Obermusbach - "Hausgeschichten"
Wappen von Musbach Obermusbach

Die Geschichte vom Bohnet-Hof,
bis heute im Familienbesitz

- die alte Nr. 13 -

Die Familie Bohnet kam um 1645 nach Obermusbach. Wir wissen nicht woher sie gekommen sind, ähnliche Namen gibt es im Badischen bei Oberkirch, im Wolfach-Tal aber auch im Elsass. Der Familienname wurde in der ursprünglichen Form "Boneth" geschrieben. Es ist anzunehmen, dass die Bohnets in einer Zeit kamen als Höfe in Obermusbach leer und zum Verkauf standen. Die Religion hatte im Laufe des Dreißigjährigen Krieges im Jahr1634 zum letzten mal bis 1648 zum katholischen Glauben gewechselt.
Da Thomas Bohnet nachweislich bis zu seinem Tod beim katholischen Glauben geblieben ist nicht anzunehmen dass ein so gefestigter Mann in ein evangelisches Obermusbach gezogen ist.
Der heutige Bohnet-Hof Nr. 13, der ist seit 300 Jahren im Familienbesitz ist, ist jedoch nicht der Hofe des Thomas Bohnet. Erst ein Urenkel von Thomas kaufte um 1716 den Hof vom 3. Ehemann seiner Großtante. Den Hof  hatte im alten Ortsplan die Haus-Nummer 13. Zu beachten ist, dass der Standort im Brandversicherungskataster von 1824 mit "im Buchschopf" bezeichnet wurde.
 
Die erste Nennung des heutigen Hofes finden wir in einer Kopie des Lagerbuch von 1425, die um 1599 erstellt wurde. In dieser Kopie wurden die Hofbesitzer aus der Zeit der Erstellung der Kopie um 1599 eingetragen. Die Namen der Hofbesitzer von 1425 sind uns deshalb nicht bekannt.
Als Besitzer wird hier Hanns Heberlin genannt, vermutlich ein Vorfahr des unten beschriebenen Gall Häberlin. In dem Lagerbuch ist um 1599 der Name Hans Heberlin gestrichen und durch Conrad Clauß ersetzt worden, vermutlich der Hofnachfolger zur Zeit vor der Erstellung des Lagerbuches von 1667. Gerichtsakten aus dem Jahre 1815 belegen als Vorbesitzer des heutigen Hofes Gall (Gallus) Häberlin. In diesen alten Urkunden finden wir noch folgendes geschrieben:
Der nächste Weg geht durch Hans Heberlins Hof, der Hof gehört jetzt aber dem Conrad Clausen (Bohnet-Hof). Diesen Weg hat niemand zu benutzen außer Endris Hornberger bzw. jetzt Benedikt Mast ("Zum Ochsen") und der darf auf diesem Weg mit den Heu und Mistwagen auf seinen Acker auf der Mühlhalden fahren. Die anderen die einen Acker auf der Mühlhalden haben, sollen den Weg bei Hans Brückel, jetzt Christ Weisers Haus (Braun-Hof) benutzen und auf diesem Weg ihr Heu und Mist fahren. Ist dieser Weg voll Dreck, so sollen die Nutzer ihn mit Steine füllen.
 
Gall Häberlin ist vermutlich vor 1580 in Obermusbach geboren, da sein Vater Hans Häberlin schon 1588 in Obermusbach gemustert wurde. Weiter Lebensdaten sind nicht bekannt. Gall hat 1604 "ain Güetlin" gekauft um 100 Gulden. 1607 wird er zusammen mit seinem Vater veranschlagt auf 440 Gulden. Da der Vater vermutlich vor 1610 stirbt, wird Gall nach dieser Zeit auf 650 bis 750 Gulden geschätzt. Der Name Häberlin verschwindet 1635 aus Obermusbach. Zu diesem Zeitpunkt könnte Conrad Clauß den Hof gekauft haben.
Im Vogtsgerichtprotokoll vom 9. Juni 1608 werden Gall Haeberlin und Hans Haeberlin genannt. Wobei Hans das Protokoll als Dorfs-Waldschütz unterschreibt. Es handelt sich hier wahrscheinlich um "Jung" Hans Häberlin einen Sohn oder Enkel von "Alt" Hans Häberlin, der im Vermögensregister von 1607 mit 20 Gulden eingeschätzt wird.  KlVm1607)
 
