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Das Haus Klosterstr. 46 ist sicherlich eines der ältesten Anwesen in Obermusbach. Als Besitzer wird im Lagerbuch von 1425 Endrris Hornberger und im Lagerbuch von 1610 Bernhard Schwemblin genannt. Bei der Größe des Gebäudes, der Lage in Reihe mit den anderen alten großen Höfen und der eigenen Wasserversorgung, in Form einer Quelle im Keller, kann davon ausgegangen werden, dass dieses Haus der Stammsitz der Mast-Familie in Obermusbach war. Enderis Hornberger, keine weiteren Daten bekannt. Er
wurde im Lagerbuch von 1425 als Besitzer geführt, wobei die im Lagerbuch
angegebene Jahreszahl 1425 noch zu überprüfen ist. Eventuell ist das
Lagerbuch zu einem späteren Zeitpunkt erstellt worden.
Bernhard Schwemblin, *um1580 +um 1619, besitzt 1604
einen Hof, huldigt 1610 und wird als Vorbesitzer des Hofes von Georg
Mast genannt. Der Hof hat 1604 einen Wert von 800 Gulden.
Bernhardt Schwemblin wird auch im Vogtsgerichts-Protokoll von 1608
genannt.
Zur gleichen Zeit ist in den Kirchenbüchern ein Hannß
Schwemblin eingetragen, Dieser huldigt 1609 und könnte deshalb
ein Bruder von Bernhard sein. Hannß hat 1607 ein Vermögen von 408 Gulden
und "hat sich an jetzo Bürgerlich in d'Aach eingelaßen und Wissentlich
Abschied genommen", also auf seine Bürgerrechte in Obermusbach
verzichtet.
Im Jahr 1644 zieht Benedict Mast aus Röt nach
Obermusbach. Er ist der erste Mast der Wirtshäuser "Zum Ochsen" und
"Hirsch".
Benedict Mast, OM31b, * etwa 1601 + 9.10.1656,
heiratet Genoveva Haffner. Sie haben 7 Kinder, die ersten vier werden
noch in Röt geboren.
Tochter Maria kommt mit 11 Jahren bei einem Unfall auf der Sägmühle
um Leben -"unnder der Seegmühle verdrückt worden"-.
Der Sohn Georg Mast, OM10b, *etwa 1633 + 21.3.1673
heiratet 1658 Agatha Gaisser, *etwa 1634 +28.3.1712 aus Baiersbronn
und übernimmt den Hof.
Sie haben 8 Kinder, von denen 3 früh sterben.
Georg Mast steht im Erneuerungsbuch über die Steuern und Zinsen von
1667 an der Sägmühle 1 Sägetag zu.
Agatha heiratet nach Georgs Tod dann Michael Morhardt,
OM27c.
Der Sohn Johann Georg Mast
heiratet nach Aach.
Der Sohn Johannes (Hans) Mast, OM6b, * 26.2.1667 +
18.5.1750, übernimmt den Ochsen. Johannes
heiratet 1695 Maria Hausmann * 22.7.1669 + 31.12.1734, aus
Untermusbach.
Die beiden haben 3 Kinder, von denen Sohn Adam den Ochsen
übernimmt.
Der Sohn Johannes Mast, OM12a, erhält vermutlich ein Tagelöhnergut,
dies könnte die Nr. 9 gewesen sein.
Adam hat aus der ersten Ehe 10 und aus der zweiten Ehe 6 Kinder.
Hans Adam Mast unterzeichnet die Heiligenrechnungen ab 1721 bis 1757
als Schultheiß.
Adam kauft vermutlich den Sackmann-Hof Nr. 14 den späteren
"Hirschen". Er ist der Vater der beiden Gasthaus-Familien "zum
Ochsen" und "Hirsch".
Sohn Johann Martin erbt den Ochsen.
Sohn Johannes erbt den Hirsch.
