Wappen von Musbach Obermusbach

Geschichte vom Haus Hofer,

- die alte Nr. 7, heute nicht mehr vorhanden -

Zur Zeit des großen Brandes 1822, dem Ausgangspunkt unserer Recherchen war  Johannes Hofer Eigentümer des Hauses. Er war zu der Zeit Schulheiß in Obermusbach.
Das Haus steht heute nicht mehr. Die Annahme, dass es nach dem Brand nicht wieder aufgebaut wurde kann nicht stimmen, da es im Dorfplan von 1836 vorhanden ist und im heutigen Garten von Klosterstr. 46 stand.
Als Eigentümer des offensichtlich wieder aufgebauten Hauses ist im Primärkataster von  1844 Jacob Friedrich Hofer der Sohn von Johannes aufgeführt. Zum Wohnhaus gehörte zu dieser Zeit noch eine Scheuer die entsprechend Lageplan größer war als das Wohnhaus und neben dem Wohnhaus, heute im Bereich von Klosterstr. 44, stand.
 
Der erste bekannte Besitzer ist

Hans Gree, er wird im Lagerbuch von 1425 als Eigentümer genannt. 
Wir finden Hans Gree im Vogtsgericht-Protokoll von 1608 als Schultheiß.
Weitere Daten sind von Hans Gree nicht bekannt. Der Hof ist dann aber vermutlich bis etwa 1645 im Besitz der Familie Gree. Der Name Hans Gree wurde im Lagerbuch von 1425, wobei die Jahreszahl zweifelhaft ist,  gestrichen und zu einem nicht vermerkten Zeitpunkt durch Michael Ziflen ersetzt.
Michael Ziflen ist auch als Vorbesitzer von Matthäus Hofer im Lagerbuch von 1667 genannt. Vor Michael Ziflen hat Philipp Gree den Hof besessen. Philipp ist vermutlich der Sohn von Hans Gree, der um 1607 vermögenste Hofbesitzer in Obermusbach. Er hat ein Vermögen von 1500 Gulden, sein Sohn von 400 Gulden. Philipp erbt um 1612 von seinem Vater den Hof und besitzt ein Vermögen von 2310 Gulden.
Auch Phillip Gree wird im Vogtsgericht-Protokoll von 1608 genannt.
Philipp Gree stirbt um 1623 und seine Witwe heiratet Martin Gäßler. Von Martin Gäsler ist nicht weiteres bekannt, wir wissen deshalb auch nicht, weshalb der Besitz dann auf Michael Ziflen und Georg Morath überging. 
 
 
Gemäß Gemeindrats-Protokoll von 1839 über die Ablösung der Lehensabgabe von Matthäus Hofer war 1667 der Vorbesitzer Thomas Bohnet. Das Gemeinderatsprotokoll bezieht sich hierbei auf das Lagerbuch von 1667. Hierbei vertritt Matthäus wahrscheinlich die verschiedenen Besitzer, die Felder vom alten aufgelösten Bohnet-Hof des Bernhardt Bohnet gekauft hatten. 
 
Michael Ziflen ist vermutlich nicht direkt verwandt mit Corad Ziflen vom Hof-Nr. 3.
Michael Ziflen wird im Erneuerungsbuch von 1667 als Schultheiß-Amtsverweser geführt. Im stehen 1,5 Sägetage zu, da die Anzahl der Sägetage der Hofzahl entsprechen. Michael besitzt einen ganzen Hof und einen halben Hof, die andere Hälfte gehört Jerg Morath.
 
Michael Ziflin, OM21a, *etwa 1614 +8.2.1674 aus Röt. Er heiratet in 1.Ehe 1645 in Röt Christina Yltiss die Witwe von Conrad Frey, *nicht bekannt + 20.9.1661 in papistischer Religion. Sie haben 9 Kinder, Sohn Conrad übernimmt den Hof.
In 2.Ehe heiratet er 1662 Agnes Trück, 3.4.1643 in Baiersbronn-Berg +9.6.1717 in Baiersbronn-Labbronnen. Sie haben 4 Kinder. Michael ist vermutlich um 1647 nach Obermusbach gekommen, da der 2. Sohn Johann Michael bereits in OM ggeboren wurde.
 