Conrad Clauß, OM46b, *um 1600 +1677 heiratet um 1636 in 1. Ehe Eva Keck, +10.3.1644. Da es üblich war, zur Hochzeit einen Hof zu kaufen oder zu übernehmen, ist davon auszugehen das Conrad Clauß um 1636 nach Obermusbach kam.
Conrad stammt nicht aus Obermusbach. Er könnte identisch sein mit dem Maurer Conrad Klaß oder Claß aus Klosterreichenbach.
Sie haben 3 Kinder. Die zweitgebohrene Magdalena wurde nachweislich am *25.3.1638 in Obermusbach geboren, sie heiratet Bernhard Trück, OSB WW21b, in Wittlensweiler. Die zwei anderen Mädel sterben früh oder als Simpel.
Conrad Clauß heiratet im Juni 1644 in 2. Ehe Eva Walz, *um 1604 +1649, Vater nicht genannt. Sie haben ebenfalls 3 Kinder. Der Sohn Jacobus erbt den Hof und die zwei Mädel sterben ledig.
In 3. Ehe heiratet Conrad 1649 Margaretha Knorr geb. Laistler, Witwe des Hans Knorr, *um 1597 +23.1.1677. Sie haben keine gemeinsamen Kinder. Er bringt 5 und sie 2 Kinder in die Ehe ein. Ihr Sohn Johann Conrad Knorr, 13.2.1635 heiratet nach Hallwangen.
Conrad ist um 1650 Schultheiß und besitzt nach dem Lagerbuch von 1667 ein Hofgut mit 18 Morgen Felder und 4 Morgen Pachtfelder.
 
Jacob Clauss, OM46a, *23.7.1647 +vor 1697 heiratet 1669 Magdalena Heindell (Heintel) aus Untermusbach, *2.10.1650 +unbekannt.
Sie haben 11 Kinder. Der Sohn Hans Martin Clauss, *3.11.1673 heiratet Anna Winter 1697 aus Untermusbach als früher Beischläfer und zieht nach Hallwangen und später ins Christophstal.  Vom Verbleib der übrigen Kinder ist nichts bekannt, vermutlich sind sie früh gestorben. Es ist anzunehmen, dass der Hof vom Erben Hans Martin Claus vor seiner Verheiratung 1697 an Martin Wunsch verkauft wird.
Martin Wunsch heiratet Anna Bohnet, weiteres unten.
Hier erst der Beginn der Familie Bohnet in Obermusbach, bevor es mit Martin Wunsch weitergeht.
Der erste Bohnet ist Thomas Boneth, OM26b, *etwa 1601 +19.11.1679.
Er wird erstmals 1645 im Vogtgerichtprotokoll von 1645 erwähnt.
Er heiratete als 1.Ehefrau Barbara, von der nur noch bekannt ist, dass sie am 1.1.1655 "in der Finsternis der päpstlichen Religion" ohne christliche "Zeremonie" beerdigt wurde.
Thomas und Barbara haben zwei Söhne, von denen Johannes den Hof übenimmt. Der Sohn Michael Boneth heiratet 1668 Maria Stoll in Loßburg.
Die 2.Ehefrau Anna Marie Ammer, die Witwe von Jacob Ammer aus Dornstetten, heiratet er am 18.6.1655. Sie haben keine gemeinsamen Kinder.
 
