Obermusbach - "Hausgeschichten"
Wappen von Musbach Obermusbach

Die Geschichte vom Ziefle-Hof,
bis heute im Familienbesitz

- die alte Nr. 3 -

Der Dreißigjährige Krieg ist seit zwei Jahren beendet, als 1650 Conrad Ziflen eine Familie gründen will und sich hierfür einen vermutlich leerstehenden Lehenshof in Obermusbach kauft. Der Kauf wird durch den Abt des Klosters Reichenbach vermittelt, wie es im Lagerbuch von 1427 vorgeschrieben ist. Nach dem Lagerbuch von 1667 hat der Hof eine Felderfläche von 23 Morgen. Wälder sind während dieser Zeit noch Allgemeingut. Wobei ein Großteil der Waldfläche dem Kloster Reichenbach gehört.
Conrad stammt von einem Lehenshof in Röt und vermutlich hat sein Vater ihm sein Erbe ausbezahlt, so dass er den Obermusbacher Hof kaufen konnte. Er weiß nicht, dass seine Familie diesen Hof auch noch nach 360 Jahren bewohnen und bewirtschaften wird.
In einer handschriftlichen Kopie eines alten Lagerbuches aus dem Jahr 1427 finden wir auch Conrad Ziflen. Es ist davon auszugehen, dass es die dort beschriebenen Rechte bereits 1427 gab und dass in der Kopie von 1595 nur der Namen des Hofbesitzer Lorentz Waltz angepasst wurde. Nachträglich, vermutlich vor der Erstellung des neuen Lagerbuches von 1667 wurde dann der Name Lorentz Waltz gestrichen und darüber der Name Conrad Ziflen eingetragen.
Es steht folgende geschrieben:
Es geht bei Lorentz Waltz eine Gasse rauf. (um 1665 nachträglich in Conrad Ziflen geändert). An diesem Weg befindet sich auch ein Stauwehr und dieses Stauwehr soll der Lorentz Waltz oder wer sonst der Hofbesitzer ist, freihalten und pflegen. Wenn der Lorentz Waltz es ordentlich macht, so soll er es weiterhin ohne Hilfe der Nachbarn machen. Falls jedoch einmal ein Unwitter kommt und er das Wasser nicht mehr beherrscht, so hat er keine Schuld und weiterhin die Pflicht zur Pflege des Stauwehrs.
Die Gasse hinter Lorentz Waltz Haus soll dreizehn Schuh (etwa 3,80 m) sein und für Vieh und Holztransporte geeignet sein. Der Weg geht bis zum Wald und darf nicht zum treiben von freilaufenden Vieh benutzt werden, wenn die Felder bebaut sind und Frucht auf ihnen steht. Die Hofgüter auf dem Flurstück Roth dürfen den Weg zum fahren mit Heu- und Mistwagen benützen.
An dem Stauwehr steht auch ein Bildstock. Und bei diesem Bildstock geht ein Weg ab in Richtung Flurstück "Krummer Acker", der Weg geht dann weiter bis zum "Diemen Maht". Diesen Weg darf jeder mit Heu- und Mistwagen benutzen, wenn der Weg über die Viehgasse der nächste Weg für ihn ist.
Desweiteren finden wir im Lagerbuch von 1667 noch folgende Regelung über die strittige Bewässerung einiger Felder am Aisterbach:
Eine Wässerungsaufteilung von dem Aisterbach ist durch eine Besichtigunh am 3. May Anno Sechszehnhundert Achtundsechzig, auf vorkommene Klagen und Begehren nachbenannter Interessenten folgendermaßen gemacht worden: Daß zuerst Conrad Ziflen das Wasser bei Georg Mast seinem Feld aus dem alten Graben nehmen und durch einen Graben auf sein Felder leiten und sechs Tage Wässern darf, danach hat das Wasser Michel Ziflen zwei Tage, und letztlichen Christ Weißer zwei Tage. So haben Sie beide der Morath und Weißer das Abwasser von Conrad Ziflen. Und wenn der Aisterbach ziemlich starck fließt und Hochwasser haben wird, mögen all vier gleichzeitig Wässern.
 
