Obermusbach - "Hausgeschichten"
Wappen von Musbach Obermusbach

Der Friedhof in Obermusbach



Im Rezeß-Buch über die Heiligen Rechungen von 1700 bis 1892 findet sich auf Seite 48 unter dem Abhördatum vom 10. Juni 1796 der Hinweis "Da die Bürgerschaft dahier auf eigene Kosten einen Kirchhof erbauen laßen und .. das bei denen Leichen gefallende Opfer welches vorhier dem heilig. Grüntal zugekommen". Da die Rechnungsabhör für die Jahre 1794 bis 1796 stattfand, kann hieraus geschlossen werden, dass der Friedhof im Jahre 1794, wie auf dem Torbogen angegeben, angelegt wurde. Bis zu dieser Zeit standen die bei der Beerdigung gegebenen Opfer der Kirche un Grüntal zu, daraus ist zu schließen, dass dort auch bis 1794 die Beerdigungen stattfanden. 
 
Friedhofstor von P.Langbein
Tor seitlich gesehen
 
Jahreszahl im Tor
 
Friedhofstor
 
 Die über den Torbogen eingeschlagene Jahreszahl 1794 ist also Fertigstellungsjahr des Obermusbacher Friedhofes. Es ist anzunehmen, das der mächtige Torbogen aus den Mauerresten der 1822 abgebrannten Kapelle entnommen wurde. Der Totengräber Martin Döttling gibt am 6. April 1875 im Kirchengemeinderatsprotokoll an, dass die Hecken um den Friedhof jetzt groß genug seinen und der Zaun mit den steinenen Säulen entfernt werden kann. Die steinernen Säulen werden an Johannes Schanz für 30 Kreuzer pro Stück verkauft. Bis 1876 hatte Schanz nicht alle Pfosten abgehölt, so dass sie an Fried. Schwemmle und Fried. Hofer verkauft. Die Friedhofsmauer  wurde laut Gemeinderatsprotokoll von 1912-26 erst im Jahre 1913 gebaut, somit wurde wahrscheinlich auch der Torbogen 1913 aufgestellt und die Jahreszahl 1794 zu diesem Zeitpunkt eingeschlagen.  In der Verlängerung des Torbogen verläuft eine dicke Steinmauer auf der Berg- und Straßenseite des Friedhofes.

Der kleine Friedhof liegt am Sägemühlweg in südlicher Richtung nicht weit vom alten Obermusbacher Rathaus entfernt. Schräg gegenüber vom Rathaus stand bis zum großen Brand 1822 die Kapelle von Obermusbach. Die Kapelle war sehr alt und wurde zwischen 1789 und 1792 neu erbaut.
Laut Ruggerichtprotokoll vom 4. März 1870 wurde im Sommer 1870 um den Gottesacker ein Zaun gebaut.
Im Protokoll des Ruggerichts vom 8. Sept. 1882 steht, daß an drei Ecken noch Bäume zu setzen sind. Es ist davon auszugehen, daß das die heute noch stehenden Lärchen sind.
Die Friedhofsmauer mit Tor wird 1913 vom Gipser Seeger aus Untermusbach aufgesetzt.
Mit Kaufvertrag vom 20.10.1898 verkauft Johannes Bohnet an die Gemeinde "zur Vergrößerung des Gottesaker" ein Grundstück von 4 a 2 qm.
 
Es ist davon auszugehen, dass die Steine der 1867 abgebrochenen Kapellenruine für das Friedhofstor und die Mauer verwendet wurden.

Alte Bäume auf dem Friedhof

Das Bild des Friedhofes wird geprägt durch mächtige Fichten und Lärchen.

An der inneren Friedhofsmauer befindet sich die Gedenktafel für die Gefallenen des ersten Weltkrieges aus Obermusbach.

Christian Finkbeiner, gefallen am 14.2.1915 während der Masurenoffensive in Schnepien/Ostpreußen. Eintrag in der Stammrolle.
Christian Dölker, gestorben am 27.12.1914 im Feldlazarett Bapaume/Frankreich. Verwundet am 26.12.1914 bei La Boiselle unweit Albert durch Kopfschuss. Bekanntmachung in den Kirchennachrichten 1915.
 
Ehrentafel 1914-1918
Auf dem Friedhof befindet sich außerdem ein Grab mit vier in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges im Musbacher Wald Abt. Gallushütte gefallene zivile Vaterlandsverteidiger.
Soldatengrab
 
 
 
 
 
 
 
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