Johannes Boneth, OM3b, *etwa 1637 +4.12.1679 heiratet 1664 Anna Frey, *13.11.1644 +20.4.1717 aus Röt. Sie haben 8 Kinder. Sohn Thomas heiratet nach Wittlensweiler und ist der Begründer der Bohnets in Wittlensweiler. Thomas sein Sohn Johann Martin kommt jedoch wieder nach Obermusbach und wird Stammvater der bestehenden Obermusbacher Linie.
Ehefrau Anna heiratet in 2. Ehe 1680 Christoph Fuchs, OM26c, *1654 +2.1.1681 aus Wittlensweiler. Er stirbt nach dem ersten Ehejahr und ihr Sohn heiratet nach Eisenbach  und ist später verschollen.
Witwe Anna heiratet in 3.Ehe am 13.11.1681 Martin Wunsch, OM3c, *13.11.1655 +9.4.1733 aus Hutzenbach. Sie kaufen vermutlich 1697 den Nachbarhof Nr. 13 von Hans Martin Claus. Gemeinsame Kinder haben sie nicht, so das sich als Käufer und Erbe ein Mitglied der Bohneth-Familie anbietet. Dies ist Johann Martin Bohnet aus Wittlensweiler. Verteilung des Erbes von Anna Wunsch (Bohnet) im Inventurenbuch IV KLInvIV-135).
 



Hier beginnt der Zweig der heute in Obermusbach lebenden Bohnet-Familie.
 
Der Vater Thomas Bohnet, WW102c, *14.9.1665 +10.11.1732 in Wittlensweiler,
heiratet Anna Maria Lehmann aus Wittlensweiler, *20.11.1676 +30.5.1725. Sie haben 11 Kinder.
Er zieht nach Wittlensweiler. Sein Sohn Johann Martin kommt nach Obermusbach zurück. Der Sohn Hannß Georg stirbt 3jährig durch einen Fenstersturz.
 
Johann Martin Bohnet, OM2b, *20.3.1699 +26.9.1759, der Sohn des nach Wittlensweiler gezogenen Thomas Boneth, kommt zurück nach Obermusbach und übernimmt mit dem Kaufbrief vom 24. Januar 1719 KLKB1625-10) für 700 Gulden den Hof von Martin Wunsch, dem 3.Ehemann seiner Oma Anna Bohnet geb. Frey.
Unterschrift Kaufbrief 1719Rechts die Unterschriftenleiste  mit der Unterschrift von Johann (Hans) Martin Bohnet ganz unten unter dem Kaufbrief aus dem Jahr 1719, mit dem er den heute noch bestehenden Hof Nr. 13 von Martin Wunsch, dem Ehemann seiner bereits verstorbenen Oma Anna kauft. 
Er heiratet in 1.Ehe 1719 Anna Catharina Blocher, * 1696 +1.9.1729 aus Gundelshausen KLInvIV-137) und in 2.Ehe 1730 Anna Catharina Kübler, *10.5.1713 +2.11.1788. Insgesamt werden 10 Kinder geboren. Die Kinder der ersten Ehe sind: Johann Martin Bohnet, *21.9.1720, der Anna Maria Ziflin 1742 in Durrweiler heiratet. Der zweite Sohn Johannes Bohnet, *6.3.1723 heiratet 1746 Magdalena Ruoff und in 2. Ehe Christina Adrion in Hallwangen. Der dritte Sohn Johann Adam erbt den Hof.
Von den 6 Kindern der Ehe mit Anna Catharina Kübler heiratet die Tochter Christina Bohnet, *27.7.1737 den Johann Martin Hartmann in Untermusbach. Die anderen Geschwister sterben früh oder ledig. Nach den Erbfall des Johann Martin 1759 wird als Hauptfall an das Klosteramt Reichenbach 28 Gulden fällig. Johann Martin hat hohe Schulden hinterlassen, so das einige Gläubiger auf einen Teil ihres Geldes verzichten müssen. KlInvXIV-1)
 
 
Die Siegel des Vaters Johann Martin Bohnet und des Zeugen Adam Mast aus dem Jahr 1752 unter dem Ehe- und Kaufvertrag von Johann Adam Bohnet und Johanna Trück.
 