Als Vorbesitzer des Hofes wird im Lagerbuch von 1667 Lorentz Waltz, OM3d genannt. Über Lorentz Waltz wissen wir nicht viel. Vor 1604 gibt es keine Hinweise auf die Waltz-Familie, auch nicht in den Musterungslisten. Es ist deshalb davon auszugehen, dass Lorentz den Hof durch Heirat oder Kauf erworben hat. Lorentz ist von 1604 bis 1635 in allen Vermögenslisten und im Steuerbuch geführt und hat 1610 an der Erbhuldigung teilgenommen. 1608 finden wir ihn im Ruggerichtsprotoll. 1607 ist sein Vermögen auf 280 Gulden und 1635 auf 700 Gulden geschätzt. Lorentz hat vermutlich drei Söhne die im Bürgerbuch von 1615 bis 1624 eingetragen sind. Von einem, Sebastian Waltz, gibt es 1625 einen Eintrag in der Schützenliste, jedoch ein Jahr später mit den Vermerk "nit da 1626". Hat der Dreißigjährige Krieg oder die Pest von 1635 seine Opfer gefordert? Ist dies der Grund für den Verkauf des Hofes an die Zifle?
 
Den Hof  hatte im alten Ortsplan die Haus-Nummer 3.
 
Die ersten Zifle in Obermusbach sind Conrad Ziflen und Michael Ziflin aus Röt. Der Vater von Conrad ist Andreas Ziflen, OSB KLR F390 aus Röt. Conrad kauft den hier beschriebenen Hof Nr. 3 und Michael den Hof Nr. 7. Wir wissen nicht ob Conrad und Michael nahe verwandt sind. Michael war jedoch zuerst, laut Vogtgerichtsprotokoll bereits 1645, in Obermusbach.
 
 
Conrad Ziflin (Zifflin), OM4c, *etwa 1620 +13.12.1688 aus Röt heiratet in 1.Ehe 1650 die Maria Waldtmann, OSB Göttelfingen 118.b, *1618 +24.01.1678 aus Besenfeld (Igelsberg W1). Er bringt 32 Gulden und sie 68 Gulden mit in die Ehe. Sie haben 3 Kinder.  Die Tochter Magdalene Ziflin heiratet Jung Michael Kohler, UM52a, den Schultheiß von Untermusbach. Die zweite Tochter Christina stirbt als junges Mädchen. Der Sohn Johannes wird den Hof übernehmen. Conrad macht den Religionswechsel nach der Reformation nicht mit und bleibt laut Kirchenuntersuchungsprotokoll bei der päpstlichen Religion. Mit 63 Jahren heiratet er in zweiter Ehe am 7.9.1683 die katholische Witwe Fritz aus Besenfeld. 
In einer Kopie des Lagerbuches von 1427, die um 1599 vermutlich als Vorläufer des Lagerbuches von 1667 erstellt wurde, steht geschrieben, dass Lorentz Waltz und sein Nachfolger Conrad Zifle oder "wer sonst den Hof besitzt", den Hochwasser-Stauwehr oben an der Gasse (Rothweg) hinter dem Haus zu pflegen hat.  
Johannes Zifflin, OM25b, *15.12.1651 +15.5.1716 heiratet am 19.10.1680 Anna Maria Mast, *15.4.1659 +15.4.1748 aus der Obermusbacher Mast-Familie. Sie haben 7 Kinder. Der erstgeborene Hans Jakob stirbt mit 12 Jahren. Der Sohn Michael übernimmt den Hof. Die Tochter Agatha Ziflin, *27.12.1685 heiratet am 15.9.1706 Andreas Bruder von Unterehlenbogen und zieht nach Igelsberg. Der Sohn Hans Jerg Ziflin, *9.6.1689 zieht nach Hallwangen und Tochter Christina Ziflin, *23.8.1692 nach Bösingen. Der jüngste Sohn Philipp Ziflin, *28.8.1695 heiratet am 31.5.1695 Christina Burkhardt in Hallwangen. Die Erbaufteilung ist im Inventurenbuch IV KLInvIV-133) niedergeschrieben.
 
Johann Peter Zifflin der Zwilling von Michael stirbt 67jährig fällt von einem Ömbdwagen und stirbt durch den Unfall als lediger, frommer und einfältiger Mensch KlInv1743-67). Es wird bei der Erbteilung von Johann Peter festgestellt, dass er als Leibeigener bei der Vogtei Dornstetten geführt wird und in Ermangelung von Vieh zur Besthauptzahlung muß je 100 Pfund Heller Erbmasse 1 Gulden gezahlt werden. Die Erbmasse wird mit 223 Gulden 27 Kreuzer festgestellt, dass sind umgerechnet 312 Pfund und somit 3 Gulden 8 Kreuzer 3 Heller Besthauptzahlung.
 