Conrad Ziflen, OM20a, *30.5.1649 +16.2.1706 heiratet in 1.Ehe 1674 Barbara Braun, *23.9.1655 +11.2.1687 aus Grüntal. Sie haben 7 Kinder.
In 2.Ehe heiratet Conrad 1688 Anna Gaisser, 2.11.1668 +21.1.1744 aus Baiersbronn-Stöcken. Sie haben 8 Kinder. Tochter Barbara ertrinkt 1702 mit 2 1/2 Jahren.
Alle Kinder aus den beiden Ehen sterben früh oder heiraten nach außerhalb so dass diese Linie hier in Obermusbach endet.
Sohn Michael zieht nach Dietersweiler. 
Die Witwe Anna heiratet 1706 Matthäus Hofer, der dann den Hof Nr. 7 übernimmt.
 
 
Matthäus Hofer, OM15b, *5.9.1685 in Aach +1.10.1764 heiratet in 1.Ehe 1706 die Witwe Anna Ziflen geb. Gaisser.
Sie haben 4 Kinder. Sohn Johannes erbt das Haus. Die Tochter Eva heiratet Conrad Klumpp vom Hof Nr. 8.
 
In 2. Ehe heiratet Matthäus 1746 die Witwe Eva Trück geb. Wolff, *5.7.1699 in Heselbach +nicht bekannt. Sie haben keine gemeinsamen Kinder.
 
 
Johannes Hofer, OM15c, *17.7.1710 +6.4.1792 heiratet 1731 Anna Maria Zinser, *etwa 1714 +19.5.1787 aus Lombach.
Sie haben 6 Kinder. Sohn Johann Michael erbt das Haus.
 
Johann Michael Hofer, OM8a, *17.8.1736 +23.1.1796 heiratet 1758 Christina Mast, *8.8.1739 +9.3.1808 die Tochter von Adam Mast aus Obermusbach.
Sie haben 10 Kinder. Sohn Johannes übernimmt das Haus.
 
 
Johannes Hofer, OM10a, *20.9.1769 +9.4.1827 heiratet 1792 Anna Maria Kübler, *31.7.1766 +9.7.1827 aus Grüntal. Er ist zur Zeit des Brandes Schultheiß.
Sie haben 9 Kinder. Sohn Jacob Friedrich erbt das Haus.
Gemäß den Eintragungen des Primärkatasters desVermessungsamtes Freudenstadt von 1844 wird das Haus plus Scheuer wieder aufgebaut.
 
 
Jakob Friedrich Hofer, OM41b, *17.11.1794 + Amerika, heiratet 1824 in 1.Ehe Kunigunda Graf, *6.11.1803 +17.1.1836 nach der Geburt des 8. Kindes.
Jakob heiratet in 2.Ehe 1839 Anna Maria Schittenhelm aus Wittlensweiler, * 2.5.1806 +12.8.1841 nach der Geburt des 2. Kindes.
Ab 1838 ist er Schultheiß.
Laut Gewerbe-Katasterbuch von 1821 zahlt Jacob Fr. Hofer 1824 und 1849 je 42 Kreuzer Gewerbesteuer für die Potaschesiederei und 1845 als Holzhändler 3 Gulden 12 Kreuzer. Im Jahre 1853 wird keine Gewerbesteuer gezahlt. 
 
Am 8.7.1842 kauft Schultheiß Hofer von Joh. Schneider aus Ehingen den Friedrich Wurster-Hof Nr. 16 für 11812 Gulden 52 Kreuzer.
 
Bei den Lehen-Ablöseverhandlung 1843 wird Jakob noch als Eigentümer von 2 Höfen und als Nachfolger vom Bohnet-Hof geführt. Er ist 1843 der größte Waldbesitzer und nennt 152 Morgen Wald sein Eigen.
 