Johann Adam Bohnet, OM2c, *14.10.1725 +1.1.1775 heiratet in 1.Ehe 1751 Johanna Trück, *16.7.1729 +10.1.1752 aus Baiersbronn. Johanna, die Stieftochter von Mattheus Hofer, Hof Nr. 7 stirbt an der Geburt der Tochter Eva, die nur das 11 Lebensjahr ereicht. Da Johanna einen leiblichen Fehler hatte und nach einem Unfall nur mit einem Auge sehen konnte, erhält sie zum Hochzeitsgeld 300 Gulden und als zusätzliche Hochzeitsgabe von ihrer Mutter 50 Gulden KlInv1743-80). Diese 350 Gulden entsprechen dem Wert eines Bauernhauses mit Nebengebäude.
In 2.Ehe heiratet Joh. Adam 1753 Anna Catharina Dieterle, *etwa Juli 1736 +17.5.1776, aus Durrweiler. Sie haben 10 Kinder. Johann Martin wird Hoferbe. Im Erbschaftprotokoll wird am 7.2.1775 ein Hofwert von 1300 Gulden eingetragen. KlInvXX-42) Der Verkauf des Hofes für 1300 Gulden vom Vater an den Sohn wird am Amtsgericht Reichenbach KLAG1768) am 13.6.1777, offensichtlich nachträglich, eingetragen und in den Erbdokumenten der Mutter von 1776 genannt. KlInvXX-165)
Die Tochter Christina Bohnet, * 22.12.1754 heiratet 1755 Johann Michael Brösamle aus Kälberbronn. Bemerkenswert ist, dass sie in Untermusbach und nicht in Obermusbach heiraten. Der Sohn Johann Adam Bohnet, * 19.7.1764 heiratet 1792 Barbara Burkhardt in Wittlensweiler und wird Kronenwirt. Der Sohn Johannes Bohnet, * 2.11.1772 heiratet 1795 Maria Catharina Plötscher in Wittlensweiler. Die anderen Geschwister sterben früh.
Die Witwe Anna Catharina Bohnet heiratet am 28.11.1775 in 2. Ehe Georg Friedrich Frey, OM19d, *18.9.1745 in Röt, +9.2.1797 in Baiersbronn. KlInvXX-62) Sie haben keine Kinder. Frey heiratet noch einmal in Baiersbronn.
Zum Hof gehören 1769 nach der Vermögensliste 23 Morgen Felder, 7 Morgen Wiesen, 3 Viertel Garten, 1 Pferd, 9 Stück Horn- und Rindvieh und 3 Schafe.
In den Erbdokumenten gibt es strittige Schulden von Michael Bohnet, Schultheiß als Cloz-Holzhändler wegen bereits gefößten und noch nicht geflößten Holz. Bedingt durch den frühen Tod von Eva nach ihrer zweiten Vermählung erhält ihr 2. Ehemann Georg Friedrich Frey aus der Erbschaft nur 77 Gulden, die restlichen 1370 Gulden erhalten die Kinder der 1. Ehe. KlInvXX-165) 
 
Johann Martin Bohnet, OM19c, *28.5.1757 +21.6.1803 heiratet 1776 Anna Maria Müller, *8.5.1751 +1835 aus Grüntal. Sie haben 6 Kinder. Der 1. Sohn Johann Adam übernimmt den Hof. Die Tochter Anna Maria Bohnet, * 23.11.1784 heiratet 1805 Joh. Friedrich Burkhardt in Grüntal, Christina Bohnet, * 29.11.1787 heiratet einen Brösamle in Kälberbronn. Tochter Barbara Bohnet, * 18.9.1791 heiratet 1816 Christian Weiser in Schopfloch.
Im Jahr 1777 gehören zum Hof 16 Morgen Acker, 12 Morgen Wiesen, 2 Viertel Garten.
Um den Hof der Familie zu erhalten war es offensichtlich erforderlich das Johann Martin bald nach dem Tod des Vaters, mit 18 Jahren, heiraten mußte um dann mit der Heirat auch den Hof zu kaufen. Die 2. Ehe der Mutter wurde dann erst nach dem Hofverkauf an den Sohn geschlossen. Die Brauteltern geben ihrer Tochter 500 Gulden als Hochzeitgeld. KlInvXX-196)
 