Michael Zifflin, OM4b, *6.10.1683 +26.4.1747 heiratet 25.5.1723 Barbara Lehmann, *1772 +1779 aus Gundelshausen. Sie haben 6 Kinder. Michael stirbt durch die eigene Hand und die Witwe heiratet 1749 Hans Jerg Link (Lenk) von Frutenhof. Der Sohn Johannes übernimmt den Hof. Vier Kinder, hiervon  ein Zwillingspaar, sterben im Kleinkindalter. Die Tochter Anna Maria Ziflin, *6.4.1732 heiratet am 22.11.1751 in Göttelfingen Hans Conrad Bauer, OSB Göttelfingen 119b. Das Inventarium wird vor der Hochzeit erfasst und im Inveturenbuch V KLInvV-Z) niedergelegt. Im de Urkunde zur Realteilung 1747 finden wir den Hinweis, das Michael Zifflen ein Leibeigener der Kellerei Dornstetten war, somit war für den Leibfall (Tod) andie Kellerei 31 Gulden 30 Kreuzer zu zahlen. Das Kloster Reichenbach bekam als Hauptfall (Erbschaftssteuer) ebenfalls 31 Gulden 30 Kreuzer und die Obermusbacher Kirche (Heiligenpflege) erhielt 2 Gulden aus der Erbmasse von 611 Gulden 29 Kreuzer. KLInv1743) 
Johannes Ziflen, OM29a, *14.2.1728 +19.8.1796 heiratet 1752 Catharina Boneth, *14.3.1730 +26.8.1808 aus Loßburg. Sie haben 3 Kinder. Vater Johannes stirbt durch Selbstmord wegen Melancholie. Ein halbes Jahr vorher wird am Amtsgericht in Reichenbach KLAG1768) am 22.10.1785 der Verkauf des Hofes an den Sohn Johann Martin für 1700 Gulden eingeschrieben. Die Tochter Anna Maria Ziflen, 5.3.1755 heiratet Mattheus Schanz in Tumlingen. Der zweite Sohn Hans Jörg stirbt mit 5 Jahren. Zum Hof gehören 1769 nach der Vermögensliste 27 Morgen Felder, 13 Morgen Wiesen, 1 Morgen Garten, 15 Stück Horn- und Rindvieh und 2 Schweine.
 
  Ziefle HofzeichenFoto HofzeichensteinZur Unterscheidung des Eigentums hatten die Höfe sogenannte Hofzeichen. Mit einfachen Hilfsmitteln,wie der Axt, konnten die Baumstämme gekennzeichnet werden. Auch die Grundstücke wurden mit diesen einfachen Zeichen auf den Grenzsteinen gekennzeichnet. Das Zeichen der Familie Ziefle war ein X mit zwei Punkten bzw. kurzen senkrechten Strichen. Holzstämme wurden mit blauer Kreide gezeichnet.
 