Laut Gemeinderaths-Protokoll vom 16.6.1852 hat Jakob von 3 Obermusbacher Bauern 4000 Gulden geliehen und dafür seinen Wald verpfändet. Er läßt jedoch im gepfändeten Wald Holz schlagen und abtransportieren.

Im Gemeinderathsprotokoll vom 6.7.1852 wird Jak. Friedr. Hofer folgendes Zeugnis zur Untersuchung seines Vermögens ausgestellt:

1. Der Minderwerth des Holzes hat seinem Vermögen sehr geschadet.
2. Das er einen leichtsinnigen Lebenswandel hat.
3. Die Hauptursache seine 3 ungerathene Söhne, welche dem Müßiggang und Trunk auffallend ergeben sind und den Vermögenszerfall beigeführt haben.
 
Am 6.9 1852 wurde Matheis Ziefle als Güterverwalter bestellt.
Am 14.12.1852 findet die erste Versteigerung des Hofes Nr. 7 statt, es finden sich wahrscheinlich keine Käufer. 
Am 30. April 1853 haben die Obermusbacher Bauern sich Grundstücke zur Begleichung ihrer Schulden zugeteilt.
Am 3. November 1853 wird der Hof versteigert, die Gläubiger können nur zu 60% befriedigt werden.
Am 5.7.1854 werden noch einige Grundstücke verkauft. Im Verkaufsprotokoll vom 5.7.1854 steht, dass J.F. Hofer mit seinen 2 Kindern innerhalb der nächsten 8 Tage nach Amerika auswandern will. Bei der Auswanderungsbehörde stellt er im Juni 1854 unter der Nr. 569274 den Antrag zur Auswanderung nach North-Amerika.
 
Sein Sohn  Jakob Friedrich Hofer, *23.11.1832 stellt September 1853 den bei der Auswanderungsbehörde unter der Nr. 569272 den Antrag nach North-Amerika auszuwandern.
Laut Sippenbuch folgt Vater Jakob folgt 1854. Der Sohn Johann Adam Hofer, *7.3.1827 nimmt 1854 beim Waldhornwirth in Freudenstadt 250 Gulden für die Auswanderung auf und wandert mit seinem Bruder Johannes Hofer, *27.10.1831 aus. Am 14.4.1854 berechtigt der Gemeinderath den Pfleger der Kinder, Johann Adam Seeger, Ochsenwirth, beim Schultheiß Kappler in Igelsberg 300 Gulden aufzunehmen um die Schulden von Johann Adam zu bezahlen.
Die Tochter Barbara heiratet den Ochsenwirt Gottfried Frey, der hochverschuldet nach Amerika auswandert.
 Die anderen Kinder sterben früh.
Hiermit endet diese Hofer-Linie in Obermusbach.
 



An dieser Stelle stand das Haus.



 



An dieser Stelle stand die Scheuer.



Der letzte Eigentümer ist Michael Stockinger, Sonnenwirt aus Igelsberg.
Er läßt das Wasch- und Backhaus und das Wohnhaus 1854 abbrechen.
Einen Teil des Mauerwerk läßt er abfahren.
Am 17.6.1854 (1856) verkauft M.Stockinger das Hausgrundtsück mit den Mauerresten und den Garten an Joh. Adam Seeger, Ochsenwirth.
1909 ist das Haus in den Büchern nicht mehr vorhanden.
 
 
Die Geschichte dieses Hauses endet hier.
Die Familiendaten entstammen dem Ortssippenbuch (OSB) Grüntal von Günter Frey und Horst Bruns. Aus der Website www.klosteramt-reichenbach.de von Dr. Juergen Wurster sind die Informationen über die Höfe der Frühgeschichte entnommen. Die Angabe OM.. hinter dem Namen entspricht dem OSB-Verzeichnis. Weitere Informationen sind vom Staatsarchiv Stgt.  H102/63 Bd. 4 und 10, A516L Bü6 und dem Ortsarchiv Musbach. Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
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