Johann Adam Bohnet, OM15ab, *6.10.1779 +20.1.1833 heiratet 1806 Elisabetha Hornberger, 30.6.1784 +19.2.1858. Das in die Ehe eingebrachte Vermögen von Johann Adam beträgt 1066 Gulden und dass von Elisabetha 2229 Gulden.  InvMu-1785) Es werden 12 Kinder geboren.
Von den erstgeborenen Zwillingen heiratet Anna Maria Bohnet, *21.11.1807 nach Durrweiler und Catharina Bohnet, *21.11.1807 nach Schopfloch. Der drittgeborene Johann Adam übernimmt den Hof. Die Tochter Cristina Bohnet, *15.6.1815 heiratet nach Kälberbronn und Elisabetha Bohnet, *15.2.1826 heiratet 1847 Johann Georg Hornberger in Wittlensweiler und 1865 als Witwe Johann Georg Dieterle aus Tumlingen. Der Sohn Johannes Bohnet, *7.11.1819 heiratet 1843 Anna Maria Günter in Beihingen. der Sohn Peter Bohnet, *17.3.1822 heiratet 1846 nach Herzogsweiler und weist gegenüber der Gemeinde als zur Ausreisegenehmigung ein Barvermögen von 2050 Gulden nach. 
Der Sohn Johann Martin Bohnet, * 12.3.1812 heiratet in Cresbach und wandert 1854 mit seiner zweiten Ehefrau Margaretha Sackmann und mit vermutlich 3 Kinder nach Amerika aus.
Im Gewerbe-Katasterbuch von 1821 ist für Adam Bohnet in den Jahren 1824 und 1870 eine Gewerbesteuer von je 42 Kreuzer für Potaschesiederei eingetragen. Laut Unterpfandbuch von 1825, unter dem Datum 7. November 1836 hat Adam Bohnet Witwe die Liegenschaft an den Sohn Johann Adam Bohnet verkauft. Mit diesem Kauf hat Johann Adam seine 5 Geschwister Johann Martin, Johannes, Peter, Eva und Elisabetha mit je 1000 Gulden auszuzahlen.
Der Hof brennt beim großen Brand 1822 ab.
 
 
Johann Adam Bohnet, OM39a, *23.7.1809 +1.5.1873 heiratet in 1.Ehe 1836 Christina Frey, *22.11.1815 +15.7.1857 aus Dürrenmettstetten. Sie haben 3 Kinder. 
Laut Gemeinderatsprotokoll vom 8.11.1857 hat Johann Adam ein Barvermögen von 30000 Gulden. Am 4.8.1864 kauft Johann Adam den Frey-Hof Nr. 8 und verkauft ihn 1866 an den Sohn Jung Adam Bohnet, *12.12.1837.
Hofzeichen Bohnet-Hof
Mit der Landvermessung 1837 wurden die Gemeinde-Grenzsteine und die Grundstück-Grenzsteine gesetzt. Auf den Grundstück-Grenzsteine waren die Hofzeichen angebildet. Der Bohnet-Hof hat als Hofzeichen ein M.