Johann Martin Mast, OM13a, * 7.10.1745 + 2.8.1832
heiratet 1773 Christina Weigold * 8.10.1752 + 22.9.1818 aus
Schömberg.
Die beiden haben 5 Kinder, wobei Johann Adam den Ochsen
übernimmt.
Entsprechend dem Wahlprotokoll
von 1782 wird Martin Mast 1782 zum Schultheiß gewählt. Da er in diesem
Protokoll nicht als Ochsenwirth bezeichnet wird, scheint es dem Ochsen um
diese Zeit noch nicht gegeben zu haben. Die Wahlveranstaltung fand im
Hirsch statt. Die Heiligenrechnungen unterzeichnet er ab 1784 als
Schultheiß und Richter.
Im Gewerbe-Katasterbuch von 1821 ist für 1824 Ochsenwirth Mast als
Gewerbesteuerzahler für die Potaschesiederei eingetragen.
Zusätzlich hat er als Ziegler 2 Gulden 24 Kreuzer und
Schildwirth 2 Gulden Gewerbesteuer zu zahlen.
Bekannt ist dann aus dem Protokoll über den großen Brand 1822 als Eigentümer:
Johann Adam Mast, OM35b, * 4.11.1781 + 28.6.1859
heiratet 1809 Eva Hofer aus Obermusbach und 1830 Anna Helena Fischer in
Vaihingen.
Adam hat mit Eva 12 Kinder. 6 sterben früh, 4 Kinder heiraten
nach auswärts, Johannes Mast, * 01.12.1815 und Jakob Friedrich Mast, *
29.04.1822 wandern nach Amerika aus.
Entsprechend den amerikanischen Einwanderungslisten ist Johannes Mast
am 20. Sept. 1843 in New York von Bord der Bremer Bark Charlotte kommend
eingereist.
Im Gemeinderathsprotokoll vom 4. November 1853 fordert Tender
Kindervatter auf Grund einer Vollmacht die Herausgabe des Erbtheils für
die beiden ausgewanderten Brüder. Er weist auch nach dass die Brüder noch
leben.
Wir finden folgenden Aufschrieb im Unterpfands-Protokollbuch von
1825-1867:
"30.Juli 1830 - Ochsenwirth Adam Mast dahier so kürzlich nach
Vaihingen bei Stuttgart abgezogen und sich daselbst verheuratet, hat in
Gemeinschaft mit dem Pfleger seiner 6 Kinder 1. Ehe seine sämtliche
Liegenschaft unterm 30. Nov. und 11. Dezember 1829, 4.Mai und 17. Mai 1830
im öffentlichen Aufstreich verkauft."
Seit 1847 lebt er verarmt bei seiner Schwester Friedrich Klumpp Witwe
Eva Mast. Sie gibt an, das er 1843 sein ganzes Vermögen verlor.
Als nächster Ochsenwirt ist Georg Friedrich Umhofer,
OM43c, *1754 +1849 bekannt.
Umhofer kauft laut Unterpfandsbuch von 1825 am 22.12.1829 den Ochsen
von Adam Mast.
Am 12. Juni 1838 hat er laut Unterpfandsbuch den Ochsen wieder
verkauft und seine Restschuld an Adam Mast beglichen. G.F.Umhofer stammt
aus Freudenstadt und zieht 1837 wieder nach Freudenstadt um dort von
seinen Schwiegereltern den "Schwanen" zu übernehmen. Er ist
also der Ochsenwirth von 1830 - 1837 gewesen sein.
Im Gewerbe-Katasterbuch von 1821 hat für 1831 und 1834 Friedrich
Umhofer 42 Kreuzer für die Potaschesiederei und 1 Gulden 30 kr für die
Schildwirthschaft als Gewerbesteuer zu zahlen. Umhofer wurde 1837
gestrichen und durch Friedrich Klumpp ersetzt. Die Kinder Karl August
Umhofer, * 18.11.1826 und Karoline Wilhelmine Umhofer, * 21.07.1831
wandern nach Amerika aus.