Johann Martin Zifle, OM33a, * 6.9.1765 +18.5.1835, er heiratet 1785 Anna Schmid, *5.3. 1769 +16.4.1829 aus Wittendorf. Die Hochzeitsbibel ist heute noch im Haus. Im Obermusbacher Inventarienbuch sind ist das in die Ehe eingebrachte Vermögen wie folgt aufgelistet. Johann Martin hat ein Vermögen von 643 Gulden und Anna bringt 1006 Gulden mit.  InvMu-1785) Es werden 12 Kinder geboren. Der 1. Sohn Johannes Ziflin, *19.8.1787 heiratet am 28.11.1811 Magdalene Kübler, *16.8.1788, die Tochter vom Schultheiß Michael Kübler aus Untermusbach. Die Tochter Catharina Zifle, *18.2.1789 heiratet 1806 Joh. Georg Dieterle aus Tumlingen. Sohn Jacob, *7.9.1790 heiratet nach Pfalzgrafenweiler. Die Tochter Anna Maria Zifle, *4.7.1792 heiratet 1814 Joh. Michael Rothfuß aus Bösingen. Johann Georg Zifle, *19.4.1795 heiratet 1824 nach Egenhausen. Barbara Zifle, *21.5.1797 heiratet 1825 nach Haiterbach. Christina Zifle, *2.11.1800 heiratet 1827 nach Hörschweiler. Johann Martin Zifle, *8.12.1803 heiratet 1836 nach Unterjesingen. Drei Kinder sterben früh. Nach dem Brandversicherungsbuch KLBV1779-1) von 1779 wird das Wohnhaus 1802 abgerissen und neu erbaut. Der Sohn Mattheus kauft bzw. erbt 1832 den Hof.
Martin Ziefle zahlt laut Gewerbe-Kataster von 1821 im Jahr 1824 als Gewerbesteuer für die Potaschesiederei 42 Kreuzer.
Im Jahr 1835 werden die Lehenszahlungen durch einen einmaligen Betrag abgelöst. In den folgenden Jahren werden auch die zahlreichen restlichen Zahlungsverpflichtungen, wie 1841 der Fruchtzehnt, abgelößt. Ab dieser Zeit ist der Hof im Eigentum der Familie Ziefle.
Bis 1799 besaßen alle Obermusbacher Höfe nur Feld- und Wiesenflächen, der Wald gehörte dem Klosteramt und konnte von allen Bürgern genutzt werden. Nach einer Notiz im Schultheißenbuch haben die Lehensbauern im Jahr 1799 den Wald zum großen Teil unter sich aufgeteilt. Die Gemeinde Obermusbach erhält hierfür von allen Bauern gemeinsam 1843 eine Abfindung von 2500 Gulden. Im Jahr 1874 wird der restliche allgemeine Wald unter den Obermusbacher Höfen verteilt. Erst ab diesem Zeitpunkt verfügte der Ziefle-Hof über eigenen Wald.
Mattheus Zifle, OM33b,*28.10.1810 +7.4.1860 heiratet 1832 Anna Maria Seeger, *30.1.1815 +2.3.1860 aus Untermusbach. Er ist Schultheiß von 1843 bis zum 19.3.1849. Sie haben 11 Kinder. Fünf Kinder sterben früh. Von Mathäus haben wir eine Schreibprobe. Die Tochter Anna Maria Zifle, *30.12.1838 heiratet 1852 Johannes Hofer, Müller in Grüntal, OSB Grü 94b und die Tochter Eva Zifle, *11.4.1845 heiratet 1865 Joh. Dav. Müller, Hirschwirt in Grüntal und gibt bei ihrer Leumundserklärung ein Vermögen von 9800 Gulden an Bargeld und 200 Gulden Weißzeug an. Christina Zifle, *26.1.1849 heiratet 1870 Joh. Gg. Graf in Grüntal und der Sohn Mathäus Zifle, *22.5.1853 heiratet 1878 Christine Schleeh von Kälberbronn.
Zum Hof gehört auch eine Potaschesiederei. Laut Gewerbe-Kataster zahlt er in den Jahren 1841 und 1870 je 42 Kreuzer Gewerbesteuer für die Potaschesiederei. Im Jahr 1835 lößt Mattheus die feudalen Lasten ab. 1852 kauft Mattheus den Klumpp-Hof Nr. 8.
Johann Martin wird Hoferbe und kauft laut Kaufbuch II am 2.7.1860 von den Geschwistern den Hof Nr. 3 für 19000 Gulden. Gleichzeitig wird von den Erben der Hof Nr. 8 an Friedrich Kappler sowie etwa 61 Morgen Wald an eine Bietergemeinschaft mit Kronenwirt Fezer aus Pfalzgrafenweiler für 28424 Gulden verkauft.
Das Hausinventar des Mattheus Ziefle wird aus einem Gemeinderatsprotokoll vom 24. Februar 1855 ersichtlich.
Verhandelt den 24. Feber 1855
In den Antragsbogen des Matheis Ziefle Par. 1567 hat derselbe in seinem Wohnhaus Nr. 3 folgende Gegenstände zur Versicherung angegeben:
Jätreit 7 Gulden
Bettgewand und Leinweißzeug 600 Gulden
Kleider 150 Gulden
Schreinwerk 250 Gulden
Zinngeschirr 25 Gulden
Kupfergeschirr 12 Gulden
Stubenuhr 3 Gulden
Messing 25 Gulden
Küchengeschirr 15 Gulden
Fuhr und Bauerngeschirr 200 Gulden
Gläser 15 Gulden
Bücher 24 Gulden
Scheuergeschirr 34 Gulden
sonstiger Hausrath 250 Gulden
Fass und Bandgeschirr 30 Gulden
Heu und Stroh 800 Gulden
Früchten 600 Gulden
Früchte Mundvorrat zum Gebrauch 260 Gulden
in Summe 3300 Gulden
Wir die unterzeichneten Mitglieder des Gemeinderaths hier beurkunden hiermit, daß Matheis Ziefle, Schultheiß hier unzweifelhaft noch im Besitz des angegeben Werthes fraglicher Gegenstände ist.
Zur Beurkundung Gemeinderath Braun Bohnet Mast Seeger
1. Randbemerkung: Abgeändert Eingetragen dießes Buchs auf Blatt 75.
2. Randbemerkung: Den 12 März 1861 auf Johann Martin Ziefle als neuen Besitzer übertragen jedoch unverändert, da Ziefle bei der Übernahme des Guts im Besitz der ganzen Fahrniß gebleben ist
 