Die Tochter Christina Bohnet, *15.1.1844 heiratet 1869 Johann Georg Schittenhelm in Hallwangen. Der Sohn Johann Georg stirbt im 1. Lebensjahr.
Johann Adam heiratet in 2.Ehe 1858 Barbara Dölker, *28.12.1830 +1.1.1900 aus Dürrenmettstetten. Es werden 6 Kinder geboren. Der Sohn Johannes übernimmt den Hof. Die Tochter Barbara Bohnet, *21.6.1859 heiratet 1887 Adolf Vollmer in Aisteig. Von dem Sohn Johann Georg, *11.5.1864 und der Tochter Caroline, *23.9.1871 gibt es keine Hochzeitsdaten. Zwei Mädchen sterben früh.
Im Erbverfahren wird der Hof in zwei Teile geteilt. Mit Kaufvertrag vom 1.7.1893 verkauft Barbara Bohnet die Liegenschaft Nr. 13 an ihren Sohn Johannes. Der Vertrag beinhaltet Leibgeding-Verpflichtungen.
 
Eingetragen im Gemeinderatsprotokollbuch, den 22. Janner 1863.
Johann Adam Bohnet Bauer hier will bei der Württenb. Feuerversicherungsgesellschaft sein Mobilar u.s.w. versichern laßen, und hat folgende Gegenstände zur Versicherung angegeben:
1. Gold & Silber mit Inbegriff v. Taschenuhren u.s.w. und Ausschluß von Geld 50 f, 2. Bücher 20, 3. Gemälde Kupferstich 10, 4. Betten u. Bettgewand 400, 5. Kleider u. Leibweißzeug 400, 6. Leinwand & Tischzeug 3, 7. Schreinwerk 400, 8. Küchengeschirr 100, 9. Faß & Bandgeschirr 50, 10. Gemeine Haußrath mit Inbegriff v. Spiegele & Uhren 100, 11. Gaisen, Wägen, pflüg, Eggen, Schlitten, Sattel- und Reitzeg Pferds & Ochsengeschirr 300 f, 12. Baumanns Fahrniß, nehmlich Schreinen & Handgeschirr 50 f,
Mundvorrath 300, Brennholz 100, Schweine 40 f, Früchte 400, Stroh 200, Futter 400, Raps Klee und andere Sammen 10, Flachs & Hanf 50,
zusammen 3680 f. Eingetragen im Gemeinderatsprotokoll, den 1 Juni 1865.
 
Der ledigen Christina Bohnet, Tochter des Gutsbesitzer und Gemeinderath Bohnet, welche vor 6 Wochen ein uneheliches Kind geboren hat wird von dem Unterzeichneten Gemeinderath bezeugt, daß dieses ihr erstes Unzuchtsvergehen ist, und an Vermögen 10.000 f besitzt. Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Mast Schneider Ziefle.
 
Im Jahr 1835 werden die Lehenszahlungen durch einen einmaligen Betrag abgelöst. In den folgenden Jahren werden auch die zahlreichen restlichen Zahlungsverpflichtungen, wie 1841 der Fruchtzehnt, abgelöst. Ab dieser Zeit ist der Hof im Eigentum der Familie Bohnet. Bis 1785 besaßen alle Obermusbacher Höfe nur Feld- und Wiesenflächen, der Wald gehörte dem Klosteramt und konnte von allen Bürgern genutzt werden. Nach einer Notiz im Schultheißenbuch haben die Lehensbauern im Jahr 1785 den Wald zum großen Teil unter sich aufgeteilt. Die Gemeinde Obermusbach erhält hierfür von allen Bauern gemeinsam 1843 eine Abfindung von 2500 Gulden. Im Jahr 1874 wird der restliche allgemeine Wald unter den Obermusbacher Höfen verteilt. Erst ab diesem Zeitpunkt verfügte der Bohnet-Hof über eigenen Wald. Ab 1788 kommen die Allmendflächen zum Hof.
 
Nachdem die Jagd in Württemberg in die Hände des Bürgertums übergegangen ist wurde die Obermusbacher Jagd  zum ersten mal am 28. Mai 1849 an Johann Adam Bohnet  verpachtet.
 