1837 wird Friedrich Klumpp, OM37e, als
Eigentümer geführt.
Im Gemeinderats-Protokoll von 1839 wird der Ablösevertrag von den Lehenszahlungen geregelt. Als Eigentümer wird der Ochsenwirth Friedrich Klumpp genannt und als Vorbesitzer im Jahre 1667 Georg Mast. Die Berechnung der Ablösesumme errechnet sich aus dem 20-fachen der Lehenszahlung von 1667. Entsprechend Unterpfandsbuch von 1825 hat unter dem Datum vom 7.Juli 1841 Friedrich Klumpp seine Liegenschaft an Sebastian Frey aus Schwarzenberg verkauft. 1841 ist Matthias Frey aus Schwarzenberg
als Eigentümer eingetragen. Dieser Eintrag ist jedoch nicht geklärt,
siehe oben.
Im Jahre 1841 kommt aus Schwarzenberg auch Sebastian
Frey, OM39c, *1791 +1869. Er übernimmt 1841 den
Ochsen.
Im Unterpfandsbuch von 1825 ist am 8.April 1848 eine Untersuchung der
Vermögensverhältnisse eingetragen.
1843 kauft Sebastian Frey in
Klosterreichenbach Grundstücke und baut dort eine Sägmühle mit
Sägmühlenkanal.
Sohn Karl Frey, * 29.10.1824 wandert nach Amerika aus.
Sohn Gottfried übernimmt den Hof.
Türsturz vom Backhaus
Im Gewerbe-Katasterbuch von 1821 ist Sebastian Frey, Ochsenwirth für
1841 als Gewerbesteuerzahler eingetragen. Er zahlt für die
Potaschesiederei 42 Kreuzer und für die Schildwirthschaft 2 Gulden 30
Kreuzer. 1847 zahlt er zusätzlich als Holzhändler 3 Gulden 12 Kreuzer
und 1851 noch die Beträge für Potasche und als Schildwirth.
1853 wird sein Name gestrichen und durch Adam Seeger ersetzt.
1870 werden 2 Gulden 30 kr für die Schildwirthschaft
gezahlt.
Gottfried Frey, OM41a, * 17.7.1818 in Schwarzenberg + in
Amerika, heiratet 1847 Barbara Hofer, * 3.7.1830 + in Amerika.
Sie haben 4 Kinder.
Er erhält vom Vater als Heirathgut 1/8 Theil an der Sägmühle des
Vaters in reichenbach.
Im Unterpfandsbuch von 1825 bis 1867 ist am 29.5.1849 eingetragen,
dass er für seinen Schwiegervater Jakob Friedrich Hofer, ehem. Schultheiß
beim Kaufmann Neff in Stuttgart eine Schuld von 7500 Gulden übernimmt
gegen eine Unterpfandverschreibung.
Laut Gemeinderaths-Protokoll vom 10.3.1853 hat er hohe Schulden von
8333 Gulden bei einer Bank in Stuttgart. Der 60 ha große Wald wird
verpfändet, wobei Gottfried trotzdem Holz schlagen läßt. Er wandert jedoch
dann 1853 mit seiner Familie nach Amerika aus.
Der Sohn Johannes Frey reist 1870 nach Amerika aus und wird aus der
Kirchengemeinde entlasssen.
Der Vater Sebastian Frey verkauft am 28.7.1851 den "Ochsen" Nr. 6 mit
Schildwirthschaftgerechtigkeit an seine Tochter Franziska Frey und ihren
Bräutigam Johann Adam Seeger mit Wohnrecht für sich.
Im Verkaufsprotokoll ist erwähnt, dass Johann Adam Seeger bereits
gemeinsam mit Franziska den halben Hof Nr. 2 von seinen Eltern gekauft
hat.
Die Franziska Frey heiratet 1851 Johann Adam Seeger,
der im Gemeinderathsprotokoll am 18.4.1853 als
Ochsenwirth geführt wird.