Johann Martin Zifle, *13.6.1837 +9.2.1871 heiratet 1861 Anna Maria Schillinger, *? +1902 aus Frutenhof.
Sie haben 3 Kinder. Sohn Johannes erbt den Hof.
Die Witwe Anna Maria heiratet 1873
 Johannes Schanz, *26.10.1845 +22.12.1905 aus Tumlingen. Als Vermögen gibt sie vor ihrer Verheiratung 10000 Gulden an. Sie haben 6 Kinder.
Johannes Schanz ist im Gebäude-Kataster von 1873 und im Schätzungsbuch ab 1876 als Eigentümer geführt.Er führt den Hof vermutlich bis 1898. Während dieser Zeit kauft er den Seeger-Hof, heute Klosterstr. 50 und den Wurster-Hof, heute Klosterstr. 45. Er ist vom 30.November 1888 an 17 Jahre, bis zu seinem Tod, Schultheiß.
 
 
 
Leichenpredigt für Johannes Schanz
 
Mit Kaufvertrag vom 1.12.1894 verkaufen Johannes Schanz und Anna Maria Schanz geb. Schillinger verw. Ziefle an ihren Sohn Johannes Ziefle und dessen verlobte Braut Friederika Mast die Ziefle-Liegenschaft. Der Kaufvertrag beinhaltet keine Leibgedingverpflichtungen.
 
Johannes Ziefle, *15.5.1863 +26.6.1923 heiratet 1895 Friederika Mast aus Igelsberg.
Sie haben 4 Kinder. Zwei Mädchen sterben früh, Friderika 1902 und Rosia Cusia 1901. Sohn Johannes erbt den Hof.
 
Johannes Ziefle um 1913
 
 
 
Johannes Ziefle mit seiner Frau Friederika, den Töchtern Anna Maria *1896 und Friederika *1898 sowie auf dem Arm der Mutter der Sohn Johannes *1906.
 
 Johannes wird im Schätzungsbuch ab 1898 als Eigentümer geführt. Er plant 1906 ein Hochsetzen des Hauses um 1,20 m, damit die Stallungen eine bessere Kopffreiheit bekommen. Einen Tag vor der geplanten Baumaßnahme bricht der Gasthof Hirsch in Nagold bei der gleichen Maßnahme zusammen. Es gibt 53 Tote. Daraufhin werden die Baumaßnahmen am Ziefle-Hof abgebrochen und nicht ausgeführt. Ein Nebenverdienst der Bauern war auch die Brennholzlieferung, so lieferte Johannes im Jahr 1882 für das Schulhaus 30 Meter Brennholz ofenfertig und 100 Bündel Reisig für 95 Mark.
 
Johannes Ziefle, *30.10.1906 +1944 als Soldat in Lettland (Kurland) heiratet 1933 Emma Koch. Sohn Hans Ziefle erbt den Hof.
Hans Ziefle heiratet Marianne Nöckel und bewirtschaftet mit seiner Frau den Ziefle-Hof heute. Sie haben 2 Kinder.
KLBV1779-1) Archiv Baiersbronn Brandversicherungsbuch 1779.
w1) Der www.Klosteramt-reichenbach.de können wir entnehmen, dass die Witwe Fritz aus Igelsberg stammt und nicht wie im OSB angegeben aus Besenfeld.
Die Familiendaten entstammen dem Ortssippenbuch (OSB) Grüntal von Günter Frey und Horst Bruns. Aus der Website www.klosteramt-reichenbach.de von Dr. Juergen Wurster sind die Informationen über die Höfe der Frühgeschichte entnommen. Die Angabe OM.. hinter dem Namen entspricht dem OSB-Verzeichnis. Weitere Daten aus HSTA Stgt.H102/63 Bd. 4 u. 10, A516L Bü 6, KLAG1768) Archiv Baiersbronn Amtsgerichtsbuch von 1768, KLInvV-Z)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch V, KLInvIV-133)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch IV Abschnitt 133, KLInv1743) KlInv1743-67)Archiv Baiersbronn Klosterreichenbach Inventurenbuch X,   InvMu-1785) Archiv Musbach Inventarienbuch 1785-1810) und Ortsarchiv Musbach. Aufgeschrieben von Hans Rehberg.
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