Im Gemeinderatsprotokollbuch finden wir folgenden Eintrag:
25. August 1893
Von der Witwe Bohnet hier wird in Folge ihres Hofverkaufs verlangt, daß die Wohnung hier im Gemeindehaus "Schulhaus" Ihr möchte überlassen werden und zwar jährlich für 50 Mark. Dem Vorbringen gemäß wird von den sämtlichen bürgerlichen Collegien dahier beschlossen daß dem Wunsch entsprechend insofern zugesagt wird, daß die Wittwe Bohnet soll einen jährlichen Pacht von sämtlichen Räumlichkeiten, 4 Zimmer & Bühne, Flur & Keller und was für die Gemeinde nicht im Gebrauch stehend ist für jährlich zu 60 Mark und zwar vom 1. September 1893 an geltende Pacht und auf stets wiederrufliche Weise und vierteljährliche Kündigung und wie die Wohnungen angetreten werden von der Mieterin so müssen sie in gleichem Zustand wieder hergestellt werden beim Verlassen der Wohnung.
vorstehendes Anerkannt:die Mieterin Barbara Bohnet
vorstehender Pachvertrag wird von den bürgerlichen Collegien genehmigt
Gemeinderat Schanz Kappler Bohnet Wörner Braun, Bürgerausschuß A. Seeger Braun Oesterle Hofer

Johannes Bohnet, OM39a, *5.6.1861 +4.7.1909 heiratet 1893 Karoline Trick, *1869 +1949 aus Grüntal. Es werden  6 Kinder geboren. Johannes stirbt 1909 nach einen Tritt durch ein Pferd gegen die Brust. Sohn Georg erbt den Hof.
Die Witwe Karoline baut 1920 das Sägewerk Nr. 27.

Georg Bohnet, *10.12.1897 +1.4.1960 heiratet 1942 Rosa Schanz, *24.10.1907 +1.6.1987 aus Obermusbach. Georg stirbt 1960 durch einen Blitzschlag. Sie haben 2 Söhne. Sohn Georg übernimmt den Hof.
 
Georg Bohnet heiratet Beate Wein aus Baiersbronn. Sie haben 3 Töchter.
Auf dem Bohnets-Hof wird Bio-Landwirtschaft betrieben. Weiteres hier ...
Die Produkte werden in Freudenstadt und Baiersbronn auf dem Markt und im Hofladen verkauft.
Wochenmarkt Baiersbronn Mittwoch 8 - 12 Uhr,
Wochenmarkt Freudenstadt Freitag 8 - 12 Uhr.
 
< tr>
Der Stammbaum der Bohnet wurde von Michael Bohnet aus Schopfloch ins Internet gestellt.
Die Familiendaten entstammen dem Ortssippenbuch (OSB) Grüntal von Günter Frey und Horst Bruns. Aus der Website www.klosteramt-reichenbach.de von Dr. Juergen Wurster sind die Informationen über die Höfe der Frühgeschichte entnommen. Die Angabe OM.. hinter dem Namen entspricht dem OSB-Verzeichnis. Weitere Daten sind aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg E326a Bü6 und dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart H102/63Bd. 4 und 10 sowie A516L Bü6, und dem Ortsarchiv Musbach, KLKB1625-10)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Kaufbriefe 1625, KLAG1768) Archiv Baiersbronn Amtsgerichtsbuch 1768, KLInvIV-135)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch IV Abschnitt 135, KLInvIV-137)Abschnitt 137, KlInv1743-80)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch X, KlInvXIV-1)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch XIV, KlInvXX-42) KlInvXX-62) KlInvXX-165) KlInvXX-196)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch XX,  KlVm1607) Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Vermögensliste 1607,  InvMu-1785) Archiv Musbach Inventarienbuch 1785-1810). Ermittelt und aufgeschrieben durch Hans Rehberg.
© HRehberg 2008 | Impressum |