder nach Obermusbach; gezeichnet ist es schon voriges Jahr worden, nun ist es wieder Frü hling geworden, also paßt es wieder: ganz im Vordergrund sieht man einen Haselstrauch mit hängenden
 

Obermusbach

Würstchen. Darauf sitzt das Vöglein, das immer dabei sein muß, wenn die Frau Pfarrer zeichnet - es gibt ihr wohl gute Gedanken ein - und singt den Frühling an.
Dann kommt ein Hohlweg, und drüben wieder ein Haselstrauch, dessen Würstchen freilich im Verhältnis etwas groß ausgefallen sind; man sieht sich fast ins Schlaraffenland versetzt.
Hüben und drüben freuen sich Kinder, kaum zu zählen, der linden Frühlingslüfte.
Oben am Horizont links der Sauwasen. Rechts steht ein buschiger Forchenbaum und dahinter sieht man den Weg nach Freudenstadt sich zum Wald hinauf winden.
Möge auch das neue Bildchen manchen Leser freundlich und heimatlich anmuten; mancher wird ja sein Vaterhaus leicht herausfinden.
Herzlich grüßt alle Leser
Pfarrer Langbein
 
 
 
Friedhof in Obermusbach
 
Obermusbach im Winter
Winter in Obermusbach

Lebenslauf aus "Wittlensweiler-Das verträumte Straßendorf. von Hans Adrion". Bilder aus "Heimatbüchlein des Kirchspiels Grüntal-Wittlensweiler vom Heimatboten Grüntal-Wittlensweiler 1931". Ermittelt und aufgeschrieben von Hans Rehberg.

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