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Johann Adam Seeger, OM39c, * 13.11.1826 + 31.5.1868 heiratet
1851 Franziska Frey aus Obermusbach, * 31.5.1832 in Schwarzenberg +
29.5.1891. Sie haben 7 Kinder.
Die Witwe Franziska bricht 1889 den alten Seeger-Hof Nr. 2 ab und
baut als Gästehaus das "Jägerhaus" und ein großes
Ökonomiegebäude.
Aus dem "Grenzer" von 1891
Hochzeitsfeier im Ochsen
Die älteste bekannte Postkarte aus Obermusbach von 1896 Der Sohn Ochsenwirth Johannes Adam
Seeger, OM39c, * 20.5.1862 + 1907,
heiratet 1892 Rosine Braun aus Besenfeld. 1909 ist Adam Seeger
noch als Eigentümer geführt. Die Witwe Rosine Braun zog 1908 nach
Freudenstadt, wird um 1909 den Ochsen an die Familie Breuning verkauft
haben.
Aus der Postkarte von 1910 ist ersichtlich, dass zu diesem Zeitpunkt
das Haus im Besitz der Familie Breuning war. Die Fam. Breuning zog
1926 aus Obermusbach fort, hat also zu dieser Zeit den Ochsen
weiterverkauft.
1926 kauft Mely Hamma , eine Tochter von Emil Hamma,
wohnhaft in Stuttgart Hegelstr. 26, laut Steuerbuch von 1900 den Ochsen.
Mely baut 1937 auf den Grundstück 45 eine Auto-Garage. Mely
Hamma hat den Ochsen dann an den 1915 abgebrannten
Johann Adam Bohnet * 1867 +
1940 weiterverkauft. Er ist der Enkel von Johann Adam
Bohnet * 1809 vom Bohnet-Hof.
Johann Adam hatte von seinem Vater das Frey-Haus Nr. 9 geerbt, dass
jedoch 1915 abbrannte und nicht wieder aufgebaut wurde.
Wir finden am 05.05.1916 einen Eintrag im Gemeinderatsprotokoll, dass
1916 der Wirtschaftsbetrieb eingestellt ist und die Telefonhilfsstelle
deshalb in den Auerhahn verlegt wird.
Johann Adam Bohnet * 14.8.1867 + 25.7.1940 heiratet
in 1. Ehe 1899
Katherine Pfeifle * 1874 +1905.
Sie haben zwei Kinder.
Er heiratet in 2. Ehe 1906
Berta Kohler * 24.8.1884 + 27.10.1963. Sie haben 6 Kinder.
Er stellt 1921 als Ochsenwirt den Bauantrag für die noch heute
stehende Wagenremise beim Ochsen.
Der Sohn Georg Gottlob erbt den Hof.
Georg Gottlob Bohnet, * 8.5.1908 + 5.8.1944
gefallen, heiratet 1943
Maria Martini, * 3.10.1914 + 14.8.1990 von Thumlingen. Sie haben
eine Tochter Margarethe die den Hof erbt.
Margarethe Maria Bohnet heiratet Hans Peter
Finkbeiner von Frutenhof. Im Jahre 1977 baute die Familie Hans Peter
Finkbeiner als Eigentümer des Hauses, einen Aussiedlerhof und
verkaufte das Haus an den Landkeis Enz. Der Landkreis Enz
wollte das Haus zu einer Jugendtagungs-und erholungsstätte umbauen und
nutzen. Dies scheiterte
jedoch an den hohen Umbaukosten.
Seit 1980 ist das Haus im Besitz von Gerhard und Heidi
Blum.
Die im Hof stehende schöne Linde wurde 1992 zum Naturdenkmal erklärt. Das Dach des alten Backhauses und der Remise ist noch mit Ziegel aus
der Obermusbacher Ziegelei Nr. 11
gedeckt.
Das Backhaus vom Ochsen
Alte Obermusbacher Ziegel
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